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200. Jahrgang.

, Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn, und Feiertage. * Kernsprech-Anschlutz Nr. 1237 und 1238.

B«rug«prei»; Für bett halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne TrLgerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für 1mm Höhe tat Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im Reklameteil von 68 mm Breite W Reichspfenntg. Offertengebühr: 80 Reichspfennig. Geschäftsstelle: Hammerstraß« S.

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Nr. 60

Donnerslaa den 12 MSrz

1925

Zur Wahl -es AeichsprSsiüenlen.

Dr. Geßler gemeinsamer bürgerlicher PrösidenifchaflsKaudi-al? Noch

keine Einigung. Keule Entscheidung.

Berlin. 11. März. Der unter dem Vorsitz des Staatsministers v. Loebell gebildete Aus­schuß der Deutschnatwnalen Volkspartei, der Bayerischen Volkspartei, der Wirtschaftlichen Vereinigung sowie der in Betracht kommenden Organisationen beriet mit den Vertretern der Zentrumspartei und der Deutschen Demokrati­schen Partei über eine etwaige gemein- same Kandidatur für die Reichs­präsidentenwahl. Die im Ausschuß ver­tretenen Parteien und Organisationen erklär­ten den Vertretern des Zentrums und der De­mokraten, daß der Vorschlag einer Kandi­datur Jarres aufrecht erhalten werde. Sollte aber der Parteiausschuß des Zentrums wie die Demokratische Partei es bereits getan, sich für eine gemeinsame bürgerliche Kandi­datur entschließen und auf eine eigene Kan­didatur verzichten, so soll sofort in weitere Beratungen eingetreten werden.

DasTageblatt" weiß über die Besprechung noch mitzuteilen, daß von rechtsstehender Seite als eventueller Kandidat für die Reichspräsidentenwahl der jetzige Reichswehrmimster Geßler genannt wurde. Da dieser Vorschlag den Vertretern der De­mokratischen Partei unerwartet gekommen sei, hätten sie sich bisher nicht dazu äußern können. Auch vom Zentrum sei auf diesen Vorschlag eine Antwort noch nicht erteilt worden. Dieser Vorschlag werde wahrscheinlich bei den Bera­tungen des Reichspartsiausschusies der Zen- trum^artsi, die heute vormittag begonnen Habens eine Rolle spielen. Ueber die durch den Vorschlag geschaffene Lage sollen im Laufe des heutigen Tages Verhandlungen zwischen den Parteiführern stattfinden.

Berlin, 11. März. Nachdem in der Nach- mittagsberatung des unter dem Vorsitz von Loebell tagenden Ausschusses für die Reichs­präsidentenwahl mit Vertretern des Zentrums und der Demokraten das Zentrum das vor­läufige Ergebnis des Reichsausschusses des Zentrums in der Kandidatenfrage bekannt gegeben und um einen Aufschub der Entscheidung gebeten hatte, wurde vom Ausschuß beschlossen, die end- gültigeEntscheidung am Donner s- tag zu treffen. Auch der Parteiausschuß des Zentrums hat sich auf morgen vormittag vertagt, ohne einen Beschluß gefaßt zu haben.

Berlin. 11. März. Ueber die heutigen Be­sprechungen des Ausschusses der Rechtsgrup­pen mit den Demokraten und dem Zentrum teilen mehrere Blätter noch mit, daß es zwi­schen dein Ausschuß und den Demokraten zu einem grndsätzlichen Einvernehmen darüber ge­kommen sei, daß die bürgerliche Gemeinschafts- kandidatur, wie etwa die Geßlers, in den Vordergrund der Diskussion zu stellen wäre. Ueber die Haltung des Zen­trums verlautet, daß bei den heutigen Bera­tungen des Zentrumsparteiausschusses die Bereitwilligkeit zum Ausdruck kam, sich an den Besprechungen über die bürgerliche Gemein- schaftskandidatur zu beteiligen, daß für das Zentrum jedoch Jarres als Sammelkandidat nicht in Frage komme und auch gegen Geßler gewisse Bedenken bestanden. Das Zentrum würde als geeignete Persönlichkeit für die ge­meinsame Kandidatur Dr^Marx Vorschlägen.

Die vomBerl. Tagebl." verbreitete Mel­dung, wonach der Ausschuß der rechtsstehen­den Gruppen einstimmig, also auch mit Ein­schluß der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei, sich für eine Kandidatur Geßler ausgesprochen habe, wird von den Morgenblättern als unrichtig bezeich­net. Vorläufig habe nur die Wirtschaftspartei Dr. Geßler in Vorschlag gebracht. Der Zen- trumsparteiausschuß werde daher auch die Beantwortung folgender an den Ausschuß der rechtsstehenden Gruppen gerichteten Frone, ob die Deutschnationalen und die Deutsche Volks­partei tatsächlich gewillt seien, unter allen Um­ständen eine Kandidatur Geßler zu unter­stützen, abwarten, bevor er heute zu einer Kan­didatur Geßler endgültig Stellung nehmen werde.

, Wie dieZeit" meldet, beabsichtigen völ- ' l s ch e K r e i s e, für den Fall einer Aufstellung von Dr. Geßler als bürgerlicher Sammelkandi­dat mit einer Sonde rtandidatur kZrSULM^

In der Presie war als eventueller Kandidat auch der gegenwärtige stellvertretende Reichs- genchtspräsident Dr. Simons genannt wor­den. Wie die Blätter dazu erfahren, beabüchtigt Dr. Simons nicht, eine ihm etwa angebotene Kandidatur anzunehmen, sondern ist gewillt, auf seinem Posten als Reichsgerichtspräsident zu verbleiben.

Wir erfahren über die gestrigen Besprechun­gen von unterrichteter Berliner Seite folgendes:

Fast jede Stunde gebiert ein neues Bild. Einenbrödelei und Vertretung von Sontevinter- essen feiern Orgien! Der unter Vorsitz des Staatsminister von Loebell gebildete Ausschuß der Deutschnationalen, Deutschen Volkspartei, Bayerischen Volkspartei und Wirtschaftlichen Vereinigung hatte in Uebereinstimmung mit den in Frage kommenden Organisationen mit Vertretern der Demokraten und des Zentrums über eine gemeinsame Kandidatur Beratungen n-vflogen. Nachdem die im Ausschuß vertretenen Parteien und Organisationen zunächst den Herren des Zentrums und der Demokraten er­klärt hatten, daß man an der Kandidatur Jar­res festhalte, jedoch nicht abgeneigt sei, falls ein anderer Kandidat vorgeschlagen werde, auf den man sich einigen könne, auch diese Frage zu er­örtern, wurde plötzlich der Name des Reichs­wehrministers Geßler in die Debatte gewor­fen. Es ergab sich bei der anschließenden Aus­sprache, daß die Deutschnationalen und die De­mokraten der Kandidatur zustimmten, die Deutsche Volkspartei keinen direkten Wider­spruch erhob und das Zentrum sich seine Ent­scheidung vorbehielt, bis der in Berlin tagende Reichsparteiausschuß des Zentrums dazu Stellung genommen haben werde. Nach Lage der Dinge schien also die ganze Frage eine neue Wendung genommen zu haben, bis sich dann gegen 4 Uhr nachmittags dasBild plötz- lichwieder verschob. Das Zentrum hatte nämlich Delegierte ins Auswärtige Amt ent­sandt und dort anfragen lassen, w i e m a n d i e Kandidatur Geßlers dort vom aus­wärtigen Standpunkt aus beur­teile. Da vom Auswärtigen Amt erheb­liche Bedenken erhoben wurden. so erklärten die Vertreter des Zentrums, daß ihre Partei nicht in der Lags fein werde, sich an einer Nominierung Geßlers als Kandidaten aller bürgerlichen Parteien zu beteiligen.

Gegen 5.30 Uhr abends wurde dann be­kannt, daß der Reichsausschuß der Zentrumspartei Vertreter zu Herrn von Loebell geschickt hat, um ihm mitzuteilen, daß das Zentrum die Kandidaturen Geß­lers und Jarres ablehnt, wohl aber be­reit ist, in neue Besprechungen bezüg­lich eines S a m m e l k a n d i d a te n der bür­gerlichen Parteien einzutreten. Daraufhin wur­den die Besprechungen auf heute Donnerstag vertagt.

Der Fungdeuische Orden will General v. SeeM.

Berlin, 11. März. Der Jungdeutsche Orden verbreitet folgende Erklärung:

Nachdem weite Kreise und überparteiliche Organisationen gegen eine Kandidatur des Dr. Jarres entschieden Stellung genommen ha­ben, kann nicht mehr von ihm als Sammel­kandidaten die Rede sein. In den großen überparteilichen vaterländischen Verbänden, die über viele Millionen Mitglieder verfügen, sieht man den für alle aufbauenden Volksteile geeigneten Sammelkandidaten in General v. Seeckt. Gegenüber den bisher genannten parlamentarischen Parteikandidaturen bietet General v. Seeckt jedem Deutschen, auch aus­gesprochen republikanischen Kreisen, die Ge­währ der Unparteilichkeit und bes treuesten sachlichen Dienstes am deutschen Volke."

Aus den Völkerbundsberalungen.

Genf, 11. März. Ueber die heute abgehal­tene Geheimsitzung des Rates ist wieder keine amtliche Mitteilung ausgegeben worden. Es wird jedoch versichert, daß zunächst der Ent­wurf der Antwort an Deutschland beraten wurde, die, wie bereit» gestern gemeldet, im wesentlichen der Aufforderung Deutschlands zum Eintritt in den Völkerbund gleichkommen wird. Ferner nahm der Rat den Bericht über die Mit- A und Wege zur Sicherung -er Aontrolltätig-

keit der Untersuchungskommissionen des Völker- Kuntzes in Deutschland, Oesterreich, Ungarn und Bulgarien entgegen, den gestern ein« gemischte Kommission juristischer und militärischer Sach­verständiger dem Rat zugestellt hat.

Die weitere Beratung, an der tm übrigen auch der schwedische Außenminister Unden, beffen Kommen seit einigen Tagen angesagt ist, noch nicht teilnahm, galt der Frage, unter wel­cher Form die Einführung einer dauernden Kontrolle in der ent­militarisierten Rheinlandzone möglich gemacht werden könne. Die zwischen England und Frankreich in dieser Frage be­stehenden Meinungsverschiedenheiten scheinen noch nicht überbrückt zu sein, sodaß in unter­richteten Kreisen mit der Möglichkeit einer wei­teren Vertagung dieser Frage auf die Juni- taguno des Rates gerechnet wird. Die Donners- tagssitzung des Völkerbundsrates bringt di« mit großer Spannung erwartete Erklärung Cham­berlains über die Vertagung des Genfer Proto­kolls, auf die Briand und die Vertreter der übrigen Ratsmächte, die bereits das Genfer Protokoll unterzeichnet haben, antworten wer­den.

London, 11. März. Der Genfer Berichterstat­ter desManchester Guardian^ schreibt: Sollte die Antwort des Völkerbundsrates an Deutsch- land nicht ermutigend lauten, sondern darauf bestehen, daß keine Vorrechte bei einem Auf­nahmegesuch bewilligt werden könnten, so würde dies einen etwas heuchlerischen Eindruck machen, wenn man bedenkt, wie dringend die Türkei in Lausanne zum Beitritt aufgefordert wurde, und wie leicht Ungarn und noch mehr Abessynien der Eintritt gemacht wurde. Deutsch­land wird davon verständigt werden, daß kein Mitglied des Völkerbundsrates Widerspruch erheben werde, wenn Deutschland um seine Auf­nahme im September nachsuche. Im übrigen wird seine Eignung der üblichen Abstimmung unterworfen werden. Wenn, wie die Engländer hoffen, Deutschland bis zum September seinen militärischen Verpflichtungen nachgekommen ist, dann wird selbstverständlich seine Zulassung gewährt werden.

London, 11. März. Reuter erfährt aus Genf, daß in der gestrigen geheimen Beratung des Völkerbundsrates die Frage der Zulassung Deutschlands eingehend geprüft wurde. Der Völkerbundsrat habe anscheinend entschieden, daß die Völkerbundsverfammlung, die im Sep-, tember zusammentrete, die einzige für diese' Frage zuständige Stelle sei. Ein langer Mei­nungsaustausch habe hinsichtlich der schwierigen, Danzig und das Saargebiet betreffenden Fra­gen, stattaefunden. Eine weitere Reutermel- dung bestätigt die Annahme, daß Chamberlain im allgemeinen die Ansicht vertrete, Deutschland solle um seine Aufnahme in den Völkerbund er­suchen, ohne Bedingungen zu stellen.

Englunds WeMÄsten in der Lust.

London, 11. März. In der Debatte über die Luftstreitkräfte im Oberhause sagte Lord Salisbury namens der Regierung, seit zwei Jahren seien gute Fortschritte gemacht worden. Die Regierung hoffe, daß die brüische Verteidigungsluftflotte im Jahre 1929 aus 600 Maschinen bestehen werde. Frankreich, das er in diesem Zusammenhangs nur erwähne, weil es die stärkste Luftflotte vor Englands Küsten besitze, werde dann immer noch eine größere Ueberlegenheit haben. Aber die britische Lust­macht werde dann gerade zum Schutze der Hei­mat ausreichen. Was die Abrüstungskonfe­renz betreffe, so gebe es kein Land, das so wie England für eine Beschränkung der Rüstungen sei und die Regierung werde jede, sich etwa bietend« Gelegenheit in dieser Richtung be­nutzen. (Beifall.)

Lord E o r e l (Arbeiterpartei) beklagte das neue Wettrüsten.

Lord Beauchamp erklärte, andere Län­der hätten mehr Interesse für die Zahlung ihrer Schulden als für die Steigerung chrer Rüstun­gen beweisen sollen.

Frage- und Anlworlspielim Unterhaus

London, 11. März. Im Unterhaus stente taf Mitglied der Arbeiteipartei Trevelyan den Antrag, nah kein Vertrag mit einem aulwâltigen Staate ohne Zustimmung der Parlament» abgeichlosien werden Dürfte. Trevelyan beklagte sich darüber, daß die Re- flierutig die von Mae onald eingeleitete offene Diplo­matie ausgegeb-m habe und ,ur Gcheimdiplomatle ntuWMrt sei, wodurch da» Parlament acht not= wentige. Weise vm seine Absicht befragt »eroeii würde.

Derllnterstaat»«kretLr de»Äußeren Mae Neill rwideite, cs seien weitgehende Sickerungen für eine Parlamentär sche Komrouc her auswärtigen Auge- ltgenheit« vorhanden, Sie rußige vuSnah«^ gegen

bas übliche Verfahren sei aewesen, al« die Arbeiters reaierung den enalilck-rulsilchen Vertraa an dem Tage unterzeichnete, wo das Parlament vertagt wurde. Sie wußte, daß her Vertrag vom Unterbau« nicht gebilligt- werde. Auf diese Weile habe sie da« Parlament monatelang daran achindert, Kritik an dem Beitrag« zu üben. Der Antrag Trevelyan« wurde daraus^ abgelehnt,

Baldwin sagte in Erwiderung auf eine Anfrage^., er glaube, es sei nicht möglich, die Wirkungen bet' Reparationszahlungen auf die Löhne und Arbeit^ Bedingungen in Deutschland abzuschâtze». Daldwiw l gte weiter dar, es siehe der deutschen Regierung- ebenso wie d-n anderen Regierungen frei, bett Indust­rien Unterstützungen zu gewähren, nur mit bet Ein­schränkung, daß die dadurch entstehend« Belastung bew Budgets nickt die AuS>übrnng der Reparation^ besiimmungen und des TawesplaneS behindere.

Wedgwood Benn fragte, ob Baldwin wisse, ob bw deutsche Regierung den Wersten, die kürzlich einet! englischen Auftrag erhielten, Unterstützungen gewährt habe.

Baldwin antwortete, gegenwärtig habe er keine Nachricht darüber.

Ponionby fragte, ob Ebamberlain eine Denkschrift über die britische Außenpolitik verfaßt und m bw greife gebracht habe.

Mae Neill verneinte dieS.

Ponsonby fragte hierauf, ob die ausführlich« Meldung, die von derMorning Post" und einigen kontinentalen Blättern wiedergegeben wurde, frei er­funden sei.

Mac Neill erwiderte, er könne dies nicht faaee, da er die Meldung nicht gelesen habe. Aus jeden Fall sei sie aber nicht vom Foreign Office auSgegange«.

Tumulèszenen im preußischen Landtag

Berlin, 11. März. Der preußische Landtag setzte heute die Debatte zum Dortmunder Grubenunglück fort. Der Wirtschafts- parteiler Schwenk- Oberhausen wandte sich gegen entstellende Darstellungen über die Lohnverhältnisse auf der ZecheMinister Stein" und nahm die Bergbehörden gegen agitatorische Angriffe in Schutz. Der National­sozialist Kaiser- Anklam rief lärmende Unterbrechung auf der Linken hervor, als er den Kommunisten und den Sozialdemokraten das Recht absprach, die Interessen der Arbeiter deutschen Blutes zu vertreten. Als er es weiter als unerhört bezeichnete, daß für das Ebert- Begräbnis drei Millionen Goldmark aus­gegeben worden seien, setzte bei den Sozial­demokraten ein Sturm der Entrüstung ein. Sie veranstalteten einen Derartigen Lärm, daß es auch den Bemühungen des Vizepräsi­denten Dr. v. Kries nicht gelang, dem Red­ner das Wort zu verschaffen. Der Präsi­tz e nt unterbr ach in f ol g dess en die SitzungaufeineDiertelstunde.

In der neuen Sitzung setzen die Sozialdemokraten, ttotz der Ermahnung des Präsidenten, doch wenigstens auf die Steno­graphen Rücksicht zu nehmen, ihre Schluß- und Pfuirufe fort. Der Nationalsozialist Kaiser wiederholt, daß für die Opfer der Katastrophe im Ruhrgebiet und deren Hinterbllebene» nichts Ausreichendes geschehe. Damit könne man die Ausgaben für Eberts Begräbnis nicht in Einklang bringen. Diese Ausführungen riefen erneute Lärmkundgebungen der Sozialdemokraten hervor.

Der Deutschnationale Dr. v. Waldt­hausen erinnerte die Sozialdemokraten da­ran, daß für die meisten der von ihnen vor^ gebrachten Beschwerden ihr eigener bisheriger Handelsminister Siering zuständig sei. Er hob hervor, daß seine Partei für menschen­würdige Behandlung der Bergarbeiter und für Menschlichkeit eintrete. Gegenüber den kommunistischen Beschwerden dürfe man aber! niemals die Unmenschlichkeiten vergessen, He* von kommunistischer Sette begangen ro arbeit seien.

Der Volksparteiler Dr P i n k e r n e i l er­klärt die Bereitschaft seiner Partei, alle vor­gebrachten Beschwerden, Anregungen und An­träge einer gründlichen Ausschußprüfung zu unterziehen. Er macht eine Reihe von prak­tischen Vorschlägen zur Verbesserung der Sicherheitsmaßregeln. Eine Beseitigung des Prämiensystems bezeichnet er als einen auch für dis Bergarbeiter verhängnisvollen Schrim Dieses System müsse gerade im Interesse der Fleißigen beibehalten werden. (Widerspruch links). Der Redner verwendet sich zwar füt ausreichende Löhne, aber höhere Löhne könn­ten nichts nützen, wenn zugleich die Zahl be^ Feierschichten vermehrt werden müsse. Die Hauptsache sei die Steigerung des Absätze« und da könne nur eine ganz andere Fracht Politik helfen, sonst sei die Katasttophe be^, Ruhrbergbaue» unvermeidlich. Der Bergbau werde geschützt nicht um des KamtM rHUati jpnderv um bes MleS-Ä^,