Einzelbild herunterladen
 

300. Jahrgang.

Hanauer N Anzeiger

General-Anzeiger Zugleich amtliches Organ für den Landkreis Kanan.

Erscheint *äglitb mit Ausnahme der Conn, und Feiertage. * tkernsprech-Anschluß Nr. 1237 und 1238.

Lez«g»p"i*' Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne Trägerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für l mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspsennig, im Reklameteil von 68 mm Breite W Reich-pfennig Vffertengebühr: 80 Retchspfennig. - Geschäftsstelle: tzammerstraße 9.

___--- ......................................

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teil« ist Hanau. Bei unverschuldete« Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreise». Für Platzvorschrtft und Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.

r. 67

Freilaa Sen 29. März

1925

ME MW Ws die MimMMmg

Berlin, 19. März. Der amtierende zurück- âeleue und neuerlich wiedergewählte preu- Ische Ministerpräsident Marx hat am Sonnnerstag vormittag dem preußischen Land- tzgspräsidenken mitgeteilt, daß er seine Der- fvche, ein Kabinett zu bilden, aufgebe und die Whl zum Ministerpräsidenten nicht annehme.

Damit ist die Episode Marx beendet. Zur Stunde wird lebhaft verhandell, um der Re- zierungslosigkeit ein Ende zu machen. Was Verden soll, das ist in dem Land der unbegrenz­ten Möglichkeiten und Unmöglichkeiten eine offene Frage. Es ist nicht ausgeschlossen, ein Veamtenkabinett zustande zu bringen, das von den Deutschnationalen bis zu den Sozialdemo­kraten geht. Jedenfalls haben die Deutsch-- nationalen ein unbedingtes Nein einer solchen Anfrage nicht entgegengesetzt, wenn auch natür- !id) die Auswahl der Persönlichkeiten ent- fcheLsnd ist. Di« Sozialdemokraten scheinen m den Regierungspräsidenten Krüger als ihren Vertreter zu. denken, der in seiner Person wohl keine unüberwindlichen Hindernisse bereitet. Wer von der theoretischen Einigkeit bis zur praktischen Durchführung ist immer noch ein vikter Weg, zumal da das Zentrum seine Taktik darauf festlegt, di« Entscheidung hinauszu- schieben und Preußen solange hinzuhalten, bis Die Wahlen zum Reichspräsidenten vorüber [mb. Das Zentrum hat schon darauf hinge- piefen, daß in dieser Woche ein neuer Minister­präsident nicht mehr gewählt wevde-n könnte, daß auch in der nächsten Woche kaum Zeit dazu sei, Mil alle Abgeordneten in der Wahlbewe- wng ständen. Und waren wir dann erst über den erffw JèSa&tem^ bann.

wo sich übersehen läßt, wie groß oder wie Serina die Chancen des Herrn Marx im Reiche M so daß er dackn wieder auf der Bildfläche scheinen könnte. Die Rechtsparteien haben teer bisher wenig Neigung, diese Ver­schleppungsmethode mitzumachen, und drängen ruf eine möglichst rasche Entscheidung. Die Men Besprechungen, die am Donnerstag statt« gefunden haben, sind noch ohne Ergebnis ge­rieben, weil man zunächst eine Persönlichkeit finden muß, die bereit ist, eine Regierung zu Wen, die unter Umständen schon nach wenigen Wochen zurücktveten muß. Zu den Persönlich- kèiten, die bisher genannt worden sind Landeshauptmann Horion und Staats- tommiffar Dr. Peters ist neuerdings ein weiterer Name hinzugetreten, der des Berliner Kammerpräsidenten Dr. T i g g e s. Es scheint, M dieser neue Anwärter Aussicht hat, für den des Ministerpräsidenten ausersehen zu werden. Natürlich kann es sich nur um eine Zwischenlösung handeln, die in Kraft Mit und in Kraft bleibt, bis die Dinge auch in Preßen für eine endgültige Lösung wie im Muhe reif geworden sind.

Noch keine Einigung.

Die Frage der Neubildung der preußischen Regierung ist auch im Laufe des gestrigen Nach- Mags nicht geklart worden. Ber den Berhand- Angen zwischen dem Vertreter der einzelnen Fraktionen konnte eine Einigung über einen Kandidaten für das Präsidium des zu schaffen­den BeamtenkabinÄts nicht erzielt werden. Die

Severing zu den Vorgängen in Lalle.

Berlin, 19. März. Im preußischen Landtag s?men heute die Vorgänge in Halle zur Sprache. Der bedauerliche Vorfall in einer Aommuniftenoerfammtung, der neun Todes- Nstr forderte, ist der Oeffentlichkeit noch in Erinnerung. Die Kommunisten benutzen ihn S Anlaß eines schamlosen Rummels. Man

e den Eindruck, daß ihnen die Schüße von OMe als Ouvertüre ihrer Präsidentenwahl- Zation gar nicht so ungelegen gekommen

Samens des Staatsministeriums gab der »muerende Innenminister Severing fol- genve Erklärung ab: Eine genaue Mitteilung

^ üuf Grund der bisherigen Ermitt-

^^^ bie Vorfälle in Halle nicht machen, nn» m W die parlamentarische Verhandlung .^.-^tzen um nach Möglichkeit eine partei- poiitische Ausschlachtung zu unterbinden.

bei den Kommunisten.) Es haben sich Won bei oberflächlicher Betrachtung Wder-

sprüche auf allen Seiten herausgestellt, so daß ein erschöpfendes Bild nicht gegeben werden kann. Ich muß mir vorbehalten, weitere Auf­klärung durch eine von mir entsandte Ministe­rialkommission zu veranlassen. Ick habe dem kommunistischen Ersuchen um eine Unter­suchung stattgegeben und habe dabei erklärt, ich würde nicht nur die Polizeibeamten, son­dern auch die Versammlungsteilnehmer über die Vorkommnisse befragen lassen. Ich habe allerdings hinzugefügt, daß meiner Ansicht nach den ausführenden Organen keine Schuld beizumessen sei.

Es ist nicht wahr, daß ich das polizeiliche Verbot gedeckt und dem Oberleutnant Pitzner ein gutes Zeugnis ausgestellt hätte. Dr. Wün- tig hat das Verbot ungesetzlich genannt. So weit kann ich chm nicht folgen. (Lärm bei den Kommunisten.) Ungesetzlich war das Verbot nicht.

Als der Minister weiter darauf zu sprechen kam/ daß nach den Bekundungen von Sachver­ständigen aus den gefundenen Geschossen her­vorgehe, daß mehrere Getötete nicht von poli­zeilichen Kugeln getroffen worden seien, gab es bei den Kommunisten einen Riesenlärm. Beschimpfungen prasselten auf den Redner ein. Severing versprach eine unparteiischè scho­nungslose Untersuchung. Er warf den Kom­munisten vor, durch chre Agitation unter der Polizei selbst deren Nervosität hervorgerufen zu haben. Er schloß:Ich habe meine Schuldigkeit getan, tun Sie die ^rige!" (Beifall bei den Sozialdemokraten, Pfuirufe und Lärm bei den Kommunisten.) Die Kommunisten hatten die

e Feststellung _ mg ber nächsten Sitzung verlief einigermaßen stürmisch. Die Entsche dung über einen volksparteilick)en Antrag als ersten Punkt die

Neuwahl des Mlaisterpräsidevlea

auf die Tagesordnung zu setzen, blieb zweifel­haft. Für den Antrag stimmten die Rechtspar­teien, ein Teil des Zentrums und die Kommu­nisten. Die Auszählung ergab Beschluß­unfähigkeit, da ledigüch 180 Abgeord­nete für den Antrag stimmten. Die dem An­trag feindlichen Parteren, Sozialdemokraten, Demokraten und Linkszentrum, waren der Abstimmung ferngeblieben. Dieses Ergebnis wurde auf der Rechten mit stürmischen Ent­rüstungskundgebungen ausgenommen. Von allen Seiten erschollen Rufe:Auflösung, Auf­lösung!" Das Haus ging unter großer Unruhe auseinander.

ei

Auf der Tagesordnung der heutigen 12 Uhr beginnenden Sitzung stehen: Fort- der Aussprache über Halle, Schul- Personalabbau, Kleine Vorlagen.

Die To!en von Latte.

ergeben,

andern

Wie mehrere Blätter melden, hat die Ob­duktion der Leichen der bei den Hallenser Zu­sammenstößen getöteten Kommunisten ergo' daß mehrere der Toten nicht erschoßen, so tu.... im Gedränge erdrückt worden sind. Bei einem der Toten wurden im Schädel Geschotzteile vor­

einem

ständigen nicht aus einer Polizerpistols her­rühren. Es handelt sich um ein Bleigeschoß aus einem Trommelrevolver. Es steht demnach fest, daß der Mann aus der Versammlung heraus erschoßen wurde.

Halle, 19. März. Heute nachmittag ist auf dem Gertraudenfriedhof die Beerdigung der Opfer des Blutvergießens im Volkspark ohne jede Störung vor sich gegangen. Der Bestat­tung ist ein Umzug der kommunistischen Partei durch die Stadt voraufgsgangen, an dem Tausende teilnahmen.

er des Blutveri

Berlin, 19. März. Auf dem Landsberger Platz und dem Friedhof der Märzgefallenen im Friedrichshain fanden heute kommunistische Kundgebungen statt. Unter der demonstrieren­den Menschenmenge befanden sich zahlreiche Frauen und Kinder in noch schulpflichtigem Alter. Verschiedene Redner, darunter auch der Reichspräsidentschastskandidat Thälmann for­derten jur Wahl des kommunistischen Kandi­daten für die Präsidentschaft aus. Der Ab­marsch der großen Menschenmenge vollzog sich ohne jede Störung.

Zur NufWEäugsfrKge.

Berlin, 19. März. Im Aufwertungsaus­schuß des Reichstags erklärte der Reichsjustiz­

minister Frenken, daß im Reichskabinett üher dm Aufwertungsentwurf entscheidende Be­schlüße gefaßt worden seien. Die Regierung hoffe, den Gesetzentwurf noch im Laufe der nächsten Woche dem Reichstag zuleiten zu können. Hierauf nahm der Ausschuß einen Ge­setzentwurf an, der die Fristen der dritten

dabei die Gr«

Steuernotverordnung bis zum 30. Juni 1925 verlängert. Der Ausschuß sprach Wartung aus, daß bis dahin das neue Auf-

werlungsgesetz fertiggestellt sein wird.

Der Eisenbahner-Schtedsspruch ist für verbindlich erklärt.

Berlin, 19. März. Nachdem auch die gestrigen Verhandlungen im Reichsarbeits­ministerium zu keiner Verständigung geführt haben, entschloß sich der Reichsarbeitsminister, den Schiedsspruch vom 13. März von amts« wegen für verbindlich zu erklären und damit den Streik zu beenden. In der Entscheidung wird ausdrücklich betont, daß die im Schieds­spruch vorgesehene volle Wiederein­stellung der streikenden Arbeiter zwar eine schwere Belastung für die Reichs­bahn bedeut«, umsomehr, als die Niederlegung der Arbeit vor Durchführung des Schlichtungs­verfahrens, besonders bei gemeinnützigen Be­trieben wie der Reichsbahngesellschaft, durch­aus nicht zu billigen ist. Trotzdem empfiehlt es sich mit einer sachlichen Regelung auch die äußeren Folgen der überall ergriffenen Kampfmaßnahmen verschwinden zu lassen,und durch diese versöhnende Maßnahme den Boden für ein weiteres friedliches Zusammenarbeiten zu bereiten. Für die Arbeiter bedeute die im Schiedsspruch vorgeschlagene Regelung zwgr keine volle Befriedigung ihrer Forderungen, im ganzen betrachtet aber doch eine wesentliche Verbesserung.

schaften fördern in einem Ausruf die streiken­den Eisenbahner auf, sich geschlossen zum Dienstantritt zu melden. In dem Aufruf heißt es, der Schiedsspruch bringe nur einen Teil­erfolg auf materiellem Gebiet, aber einen vollen Erfolg in moralischer Hirrsicht.

Errichtung der Deutschen Renkenmark- Kredllanstâ

Berlin. 19. März. Der Reichsrat hat einen Gesetzentwurf über die Errichtung der Deut­schen Renrenmark-Krditanstalt angenommen. Vor der Abstimmung erklärte der bayerische Gesandte von Preger namens der bayerischen Regierung, daß diese ein Bedürfnis für die Errichtung eines neuen zentralen Kredit­instituts in Berlin für die Zwecke des land- wirtschaftlichen Realkredits nicht anerkenne daher dem Entwurf nicht zustimmen könne.

Ministerialrat Erythropel beantragte namens Preußens, in den § 7 des Gesetzes über die Verwendung des Reingewinns fol- genbe Bestimmung aufzunehmen: Hat das Kapital der Rentenbankkreditanstalt einschließ­lich der Rücklagen und Sonderrücklagen den Betrag von 500 Millionen Mark erreicht, so ist der Reingewinn an das Reich abzuführen, das denselben den Ländern zu landwirt­schaftlichen Zwecken zu überweisen hat.

Der Antrag wurde angenommen, ebenso ein bayerischer Abändsrungsantrag, wonach die auszugebenden Pfandbriefe durch inlän­dische Hypotheken an land- und forstwirt­schaftlichen Grundstücken gedeckt sein müßen.

Die Mgelasssue« Reichspräsideulen- Kandidalen.

Berlin, 19. Mär^ Die auf Grund von Wahlvorschtâgen für den ersten Wahlgang der Reichspräsidenlenwahl zugclaßeucn Anwärter, deren Namen auf dem amtlichen Stimmzettel vorgedruckt sind, sind folgende:

1. Okto Braun. preußischer MiaislerprS- sident a. © Berlin.

2. Heinrich Held, bayerischer Ministerprä­sident, München.

3. Willy Hellpach, badischer Staatsprä­sident, Karlsruhe.

4. statt Jarres, Reichsminister a. D. und Oberbürgermeister, Duisburg.

5. Erich Ludendorff. General der In­fanterie a. D^ München.

6. Wilhelm Marx, Reichskanzler a. D.,

gehen, aber es sei hier gesagt, daß Herr Dr. Jarres den Zweck verfolgte, die vaterlandslose, Subjekte, die die Not des Rheinlandes und der ganzen deutschen Volkes ausnutzten, unschädlich Kt machen. Aber wenn man das verstehen wi^ muß man im Rheinlande gelebt und gesehep haben, welche himmelschreienden Sünden an» Volke begangen wurden das wäre nicht mög« h â l m a n n. Transportarbeiter, lich aewesen, wenn ein Herr Dr. Jarres Lamali Reichsrages Berlin. [die Zügel in der Hand gehabt hätt»,

Vernix

7. Ernst T Miigsted des

Was ein Arbeiter über Dr. Jarres zu sagen hatte.

Von JuliusMengen, Mülheim (Ruhr).

Von einem Arbeiter aus dem Ruhrgebiet erhält derBerl. Lokalanz." die folgend« Zuschrift, die wir ohne jegliche Aband» rungen wiedergeben.

Zurückblickend in eine Zeit, die für das Rheinland, insbesondere für das neubesetzte Ge­biet, jo verhängnisvoll war, eine Zeit, in der sich das tägliche Leben nicht mehr in den ge- wohnten Bahnen abwickelt«, sondern sich Sturm auf Sturm austobte, die alles zu zersetze» drohte, steht mir immer ein Mann vor Augen, der alle, aber auch alle die, die auf ®runb ihrer Stellung dazu berufen sind, gerade im Sturm unerschrocken auszuharcen, weit überragte.

Selbst in ber näheren Umgebung Duisburgs anfaffia, bin ich über die Geschehnisse der letzten Jahre so informiert, daß ich mir ein Urteil wohf erlauben darf, nicht ein Urteil, wie es die ©e- schichte einst schreiben wird, sondern wie es aut dem Munde meiner Landsleute kommt.

Herr Dr. Jarres ist beliebt bei hoch und gering, reich und arm; das sagt schließlich alles, oder besser gesagt, das will bei einem Stadt- oberhaupt sehr viel heißen. Wie das kam? Das ist eigentlich schlecht zu sagen, weil das im We- Jen der Person selber liegt

Persönlich hatte ich des öfteren Gelegenheit Urteile zu hören von Leuten, die mit irgend­einem Anliegen sich an Herrn Dr. Jarres ge­wandt hatten und denen Gerechtigkeit wider- fahren war, weil der Duisburger Oberbürger­meister es als seine heiligste Pflicht ansieht, sich von dem ihm vorgetragenen Anliegen selbst zu überzeugen. Duisburg ist stolz auf seinen Ober". Es ist das keine Unwahrheit, wenn ick behaupte, daß in Duisburgs Mauern eiw ganz andere Luft weht als in allen anderer MMeu, die ich tawe,

Herr Dr. Jarres ist ein Mann, der in feinem Amte niemals eine einseitige Parteipolitik ver­folgte, sondern sich über das Parteigezänk stellt«. So kam es auch, Laß Herr Dr. Jarres nichtin Urlaub ging", wenn ein Putsch ausbrach, son­dern ruhig auf seinem ihm anvertrauten Posten ausharrte und auch in Tagen und Wochen, in denen die Putschisten Herren der Lage waren, die Züge! nicht aus der Hand gab, sondern bei Knen Bürgern ausharrte und dann, selbst an r Spitze stürmend, den Terror über den Hau­fen warf. Wer weiß es wohl beute nach, daß man Herrn Dr. Jarres unter Todesdrohung ge­zwungen hatte, die rote Fahne durch Duisburgs Straßen zu tragen? Aber gerade dieses Tragen der roten Fahne entfesselte den Sturm, der dar Ende des Terrors bedeutete.

Dann kam die Zeit, die ihre Tage mit Blut und Tränen verzeichnete: Der Einmarsch der feindlichen Truppen ins Ruhrgebiet und der passive Widerstand. Und wieder war Herr Dr. Jarres das leuchtende Vorbild für alle. Wären damals alle andern und ganz besonders die Berufenen" feinem Beispiel gefolgt, so würde es das ist feste «Überzeugung Dieter heute in meinem Rheinlande etwas anders aussehen, Die, die Herren Dr. Jarres vor der Ruhrc besetzung nicht verstehen wolltendenn Män­ner, die unentwegt den. einmal für recht er* kannten Weg gehen, haben stets Widersacher- Haben damals frei und offen gestanden, daß M ein Mann existiert, dessen Tun und Lassen Ach­tung gebietet.

Wenn man heute an das alles zurückdentt, so wissen viels nicht mehr, was diese Taten da­mals bedeuteten! Ich möchte gerne die Männer gezählt wißen, die den Mut aufgebracht hätten, solches zu vollbringen, wie Herr Dr. Jarres er tat. Solches Tun zeigt, wie das Innere der Mannes aUssieht; solch ein Mann muß durch­drungen fein von der Liebe zu seinem Volke. Wir Rheinländer wissen, daß Herr Dr. Jarrer auch ber zweiten Ausweisung, -nach seiner Haft« entlaßung, nicht gefolgt wäre, wenn man ihr.

nicht nach Berlin gerufen hätte.

Ich denke, das genügt, um vernünftige Men­schen sich non den Hetzartikeln abwenden 3# lassen und zu gleicher Zeit sie davon zu üben zeugen, daß die sogenannte Bersackungspolitii doch wohl ganz etwas anderes, darstellte. Ei würde zu weit führen, darauf näher eiNM sei hier gesagt, daß Herr Dr ck verfolgte, die vaterlandslose,