200. Iahrqang.
General-Anzeiger / Zugleich amtliches Organ für den Landkreis Kanan
Erschein« «äglich mit Ausnahme der Sonn. und Feiertage. / Fernfprech-Anfchluß Nr. 1237 und 1238.
ffieixg«Pteis: Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne Trâgeriohn. Einzelnummer 10. Freitag und Samstag 12Reichspfennig. — Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenieil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im Reklametetl von 68 mm Brette 28 Retchspfennts. — Offertengebühr: 30 Reichspfennig. — Geschäftsstelle: Hammerstrabe 9.
.................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................. .
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beid e T ei le ist Hanau. — Bei unoerschuldete« Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung de» Bezugspreise». — Für Platzvorschrift und Erscheinungetage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.
Str. 61
Freitag den 13. März
1925
Mmm über Dos
Wol
Berlin, 12. März. Ueber die d e u t s ch e n Anregungen in der Sicherheitsfrage stellte Reichsaußenminister Stresemann der Kölnischen Ztg." Ausführungen zur Verfügung, worin zunächst die Tatsache, daß die deutsche Oeffentlichkeit er st sehr spät mst den deutschen Absichten vertraut gemacht wurde, damit begründet wird, daß derjenigen ausländischen Presse, mit deren Opposition wir rechnen mußten, die Möglichkeit ge= nommen werden mußte diese Aktien von vornherein zu diskretitieren. Auch Herriot und Chamberlain hätten der vertraulichen Behandlung zugestimmt.
Nachdem ich, so fährt der Minister fort, gor dem Außenausschuß des Reichsrats und des Reichstages gesprochen habe, halte ich es für wünschenswert, die deutschen Absichten auch der Oeffentlichkeit gegenüber zu vertreten. Schon Ende Dezember und Anfang Januar habe ich über die Sicherheitsfrage wiederholt mit hiesigen Diplomaten gesprochen. Die politische Gesamtsituation zeigte,
daß die Frage der Sicherheit mindestens für Frankreich der Mittelpunkt aller Erörterungen bitbete.
Wir standen vor der Nichträumung der lördlichen Rheinlandzone. Trotz aller unserer ringenden Ersuchen sind uns die Gründe ür diese Nichträumung bis heute nicht i u b ft a n t i e r i mitgeteilt worden. Das Jn- sestigationsprotokoll des Völkerbundes über die Durchführung der Militärkontrolle und die sich daran knüpfenden Aeußerungen namhafter französischer Politiker ließen das Bestreben erkennen, die Frage der französischen Sicherheit durch Sonderbelastungen des Rheinlandes zu lösen, dis nach unserer Ansicht gegen den Versailler Vertrag verstoßen und nur aus der krankhaften Einbildung Frankreichs zu verstehen sind, daß Frankreich durch uns bedroht sei.
Gleichzeitig mußten wir mit der Möglichkeit rechnen, daß ein Dreimächtepakt zustandekäme, der seine Spitze gegen Deutschland gekehrt und das Mißtrauen verewigt hätte, das gegen Deutschland, völlig unberechtigt, heute noch besteht. Da hielten wir es für richtig, unsere eigene Stellung gegenüber dem Sicherheitsbegehren Frankreichs zum Ausdruck zu bringen. Wir knüpften dabei an frühere Bestrebungen anderer deutscher Regierungen an.
Der Minister erinnerte sodann an die von -'er Regierung Cuno im Dezember vorge- chlagenen Cuno-Pakt und an seine Stuttgarter Ausführungen vom 2. Dezember 1923 als Reichskanzler und wies daraufhin, daß Poincare auf diese Stuttgarter Anregung erwiderte, daß für Frankreich die Frage der Lösung der Reparationen die primäre Frage, gse Frage der Sicherheit die sekunoare Frage wäre.
, Der Minister fuhr dann fort: Die Repara- äonsfragen sind durch das Dawesgutachten gelöst. Die Einstellug der Reichsregierung ist die, wie diejenige der Kabinette Cuno und Stresemann. Da der Alpdruck Frankreichs vor einem etwaigen deutschen Angriffe, so völlig ^richt er uns erscheinen mag, noch heute weite Kreise der französischen öffentlichen Meinung beherrscht, haben unsere Botschafter und Gesandten in Paris, London, Rom und L r ü s s e l mitgeteilt, daß Deutschland bereit sei, dem S i ch e r h e i t s p a k t der am Rhein interessierten Mächte beizutreten, sei es, daß er sich auf Abmachungen über die Vermeidung eines Krieges bezöge, sei es, daß er die Garantierung des gegenwärtigen Besitzstandes am Rhein zum Gegenstand hätte.
.. Außerdem fei Deutschland zur Bekundung eines Friedenswillens bereit, mit allen Staa- 'en Schiedsgeri^.sverträge zu schließen, wie wir dies mit der Schweiz und Schweden te- teds getan haben.
Man hat mit Bezug darauf von deutschen Vorschlägen in derSicherheitsfrage gesprochen. Soweit darin zum Ausdruck kommen sollte, daß wir endgültig formulierte Vorschläge gemacht hätten, ist dieses Wort u n z u t r e f f - send. Wohl aber haben wir die Grundgedanken unserer Anregungen in einem kurzen, w den alliierten Hauptstädten übergebenen Memorandum niedergelegt. Mit diesen deutschen Anregungen sind mir für das deutsche Gefühl bis an die Grenze des Möglichen
gegangen. Die Garantierung der Sicherheit der deutschen Westgrenze bedeutet einen schmerzlichen Verzicht im Hinblick auf die Entwicklung der deutschen Geschichte und auf die Erinnerungen, die uns ewig teuer sein werden. Aber es bedeutet auch einen Verzicht derjenigen französischen Politiker und Militärs, die es nicht verschmerzen können, daß der Vertrag von Versailles die Rheinlands bei Deutschland gelassen hat. Wir wissen, daß die offizielle französische Politik diesen Männern fernsteht; aber wir wissen, welche nicht aus« mbentenben Folgen es für den europäischen Frieden und vielleicht für die ganze Kultur dieses Jahrhunderts haben würde, wenn eine frevelnde Hand es versuchte, das deutsche Rheingebiet Frankreich einzuverleiben, oder in anderer Form von Deutschland zu trennen.
Erst wenn feststeht, daß die heutigen Grenzen am Rhein unter dem Schuhe der Waffen aller interessierten Mächte gegenüber dem Friedensbrecher stehn, wird man von einem wirklichen Frieden sprechen können. Das deutsche Volk und die deutsche Wirtschaft haben nur den einen Wunsch, endlich einmal für absehbare Zeit in Frieden, in Ordnung, in Freiheit und, so Gott will, in der daraus hervorsprießenden Wohlfahrt, zu leben, sich zu entwickeln und unter Innehaltung gegebener Verpflichtungen wieder aufbauen zu sönnen.
In diesem Wunsch wissen wir uns einig mit allen Parteien und allen produktiven Kräften unseres Reiches. Es zum Ausdruck zu bringen und es durch eine internationale Vereinbarung zu verbriefen. war unsere Absicht und ist unser ehrlicher Wille. Wir konstatieren mit Genugtuung, daß der deutsche Schritt eine verständnisvolle Aufnahme gefunden hat und daß Herriot gegenüber der aufgeregten Presse auch in seinem eigenen Lande zum Ausdruck gebracht hat, daß an Deutschlands gutem Willen nicht zu zweifeln sei. Wir stellen weiter mit Genugtuung fest, daß der englische Außenminister betonte, daß die englische Regierung den deutschen Anregungen die größte Bedeutung beimesse und sie mit größtem Ernst zu prüfen gedenke. Wir begrüßen insbesondere, daß er Englands Hilfe bei dieser Gelegenheit in Aussicht stellte. Wir glauben erwarten zu dürfen, daß die italienische und belgische Regierung zur Unterstübung gleichfalls bereit sein würden. Umso seltsamer sind die maßlosenProteste der Presse anderer Länder gegen den deutsch e n S ch r i t t. In den Verhandlungen des Völkerbunds und in den Erörterungen über die Räumung der nördlichen Rheinlandzone war immer nur von der angeblich bedrohten Sicherheit Frankreichs die Rede. Wie wenig Deutschland auch auf anderen Gebieten beabsichtigt, eine aggressive Politik zu betreiben, acht aus seiner Bereitschaft zu weitgehenden Schiebsge« richtsverträaen mit allen anderen Ländern hervor. Die Schiedsgerichtsverträoe sind ein hervorragendes Mittel für die wirksame Sicherung des Friedens. Wie kommt die volnllche Presse dazu, es als das Ziel der beutf^-m Politik hinzustellen, seine Nachbarn im Ollen zu überfallen, weil Deutschland die östliche Grenze nicht in seinen Garantienakt mit einbezoaen hat? Ein Blick in die englische Pruste und in die Presse anderer Länder zeigt, daß selbst diese Länder nicht geneigt sind, eine feierliche Verbindlichkeit ihrer Regierungen wegen der Garantierung der im Versailler Vertrage geschaffenen deutschen Dftpronae berbeimrühren. Kein Gedanke hat im Weltkrieg auf Seiten der Alliierten eine größere Rolle gespielt, als der Gedanke d»s S el b st b e st i m m u n g s r e ch- t e s der Völker. Es gibt keine Parteien in Deutschland von den Deutschvölkischen bis zu den Kommunisten, die vor ihrem Gewissen anerkennen könnten, daß die Ziehung der deutschen Grenze im Osten dem Gedanken des Selbstbestimmungs- rechtes der Völker entspräche. Deutschland hat nicht die Gewalt, eine Aenderung seiner Grenzen zu ertrotzen und nicht den Willen, es zu tun.' Wenn aber Art. 19 des Völkerbundsstatuts ausdrücklich davon spricht, daß unanwendbar gewordene Verträge geändert werden können, so kann niemand von Deutschland erwarten, daß es endgültig darauf verzichtet, dieses Refugium einer Entwickelung in Zukunft in friedlichem Sinne auch seinerseits für sich in Anspruch zu nehmen und bestrebt ist. mit allen
Nachbarn in Frieden und Freundschaft zu leben. Deutschland kann nur wünschen, daß die Entwickelung der Dinge dazu führe, die hier bestehenden Differenzen auf friedlichem Wegezulösen.
Die Behauptung von einer intransigenten Haltung Deutschlands gegenüber dem Völkerbund ist vollkommen unrichtig.
Als der Versailler Frieden geschlossen wurde, beantragte Deutschland seine Aufnahme in den Völkerbund. Die Alliierten lehnten es aber ab. Daß Deutschland sich danach nicht einer neuen Ablehnung aussetzen wollte, ist selbstverständlich. Die Volkerbündsfrage wurde für uns erst akut, als wir ernstlich zum Beitritt aufgefordert wurden. Das ist geschehen durch die übrigens ohne Ankündigung an Deutschland zu seiner Ueberraschung und Genugtuung erfolgte Aufforderung in der Genfer Rede des damaligen englischen Premierministers Macdonald. Die deutsche Regierung mußte sich nun vergewissern, ob der Eintritt erfolgen könnte auf der Grundlage der Geichberechtigung als Großmacht, die Deutschland aufgrund seiner Volkszahl und feiner wirtschaftlichen Bedeutung auch nach dem Verlust seiner Militärmacht und großer Teile seiner Souveränität geblieben ist
In dem Memorandum vom September 1924 erklärt sich die deutsche Regierung gegenüber den im Völkerbundsrat vertretenen Mächten prinzipiell bereit, dem Völkerbund beizutreten. Daß dabei erklärt wurde, daß Deutlck'land bei seinen beim Abschluß internationaler Verträge abgegebenen Erklärungen gegen seine wiederholte Vergewaltigung verbliebe, daß es seinen Anspruch auf koloniale Betätigung erneut betonte, und einen permanenten Völkerbundsratssitz forderte, war selbllverständlich.
Trotz großer Widerstände der deutschen öffentlichen Meinung ist auch die heutige Reichsregierung der Auffassung, daß die Wahrung der Rechte der deutschen Minoritäten in fremden Ländern, namentlich die Frage- des Saargebiets, Interessen Deutschlands in sich schließen, die es innerhalb des Völkerbundes besser vertreten kann als dies heute möglich ist.
Nur hak Deutschland die natürlichen Konfe- guenren aus feiner heutigen Lage gezogen, als es sich dagegen wehrte. daß auch die Bestimmungen des Art. 16 des Völkerbundsstakuks auf Deutschland uneingeschränkte Anwendung fanden, wonach hie Välkerbundsmächke ver- «flichkek find, im Falle einer Dundesexekukion militärischen Beistand zu leisten, den Durch- marsch krewdex Trennen in gestatten und sich an wirtschaftlichen Boykottmaßnahmen zu beteiligen. Deutschland muß sich eine Verpflichtung versagen d>e es mit einer Kriegserklä- rv.ua anderer Nationen bedrohen könnte, denn Deutschland ist nicht in der Lage, auch nur seine Sternen zu verteidigen.
Es kommt mir ass Realpolitiker darauf an. daß in Bezug auf Deutschland der Grundsatz „Ultra posse nemo obligatur" tatsächlich Anwendung findet. Gerade weil Deutschland den Frieden und wirtschaftlich gesunde Verhältnisse wünscht, kann es sein Gebiet nicht für einen Durchmarsch fremder Trunven hergeben, der "iegeich« Anarchie und einen Bandenkriea entfesseln mürbe, kann es bei dem heutigen Stand seiner Wehrmacht sich nicht an Sanpstonsnwß- nabmen beteiliaen. kann es sich nicht der Ge- fehr einer Kriegserklärung einer anderen Macht aussetzen.
Cs ist mir völlig klar, daß ein
Fünf-Mâchte-Pakl, wie wir ihn erstreben, schwer außerhalb des Völkerbundes stehen kann. Angesichts der prinzipiellen Bereitwilligkeit Deutschlands, dem Völkerbund beizutreten, wenn auf feine ganz besondere Loge Rücklicht genommen wird, liegt es uns fern, das Prestige d»s Völkerbund»« beeinträchtigen zu wollen. W»nn der oute Wille bei den anderen Mächt-n besteht auf der Grundlage des erstrebten Si- cherheitsvaktes mit Deutschland gleichberechtigt zusammenzuwirken, dann wird auch ein Weg möglich sein, um diese Schwieriokeit-n zu beheben. Wir bearüßen deshalb die Erklärung des englischen Außenministers, daß ein Weg gefunden werden müsse, der den Ausgangs- mmft für eine wahrhafte Gesundung der europäischen Lage bilden kann. Deutschland ist bereit, diesen W-a zu gehen. Sein Angebot ist getragen von der Regierung, die in dieser Frage das deutsche Volk fast ohn» Ausnahme hinter sich hat. Möge man den großen geschichtlichen Moment, M einer wahrhaften Kefrie»
dung Europas zu kommen, nicht vorübergehen lassen, dann wird nach der Aera der Vergewaltigung und des Mißtrauens die Zeit bei Verständigung für unseren Erdteil kommen.
Die bürgerliche Einheilskandidaiur gescheitert.
Jarres—Marx—Kellpach.
Berlin, 13. März. Rach zweitägigem Verhandeln sind die Versuche zur Aufstellung eines bürgerlichen Einheitskandidalen ge- fcheitert. Es werden nunmehr für den ersten Wahlgang folgende Kandidaturen präsentiert werden:
Als Kandidat der stärksten parlamentarischen Koalition tritt Herr Jarres auf den Plan. Für ihn erklären sich die Deutschnationalen, die Deutsche Volkspartei und von den mehreren Gruppen der „Wirtschaftlichen Vereinigung" die Dirlschaftspartei des Deutschen Mittelstandes. Ferner wird die Kandidatur Jarres von einer Reihe wirtschaftlicher Organisationen, namentlich dem Reichslandbund unterstützt.
Der von der Zenlrumsparlei proklamierte Kandidat ist der frühere Reichskanzler Marx.
Die Demokratische Partei stellt den badischen Staatspräsidenten Dr. Hellpach al« Bewerber auf.
Die Sozialdemokraten haben den früherer preußischen Ministerpräsidenten Braun aufgestellt.
Der Kandidat der Kommunisten ist T h ä l- mann.
*
Zum Verständnis der Lage seien folgende Meldungen über die Ereignisse des gestrigen Donnerstag wiedergegeben:
In dem Bericht des Löbell-Ausschusses über feine gestrige Sitzung heißt es:
Von der Zentrumspartei war für diese Sitzung eine bestimmte Erklärung über die Teilnahme an einer gemeinsamen bürgerlicher Kandidatur in Aussicht gestellt. Diese Erklärung wurde auch in dieser Sitzung nicht abgegeben, obwohl die Verhandlungen des Ausschusses bereits viermal vertagt waren, und zwar lediglich, um dem Zentrum Zeit für seine Entscheidung zu lassen. Durch die Verzögerung der Verhandlungen wurden sachliche Schwierigkeiten, die inzwischen für eine gemeinsame Kandidatur Geßler in weiten Kreisen mehrerer bürgerlicher Parteien ausgetreten waren, verstärkt. Der Ausschuß hat dann, nachdem die Vertreter des Zentrums und der Deutschen Demokratischen Partei auf eine weitere Teilnahme an den Beratungen verzichtet hatten an der schon Samstag einstimmig beschlossenen Kandidatur Jarres festgehalten."
Viel Schuld am Scheitern der Verhand« lungen, soweit sie sich auf eine gemeinsame Kandidatur aller bürgerlichen Parteien erstreckten, trug die Gleichzeitigkeit wichtiger Verhandlungen- zwischen den Parteien im Reichstag und im Löbell-Ausschuß, der seine Beratungen in den Räumen des Reichs- bürqerrates in der Potsdamer Straße abhiest.
Aus Kreisen des Löbell-Ausschusses wird besonders unterstrichen, was ja an sich eine Selbstverständlichkeit ist, daß der Wohlkampf für die Kandidatur Jarres ausschließlich gegen die nicht bürgerlichen Kandidaten geführt wird. Auf einen „Kampf gegen dis Republik" wird die Linke vergeblich warten. Man hat die besten Hoffnungen für den Ausgang schon des ersten Wahlganges. Sollte ein zweiter notwendig sein, so strebt man von neuem auf eine Einheitsfront mit den übrigen bürgerlichen Parteien hin und nimmt an, daß das jetzt gescheiterte sich dams doch noch zum Segen der Gesamtheit verwirklichen läßt.
Berlin, 12. März. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, hatte das Zentrum zunächst beschlossen, einer Kandidatur Geßler zuzustimmen. Infolge plötzlich aufgetretener Schwierigkeiten hat der Parteiausschuß des Zentrums diesen Beschluß umgestoßen und beschlossen, den preußischen Ministerpräsidenten Marx als Präsidentschaftskandidaten aufzu- stellen. Dieser Beschluß wurde einstimmig ge- aßt. Der Löbell-Ausschuß trat sofort wieder zusammen und stellte den Oberbürgermeister Jarres als gemeinsamen Kandidaten bei Rechtsparteien auf.
Berlin, 12. März. Der Reichsausschutz bet Deutschen Volkspartei faßte nach Wiederaufnahme der Beratungen nach der Mittagspause mit allen Stimmen bei drei Stimmenthal- Amgen folgende Entschließung:, Der Reichs-