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Hanauer S Anzeiger

General-Anzeiger Zugleich amlliches Organ für den Landkreis Kanan.

Erscheint ^ägliâ mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. , Fernsprech-Anschlutz Nr. 1237 und 1238.

Bezugspreis: Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne Trägerloh«. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für I mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im Reklameteil von 68 mm Breite 25 Reichspfennig. Offertengebühr: 30 Reichspfennig. Geschäftsstelle: Hammerstratze S.

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Nr. «__________

Montag den 23. März

1925

Das Neueste.

zwischen Paris und London findet über die Me'dek französischen Sicherheit auch weiterhin ein reger Gedankenaustausch statt.

Die Lohnverhandlungen für die Post- und Lckgraphenarbèiter sind auf der Grundlage des inbindlich erklärten Schiedsspruches für die Ksmbahnarbeiter abgeschloffen worden. Auch die Weiter der Reichspost erhalten also eine Stunden- Mge von drei Pfennigen.

- Zn Moskau wurde gestern eine Bollverjamm- Wgdes erweiterten Zentralexekutivkomitee; der kommn- Mchen Internationale in Anwesenheit von 240 Ver­minn aller Länder eröffnet.

- In den letzten Tagen herrscht in Bulgarien wrkr Schneefall. Air einigen Stellen liegt der Schnee ëber zwei Meter hoch. Der Eisenbahnverkehr ist ichmgelegt, die telegraphischen Verbindungen sind gestört.

Wochenvvrichau.

Dem Da^isonalag entgegen. Wie wird das Lrgebnis? Innere und äußere Fragen der

Reichspolitik.

Eine Woche trennt uns noch von der Wahl ies Reichspräsidenten. Wer Vorausberechnung nach wird der erste Wahlgang nicht entschei­dend sein. Die Wahlbeteiligung läßt sich nicht mit Bestimmtheit voraussehen. Man wird aber immerhin mit einiger Wahrscheinlichkeit die ilbstiMMungsziffern der letzten Rsichstags- «W (7, Dezember 1924) zugrunde legen MM. Dainals »ieii ;auü JLSS ^nMMen abgegeben. Rechnet man nrn der. ic(6en Beteiligung- so müßte der Kandidat, der im ersten Wahlgange mit absoluter Mehrheit siegen wollte, über 15 Millionen Stimmen auf sich vereinigen. Die rein statistische Varberech- niing spricht gegen die Annahme einer solchen Möglichkeit. Deshalb ist man wohl auch allge­mein der Ansicht, daß ein zweiter Wahlgang nötig sein wird. Trotzdem wird man gut tun, sich nicht allzu sehr bei der Vorausberechnung an das parlamentarische Schema der letzten Reichstagswahl anzuklammern. Es sind dies- M nicht Listen, sondern ganz bestimmte Per­sönlichkeiten zur Wahl gestellt und niemand kann im voraus wissen, ob und wieweit die An­ziehungskraft der Persönlichkeit über die Gren­zen der Parteien hinausgreift. Das gilt na­mentlich von dem überparteilichen Kandidaten Dr. Jarres, hinter dem nicht nur bestimmte Parteien, sondern auch weitverzweigte Orga­nisationen stehen. In diesen Organisationen Mmeln sich Männer aller Parteien. Und des­halb ist es fast sicher, daß die Wähler, die für darres eintreten, nicht durch die Parteien be- Zrenzt sind, die Jarres mit aufgestellt haben. Ron diesen Parteien haben die Deutschnationa- bei der letzten Reichstagswahl rund 6,2 Millionen, die Deutsche Volkspartei rund 3 Millionen, die Wirtschaftspartei etwas über rme Million und die deutsch-völkische Partei annähernd eine Million erhalten. Von den an= Mlchlossenen Organisationen hat sich der Land­end. an der Reichstagsmahl selbständig betei- ^t und annähernd eine halbe Million Stim­men erzielt. Die genannten Parteien zählen amschließlich des Landbundes allein schon über

Millionen Wähler.

. ,Da die Gegenkandidaten Parteikandidaten '^, wird ihre Stimmenzahl ziemlich genau ^ gleicher Wahlbeteiligung mit der der letzten »Elchstagswahl zusammenfallen. Herr Otto oraun hätte danach Anspruch auf 7,8 Millio- Ä Herr Marx auf rund 4,1 Millionen, Herr Wipad) auf rund 1,9 Millionen, Herr Held >wn der Bayerischen Volkspartei auf rund 1,1 ^tlllwnen und der Kommunist Thälmann auf ^und 2,7 Millionen Stimmen. Ludendorff wird

den 900 00O völkischen Stimmen wahr- Minlich nUr fjneu geringen Prozentsatz auf "ch vereinigen. Entsprechen die Abstimmungs- ^gebnjsse des ersten Wahlganges ungefähr die- LP /Vorbesprechungen so wird sich eine absolute Ehr Heil bei keinem der Kandidaten finden, »anz sicher aber wird der überparteiliche Kan- 'daj Karl Jarres mit bei weitem der größten ^.snnmopzah! an der Spitze stehen. Und das lco ibm auf jeden Fall für den zweiten Wahl- von vornherein ein großes Uebergewicht -iw u ^'c Linksparteien werden ihre Schwic- iam "E^AoEten, ihre Stimmen auf den gemein- s^En Personalnenner zu bringen, doch wird l^?rst Zeit sein, darüber zu reden, menn der

Mahlgang .vorüber ist.

Nach deutscher Art lassen wir uns fast ganz von der inneren Streitfrage der Präsidenten­wahl gefangen nehmen. Unsere innere Politik steht in dieser Woche ganz in ihrem Bann. Die preußische Landespolilik segelt in ihrem Fahr­wasser, nachdem es dort den Parteien der Lin­ken gelungen ist, die Neuwahl des Minister­präsidenten bis in die kommende Woche zu ver­schleppen. Herr Marx führt den Wahlkampf als preussischer Ministerpräsident und er soll das ist der Zweck der ganzen Uebung in der Weimarer Koalition in Preußen die Plattform finden, auf der er dann im zweiten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl auch die Stimmen der Demokraten und Sozialdemokraten auf sich zu vereinigen hofft.

Im Reich hat man auch die Pforten des Par­lamentes geschlossen, um sich ganz der Vorbe­reitung der Reichspräfidenkenwahl zu widmen. Die außerordentlich dringenden Aufgaben der Reichspolitik, darunter namentlich die der Steuerreform und die der Aufwertung, bleiben vorläufig in der Schwebe. Die akutgewordene

Die Frage des 6

Das sehrbemerkenswerie Angebot Deutschlands".

London, 22. März. Die Frage des Sicher­heitspaktes steht weiterhin im Mittelpunkt der Presseerörterungen. Die Blätter melden, daß Chamberlain in der Unterhausdebatte am Dienstag den Bericht über seine Genfer Reise und über seine Besprechungen mit Herriot er­statten wird.

W unwahrscheinlich daß e 'r h 1 f- wird, dem bereits Bekannten Wesentliches hin­zuzufügen. Dem Blatte zufolge hatte Cham- berlain vor seiner Zusammenkunft mit dem französischen Botschafter in der letzten Woche Besprechungen mit dem deutschen Botschafter und sagte ihm, Deutschland dürfe unter keinen Umständen seine Vorschläge für den Sicher­heitspakt rückgängig machen. Er erklärte wei­ter, die deutschen Vorschläge hätten große Hoff­nungen hervorgerufen und würden von den britischen und alliierten Regierungen ernstlich erwogen. Es würde jedoch eine beirächtlid Zeit dauern, bis die Einzelheiten des Paktes ausgearbeitet wären.

London. 22. März. Der diplomatische Be­richterstatter desO b s e r v e r" hält es für möglich, daß nach dem französisch-britischen Meinungsaustausch ein britisch-deutscher uni) vielleicht auch ein französisch-deutscher Mei­nungsaustausch stattfinden werde, während zur Formulierung der Ergebnisse eine Konferenz folgen könne. Wenn die deutsche Regierung sich bereit zeige, zu den Bedingungen ihres Ende Januar gemachten Vorschlages zu stehen, so werde das Problem leichter sein. Der deut­sche Vorschlag habe keine Bedingung über die sofortige Räumung des Rheinlandes enthalten. Der französische Botschafter in London versuche an diesem Wochenende auf der Grundlage des deutschen Angebots eine Brücke zwischen der Londonar unb der Pariser Auffassung zu schla­gen. Der Berichterstatter betont erneut, daß weder die britische noch die deutsche öffentliche Meinung bereit seien, für immer die Integri­tät des polnischen Korridors oder des polni­schen Teils Oberschlesiens aufrechtzuerhalten. Großbritannien betrachte die deutsche Ostgrenze als eine Gefahr für den Frieden und könne sie daher nicht wie die Westgrenzen garantieren?

In einem Leitartikel gibt derO b s e r v e r" denselben Gedankengängen Ausdruck und schreibt, glücklicherweise könnten Reden das Protokoll nicht wiederbeleben. Das sehr be- merkenswerte Angebot Deutschlands habe ge­zeigt, wie und wo das Werk wieder aufgerwm- men werden könne. Ein westlicher Friedens­pakt fei das erste Ziel, das klar erreichbar sei. Die deutsche Regierung schlage ein "Schiedsge­richtsabkommen mit Polen vor. Ein östlicher Pakt bedeute für Deutschland eine Revision, wenn die Zeit dafür gekommen sei. Für Polen bedeute er eine Garantie der nationalen Unab­hängigkeit. Wenn das deutsche Angebot ver­ächtlich zurückgewiesen werde, so geschehe dies nicht im Namen der Sicherheit. Au anderer Stelle hebt derObserver" hervor, daß Deutsch­lands mutiger Versuch, die französischen Be­sorgnisse im Osten und Westen im Sinne der Völkerbundssatzung zu begegnen, eine vollkom­men neue diplomatische Phase eröffnet habe und daß Stresemanns Vorschläge augenblicklich sineMehrheit in Deutschland hinter sich habe.

Frage des Völkerbundes ruht noch in den Hän­den des Kabinetts. Und von den Parteien des Reichstags hat keine gegenwärtig Muße und Neigung, sich damit zu beschäftigen. Hier liegt aber eigentlich der Angelpunkt unserer ganzen politischen Lage. Und es ist dringend zu wün­schen, daß nach Erledigung der Reichspräsiden­tenwahl das Bewußtsein und die Aufmerksam­keit der Nation sich ganz und gar auf diesen Punkt sammelt. Im übrigen ist auch auf der Gegenseite die Atmosphäre einigermaßen ge­trübt. Der Ministerpräsident Herriot steht mitten im heftigen Kampfe mit der Opposition, die Streitfragen der französischen Kirchen- und Kulturpolitik haben einen heftigen Kampf der Geister entfesselt und Herriot sieht sich einem Ansturm ausgesetzt, der keinem unerwartet kommt, der die inneren Verhältnisse Frank­reichs kennt. Die parlamentarische Mehrheit Herriots hat aber bis jetzt zufammengehallen und es wäre verkehrt, wenn wir damit rechnen wollten, daß die inneren Schwierigkeiten Her­riots uns das außenpolitische Spiel erleichtern.

Für den Zweck der Sicherheit sei die Garantie der deutschen Rechtsparteien besonders wert­voll. Aber der günstige Augenblick, der sie her­vorgebracht habe, werde, wenn einmal verpaßt, kaum wiederkehren.

GrundbeSingung: Eintritt in den VölkerÄund.

Paris, 22. März. Ministerpräsident Herriot empfing gestern abend den französischen Bot-

Echo de Paris wiro Dieser 4 5 Tage in Paris bleiben, damit der standpunkt der französischem Regierung zu schwebenden wich­tigen Fratzen geklärt werden kann. Der Bot­schafter hatte bereits gestern vormittag eine längere Unterredung mit dem politischen Direktor am Quai d'Orsay, Laroche, der seiner­seits am Nachmittag Herriot über die Mittei­lungen des Botschafters unterrichtete.

DerPetit Parisien" glaubt als Grund der Reife Fleuriaus nach Paris angeben zu können, daß die britische Regierung die Ab­sicht habe, die deutschen Anregungen in der Sicherheitsfrage zur Grund­lage von Verhanlungen zu machen, ohne ihrerseits neue Anregungen zu geben. Die französische Regierung lehne die Verhand- lpngsbasis nicht ab, da sie keine Verständk- guugsmöglichkeit ausschließen wolle, aber die beiden Regierungen hätten U n g e n a u ig­le i t e n undLückenin der deutschen Ver­balnote über den Sicherheitsvorschlag gefun­den. Deshalb habe ein erster Meinungs­austausch zwischen Paris unb Berlin statt- gesunden, der ermöglicht habe, gewisse deutsche Formeln in befriedigender Weise zu erweitern. Trotzdem bleibe das Wichtigste noch zu tun. Man müsse neue Aufklärungen von der deut­schen Regierung fordern. London und Paris seien übrigens einig, daß Grundbe­dingung für den Abschluß der Sicherheits- Pakte der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund sei. Die Frage, wer zu dem Slcherheitspakt zugelassen werden könne, sei noch nicht geregelt, aber auch in dieser Hin­sicht erweitere sich der Horizont. Cs sei nicht unmöglich, daß man zu einem e u r o p ä- i f d) e n Defensivpakt gelange, dem nur gewisse Länder, wie beispielsweise Holland, fernbleiben würden, die der Gefahr eines Konfliktes nicht ausgesetzt seien. Englischerseits erhebe man gegen ein derartiges europäisches Protokoll Einwände im Hinblick auf die deutsch-polnischen Schwierigkei­ten. Am Quai d'Orsay habe man die Hoff­nung, sie beseitigen zu können. Aber selbst, wenn die ostpreußischen Probleme ungelöst blieben und einen allgemeinen europäischen Pakt nicht ennöglichten, auf den die franzö­sische Politik hinarbeite, könne man annehmen, daß Frankreich zwar seinen osteuropäischen Allianzverplichtungen treu bleiben, aber den Pakt annehmen werde, bem nur die westeuro­päischen Mächte und Deutschland angehörten. Frankreich werde sich aber zu gleicher Zeit be­mühen, dieses Abkommen durch andere zu er­gänzen, die den osteuropäischen Alliierten Fankreichs Genugtuung gäben. Diese Frage wurde gestern am Quai d'Orsay geprüft, aber auch die Frage der Räumung der Köl­ner Zone, über die ein grundsätzliches Uebereinkommen zwischen London und Paris erfolgt ist und endlich auch die Frage der interalliierten Schulden.

Der Völkerbund als Druckmittel.

Paris, 22. März. DerTemp s" besprich' in seinem Leitartikel die augenblickllche bipio matische Lage. Die gestrige Unterredung Hec riots mit dem englischen Botschafter Lord Grewe und mit dem französischen Botschafter in London de Fleurian zeigte, welche Bedeu­tung die diplomatischen Verhandlungen hätten, die augenblicklich zwischen Paris und Londpr geführt würden. Aber diese Verhandlungen hätten noch nicht den Umfang und die Bedau tung, die gewisse Nachrichten ihnen zu geben versuchten. Augenblicklich handele es sich nur darum, sich über das Verfahren zu einigen, bas man einschlagen wolle, um die deutsche An­regung über den Abschluß eines Sicherheits­paktes zu prüfen. Nach den sehr widerspruchs­vollen Nachrichten, die man in London und Paris veröffentliche, könne man sagen, daß die britische Regierung der Ansicht sei, die deut­schen Vorschläge könnten eine Diskussionsbasis schaffen, und es sei wünschenswert, die Ver­handlungen nach dieser Richtung zu beschleuni­gen, ohne daß man formell zu irgendeiner- ftimmten Formel Stellung genommen habe. Chamberlain habe vor drei Tagen eine lange Unterredung mit dem deutschen Bot­schafter in London gehabt und man fei geneigt Diese Zusammenkunft mit den Gerüchten in Zu­sammenhang zu bringen, daß Deutschland jetzt bereit sei, in kürzester Frist seinen Eintritt in den Völkerbund anzumelden. Lord d'Abermin scheine seine ganze Energie darauf verwandt zu haben, die deutsche Regierung davon zu überzeugen, daß sie politisch klug handele, wenn sie sich der Antwort des VLlerbundsrates auf die deutsche Note vom 12. 12 anpasse. Wenn diese Gerüchte sich bewahrheiteten, dann aller- s^ii^ÄS ww^ö^ AtL ntu nöl ^ntichcih'iinG ££? Reichsregierung Mortige Nachwirkungen Kff die Verhandlungen über den Sicherheitspakt auslösen. Die englische Regierung würde darin den Beweis eines guten Willens erblicken, um damit eine Politik'zu rechtfertigen, die darauf abziele, Deutschland eng an einem Abkommen zu beteiligen, das die Schaffung einer bessere» Sicherheitsgarantic in Europa zum Gegen stand habe. Nach Ansicht desTemps" wäre es jedoch gefährlich, sich Jllussionen hinzugeben^ denn offenbar habe Deutschland durch seinen Eintritt in den Völkerbund alles zu gewinnen da es in alle Fragen innerhalb des Völkerbun­des eingreifen könnte, die die Kontrolle der be­setzten Gebiete und der unter Mandat stehen­den Gebiete betreffen. Mit einem Wort, es werde dadurch seine Stellung als Großmacht wieder zurückerobern. Das Problein der Sicher­heit aber zeige feine Schwierigkeiten in der Taffache, daß Berlin den territorialen Status quo im Westen, aber nicht den territorialen Status quo an den Ostgrenzen des Reiches garantieren wolle. Außerdem werde Reichs außenminister Dr. Stresemann baldigt die Frage der Räumung der besetzten Gebiete auf­werfen, und man könne sich fragen, ob die eng­lische Regierung nicht die Frage der Entwaff­nung Deutschlands, namentlich hinsichtlich der Räulnung der Kölner Zone unter demselben Gesichtswinkel wie Frankreich betrachten wolle. Schließlich aber müsse man darauf Hinweisen daß die Entmilitarisierung des rechten Rhein- ufers Garantien biete, auf die man .unter kei­nen Umständen verzichten könne. Der Pakt müsse also neue Sicherheiten zu den alten hin­zufügen und es wäre unzulässig, die Sichechesi abzuschwächen, die man dem Sieg der alliier­ten Soldaten verdanke.

Ständige Aeberwachu-tg der enkmilttarisierten Ione.

Pacis, 22. März. Der sozialistische Abge­ordnete Paul B o 11 c o u r legte gestern wieder einmal in einem diesmal imPetit Parisien" veröffentlichten Interview seine An­sichten über die Sicherheitsfrage dar. Er er­klärte, man müsse einen Unterschied machen zwischen der Ueberwachung, der deutschen Rüstungen und der Ueberwachung der ent­militarisierten Rheinzone. Die erste Frage sei durch den Artikel 213 des Friedsnsoertrages von Versailles geregelt, wonach Frankreich jederzeit Kontrallrevifioncii fordern könne. Diese Kontrollen könnten stattfinden, sobald sie gewünscht werden. Die Entscheidungen, die hierüber der Völkerbund getroffen habe, ent- sprechen der These, die Frankreich vertreten habe. Sie gaben eine vollkommene Befriedi­gung, gewährleisteten aber nicht die Sicher­heit Frankreichs. Er bleibe dabei, daß fehl militärische Kontrolle, die in Deutschland aus- geübt werde, nur das Ergebnis zeitiven könne-