200. I aHle st sN F.
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Nr. 62
Samslag den 14. März
1925
Das Neueste.
—'In Halle kam es gestern abend gelegentlich einer kommunistischen Versammlung zur Reichspräsidentenwahl zu einem blutigen Zu- ftmmenstoß zwischen der Polini und Kommunisten.
— Im Eisenbahnerkonflikt wurde gegen die Stimmen der Arbeitnehjmerbeisitzer ein Schiedsspruch gefällt.
— Der Völkerbundsrat hat den Saarpcä- sidenten, den Franzosen Raoult, für ein weiteres Jahr bestätigt.
— Chamberlain wird am Montag eine neue Zusammenkunft mit Herriot in Paris haben.
— Nach den in Paris eingetroffenen Nachrichten sollen drei türkische Armeekorps mit 60000 Mann abgegangen sein, um den Kur- denaufftand niederzuschlagen.
AutzenpoMische Umschau.
Sicherheitsfrage und Völkerbund, dämm
( drehen sich jetzt alle Erörterungen in der großen Politik. Dahinter tritt leider die , andere große Frage, nämlich die Neugeital- tung unserer Handelsbeziehungen durch Ver- träge sehr zurück. Die Verhandlungen mit Frankreich kommen zwar nicht recht voran. Aber in dem Provisorischen, das die Abschlüsse immer an sich tragen, liegt doch eine Gefahr. ’ Kèwiß ist nicht absolut bindend, was jetzt in Paris festgelegt worden ist, aber es legt die Verhandlungen doch weiterhin fest Und ohne auf die Einzelheiten einzugehen, muß eben immer wieder betont werden, daß diese Verhandlungen ohne Grundlage und ohn« .Prinzip geführt werden. Es hat keinen rechten Sinn, diese Einzelbesprechungen zu pflegen, da die ' ljandelspolitische Rüstung noch nicht fertig und & ist Daran muß mit aller Kraft gearbeitet KtOen. Der Kampf um die grundsätzlichen Fragen auf biefem Gebiet muß durchgefochten werden, und für die Wirtschaft ist es natürlich umso wertvoller, je früher die Entscheidungen fallen und je eher sie sich auf die neuen Ver- hältmsse einstellen'kann.
Aber im Augenblick hat sich alles mit der Sicherheitsfrage zu beschäftigen. Die wenig übersichtlichen und verworrenen Verhandlun- gen und Erörterungen über dieses Thema wecken jetzt etwas klarer. Die großen Linien heben sich ab, in denen auf der anderen Seite eine Einigung wenigstens gesucht wird. Das kommt daher, daß die englische Politik nun allmählich größere Klarheit gewonnen hat. Sie hatte längst erkannt, gibt aber jetzt vor der Oeffentlichkeit, in den Ministerreden und in den Zeitungen zu, daß die Sicherheitsfrage nicht nur die französische Sorge vor angeblicher deutscher Gefahr ist, wobei Frankreich eben Englands Beistand haben müsse, sondern daß die Sicherheitsfrage zugleich und vielmehr ist eine Frage der Sicherheit für — England. Endlich zieht man in der englischen Oeffentlich- keit die Schlußfolgerungen aus dem Kriege und seinen Rüstungen und Mitteln, daß England den Charakter als Insel verloren hat. Mit aller Offenheit hat sich Chamberlain in seiner Rede vom 6. März dahin ausgesprochen, und wenn England für sich Sicherheit sucht oder lockert, von wem kann die Bedrohung.unter den heutigen Verhältnissen denn ausgehen? Doch nur von Frankreich!
Ein Bündnis mit Frankreich und eins -Nilitärkonvention lehnt die englische Politik und Oeffentlichkeit ab. Vor allem die großen Kolonien wollen das in keiner Weise. Will man die Sicherheit in dein bezeichneten meite« Sinne, so bleibt nichts anderes übrig, als den Weg zu gehen, den Chamberlain eben beschreitet, nämlich den Versuch eines Garantie- paktes zwischen Frankreich und England zu machen, dem Deutschland beitritt und dem sich Italien und Belgien anschließen können.
Lord Grey hatte das Verdienst, in seiner Rede hervorzuheben, daß dafür absolut eut- chmdend sei, Deutschland auf einem Fuße als gleichberechtigte Macht zu behandeln und so me Sicherheit Frankreichs vor Deutschland, und Deutschlands vor Frankreich gleichmäßig lu gewährleisten. Wenn überhaupt aus diese Erörterung etwas herauskommen kann, so i unzweifelhaft das der Ausgangspunkt. Au dem Worte Gleichberechtigung ergeben sich auch die Schlußfolgerungen für die deutsche Colitis ganz von selbst.
Fest steht, daß diese englischen Erwägun- ausschließlich den Westen betreffen. Eine Garantie der beutfdjen Ostgrenze in einem Elchen Pakt lehnt England durchaus und un= erschütterlich ab. Das ist nun her springende
-me
Zunkt in den Verhandlungen zwischen Herriot nd Chamberlain. Das ist der Hintergrund der Besprechungen in Genf. Will und kann Frankreich ein positives Angebot Englands, wie es etzt doch sehr ernst vârliegt, ablehnen? Das t die Zwangslage Herriots, wir werden ehen, auf welchem Wege er sich herauswindet.
In diesen ganzen Verhandlungen hat >eutschland mit eigener Initiative eingegriffen. Die Aktion hat sich sehr im geheimen vollzogen, und begreiflich genug ist die Beunruhigung, die weichin in den nationalen Kreisen darüber entstanden ist. Hier steht sehr vieles auf dem Spiel. Hier kann unendlich viel verdorben werden und mit deutschen Angeboten haben wir oft genug sehr schlechte Erfahrungen gemacht.
Richtig ist, wenn Deutschland sich in diese Sicherheitsdiskussion einschaltet. Es kann nicht daneben stehen. Es kann noch weniger daneben stehen, wenn, wie es den Anschein hat, alles auf eine große internationale Konferenz wieder hindrängt, in der über diese Dinge ent« chieden wird und die dann bie Bedeutung einer neuen Londoner Konferenz erhalten könnte. Insoweit ist es richtig, wenn die deutsche Politik aktiv vorgeht. Falsch wäre es aber und sehr gefährlich, wenn damit bereits be- timmte Angebote, formulierte Vorschläge ver- mnden würden. Etwa in dem Sinne, daß Deutschland einen Westgarantiepakt mitmachen und im Osten den Ausweg in einem Schied- zerichtsvertrage suchen wolle. Falsch und ge= ährlich wäre ein solcher Weg! In der An- egung der deutschen Regierung, die Chamber- ain und auch die französische Presse als „Vor- chläge" oder „Angebote" bezeichnet haben, ind positive und konkrete Vorschläge nicht ent-
falten, sondern nur der Standpunkt Deutschlands grundsätzlich bezeichnet.
Eine sehr große und sehr verwickelte Auf- gabK ist Hamit Heraufgezogen. Sie erfordert ganz kühle Erwägung und eine Uebersicht über die große Weltpolitik, wie kaum je zuvor. Denn
elbstverständlich kann Deutschland seine Ent- chließungen ohne den Blick auf Rußland und Amerika nicht fassen. Und das A und O der ganzen Sache ist, wenn überhaupt etwas Her- auskommen soll, muß die andere Seite Deutsch- land als gleichberechtigte Macht, als nutbë- timmenden Faktor behandeln. Zugeständnisse, Jie gefordert werden, müssen freiwillig und auf beiden, auf allen Seiten gleichwertig gemacht werden. Will man Deutschland an diesen Fragen beteiligen (und wenn im englischen Sinne etwas herauskommen soll, ist das ohne Deutschland nicht denkbar), so muß man den deutschen Lebensnotwendigkeiten und Lebens- intereffen Rechnung tragen. Will man Deutschland nicht als gleichberechtigte Macht behandeln, so schließe man gleich von vornherein die Akten.
Mit Skepsis und mit Zurückhaltung, aber mit wachsamen Augen und klar über das, was niemals zugestanden werden kann, hat die deutsche Politik ihren schwierigen Weg zu gehen. Es liegt auf der Hand, daß auch deshalb dringend notwendig ist die Rückkehr zur fachlichen Arbeit, daß möglichst bald die durch den Tod des Reichspräsidenten entstandene Lücke wieder ausgefüllt wird. Die nächsten Wochen fordern in der Außenpolitik Konzentration, Sammlung, Entschlußkraft, und sie fordern deshalb, daß Regierung und Parteien sich eindringlicher und starker mit diesen gewalti-
gen außenpolitischen Fragen, die in der For derung der Sicherheit beschlossen sind, und Entscheidung drängen, beschäftigen und
schäftigen können als bisher.
Die Kandidatur Jarres.
Dem „Berliner Lokalanz." zufolge hat
Jarres die Kandidatur zur Reichspräsidentschaft nicht nur für den ersten, sondern auch für den zweiten Wahlgang angenommen, falls eine solche notwendig sein sollte.
Die hinter der Kandidatur Jarres stehenden Parteien und Verbände haben sich, wie mehrere Blätter melden, zu einem Reichsblock zusammengeschlossen, der die Leitung der Wahlbewegung in die Hand nehmen soll. In Berlin hat sich zur gemeinsamen Leitung der Wahlarbeiten für die Kandidatur Jarres ein überparteilicher Ausschuß gebildet, dem außer den rechtsstehenden Parteien die vaterländischen Spitzenverbände angehören. Für Sonntag, 22. März, ist von dem Ausschuß eine Massenkundgebung in Aussicht genommen.
Berlin, 13. März. Dem „Lokalanzeiger" zufolge ist Dr. Jarres heute vormittag aus Duisburg in Berlin eingetroffen und hat in den Vormittagsstunden an den Beratungen des
Loebell-Ausschusses teilgenommen. Der Aus- chuß hat seine Arbeiten zur Vorbereitung des Wahlkampfes ausgenommen und wird vorausichtlich im Laufe des heutigen Tages einen Muf ruf für die Kandidatur Jarres veröffentlichen. — In der Vertreterversammlung des Reichslandbundes wurde einstimmig eine Ent- chließung gefaßt, in der den Mitgliedern des Bundes vorgeschlagen wird, für die nationale Sammelkandidatur Dr. Jarres einzutreten.
Blutiger Zusammenstoß zwischen Polizei und Kommunisten.
Halle (Saale), 14. März. Gestern abend gegen 10 Uhr kam es in einer der bei den gelegentlich eines internationalen Meetings der kommunistischen Partei zur Stellungnahme zur Reichspräsidentenwahl im „Volkspark" abgehaltenen Versammlungen zu einem schweren Zusammenstoß zwischen Polizei und Komm», nisten. Nachdem die kommunistische Landtags- abgeordneke Frau Hedwig Krüger gesprochen hatte, nahmen ein englischer und ein französi- scher Kommunist das Wort. Als ein deutscher Kommunist mit dem Rebersehen der beiden Reden begann; protestierte ein anwesender Polizeioffizier dagegen. Als die Versammlung hierauf eine drohende Haltung annahm, forderte die Polizei die Versammelten zur soforti- gen Räumung des Saales aus. Aus dem Saale fielen hierauf Schüsse, worauf die Polizei das Feuer erwiderte. Bisher wurden 6 Tote, 25 Schwer- und 15 Leichtverletzte gezählt. Nach Angaben der Polizei sind aus der Versammlung heraus die ersten Schüsse gefallen, was auch aus den Einschüssen in der Wand hinter den Polizeibeamten hervorgeht.
Zu gleicher Zeit sprach in einem anderen Raume des Gebäudes der kommunistische Prä- sidenkschaskskandidat Thälmann. Auch diese
äe erfordert Versammlung mußte geräumt werden.
Halle (Saale), 14. März. Zu der Schießerei im „Volkspark" ist noch nachzukragen: Entgegen Behauptungen von kommunistischer Seite, die Polizei habe ohne Provokation ge- schossen, ist festzustellen, daß die Polizei zuerst versuchte, den Saal mit Gummiknüppeln zu räumen. Sie wurde jedoch von den Versammelten mit Bierseideln, Tischen und Stühlen beworfen. Plötzlich fielen von der Tribüne einige Schüsse gegen die Polizeibeamten, worauf sich diese genötigt sahen, gleichfalls von der Schußwaffe Gebrauch zu machen.
zur be-
Dr.
Halle a. d. S., 14. März. Bisher wurden als Opfer der gestrigen Schießerei im Volkspark 7 T o t e festgestellt. Unter den Toten befanden sich zwei Frauen.
kralle a. $., 14. März. Die Polizei meldet als getötet im Volkspark nur fünf Personen. Unter den Getöteten befindet sich eine Frau. Auf Seiten der Polizei wurden vier Beamte leicht verletzt. Die Mehrzahl der Verletzungen ist auf den Absturz infolge Abreißens des Treppengeländers zürückzuführen. Die Polizei hatte das Auftreten der ausländischen Kommunisten ausdrücklich verboten.
Ausdehnung des Eisenbahnerstreiks.
Berlin, 13. März. Die Reichsbahndirektion Berlin teilt mit: Dadurch, daß am Morgen des 13. März durch Aufruf der Gewerkschaften entgegen den Zusicherungen im Direktionsbezirk Berlin zur Stillegung aller Eisenbahnbetriebe aufgefordert wurde, dehnte sich der Streik auf wichtige Eisenbahnbetriebe Berlins aus. Es wurde eine große Anzahl Eisenbahnarbeiter weiter in den Streik hineingezogen, sodaß eine starke Gefährdung des Fernzugsverkehrs eingetreten ist. Die Reichsbahndirektion Berlin mußte dieser drohenden Gefährdung des Eisenbahnbetriebes im Interesse der Allgemeinheit entgegenwirken. Sie hat sich daher veranlaßt gesehen, alsbald zur Meldung neuer geeigneter Arbeitskräfte aufzufordern, die erfahrungsgemäß nur bei Inaussichtstellung einer dauernden Uebernahme zu gewinnen sind.
Berlin, 13. März. Ueber die Streiklage bei der Reichsbahn wird von unterrichteter Seite mitgeteilt: Insgesamt streiken am 13. März 10 709 Arbeiter von der gesamten Arbeiterschaft bei der deutschen Reichsbahngesellschaft, das sind insgesamt etwa 2% Prozent. In Berlin hat sich die Streikbewegung insofern stärker ausgedehnt, als trotz der Vereinbarungen der Vertragsparteien die Streikbasis erweitert worden ist. Die Betriebswerke in Rummelsburg und am Potsdamer Bahnhof sind in den Streik mit einbegriffen worden. Dadurch war die deutsche Reichsbahngesellschaft gezwungen, 50 Mann der Technischen Nothilfe auf dem Bahnhof Rummelsburg einzusetzen,
Entgegen anderen Meldungen ist der Bahnhof Wustermarck in vollem Betrieb. Es ist nur eine geringe Zahl von Arbeitern in den Streik getreten. Der Verkehr und die Güterversorgung wird überall im Gebiete der Deutschen Reichsbahngesellschaft aufrechterhalten.
Der Schiedsspruch im Eisenbahner^ Konflikt.
Berlin, 13. März. In den Streitigkeiten bei der Reichsbahn fällte die Schlichtungskammer, die aufgrund des Art. 1 § 2 Abs. 1 der Schlich-! tungsverordnung vom 30. 10. 1923 durch vom Reichsarbeitsminister bestellte Schlichter gebib det wird, in ihrer Sitzung vom 13. März ich Reichsarbeitministerium folgenden Schiedsspruch:
I. 1. Die Arbeit wird überall möglichst sofort wieder ausgenommen.
2. Maßregelungen anläßlich des Streiks finden nicht statt.
3. " Infolge des Streiks ausgeschiedene Arbeiter sind möglichst sofort, spätestens aber bis zum 31. März in ihr altes Dienstverhältnis wieder einzusetzen.
II. 1. Die gekündigten, auf die Arbeitszeit bezüglichen Paragraphen des Lohntarifvertrages vom 11. 7. 1924 werden mit Wirkung ab 1. 3. 1925 wieder in Kraft gesetzt; desgleichen auch die bisherige Vereinbarung zu 8 3 des Lohntarifvertrages. Diese Arbeitszeitoege, lung ist bis zum 31. 10. 1925 unkündbar; sodann kann sie von jeder der beiden Vertragsparteien mit einer Frist von einem Monat auf Schluß des Kalendermonats schriftlich gekündigt werden. Bezüglich der Dienstdaueroocschrift bewendet es sich bei den gesetzlichen Bestimmun, gen.
2. Durch einen Ausschuß, der spätestens in der zweiten Hälfte des April zusammentritt und an dem die Tarisparteien beteiligt sind, soll geprüft werden, welche Aenderungen, ^2. H., welche allgemeinen Milderungen oder Verkürzungen für gewisse Gruppen des Personals hinsichtlich der gesamten Dienstdauer ohne Ver- ringerung der Rentabilität der Reichsbahn möglich sind.
3. Falls während der Geltung des Abkommens eine grundlegende Aenderung der jetzigen Arbeitszeitgesetzgebung eintritt, soll min- : bestens ein Monat vor. Inkrafttreten der Aen- ■ derung über ihre Auswirkung auf dieses Ab- ’ kommen zwischen den Parteien verhandelt
werden.
III. 1. Die gekündigten auf den Lohn bezüglichen Paragraphen des Lohntarifvertrages werden mit Wirkung ab 1. 3. 1925 wieder in
Kra
die Zeit vom 1. bis 14. März 1925 bleiben" die am 28. 2. 1925 in Geltung gerne»
jenen Löhne bestehen.
3. Mit Wirkung vom 15. 3. werden die Erundlöhne der Höchstaltersstufe um 3 Pfg erhält. Die Grundlöhne der übrigen Alters, klassen erhöhen sich entsprechend.
4. Die Lohnregelung kann erstmalig zum 30. 6. d. Js-, sodann auf Schluß eines jeden folgenden Kalendermonats mit Frist von einem Monat von jeder der beiden vertragsschließend den Parteien schriftlich gekündigt werden.
Erklärungsfrist ist bis zum Dienstag den 17. März einschließlich^
Der Schiedsspruch im Lohn- und Arbeitszeitkonflikt bei der Reichsbahn ist, wie der „Vorwärts" berichtet, mit der Stimme der Vorsitzenden gegen die Stimmen der Arbeit- nehmerbeisitzsr gefällt worden. Die Gewerk- schäften werden bereits heute zu dem Schieds- spruch Stellung nehmen.
Polnische Truppenkonzenlralion im Kori-or?
Paris, 14. März. Nach einer Meldung der „Chicago Tribune", für die dem Blakte die Verantwortung überlassen werden muß, haben die Polen im polnischen Korridor Truppenkon- zenlrationen vorgenommen, um gegenüber je- der Entwicklung der Dinge gerüstet zu sein. Unter der Bevölkerung Danzigs herrscht groß, Erregung seit des von polnischer Seite durchge führten Boykotts des Danziger Hafens.
Coolidge für eine neue Abrüslungs« Konferenz.
Washington, 14. März. Präsident Coolidge soll der Ansicht sein, daß die Lage es gestattet, die Einberufung einer neuen Konferenz zur Beschränkung der Rüstungen vorzunehmen. Sollten die in Frage kommenden Staaten nicht.