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Lokales.
Hanau, 9. März.
Einziehung der aller»Reichsbanknoten
Gemäß § 3 des Bankgesetzes vom 30. August 1924 erläßt das Reichsbankdirektorium am 5 März eine Bekanntmachung über den Aufruf und die Einziehung der Reichsbanknoten deren Ausfertigungsdatum vor dem 11- Oktober 19-* ^Der Aufruf umfaßt sämtliche auf »Mark" lautenden Reichsbanknoten da die vom 11. O5- tober 1924 dadierten, auf Grund des Bankgesetzes vom 30. August 1924 ausgegeben Reichsbanknoten auf „Reichsmark lauten. Gemäß S 1 der ersten Verordnung zur Durchführung
Münzaefetzes vom 10. Oktober 1924 bleiben die aufzumfenden Noten bis zum Ablauf von 3 Monaten nach ihrem Aufruf durch das Reichsbankdirektorium gesetzliches Zahlungs- inittel in der Weise, daß eine Billion Mark einer Reichsmark gleichgesetzt wird. Mit dem Ablauf des 5. Juni 1925 verlieren die ausgerufenen Noten ihre Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel. Die Besitzer derselben können sie noch bis zum 5. Juli 1925 bei allen Kassen der Reichsbank in Zahlung geben oder in dem «Maß § 3 Abs. 3 des Bankgesetzes vorgeschriebenen Verhältnis, wonach eine Billion Mark bisheriger Ausgabe durch eine Reichsmark zu ersetzen ist, gegen gesetzliche Zahlungsmittel umtauschen. Mit Ablauf des 5. Juli 1925 werben die Noten kraftlos, und die Einlösungs- pfllcht der Reichsbank ist erloschen. Eine Nachfrist kann nicht gewährt werden. Es liegt somit im Interesse eines jeden Noteninhabers, die aufgerufenen Noten möglichst bald der zuständigen Reichsbankanstalt zuzuführen.
Da das kleinste für den Umtausch zur Verfügung stehende Zahlungsmittel ein Reichspfennig ist, so können Noten in Abschnitten unter 10 Milliarden Mark nur in Gebinden und in einem durch 10 Milliarden teilbaren Betrage eingereicht werden.
Wie sich aus dem Vorstehenden ergibt, ist' das Wertverhältnis zwischen den alten auf Mark lautenden Noten und den neuen auf Reichsmark lautenden Noten gefetzlich festgelegt.
Anträge, die eine Einlösung der alten No- - ten zu einem höheren Betrage zum Ziele haben, sind somit zwecklos und können keinerlei Berücksichtigung finden. Sie werden von allen . Dienststellen der Reichsbank unbeantwortet bleiben.
Erhöhung der Jnvaliderrrerâ.
Der Reichstagsausschuß für soziale Angelegenheiten beschäftigte sich mit dem Gesetzentwurf über die Zusatzsteigerung für die Renten aus der Invalidenversicherung. Die Abstimmung ergab die Annahme der Abänderung der Reichsversicherungsordnuna, wie folgt: Bei der Invalidenrente werden 10 n. H. der feit dem 1. Januar 1924 gültig entrichteten Beiträge als ‘Steigerungsbeitrag gewährt. Ferner wird für jede ordnungsmäßig verwendete Beitragsmarke der bis zum 30. September 1921 gültigen Lohnkloffen ein Steigerungsbetrag gewährt. Er beträgt für jede Beitragsmarke in der Lohnklasse 1 gleich 1 Rentenpfennig, in der Lohnklasse 2 gleich 3 Rentenpfennige, in der Lohnklasse 3 gleich 6. Rentenpfennige, in der Lohnklasse 4 gleich 9 Rentenpsennige, in der Lohnklasse 5 gleich 12 Rentenpfennige. Der Reichszuschuß ist im Sinne des § 1285 dec R.-V.-O. um 50 Prozent zu erhöhen. Das Gesetz soll mit dem 1. April in Kraft treten.
Landkreis Kanau
Niederrodenbach, 8. März. (Turn-Kun stund Werbeabend.) Die hiesige Turngesellschaft veranstaltete am 7. März, abends in der hiesigen Turnhalle einen Kunst-Turn- und Werbeabend, welcher sich eines zahlreichen Besuches erfreute und zu dem eine Damenabteilung der Turngemeinde Hanau und eine Turn- Abteilung der Turnerschaft Klein-Auheim zur Mitwirkung erschienen waren. Nach einem flotten Eröffnungsmarsche begrüßte der Leiter der Turngesellschaft Herr Peter Koch die Er- gjienenen, dankte allen denen, welche bei den orarbeiten für den heutigen Abend beigetragen, rind ließ seine Gruß- und Dankesworte besorrdsrs an die auswärtigen Turnerinnen und Turner ausklingen. Herr Koch gab der Hoffnung Ausdruck, daß nunmehr auch die Turn- Gesellschaft Niederrodenbach den Weg zu größeren trrrnsportlichen Leistungen betreten könne, da die Erbauung der Turnhalle diesen Weg geebnet habe und man nicht mehr wie früher im Herbst und Winter gezwungen sei, die Arbeit ruhen zu lassen. Das Zuströmen der Jugend, besonders der Schüler und Schülerinnen beweise, daß das Interesse und Verständnis für diesen, Körper und Geist stählenden Sport geweckt sei, und berechtige zu den schönsten Hoffnungen. Hierauf wurde die einzig schöne Märchenoper „Dornröschen" gegeben, welche als trefflich gelungen bezeichnet werden
* Zustlzpersonalien. Staatsanwalt Krah- I mer vom hiesigen Landgericht wurde zum * Amtsgerichtsrät in Rennerod (Kr. Westerburg) ; ernannt.
* Das Fest der silbernen Hochzeit begehen morgen die Eheleute Andreas Jacobi und &iie geb. Eckert, Hanau-K., Mittel Weiche Fest begehen morgen di Seorg Hau und Anna, geb. Nimbler,
* Deulfchnak. Volksparkei. Die Frauengruppe »er Deutschnationalen Dolkspartei veranstaltet ; im Donnerstag, 12. März, nachm. 3 Uhr im - Ewig. Vereinshaus, Nußallee 22, ihre Köni-
• Blaurreuz-Verem. Dienstag aveno « Uhr im Evang. Bereinshaus Vortrag des Herrn Pfarrer Goebels: „Der Reichstag und der Alkohol". Jedermann herzlich willkommen.
* Dialekk Abend. Wir erinnern nochmals in den morgigen Dialekt-Vortragsabend des Rezitators B o ck in der Centralhalle. Saal- öffnung 7% Uhr, Anfang 8 Uhr. Karten sind noch an der Abendkasse erhältlich.
* Menagerie und Dressurschau von A. Fischer und C. Holzmüller. Heute in einer Zeit, wo die meisten Menagerien von den großen Zirkusunternehmen aufgesogen wurden, begrüßt man eine solch reine Menagerie besonders gern. Nur den exotischen Tieren ist die Schau gewidmet und das Tiermaterial ist recht reichhaltig und sieht gut gepflegt aus. In erster Linie sind es junge Tiere, die gezeigt werden. Es sind aber ausgesucht schöne Exemplare darunter. Aus allen Erdteilen sind Tiere vertreten, vom zierlichen Strauß bis zum plumpen Eisbär, vom stolzen Wüstenkönig bis zum kleinsten Affen. Ist so schon durch die Reichshaltigkeit des Trer- bestandes ein Besuch lohnend, so ist das, was ----- , „ — -- .----------
in Tierdressur geboten wird, geradezu erstaun-' Hand der Turnleitung und des mitwirkenden lich. Den Reigen eröffnet eine gemischte Bären- Klassenlehrers Herrn Konrektor Müller. Exakt gruppe. Die Petze trotten gemächlich einher und lassen alles mit sich vornehmen, was ihr Dompteur, Charles Färber, verlangt. Sie tanzen, schaukeln, fahren Automobil, rutschen dieRutsch- bahn herunter. Ausgezeichnet dressiert ist auch das Känguruh wie der Elefant und das Dromedar, vorgefühct durch Herrn Althoff. Auf die Jugend, die das Kontingent der Zuschauer stellte, machten besonders die Dorführrrngen her Teddybären großen Eindruck. Herr Direktor Fischer holte auch nur alles Erdenkliche aus den kleinen Bären heraus, sie walzten, steppten und einer fuhr einfach meisterhaft Rollschuh. Das Programm wurde durch die Vorführung der Löwengruppe abgeschlossen. Die schönen Tiere fügten sich willig der Peitsche ihres Bändigers, der mit ihnen wundervolle Pyramiden stellte. Die Menagerie, die also auf die Dressur den größten Wert legt, hatte mit ihrer ersten Vorstellung vollen Erfolg. Das Publikum sah sich ausgezeichnet unterhalten und auch wir können einen Besuch empfehlen.
* Der Gesangverein „Sumset“ veranstaltet am Dienstag, 24. d. Mts. im großen Saale der „Centralhalle" ein Stuhlkonzert. Der Dirigent des Vereins, Herr G. Altvater, hat ein aus« erlesenes Programm ausgestellt, sodaß den Freunden des deutschen Männergesangs einige genußreiche Stunden in Aussicht stehen. Als Solisten hat der Verein zwei dem Hanauer musikliebenden Publikum nicht unbekannte Künstler verpflichtet; es sind dies Herr Gotthold Ditter, Heldenbariton an der Charlottenburger Oper und Frl. Emma Hamburger, Violinkünstlerin von hier. Es bleibt zu wünschen, daß der Gesangverein „Sumser" für seine Mühen
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tung seines Dirigenten Herrn Hans Bul Hanau, ein Volkslieder-Konzert. Als Mitwl kende ist Fräulein Elli Schäser-Frankfurt a. $ (Sopran) gewonnen. Zum Vortrag komme Volkslieder vom 13. Jahrhundert an bis in tu neuere Zeit, u. a. von de la Hale, Hasler, Bee; Hoven, Schubert, Brahms. Der Verein, welche im vergangenen Jahre auf fein öOjähriges Be iteben zurückblicken konnte und mit seinem in Hanau abgehaltenen Iubiläumskonzert einen großen Erfolg erzielte, ist bestrebt, auch durch etn Volksliederkonzert seinen guten Ruf zu er- neuern und zu befestigen. Der Preis für die Einlaßkarte ist auf 1 Mk. festgesetzt.
x druchAbel, 5. März. (Konzert.) Sonn, og, 15. Marz veranstaltet der unter Leitung Jes Herrn Berthold Dambruch, Somborn, stehende hiesige Gemischte Chor sein diesjähriges Konzert. Wie in den vergangenen Jahren, so wird auch dieses Jahr der Verein mit einem ausgewählten Programm aufwarten. Zum Vortrag gelangen u. a. Chöre von Wagner Mendelssohn, Offenbach und Silcher. Als Solist ist Herr Rück-Hartenfellec, Frankfurt a. M. (Tenor) gewonnen. Das Konzert beginnt um 354 Uhr.
b. minderten, 9. März. (Jubiläum.) Die Kohlenhandlung Johann Gg. Schneider, begeht in diesem Jahre ihr öOjähriges Geschäftsjubiläum. Aus den primitivsten Verhältnissen heraus gründete der verstorbene Vater des
kann, und dann folgten Freiübungen, Marsch im Chor, Pyramiden, Pferdspringen, Matten- s^iele und dergleichen; ausgeführt von den Schülern und Schülerinnen. Hier erkannte man die liebevolle Anweisung und die formende
und tadellos wurden die Uebungen ausgefühct. Und die Reigen „Blaue Luft" und „Loreley" wirkten ausgezeichnet. Doch dann kamen die Turner und Turnerinnen und zeigten am PfeiL und Barren, was Lust und Liebe zur Sache vermögen. Die Uebungen am Reck zeigten die Größe sportlicher Leistungen der Mitwirkenden. Oftmals glaubte man sich t.i die Arena einer Artistentruppe versetzt, als Turner und Turnerinnen ihr ganzes Können an den Tag legten. Schließlich sei noch der Gewand- Heitsübungen zweier Hanauer Turnerinnen gedacht.
Oberrodenbach, 7. März. (Gründung einer S chw efte rst a t i o n.) Am 6. März tagte hier eine Gemeindeversammlung, welche sich mit der Schaffung einer Schwesterstation für eine Kleinkinderschule beschäftigte. Dies lange empfundene Bedürfnis unserer Gemeindeglieder wird nun endlich zur Verwirklichung kommen, da sich die Ortsbehörde und Herr Pfarrer Mehlmann für diese Sache voll und ganz einsetzen. Zu diesem Zwecke wurde bereits das Ruppel'fche Anwesen käuflich er»
jetzigen
. „ „ fitzers, Herr Philipp Schneider, im Jahre 1874 dieses Geschäft. So war er z. B. zur damaligen Zeit gezwungen, feinen gesamten Bedarf an Kohlen von der Grube Wölfersheim zu decken und da hier die Bahn noch nicht in Betrieb war mit Fuhrwerk dort abholen zu lassen. Das Geschäft, das sich bald emporgearbeitet hatte, dürfte eins der ältesten Geschäfte in unserem Landkreise sein.
Lebenswoae«.
Roman von Paul Lindenberg.
M. ^ortie^ung.
(Nachdr verboten l
Noch lange blieb man zusammen, um den tisch geschart. Der Speisen und Getränke ward jedoch wenig geachtet, zu viel aab's zu plaudern, tu lebhaft war noch das Geschehen der letzten Tage und Stunden, zu tief bebte bei allen die Erregung nach. Tatjana erwähnte, daß sie in ihrer Zelle für die Siebtiffin einen Brief hinterlassen, in welchem sie dieselbe gebeten, von allen Nachforschungen abzusehen; sie hätte erfahren, daß ihr Vater noch lebte, zu ihm eile sie, bei chm bleibe sie. Man hätte sie und wahrscyeinlich auck die Aebtissin Hintergangene und da sie Noch sein Gelübde abgelegt, fühle sie sich nicht gebunden, sie danke ihr für die Aufnahme und werde ihr gern später, wenn sie in der Lage sei, alles vergelten.
Uebrigens, meinte Tatjana, glaube sie nicht daß man sie verfolgen würde; man vermeide gern jegliches Aufsehen im Kloster, außerdem könnte sie sich des Verdachtes nicht erwehren daß die Aebtissin doch gar zu schnell den Verwandten hilfreiche Hand gereicht und in manches eingeweiht sei, was die Oefientlichksit zu scheuen habe. —
Erst spät nach Mitternacht trennte man sich, ertönte hin- und herüber das: „Gute Nackt und gute Ruh!"
wie die holdeste Musik", meinte
„Es klingt wie die holdeste Musik", meinte Tatjana zu Asta.
In die weichen Decken gehüllt und eng an- einander geschmiegt, schliefen beide endlich ■ein. —--
ein volles Haus findet. Liste ist im Umlauf, außerdem können Karten bei Herrn Nikol. Krebs, Gärtnerstc. 61, Tel. 1160 sowie bei sämtlichen Mitgliedern und dem Vereinsdiener Biel, Bangert 20, bestellt werden.
worben, welches hierfür sehr geeignet ist und nur verhältnismäßig geringer Aenderungen bedarf. Auch die finanzielle "Seite ist z. T. schon gelöst, indem wohllätige Stiftungen zu «rwar- ten sind und ein in Nordamerika lebender ehemaliger Oberrodenbacher einen größeren Betrag als Grundstock hierfür überwiesen hat. Im Hinblick auf diese erfreulichen Umstände nahm die Versammlung einen günstigen Verlauf und wurde sofort ein Verein gegründet, der in Verbindung mit der Ortsbehörd« und dem Ortsgeistlichen mit der Förderung dieses wohltätigen Unternehmens betraut wurde.
Langendiebach, 6. März. (Konzert.) Am Sonntag, 22. März, nachmittags 144 Uhr, ver- anstaltet der Gesangverein „Liederkranz" im Saale des Gasthauses „Zur Krone" unter Lei«
b. Eichen, 9. März. (Gemeindevertre- tersitzung.) Die Gemeindevertretung beschloß in der Sitzung vom 4. März die Genehmigung der Gebührenordnung (Entwurf) betr. Erhebung von Sprunggeld, die von dem Gemeindevorstande im Entwurf vorgelegte Gebührenordnung anzunehmen. Es werden an Gebühren erhoben: 1. für die Deckung eines Rindviehes 3 Mk., für die Deckung eines Schweines 3 Mk. und für die Deckung einer Ziege 50 Pfg. Punkt 2 betraf die Chaussierung von Feldwegeeinmündungen. Es wurde beschlossen, die Angelegenheit bis zur nächsten Sitzung zu vertagen, da nach Mitteilung des Bürgermeisters in der am 6. d. Mts. stattfindenden Bürgermeisterversammlung eine Aussprache mit dem Herrn Landrat bezw. dessen Vertreter, in dieser Sache stattfindet. Punkt 3 betrifft die Revision der elektrischen Hausanlagen zur Verhütung von Bränden und Un- glücksfällen. Die Gemeindevertretung *ist von der Notwendigkeit einer eingehenden Revision sämtlicher Hausanlagen überzeugt und beschließt daher, die Revision heim Kreiselettrizitchsam zu beantragen und die Kosten nach der Anzahl der Brennstellen und Motorpferdestärke mit 20 Pfg. pro Stelle bezw. Motorstärke von den Besitzern zu erheben. Punkt 4 betraf die Genehmigung der stattgefundenen Holzoerkäufe. Die Verkäufe wurden genehmigt, da angemessene Preise erzielt worden sind. Punkt 5: Antrag des Waldschützen K. auf Ueberweisüng von zwei Meter Brennholz neben feinem Gehalte; dem Antrag wurde einstimmig stattgegeben, da in früheren Jahren der Waldschütz neben seinem Gehalt auch jährlich zwei Raummeter Brennholz erhalten hat.
Viele Stunden verbrachten die vier miteinander, unter heiterem Geplauder verliefen die Mahlzeiten.
Klaus, der „Schlgßintendant", hatte aufs fürsorglichste an alles gedacht, sogar mit Fabio einen winzigen Herd errichtet, in dem ein lustiges Holzfeuerlein prasselte, wenn die „Callazione", das Mittagsbrot, vorbereitet wurde. Es fehlte, weder an Töpfen, Pfannen, Tassen noch an Eiern, Makkaroni, Mehl, Schinken und anderen Flerschwaren, an Tee, Kaffee, Kakao und lustig war es, Asta und Tatjana als anmutigste Hausfrauen schalten und walten zu sehen, wobei freilich der schlecht abzichende Rauch zu manchen unfreiwilligen Hustenanfällen veranlaßte. Klaus zeigte, was er im Felde an Kochkünsten gelernt, und Wolf füllte
herausgeben, haben wir gleich die Illustrationen dazu", meinte er. —
Abends saß rsprung beis
Abends saß man lange auf dem unteren Vorsprung beisammen, unter dem blinkenden Sternenzelt; ganz fern tauchten ausblitzend und verschwindend die Lichter des Leucht-
Wenn wirklich Nachforschungen nach der verschwundenen Schwester Cäcilia angestellt worden wären, so merkte man nichts von ihnen in dem grünumsponnenen Schlupfwinkel.
Zwar Tage waren schon vergangen.
Hin und wieder aquarellierte Wolf in den Ruinen, während Klaus in der Nähe Umschau prelt, sich aber nicht weit entfernend.
turms von Vietri hoffnungswinkend herüber, erhellte der Scheinwerfer eines Dampfers die Meeresfläche, musizierten unermüdlich die Zikaden.
Man tauschte feine Erlebnisse aus, nur Asta war dann schweigend, sie berichtete nichts von ihrer Jugend, während Tatjiana viel davon erzählte, auch von ihre Flucht. Sie war mit ihrem Brüderchen nach dem Entkommen aus Tobolsk, nach mancherlei Abenteuern nach Irkutsk verschlagen worden, wo sie von einer mit ihrer Stiefmutter verwandten Familie ausgenommen wurde. Tatjana leistete hier Hilfsdienste in einem Lazarett und begleitete dies auch nach Blagonjeschtschensk, von wo man schließlich, mehr als Gefangene gehalten, nach Nikolsk gelangte, einer chinesisch-japanischen Niederlassung, auf welche die hochragenden Gipfel der koreanischen Gebirgsriesen Herad
blickten. Hier befand sich ein großes deutsch- österreichisches Gefangenenlager mit mehreren Lazaretten, in denen Tatjana mit anderen russischen Rote-Kreuz-Schwestern unermüdlich tätig war, die pflichterfüllte Aufopferung der schlecht behandelten und ebenso schlecht ver- pflegten deutschen und österreichischen Aerzte, an deren Spitze mustergültig der Grazer Doktor Breitner wirkte, bewundernd.
Als die Rote Armee auch hierher vorzudringen drohte, beschlossen mehrere der Schwestern und einige der in Genesung befindlichen Gefangenen die Flucht nach Peking, wo schon viele Flüchtlinge freundliche Aufnahme gefunden. Tatjana mit Boris wollten sich anschließen. In einer stürmischen Herbst- nacht traf man sich jenseits der Lager am Waldsaum, wo bestochene Chinesen, die schon wiederholt Flüchtlinge in Sicherheit gebracht, mit ihren kleinen, mit flinken Pferdchen bespannten Fuhrwerken warteten. Rasch ging es vorwärts. Man war schon ein ganzes Stück weit gelangt, da wilde Rufe, Schüsse, die Pferde bäumten auf, die Chinesen schlugen wie toll auf sie ein, eine Patrouille von Kalmükoff- Kosaken war auf die Flüchtlinge gestoßen. Das Gefährt, in dem Tatjana und Boris mit einem österreichischen Gefangenen saßen, fiel um, wurde wieder aufgerichtet, rasend ging es weiter, die Schüsse verhallten. Als Tatjana aus längerer Betäubung erwachte, lag sie in einer Chinefenhütte, tief in einer Äaldschlucht. Der chinesische Kutscher hatte hier seinen Tierchen eine Rast gegönnt, Tatjana war allein, Boris und der Gefangene verschwunden; sie waren herausgestürzt und jedenfalls in die Hände der mitleidslosen, vertierten Kosaken gefallen — das bedeutete ihr sofortiges Ende! — Tatjana gelangte nach endlosen Gefährnissen und Beschwerden glücklich nach der chinesischen Kaiserstadt, wo sich eine Deutsche, Frau von Hanneken, ihrer helfend annahm, wie sie es oft mit anderen Flüchtlingen getan, und wo sie längere Zeit verblieb, ohne über das Schicksal
der Ihrigen etwas zu erfahren. In Tientsin traf sie ihre Verwandten, die über Wladiwostok hierher geflohen waren und ihr mit aller Bestimmtheit den Tod ihres Vaters berichteten, wie auch Tatjana ihnen das Verschwinden von Boris erzählte. Da mochten jene ihre schurkischen Pläne gefaßt haben! Denn sie nahmen Tatjana mit nach Neapel, und zwei Tage später befand sie sich im Kloster!---
An diesem Abend wälzte sich Klaus ruhelos auf seinem Lager hin und her.
, „Was hast du denn?" fragte ihn Wolf.
„Ich dachte noch an die Erzählung Tatjanas — was hat dies junge, arme Wesen schon durchgemacht! Und da kam mir ein Gedanke, ein Gedanke . . ."
„Nun, kann ich ihn nicht wissen?" „Ach nein, es ist nur ein Hirngespinst — ein Spiel toller Phantasie, weiter nichts!"
Und doch tauchte immer wieder vor Klaus das Bild jenes Georg auf, der ihm das Leben gerettet und den er dann in seiner traurigen Berliner Umgebung aufgesucht, in der er gar nicht hineinzugehören schien. Allerhand Wort« fielen ihm ein, die damals belanglos gewesen, das Wesen des Knaben, die Bemerkung der Frau, daß er schon ganz andere Kälte ertragen gelernt, die Zurufe der Kinder: „Moskowiter und „Russi-Popolski", die ihm gezeigt« Photo- iegsgefangenen--wem Gott, ________.... Zusainmenhong mit dem verschwundenen Boris bestünde! —
Aber dann spottete Klaus selbst ferner Phantasien — Zufälligkeiten, die keine Bedeutung hatten! Jedensalls wurde er sich in Berlin nach dem lieben Jungen, der ihm einen so merkwürdig tiefen Eindruck gemacht, umsehen und°wei« teres zu erfahren trachten. Jetzt hatte man! Näherlregendes und Wichtigeres zu bedenken!
Der dritte Tag für die Verborgenen.
Am nächsten Morgen wollte Klaus nach Matri hrnuntersteigen und nach dem Schiff aus»
graphie Ler Kri- wenn da ein
schauen.
(Fortsetzung folgte