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Sanauer «Anzeiger

*^ General-Anzeiger Zugleich amlliches Organ für den Landkreis Kana«.

General-Anzeiger

Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn- und Feiertage. * ^ernsprech-Anschlutz Nr. 1287 und 1238. ,

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ar. 64

Dienstag den 17. März

1925

WMlüins MUMmgen Mit MM.

Auch der tschechische Autzenminister in Paris.

«aris 16. März. Der britische Staatssekre- Chamberlain ist heute nachmittag um Z Mr im Ministerium für Auswärtige Ange- leaenheiten angekommen. Er ist sofort vom Ministerpräsidenten Herriot empfangen wor­den der sich mit ihm zwei Stundn unterhielt. Nach Beendigung der Beratung hat Cham- Lerlain Ministerpräsident Herriot erklärt, er­hoffe, daß die nächste Unterredung in London statlfinden werde. Herriot habe darauf geant­wortet, er sei damit einverstanden. Herriot Kitsbann zu den im Ministerium anwesen- anzösischen Journalisten, seine Eindrücke seien ausgezeichnet. Er könne sich nur zu seinen Beziehungen zu Chamberlain Glück wünschen, da er sich schon über gewisse wesentliche Fragen mit ihm verständigt habe. Kurz nachdem Chamberlain Herriot verlassen hatte, hatte der Ministerpräsident eine Unterredung mit Kam­merpräsident Painleve, nach deren Beendigung er gegen 6 Uhr den tschechoslowakischen Außen­minister Benesch empfing.

Das offizielle Kommunique.

Paris. 16. März. Ueber die heute nach- mittag stattgefundene zweistündige Unter­redung des französischen Ministerpräsidenten mit dem britischen Staatssekretär Chamberlain wird folgendes offizielles Kommunique ver­breitet:

A u ft e n C h a m b e r l a i n hat auf feiner Rückreise aus Genf heute nachmittag dem fran- Mchen Ministerpräsidenten Herriot einen Besuch abgestattet. Nach den getroffenen Ver­einbarungen haben die beiden Minister im r^f> ihrer längeren Unterredung den Mei Nlingsaus tausch fortgesetzt, den sie jüngst über die verschiedenen Probleme der auswärtigen Politik und besonders über das Problem der Sicherheit gehabt haben, mit der Absicht, in vollkommener Herzlichkeit für beide Länder annehmbare Lösungen zu suchen. Das Ergebnis dieser Verhandlungen ist, daß die wesentlich sten Punkte der Probleme präzisiert wurden. Sie Verhandlungen hierüber werden auf diplo­matischem Wege mit dem gleichen freundschaft- üchen Charakter und in Verbindung mit den linieren Alliierten fortgesetzt werden."

Staatssekretär Chamberlain tritt die Kückreise nach London morgen vor­mittag an. Er verbringt den Abend in der mglischen Botschaft. Bis jetzt ist noch nichts darüber bekannt geworden, daß er noch irgend­welche Besprechungen mit französischen oder »«deren diplomatischen Vertretern haben wird.

Erläuterung durch Havas.

, Paris. 16. März. Der diplomatische Redak­teur der Havasagentur verbreitet über die heute zwischen dem Ministerpräsidenten Herriot und dem Staatssekretär Chamberlain stattge- hubte Unterredung folgende Erläuterung:

9n französischen diplomatischen Kreisen er­klärt man sich besonders befriedigt» von der Unterredung, die heute zwischen Herriot und Chamberlain stattgefunden hat. Wie das offi- Me Kommunique besagt, bildete das Pro­blem der Sicherheit fast ausschließlich den Gegenstand der Verhandlungen. Die Frage der Methoden hatte erst die Aufmerksamkeit der beiden Staatsmänner wachgerufen. Man ist tatsächlich französischerseits der Ansicht, daß, bevor man sich endgültig über diese oder jene normel, die dazu geeignet sein solle, die Sicher­st zu gewährleisten, ausspreche, sei es, daß «tan vom Protokoll von Genf oder von einem beschränkten französisch-englischen Sicherheits­pakt oder von einem auf fünf oder sieben Na­tionen ausgedehnten Sicherheitspakt spricht 's unerläßlich sei, nachzuprüfen, welche Pro- vleme hierdurch gestellt werden und welche Losungen ins Auge gefaßt werden können. Man kann also jetzt noch nicht sagen, daß diese oder jene Formel, wie beispielsweise das Pro­tokoll von Genf, als erledigt betrachtet werden kann. Was im Gegenteil wesentlich ist, ist, daß ^°n jetzt bis zum Monat Dezember, zu wel­cher Zeit die Frage wieder auf der Hauptver- -mmlung des Völkerbundes steht, eine Aus- gleich- unb Verständigungsformel gefunden lu>rb. Nach dieser Richtung sind der englische und der französische Minister vollkommen tUlg, und sie haben in der gleichen Auffassung gewche Fragen besprochen, die sich direkt auf SA.Ticherheitsfrage beziehen, besonders aber

fünf Seemächte vertreten sind. Wir dürfen, so erklärt das Blatt, keine Besprechungen dieser Art annehmen. Setzen wir Präsident Coolidge auseinander, daß Frankreich und mehrere sei­ner Alliierten auf bestimmte Sicherheiten nicht verzichten können, ohne sich ihrem Ruin aus­zusetzen, der auf die Vereinigten Staaten und die amerikanischen Bürger zurückfallen würde. Die Bereinigten Staaten haben sich geweigert, dem Völkerbund beizutreten und den Frieden von Versailles zu ratifizieren. Sie erklären, daß sie keine Verpflichtung übernehmen wer­den, gegen einen eventuellen Angreifer zu in­tervenieren. Sie behalten sich ihre ganze Aktionsfreiheit vor. Mögen sie also uns Franzosenerlauben, unsdieMög- lichkeit vorzubehalten, unsere Verteidigung entsprechend de n Bedürfnissen unserer Sicherheit zu garantieren.

Auch derT e m p s " lehnt das Pro­jekt der Vereinigten Staaten a b und fragt, welche vorläufigen Garantien kann die Washingtoner Regierung bieten? Wenn Ame­rika und England nicht zu dem Gedanken eines i gegenseitigen Beistandspaktes zurückkehren, kann man keine entdecken.

Kulturkampf im Elsaß.

Paris, 16. März. Die Präfekten von Ober- und Unterelsaß haben durch Anschlag die Eltern von Schulkindern, die ihre schulpflich­tigen Kinder nicht zur Schule gehen lassen würden, darauf aufmerksam gemacht, daß sie sich damit in Widerspruch mit den gesetzlichen Vorschriften bezüglich des obligatorischen Schulbesuches setzen würden. Als Antwort wurde gestern früh in den Kirchen eine Pro­klamation verteilt, die die Gläubigen zum Schulstreik aufforderte. Ebenso hatte das Aktionskomitee zur Verteidigung der religi­ösen Freiheit Anschläge machen lassen in denen .die Mische Benachrichtigung als ein Fetzen Papier ohne Wert bezeichnet wird.

Der Lehrerverband für das Unter-Elsaß hat eine Entschließung gefaßt, nach der die Lehrer jedes Kind, das am Montag der Schule fernbleibt, unweigerlich den Behörden zur Kenntnis bringen sollen.

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Der Schulkonflikt ist auf die Genehmigung der französischen Regierung an verschiedene Gemeinderäte zurückzuführen, aus den im Elsaß bestehenden konfessionellen Volksschulen Simultanschulen zu machen. Die Klerikalen bestreiten die Gesetzmäßigkeit dieser Maß­nahme. Die Angelegenheit hat nicht nur in Elsaß-Lothringen, sondern auch bereits in Jnnerfrankreich zu einer scharfen Konflikts­stellung zwischen Klerikalen und Antiklerikalen geführt.

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Paris, 16. März. Wie aus Straßburg be­richtet wird, sind heute in neue, meistens im Mittelpunkt der Stadt gelegenen Schulen etwa 30 Prozent der Schüler dem Unterricht fern geblieben.

DemTemps" wird aus Kolmar berichtet, daß das Streikkomitee heute früh weiter zwei Aufrufe an die katholischen Eltern erlassen habe, die in diesen aufgefordert werden, den Streik durchzuführen und daß, falls sie mit Geldstrafen belegt werden, diese von ihnen nicht bezahlt zu werden brauchen. Ein weite­rer Aufruf ist an die elsässischen Bürgermeister gerichtet und fordert diese aus, den Anord­nungen der Unterpräfekten hinsichtlich der Streikbewegung nicht Folge zu leisten.

Zu dem Schulstreik in Elsaß wird weiter gemeldet, daß die Beteiligung am Streik am stärksten im Unterelsaß war, wo in Weißen­burg 90 Prozent» in Hagenau 75 Prozent der Schulkinder dem Unterricht fernblieben. Im Straßburger bischöfllchen Gymnasium streikt das gesamte Lehrerpersonal, sodaß die zum Unterricht erschienene Schüler nach Hause zurückkehren mußten. In Mülhausen, wo in einigen Schulen bis zu 50 Prozent der Schul­kinder streiken, hatten sich vor den Schulge­bäuden zahlreiche Mütter aufgestellt und be­drohten die Kinder, die die Schule besuchen wollten, sodaß diese wieder umkehren mußten.

Paris, 17. März. Wie die Morgenblätter melden, ist die Zahl der erschienenen Kinder größer, als man ursprünglich angenommen hatte. Das katholischen Kreisen nahestehende Echo de Paris" gibt die Zahl der nichter­schienenen Kinder auf 60 Prozent für die Stadt und 90100 Prozent für das Land an.

die Frage der Ostgrenzen von Mitteleuropa. Frankreich und England haben dadurch, daß sie den Friedensvertrag von Versailles unter­zeichnet haben, die Grenzen Polens garantiert. Frankreich hat niemals die Absicht gehabt, die befreundete Nation zu irgendwelchem Verzicht zu veranlassen. Von alliierter Seite vertritt man außerdem den Standpunkt, daß selbst, wenn die Frage einer Grenzberichtigung, so klein sie auch sein möge, aufgeworfen würde, Polen aufgefordert werden müsse, vor jeder Verhandlung seinen Standpunkt geltend zu machen, insbesondere, daß der § 19 des Völker- bundsstatuts, der eine Abänderung des Frie­densvertrages vorsieht, unwirksam wird, wenn nicht eine Einstimmigkeit über die betreffenden Beschlüsse erzielt wird. Uebrigens wird die Zulassung Deutschlands zum Völ­kerbund als wünschenswert be­zeichnet. Aber der französische Standpunkt hierüber hat sich nicht geändert. Der Eintritt des Reiches in das Konzert der Völker kann nur ermöglicht werden, wenn Deutschland s i ch verpflichtet» alle Verbindlichkei­tendes Völkerbundsstatuts und des Friedens­vertrages von Versailles zuerfüllen. Diese Zulassung hübet übrigens nach Ansicht der französischen wie auch nach Ansicht der briti­schen Regierung die Vorbedingung für den Abschluß eines Sicherheitspaktes, an dem Deutschland teilnehmen kann. Ein solcher Sicherheitspakt würde übrigens eine Zusatz­garantie darstellen, wie es das Statut des Völkerbundes vorsieht.

Was die Besetzung von Köln anbe- Igift und ihre Beziehungen zum Problem der Sicherheit und der Entwaffnwirg Deutschlands, so erklärt man in franzö­sischen Kreisen, daß die beiden Begriffe Sicherheit und Entwaffnung" nicht vonein­ander getrennt werden können, und daß die Verhandlungen, die jetzt zwischen den Regie­rungen fortgesetzt werden sollen, es im Augen­blick nicht gestatten, irgendwelche Aufklärungen zu geben. Herriot und Chamberlain haben übrigens sich über den Vorschlag Coolidges be­treffend die Einberufung einer Ent­waffnungskonferenz nicht ausspre­chen können. Der französische Ministerpräsident bleibe auf jeden Fall der These treu, die er in Genf im September des vorigen Jahres ver­treten habe: Der Verbindung der drei Begriffe: Schiedsgerichtsbarkeit, Sicherheit und Ab­rüstung". Frankreich wünsche ebenso und viel­leicht mehr als irgend eine andere Nation die Fortentwicklung des Schiedsverfahrens. Wer dieses Regime könne nur dort eingerichtet wer­den, wo die Sicherheit schon hergestellt sei. Auf diese Weise komme man immer wieder auf die Notwendigkeit zurück, zuerst die Sicherheit zu gewährleisten. Es seien alle Hoffnungen vor­handen, daß im Laufe der weiteren Verhand­lungen eine vernünftige Lösung gefunden werde, die geeignet sei, die einstimmige Zu­stimmung der Mitgliedsstaaten des Völkerbun­des nach sich zu ziehen.

Im Laufe der Unterredung, die Minister­präsident Herriot mit dem tschechoslowakischen Außenminister V e ne s ch hatte, seien die glei­chen Fragen behandelt worden, wie in der Unterredung zwischen Herriot und Chainber- lain. Zwischen dem französischen Ministerprä­sidenten und dem tschechoslowakischen Außen­minister sei leicht eine Verständigung erzielt worden. Außenminister Benesch werde noch zwei oder drei Tage in Paris bleiben. Es sei möglich, daß er vor seiner Abreise aus Paris eine weitere Besprechung mit dem französischen Ministerpräsidenten haben werde.

Frankreich undToolidges Abrüstungs- idee.

Ablehnung des Abrüsiungsprojekkes durch die Presse.

Paris, 16. März. Zu der Absicht des Präsi­denten Coolidge, eine Entwaffnungskonferenz einzuberufen, schreibt dasJournal des Debats": Wir zögern nicht, nach Washington zu antworten, daß die durch den Völkerbund vorgesehene Konferenz keineswegs begraben ist und daß Verhandlungen darüber im Gange sind, deren Abschluß man abwarten muß, be­vor man eine neue Konferenz einberuft. Jeden­falls kann man nicht über die Abrüstung zu Land auf einer Konferenz beraten, auf der nur

Jarres Der Kandidat des Rsichsblvcks.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren wählt am 29. März das deutsche Volk nicht irgend eine von Parteien ihm zurechtgemachte Liste von meist unbekannten Namen, sondern eine einzelne Persönlichkeit. Zum ersten Male seit der Reichstagswahl von 1912 sollen die Wähler nicht über tote Parteiprogramme, sondern über Menschen abstimmen, deren Persönlichkeit und politische Tätigkeit den breiten Massen seit langem bekannt sind. Der deutsche Wähler wird am 29. März zum ersten Mal im neuen Staat nicht parteipolitisch, sondern staats- politisch denken und handeln müssen, welche Persönlichkeit ihm des Vertrauens würdig zu fein scheint, das höchste Amt zu bekleiden, das das Deutsche Reich zu vergeben hat. Da es die­ses Mal also nicht Parteidogmen zu verfechten gibt, ist zu hoffen, daß sich bei dieser Wahl auch diejenigen beteiligen, die sich den bisherigen Parteiwahlen ferngehalten haben.

Der R e i ch s b l o ck , hinter dem dis ge­samte Rechte, die Wirtschaftspakten zahlreiche Verbände, Organisationen der Wirtschaft und des Handels stehen, hat den Duisburger Ober­bürgermeister Dr. I a r r e s als Kandidat auf­gestellt.

Dr. Jarres entstammt einer allen Rem­scheider Kaufmannsfamilie. Am 21. Septem­ber 1874 in Remscheid geboren, besuchte er dort die Realschule bis zum Jahre 1886, dann das Gymnasium in Elberfeld, wo er 1893 die Reifeprüfung bestand. In Vonn und Berlin, in London und Paris studierte er Rechts­wissenschaft und machte 1897 die erste juri­stische Prüfung. So hat er sich bereits draußen in der Welt umgesehen, ehe er seine Arbeits­kraft der rheinischen Heimat widmete. Ihn, den vielseitig Begabten, der sich lebhaft von den Aufgaben des praktischen Lebens ange- joaen fühlte, reizte die Vielselligkeit der kom­munalpolitischen Tätigkeit, die ihm die beste Möglichkeit zu bieten schien, die eigene Viel­seitigkeit zur Geltung kommen zu lassen. Zu­nächst trat er in den kommunalpolitischen Dienst der Stadt Düren, wo er ungefähr sechs Jahre als Stadtassessor tätig war und im regen Verkehr mit allen Kreisen der Stadt auch seine Frau kennen lernte. 1907 wurde Dr. Jarres Beigeordneter in Köln, der rhei­nischen Metropole, 1910 rief ihn seine Vater­stadt Remscheid an die Spitze der kommu­nalen Verwaltungen, von der er 1914 nur ungern schied, als ihn die Duisburger Stadt­verordneten fast einstimmig zu ihrem Ober' bürgermeister wählten.

In Duisburg fand er den lang gesuchten großen Wirkungskreis. Denn die Aufgaben, die Duisburg seinem Oberbürgermeister stellt, sind große, ja gewaltige. Duisburg ist das wirtschaftliche Ausfalltor nach dem Westen; eine Großstadt, deren Flächenraum heute die Grund­fläche Berlins an Ausdehnung übertrifft, eiF wirtschaftliches Zentrum mit einer gewaltiger Industrie und dem größten Binnenhafen Euro­pas. Der Güterumschlag der Häfen von Duis- burg und Ruhrort übertrifft den Umsatz jedes anderen europäischen Binnenhafens und selbst den Güterverkehr des Westhafens Hamburg Diesem großen Gemeinwesen stellten Krieg. Re­volution und Besatzung dann noch Aufgabe« besonderer Art, von der sich der Fernstehende kaum eine Vorstellung machen kann.

Es galt, vorausschauend Industrie- und Siedlungsland zu gewinnen. Verkehrsprobleme schwierigster Art mußten gelöst werden. Die Versorgung ber Stadt mit Lebens- und Nah­rungsmitteln während des Krieges und der In­flation war eine kaum zu lösende Aufgabe. Jr den unruhigen Jahren der Revolution und bei separatistischen Bewegung kam es zu schwerer spartakistischen und separatistischen Unruhen, die an die Umsicht, die Entschlossenheit und der persönlichen Mut des Oberbürgermeisters di« größten Anforderungen stellten. Jarres mal indes allen Forderungen, soweit sie überhaupt zu erfüllen waren, gewachsen!

Daß der Stadt in diesen kritischen Zeiten vor vernichtenden Katastrophen verschont blieb, ver­dankt sie in erster Linie Dr. Jarres. Auf diese Erkenntnis ist auch beispiellose Anhänglichkeit zurückzuführen, welche die Duisburger Bevölke­rung ihrem Oberbürgermeister bis heute be­wahrt hat und die wiederholt in den ehren­vollsten Anerkennungen und Kundgebungen der Stadt für Jarres zum Ausdruck gekommen ist.

Vom ersten Tage seiner Tätigkeit in Duis­burg an war sein Streben darauf gerichtet, echten Gemeinsinn zu pflegen und alle Kreise des Bürgertums zu positiver Mitarbeit am