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Wörner abgegeben, welches weit hinter dem bisherigen Pachtpreis zurückbliÄ. Als zweiter Punkt stand der von der kommunittischen Fraktion als dringend eingebrachte Antrag betr. Zuschläge zur Hauszinssteuer zur Be­ratung. Es ist allgemein bekannt, daß die Er­hebung Lieser Steuer von den Besitzern be­bauter Grundstücke, welche nicht landwirtschaft­lichen Zwecken dienen, als drückend entpfunden wird und ein Teil Ler Pflichtigen war bei Ein­führung Lieser Steuer dec Auffassung, hier nicht in Frage zu koinmen, indem sich dieselben von falschen Leraussetzungen leiten ließen. Selbst wiederhotte Belehrungen hierüber durch Die Ortsbehörde wurden in den Wind ge­schlagen. Und so mußten die van der Steuer­behörde zu erhebenden Zuschläge für ver­spätet geleistete Zahlungen Platz greifen. Herr Bürgermeister Schäfer erklärte den Inter­pellanten, daß es eine irrige Auffassung der hiervon Betroffenen sei, wenn diese glaubten, daß diese Zuschläge der Gemeinde zugute kämen, die Gemeinde ginge hierbei voll­kommen leer aus, es würden nicht einmal »ebegebühren vergütet. Die Schuld treffe die Pflichtigen selbst, indem einesteils der Wille Zur rechtzeitigen Zahlung der Steuer gefehlt Habe, ober anLernteils die Mühe zur Bean» Strömung der Stundung gescheut wurde. Die Gemeinde selbst habe keine Handhabe, die tün- Betretenen Zuschläge zu anullteren. Punkt 3 be­traf den Antrag der Notstandsarbeiter um Er­höhung des Stundenlohnes während der Rodung im Röhrig. Da bie Arbeit beschwerlich und das Gelände naß ist, wird Lem Anttag jaus Vorschlag des Bürgermeisters debattelos xugestimmt und der Stundenlohn von 40 auf 50 Pfg. für diese Arbett erhöht. Punkt 4 betraf Lie Besprechung des Trennungsvertrages über Las Schul- und Küstervermögen, Das bisher gemeinsam der Schule und Kirche gehörende Vermögen bestehend aus einer größeren Hos- eaits mit zwei Wohnungen und 84 Ar Wiesen und Ackerland soll nun endgültig zur Trennung kommen und fällt alsdann dem einen Teil das Wohnhaus nach Zahlung einer beiderseitig ver- einbarten Abfindungssumme an den Verzicht- leistenden zu. Schon in Ler Inflationszeit stand man in dieser Beziehung vor dem vertrag­licken Abschluß, jedoch müßte durch bie Geld­entwertung die Angelegenheit ' zurückgestellt werden. Die Ortstaxcttoren schätzten im Jahre 1921/22 das Wohnhaus mit Nebengebäuden auf 14 000 Mk., das Grundvermögen auf 3080 Mk. Nach eingehender Beratung wer­den zwei Vorschläge eingebrocht. der eine emp­fiehlt 10 000 Bit, ber andere 8000 Mk. für die Hofratte in Ansatz zu bringen, wovon der Er­werber die Hälfte an den Verzichtleistenden als Abfindungssumme herauszahü. Der Antrag auf 10 000 Mk. wird abgelehiu, derjenige auf 8000 Mk. mit 8 gegen 4 Stimmen ange- nommen. Aufgrund dieses Beschlusses sollen nunmehr die Verhandlungen mit Lem Kirchen- Borftccnb geführt werden. Nach Erledigung einiger kleinerer Anfragen wird die öffentliche SWung geschlossen und in einer anschließenden geheimen Sitzung über die getätigte Verpach­tung des Steinbruches beraten. Das gemachte Geboi wird einstimmig als zu niedrig bezeichnet unb beschlossen, Lem Pächter zu eröffnen, daß Ler Pachwreis mindestens die Hälfte der bis- irrigen Summe betragen müsse. Erklärt sich der Genannte hierzu bereit, soll der Zuschlag er­teilt werden, andernfalls kommt der Bruch dem­nächst erneut zum Ausgebot.

unb beschlossen^

Oberdorfelden, 4. März. (Beleuchtung derAirch «.) Es wurde schon immer als ein Mangel empfunden, daß bei der allgemeinen Einführung des elektrischen Lichtes nicht auch unser Gotteshaus hatte bedacht werden können.

Kunst und Wisfenschafi.

Sladttheater. Aus dem Theaterbüro wird uns geschrieben: Heute Freitag, abends 714

Sr wird als 24. Vorstellung im Freitag- onnement nochmals die so überaus komische Posse mit Gesang und TanzRobert und Bertram" oderDie lustigen Vagabunden" von Raeder, wiederholt. Samstag, 7. März, abends 714 Uhr gelangt das amüsante Lustspiel '»Juaend freunde von Ludwig Fulda, zur 5. Wiederholung. Sonntag nachmittag 3 Uhr wirb zu ermäßigten Preisen zum teuren Male wEifelott von der Pfalz", Lustspiel in einem Vorspiel und 3 Akten, von Presber und Stein gegeben. Abends 7% Uhr gelangtDie lusti«

Kn Weiber von Windsor", komisch-phantastische

»er in 3 Akten von Nicolai zur Aufführung, r- Wie bereits besannt gegeben, finden am kommenden Montag und Dienstag nachmittag < Uhr zu ganz kleinen Preisen zwei Sonder- kindervorstälungen des Münchener Mario­nettentheaters, Gnmm'sc^r Märchen, statt. Zur Ausführung gelangtFrau Holle" undDie Bremer Stadtmusikanten".

Die Salzburger Festspiele sollen in diesem Sommer in vergrößertem Umfange stattfinden. Das ist im besonderen der persönlichen Ini­tiative Hugo von Hosmannstals zu danken, der für die Spiele einen namhaften Geldbetrag ge­sammelt hat. Die Summe soll zunächst für den Ausbau der Reichsschule zu einem sehr geräu­migen Festspielhaus mit großer Bühne ver­wandt werden.

5000 Jahre alle Fingerabdrücke. Die ypm British Museum und von einer amerikanischen Universität ausgesandte englisch-amerikanische Spedition, die in Ehaldâa arbeitet, hat, wie sie verkünden läßt, eine Entdeckung von hoher wissenschostlicher Bedeutung gemacht; sie hat nämlich unter einer vor etwa 4100 Jahren vom König Bur Sui erbauten Mauer eine andere, ____________________]-7w _

ältere und primitiver gebaute Mauer aus verfaßt. Anton Friedrich Justus Thibaut,'1772 lZlegèistemen gefunden. Die Mauer weist in Hameln geboren, 1840 in Heidelberg gefior-

Das ist nunmehr geschehen. Im Passions- gottesdienst am heutigen Abend wurde zum ersten Mal non der neuen Beleuchtung Ge­brauch gemacht. Am Sonntag, 1. März ver­anstaltete der hiesige Arbeitergesangverein einen theatralischen Abend. Das Theaterstück war eine Dramatisierung eines bekannten Romans von Fr. Lehne, in dessen Mittelpunkt das Eheproblem eines adeligen Hauses steht. Die Darsteller, denen die originellen Kostüme zur Berftigung gestellt worden waren, spielten ihre Rollen leicht und anmutig. Ein Nieder- dorfelder Chor, sowie Ernst Klebe (am Klavier) trugen gleichfalls zur Verschönerung des Abends bei.

Wetterbericht.

Dar Siet Bei Narweqen liebt vaâ Osten ab. Wir stehen also noch weiter unter dem Einfluk feiner Rand, ftärunam. die uns Bewölkung und vereinzelt noch Niederschläge bringen. Das Hochdruckgebiet im Westen ist weiter im Zurückgcben begriffen.

Vorhersage Bi< Rreitaa abend : Wolkig Bi? bedeckt vereinzelt leichte Niederschläge, mild, nordwestliche Winde.

Wittenmgsaussichte« bis Samstag abend: Wenig Aenderuna.

Aus Nah und Fern.

Frankfurt o. HL, 5. März. Wie der Deutsch- nationale Handlungsgehilfenverband mitteilt, ist der Schiedsspruch vom 26. Februar, der Ge­haltserhöhungen um rund 10 Prozent vorsah, von festen des Arbeitgeberkartells abgelehnt, vom D. H. B. angenommen worden. Gleich­zeitig wurde der Herr SckLichter um Verbind- licherklärung des Spruches ersucht.

Darmstadt, 4. März. Ein Autounglück mit tödlichen Folgen ereignet« sich gestern abend gegen 914 Uhr in der Heidelbergerstraß«. Zwei aus Eberstadt kommende Radfahrer sichren nebeneinander auf der rechten Seite der Fahr­straße, als sie plötzlich von einem von hinten kommenden Personenauto überfahren wurden. Der eine wurde auf die Straße geschleudert und kam mit dem Schrecken davon, während kein Begleiter, der etwa 20 Jahre alte J. Loh- lein unter die Räder kam, ein Stück mitge- schleift wurde und schwere Verletzungen davon« trug, sodaß er heute früh an den Folgen im städtifc!>en Krankenhaus gestorben ist. Der Führer des Autos fuhr ohne anzuhatten weiter. Nachdem er heute ermittelt und vernommen wurde, gibt er an, daß er bei dun starken Sturm und Regen trotz feiner Beleuchtung die Radfahrer nicht gesehen und auch den Unfall selbst nicht beobachtet habe. Er nahm an, daß er über ein Stück Holz oder ein ähnliches Hindernis oefahren sei.

Kelbra (Mansfeld), 5. März. Ein schwerer Unfall, der leider zwei Menschenleben forderte» ereignete sich auf dem Hohenthalfchacht. Dar in den fünfziger Jahren stehend« Sâeßer Christian Junker von hier, welcher in der zweiten Trefbausohle Schießarbeiten ausführte, war mit seinem Lehrhäuer Johannes Nor beim Bohren beschäftigt. Plötzlich kracht« ein Schuß. Junker erlitt dabei so schwer« Der« .letzungen. daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der 34jährige Noä, der sich in unmittelbarer Nähe befand, erlitt ebenfalls schwere Ver­letzungen. Er wurde zum Eislebener Knapp­schaftskrankenhaus« gebracht, wo er bald darauf verstarb.

Halle, 5. März. In einem Hause der Friedcichstraß« erschoß gestern der 30jährige Weichensteller Kaiser die 21jährige Stütze Frieda Amberger und sich selbst. Kaiser, der mit seiner Frau in Scheidung lebt und die Amberger heiraten wollte, war in höchste Cr-

keinerlei Namensspuren auf, dafür aber zwei Fingerabdrücke, die tief in Ton geprägt sind. Man nimmt an, daß die Mauer von einem König der zweiten Dynastie von Ur, der etwa 2800 Lahre v. Chr. regiert haben dürfte, er­richtet worden ist. Trifft das zu, so hätte man cs hier mit den ältesten bekannt gewordenen Fingerabdrücken zu tun.

Die Italiener im Konzert.

Rom, 2. März. Bei dem letzten Konzert des Darmstädter Musikdirektors Ballin be­geisterte sich das Publikum derart, daß es stür­misch die Wiederholung des Trauermarsches aus der Götterdämmerung verlangte. Als dies nicht gewährt wurde, verhinderteres Ballin an der Fortführung des Konzertes. sodaß der Musiker den Konzerrsaal verlassen mußte. Als dann durch ein Mitglied des Orchesters dem Publikum gesagt worden war, daß die Posau- nenbläser nicht mehr anwesend seien und daß daher der Marsch nicht wiederhost werden könne, beruhigte sich die Menge und das Kon­zert konnte seinen Fortgang nehmen.

Eberls letzte Ruhestätte.

Wie aus der gestrigen Grabrede des badi­schen Staatspräsidenten Dr. Hellpach hervor­ging, haben auf dem Heidelberger Friedhöfe bereits zahlreiche bedeutend« Männer ihr« letzte Ruhestätte gefunden. Es sind Kamen von hohem wissenschaftlichen und politischen Klang, deren bekannteste hier angeführt seien; So liegt hier Kuno F i s ch e r, der 1824 in Schlesien ge­boren« und 1907 gestorbene Philosoph, her durch feine Geschichte der neueren Philosophie weit über die Grenze der deutschen Heimat, be­kannt geworden ist. Heinrich Eberhard Gott­lob Paulus, bet 1761 in Leonberg geboren wurde und 1851 in Heidelberg starb, war das Haupt des Theologischen Rationalismus. Sein Leben Jesu" fand fetneryit große Beachtung, außer theologischen Schriften hatte er auch wertvolle Studien über die orientalische Sprache

regung geraten, als sich feiner neuen Ehe wettere Hindernisse entgegenstellten.

Müm>l.rstadk, 6. März. Wegen Blutschande wurden der pensionierte Bahnwärter Joh Metterich, 60 Jahre alt, und seine 20jährige Tochter Marie verhaftet und in das hiesige Gefängnis eingeliefert.

Liebenau, 5. März. Einem hiesigen Bürger wurde vor etwa anderthalb Jahren die Taschen­uhr samt Kette aus seiner Wohnung gestohlen. Wer beschreibt das freudige Erstaunen des Be­stohlenen, als ihm vor einigen Tagen aus Cassel in einer Zigarettenschachtel verpackt die gestohlene Uhr mit Schlüssel durch die Post wieder zugeftellt wurde. Hoffentlich läßt der ehrliche Dieb mit dem Zurückschicken der noch fehlenden Kette nicht wieder 1% Jahre auf sich warten.

Münchev, 5. März. Die Tragödie, die sich bei einem Faschingsfest in München am 11. Fe­bruar abspielte, kam heute vor dem Schöffen­gericht München-Au zur Vechandlunb- Wegen fahrlässiger Tötung hatte sich der ledige Gitts- Derroalter Ulrich Ploetz zu verantworten. Er hatte im Scherz auf die Aufforderung eines Festteilnehmers auf die in feiner unmittelbaren Nähe sitzende, ihm unbekannte Kunstmalers» Ehefrau Emilie Kinzinger aus seinem Revol­ver, den er in feiner Verkleidung als argentini­scher Farmer bei sich trug, einen Schuß abgege- den, Der die Lungenschlagader getroffen und das Herz durchbohrt hatte, was den sofortigen Tod herbeiführte. Außerdem verletzte die Kugel noch eine Architekten-Ehefrau an der linken Brustfelle und verursachte eine Prellung der Leber. Der Angeklagte gab an, er habe mit Angehörigen das Fest besucht und dabei mehr Alkohol zu sich genommen, als er zu ver­tragen vermochte; außerdem sei er sehr über­arbeitet gewesen und habe auf den Anruf eines anwesenden Herrn hinter ihm, zu schießen, ganz mechanisch den Revolver gezogen und über bie linke Schulter hinweg losgeschossen. Er sei fest überzeugt gewesen, daß die Waffe nicht geladen gewesen sei, sodaß er sie auch ohne Bedenken auf sich gerichtet hätte. Der Herr, der ihn zum Schießen aufgefordert habe, sei ihm ganz unbe­kannt gewesen, ebenso die beiden getroffenen Damen. Durch Zeugen wurde festgestellt, daß der Angeklagte mit der Getöteten eine Viertel­stunde vorher getanzt habe. Ueber die Trun- kenheit des Täters konnte nichts festgestellt wer­den. Wie ein Sachverständiger begründete, wurde die verletzte Dame lediglich dadurch ge­rettet, daß ein Schlüsselbmch die Kugel obhielt. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnis- strafe von zwei Jahren. Das Schöffengericht verurtsitte Ploetz zu einem Jahr Gefängnis, abzüglich der erlittenen Untersuchungshaft.

Sprechsaal.

Wie man sich erinnern wird, ließen sich vor einigen Wochen an dieser Stelle verschrobene Stimmen vernehmen, die sich gegen dieDer- chandelung" der hiesigen alten Alleen, insbè- ondere gegen die Verstümmelung der Linden n der Hochstädterlandstraß« und die beab- ichtigte Fällung der Roßkastanien der Druch- köbelerlandstraß« wandten. Nun kam ich in Len letzten Tagen einmal in diese Straßen und ich muß sagen, man sann den Groll deralten Hanauer" wohl verstehen. Nur glaube man nicht, daß denneuen Hanauern" solche Zer. störung gleichgültig wäre. Gerade der Fremde oder Zugezogene versteht nicht, besonders wenn er aus per Großstadt kommt, weshalb eine Stadt ohne ersichtlichen Grund ihre schönen Alleen in kahle Straßen umwandest. Als uh

ben, war ein berühmter Lehrer des römischen Rechts, der schon nach d«r Vertreibung der Franzosen aus Deutschland in einer von patrio- rischem Eiser erfüllten Schrift auf die Notwen­digkeit eines allgemeinen bürgerlichen Gesetz­buches für Deutschland hinwies, aber sich auch als Kenner der klassischen Musik einen Namen gemacht hat. Sein Nachfolger mar der Pandek. tist Karl Adolf v. Dangerow, 18081870, der gleichfalls in Heidelberg bestattet wurde. Auch der 1808 in Zürich geborene und 1881 in Heidelberg verstorbene Rechtsgelehrte Johann Kaspar B l u n t s ch l i, Mitbegründer des deut­schen Abgeordnererchauses, richt in Heidelberg. Ein anderer Rechtslehrer, dessen sterblich« Reste in Heidelberg aufbewahrt werden, ist Karl Jo­sef Anton Mittermaier, 1787 in München geboren, 1867 in Heidelberg gestorben. Mitter­maier war besonders politisch tätig und u. a. Mirglied der ersten teutschen Nationalversamm­lung. Nach feinem Tode wurde der Jurist Achilles Renaud. 1820 in Lausanne geboren, 1884 gestorben, Ordinarius des Spruch-Kolle­giums der Iuristenfakultät in Heidelberg. Ebenso ist der berühmte Staatsrechtslehrer Schultze-Gaevernitz, der 1824 hi Jena geboren wurde und 1888 starb, nachdem er im selben Jahr« in den erblichen Adelsstand er»

Hoben worden war, in der schönen Neckarstadt zu seinen Baiern heimgeganaen. Ein berühmter Jurist, her auf dem Heidewerger, Gottesacker ruht, ist Heinrich Matthias Z o p f l, 1807 bis 1877, der Mitglied der Badischen Ersten Kam­mer und des Erfurter Staatenhauses war und bedeutende staatsrechtliche Werke hinterlassen hat. Ebenso ruht hier der große Chemiker Ro­bert Wilhelm B u n s e n, der 1811 in Göttingen geboren war trab 1899 in Heidelberg starb. Seine glänzendste Entdeckung war die mit Kirchhoff gemeinsam erforschte Spektralanalyse, und auch sein Schüler und späterer Nachfolger Viktor Meyer, 1848 in Berlin geboren, 1897 in Heidelberg gestorben, ist hier zur letzten Ruhe bestattet. Ein hervorragender Germanist

und Romanist liegt an ihrer Seite, der 1832 in schen Republik, Fritz Ebert, ruht. E oproLau geborene und 1888 in Heidelberg ge- lehrte, Staatsmänner und Politiker.

vor 14 Jahren mit dem Eisenbahn-Regimen von Berlin-Schöneberg nach Hanau versetz wurde, da fand ich nebst anderen Kameraden daß der neue Garnisonort Hanau mit seiner vielen baumgeschmückten Straßen eine rech schmucke Stadt sei. Aber in den letzten Jahr« gibt man sich wie es scheint große Mühe, tuest Stadt durch Entfernung jedesentbchrlichen' Baumes reizloser zu machen. Unbegreiflich isj es, warum der zum Ostbahnhof und Friedhoj führende Auheimerwegentbaumt" werden musste. Das Nisderlegen von Baumreihen unk Gruppen geschieht fast immer zum Nachteil der Stratzenbildes. Man besehe sich nur einmal du Bruchköbelerlandftraße, wo eine Anzahl bet stolzen Riesen bereits gefallen sind. Don einem Verkehrshindernis kann wohl da keine Red« fein und der Einwand, daß die Bäume den Zutritt von Luft und Licht zu den Wohnungen hindern, ist so absurd, daß es sich nicht ver. lohnt, darauf näher einzugehen. Läge» du Wohnungsverhältnisse noch wie vor den Kriege, so würden die Hausbesitzer in diesen Straßen beim Vermieten der Wohnungen zu ihrem Schaden merken, daß es ein Unterschied ist, ob ein Haus an einer schönen Allee oder an einer reizlosen Landstraße liegt. Was nun die Bäume der Hochstädterlandstraße betrifft, bei deren Anblick man nicht weiß, ob man lachen ober meinen soll, so glaubt doch fein Kind, daß diese traurigen Aststümpfe noch ein­mal Kronen bilden werden. Vielleicht ist dies auch garnicht beabsichtigt. Es scheint vielmehr, als ob man, um die Hanauer durch das plötz< liche Niederlegen dieser Schattenspender mH zu erzürnen, einenlangsamen Abbau" vor, bereiten will, indem man jedes Jahr ein Stüd von den Bäumen absäbelt. Welchen Zweck nun eigentlich dies sinnlose Zerstören dies« schönen alten Alleen? Nun kommen vielleiH nächstens die Bäume der Nußallee, Lamboy, straff usw. auf die Abbauliste? Gedenkt mar sich an die Mißstimmung der Benöltening nich zu kehren? &

Das Aussteller» der Metzstände.

Die Pfingstfeiertag« fallen in diesem Sohn auf den 31. Mai und 1. Juni und die Hanami Messe auf den 8. Juni. In früheren Zeit« wurde mit dem Ausschlagen der Meßständ« stets an dem sogenannten dritten Feiertag be­gonnen. Seit einigen Jahren beginnt man ab«! schon 14 Tage vorher und der Paradeplatz wai infolgedessen schon während der Feiertage mt diesen Buden besetzt. Weshalb mit dem Ach schlagen Ler Buden schon so lange vorher be­gonnen wird ist nicht recht zu verstehen. 2« Arbeitskräfte, um sie in einer Woche aufzu. stellen, sind Loch vorhanden. Es wäre zu wün­schen, wenn der Magistrat von fetzt ab wieder die Erlaubnis zum Aufstellen ber Buden erst eine Woche vor Meßbeginn erteilen mürbe.

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Mit schäbiger Eleganz

zu sein ist ein Lorwurf, dem sich jeder aussetzt. dessen Schuhwert sich nicht in tadellosem Zustand befindet. Wie neu aber sehen Ihre Schuhe aus. wenn Sie eine Schuhcreme verwenden, die do; Leder weich und geschmeidig und wasserdicht macht und schönsten Hochglanz erzeugt. Ziehen Sie daraus die Lehre und benützen Sie den vorzüglichen Terpentinâl-SchuhputzBudo".

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storbene Karl B a r t f ch, ehemaliger Kustos der Germanischen Museums in Nürnberg. Ein an­derer Germanist guten Namens ist Adols Holtzmann, geboren 1810 in Karlsruhe, ge­storben 1870 in Heidelberg. Er war Erzieher der badischen Prinzen, später Professor bet deutschen und indischen Sprache an der Untben sität Heidelberg. Auch der berühmte Historik«! Friedrich Christopb Schlosser, 17761861, hat in Heidelberg seinen letzten Atemzuc

Durch feine heute noch geschätzteWettgej, hat er auf die politischen Anschauungen "seiner Zeit einen mächtigen Einfluß ausgeübt Sein Schüler Ludwig Häußer, 1818 im Unterelsaß geboren, 1867 in Heidelberg gestorben. ist durch zahlreich« politische Schriften während der Märzrevolution Hervorgetreten. Daneben ent­faltete er als Meister des Dortraas eine äußerst wirksame akademische Lehrtätigkeit und er meiste in den zahlreichen Zuhörern echt patriotisch« Begeisterung. Auch zwei berühmte Aerzte lieg« auf dem Heidelberger Friedhof, nämlich der Professor der Chirurgie Maximilian Joseph o. Chelius, 1794 geboren, 1876 gestorben und der Chirurg Gustav Simon, 1824 bis 1876, der durch seine Forschungen auf dem Ge­biete der Kriegschirurgie großen Ruf erwarb. Bertreter der Archäologie unter den Toten des Heidelberger Friedhofs ist der 1824 in Jena ge­borene und 1878 in Heidelberg verstorbene Karl Bernhard Stark. Auch ein großer Dich­ter schlummert hier. Es ist dies Johann Hein­rich Voß, 17511826, die Seele und treibend« Kraft desGöttinger Dichterbundes", der'be­rühmt« Ueberfefeer der Odyssee und der Ilias. Endlich seien noch erwähnt der Theolog« Karl Da uo, 17651836, und der Philologe Her­mann K ö ch l y, 18151876, der auf der Rück­reise aus Griechenland verstarb. Während sei­ner Teilnahme am Maikampf war er nach Brüssel geflüchtet; 1871 und 1873 war er Mit­glied des Deutschen Reichstages.

Das sind einige der Männer, in deren Reihen jetzt auch der erste Präsident der deut­schen Republik, Fritz Ebert, ruht. Es sind Ge­