200. Jahrgang.
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General-Anzeiger / Zugleich amtliches Organ für den Landkreis Kanan
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Nr. 52
Dienstag den 3. März
1925
Das Neueste.
—. Die freigewerkschaftlichen Spitzenverbände fordern in einem Aufruf auf, zur Stunde der Bestattung des Reichspräsidenten 'am Donnerstag im ganzen Lande die Arbeit vormittags von 11 bis 11.15 Uhr ruhen zu lassen.
— Für morgen Mittwoch gilt das Verbot öffentlicher Lustbarkeiten.
— Ein Entwurf des Reichsfinanzministeriums sieht für Bier und Tabak eine Erhöhung der Steuersätze vor.
__Der albanische Finanzminister Karakuti wurde von einem Mann namens Bolta Sta- mola aus Durazo durch drei Revolverschüsse getötet.
Der Sicherheilspakr.
Man hat in Paris wieder einmal nicht dicht halten können. Der Ministerpräsident Herriot hat im Auswärtigen Ausschuß der Kammer von dem Sicherheitspakt der deur- s schen Regierung gesprochen. Die Pariser Presse !hat davon natürlich Wind bekommen und d.-r - „Matin" weiß sogar zu melden, daß der deutsche Vorschlag am 27. Februar überreicht worden sei. Man hatte in Paris fest ver- : sprachen, die ganze Angelegenheit mit Dis- I kretion zu behandeln. Man sieht auch hier ; wieder, was man von einem solchen Verspre- chen zu halten hat.
Die deutsche Regierung kann natürlich s Don der Vertraulichkeit, die bei der Behand- I lung dieser Frage vereinbart worden ist, nicht - abgehen. Sie wird deshalb auch zu den Pariser Presse-Aeußerungen keine Stellung nehmen. I Ihre Haltung läßt sich aber aus den bisherigen 8 Kundgebungen zur Genüge erkennen. Für , Deutschland gibt es keine Verquickung der Räumungs- und der sogenannten Eicherheits- I frage. Wir wünschen ebenso wie England, daß I Diese beiden Probleme vollkommen ausein- I andergehalten werden. Die Räumung der I Ruhr ist von der Zusage Herriots in London I und die der nördlichen Zone von den Bestim- ■ inungen des Versailler Diktats abhängig. Ist I die deutsche Entwaffnung diktatgemäß durch- 3 geführt, so muß Köln und die nördliche Zone I geräumt werden. Wir verlangen, daß diese I für uns lebenswichtige Angelegenheit so rasch k wie möglich erledigt und der Kontrollbericht I bekannt gegeben wird, damit wir uns mit I unseren Gegnern über die Beanstandungen I der Militärkontrollkommission auseinander- D setzen können. Ist hier eine Einigung erzielt, I so muß die nördliche Besatzungszone und muß i die Ruhr freigegeben werden.
> , Die Frage der sogenannten Sicherheit E steht auf einem ganz anderen Brett. Da sie I ober in allen Entschlüssen und Erwägungen 8 Frankreichs wiederkehrt, so wird es nötig sein, H auch hier durch eine Aussprache Klarheit zu M schaffen. Am liebsten möchte auch Herriot seine ^Truppen am Rheine stehen lassen. Als Min- ^destersatz für diese Sicherung gilt den Franzosen die Neutralisierung der Rheinlands und die Einsetzung einer ständigen Kontrolltom- ' Mission in Köln oder Koblenz. Diese Lösung I ist für uns selbstverständlich gänzlich unannehmbar. Die deutsche Regierung hat in Paris wissen lassen, was wir zuzugestehen imstande sind. Dabei ist vor allem wichtig, daß die Sicherheitsgarantien auf allen Seiten die gleichen sind, daß also Belgien und Frankreich ; dieselben Bürgschaften stellen müssen wie UDeutschland. Ferner ist klar, daß wir mit ^Frankreich und Belgien nur einen Bürg- »schaftsvertrag eingehen können, der die ge- «meinschaftlichen Grenzen betrifft. Deutschlands SOstgrenze muß dabei aus dem Spiel bleiben, Hsie hat für Frankreich keinen Sicherheitswert.
Die Wllilär-Koulrolle.
I Paris, 2. März. Nach der „Information" ist heute vormittag im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten der Bericht des Militärkomitees in Versailles über die Entwaff- nung Deutschlands übergeben worden.
London, 2. März. (Unterhaus.) Wedgwood Venn fragte den Kriegsminister, ob er eine Liste über die Einzelheiten geben könnte, bezüglich deren die deutsche Regierung bereits den Forderungen der Alliierten Hin- sichtlich der Abrüstung nachgekommen sei. WorthingtonEvans sagte in seiner ^Erwiderung, der volle Bericht der Interalliierten Kontrollkommission über die in Deutschland während der Monate September 1924 bis Januar 1925 durchgeführten Generalinspektion werde jetzt vom Interalliierten
Militärkomitee in Versailles erwogen. Es fei verfrüht, eine Mitteilung zu veröffentlichen, bevor der Bericht des Versailler Komitees von der Regierung erwogen sei. Wedgwood Benn fragte hierauf, welche Abrüstungsmaßnahmen die deutsche Regierung bereits getroffen habe. Er füate hinzu, er spreche nicht von einem Verzug. W orthingtonEvans erwiderte, der Bericht befasse sich aber mit dieser Frage. Wedgwood Benn fragte erneut, ob die Regierung nicht in der Lage sei, eine allgemeine Erklärung darüber abzugeben, bis zu welchem Maße Deutschland abgerüstet habe. Worthington Evans sagte, er würde im Augenblick dies nur widerwillig tun aus Furcht, den Fragesteller irrezuführen. Das Parlamentsmitglied E r a w f o r d fragte, können wir die Versicherung erhalten, dâß die Veröffentlichung erfolgt? Worthington Evans sagte: Nein!
London, 2. März. Reuter zufolge ist noch keine Entscheidung hinsichtlich der Veröffentlichung des Berichts der Kontrollkommission über die deutsche Entwaffnung erfolgt. Es wird als voreilig angesehen, wenn man diese Frage erörtern würde, bevor die Alliierten im Besitz der Empfehlungen des Versailler Militärkomitees sind. Was nun die sich wiederholenden Nachrichten über eine Neuorientierung der britischen Politik gegenüber der Frage der Sicherheit Frankreichs angeht, und hinsichtlich der Meldungen über irgend welche neuen Vorschläge an Frankreich oder von Frankreich über diese oder andere Fragen, die zu einer Besprechung in Paris oder London in naher Zukunft führen könnten, so wird die Lage als noch völlig ungeklärt bezeichnet. Ebenso sind auch die Aussichten für eine Zusammenkunft Herriots mit Chamberlain unverändert, wenn es auch durchaus möglich ist, daß irgendeine Nachricht aus Paris oder Versailles irgend elwas Eudgülriges veranlaßen wird. Zurzeit liegt noch keine sichere Nach-, richt über eine Konferenz zwischen beiden Staatsmännern vor. Die britische Abordnung für den Völkerbundrot wird am Samstag nach Genf abreisen. Wenn nichts dazwischenkommt, wird Chamberlain mit dem gleichen Zuge fahren.
Für eine inlernationale Konferenz.
Paris, 2. März. Nach einer im „Temps" veröffentlichten Nachricht aus Newyork hat der Vorsitzende des Panamerikanischen Handelskongresses in der Internationalen Handels- tommiffon, Clarince Owen, Präsident Coolidge dringend ersucht, eine internationale Konferenz in Newark (Jersey) einzuberufen, um den Gesamtbetrag der Reparationen und einen Amortisationsplan für die Reparationen und für die interalliierten Schulden festzusetzen. Auf diese Weise könne Deutschland bezahlen. Aber man könnte noch Amendements zum Versailler Vertrag zulassen, um Deutschland die Möglichkeit zu geben, mit allen Nationen wirtschaftlich in freie Konkurrenz treten zu können. Frankreich und Deutschland müßten gegen jeden militärischen Angriff gesichert sein. Wenn man eine Summe fordern würde, die vernünftigerweise von keinem Volk bezahlt werden könnte, und Deutschland Bedingungen auferlegen würde, die es hinderten, zu bezahlen, so bedeute das nicht eine Lösung der Frage, sondern mache die Lösung unmöglich. Was man von Deutschland fordere, müsse so herabgesetzt sein, daß Deutschland mit der Zeit in die Lage komme, zu bezahlen.
Der Verlauf der Trauerfeierlichkeilen
Berlin, 2. März. Die Trauerfeier der Reichsregierung für den verstorbenen Reichspräsidenten Friedrich Ebert findet am Mittwoch, 4. März, nachmittags 3 Uhr, im Trauerhause statt.
Die Trauerfeier beginnt mit dem Trauermarsch aus der „Eroica" von Beethoven, den das Orchester der Berliner Staatsoper ausführt. Es folgt ein Trauergesang aus dem 16. Jahrhundert, aus dem 75. Psalm, an den sich eine Rede des Reichskanzlers Dr. Luther anschließt. Zuletzt singt der Chor der Staatsoper, den Prof. Rübel dirigiert, ein Grablied von Carl Maria von Weber.
Sodann versammelt sich der Teil des Trauergefolges, dem Zulaß zu dieser Feier gegeben werden konnte, im Hofe, wohin der Sarg in einem ohne Ueberdachung altarartig ausgestalteten Trauerwagen übergeführt wird.
Um 4 Uhr erfolgt in der Wilhelmstraße, deren oberer Teil entsprechend abgesondert wird, eine Trauerparade der Reichswehr,
Der Trauerzug geht durch den oberen Teil der Wilhelmstraße, nimmt den Mittelweg der Straße Unter den Linden und geht von da über den Pariser Platz durch das Mittelportal des Brandenburger Tores. Dort biegt er nach rechts zur Sommerstraße. Er umschreitet das Reichstagsgebäude auf dem Wege über das Reichstagsufer, von wo er sich zur Rampe der Haupttreppe des Reichstages am Königsplatz wendet. Vor dem Reichstagsgebäude hält der Zug.
Hier entbietet der Reichstagspräsident, umgeben von den Abgeordneten des Reichstages und Vertretungen des Reichswirtschaftsrates des Preußischen Landtags und des Stadtparlamentes, dem toten Reichspräsidenten den letzten Gruß der Volksvertretung. Unter den geladenen Gästen des Reichstags befinden sich die Mitglieder des diplomatischen Korps. Der Koßlecksche Bläserkorps wird hierbei dieselben Weisen spielen, die er in Gegenwart des Reichspräsidenten Ebert bei der Trauerfeier am 3. August vorigen Jahres vorgetragen hat. Zu Anfang Haendels Trauermarsch und am Ende „Ich hatt' einen Kameraden". Durch die Freigabe des Königsplatzes für die Verbände und olle die, die einzeln an der Feier teilnehmen wollen, ist hier Gelegenheit zu einem Abschiednehmen für viele Tausende gegeben.
Der Zug gern dann durch die Friedensallee zur Budapesterstraße, entlang den Gärten der reichseigenen Gebäude. In dem Augenblick, in dem der Wagen mit dem Toten das von einer Ehrenwache flankierte Gartenportal des Hauses des Reichspräsidenten er« reicht, hält er auf einige Sekunden. Dann geht der Zug zum Potsdamer Platz.
Hier wird der Sarg vom Wagen genommen und auf einem Podest unter dem mitt- lereN. T^bogey des Portalovrbaues aufgestellt. Die Teilnehmer des Zuges gehen dann ?um letzten Gruß am Sarg vorbei. Dieser Vorbeimarsch dauert bis gegen Abend. Unmittelbar vor Abgang des Zuges, der den Toten nach Heidelberg überführt, verstummt die Musik Die Lokomotiven geben ein Signal. Alle Trauergäste entblößen das Haupt. Der Sarg wird in einen Wagen des Trauerzuges überführt, der den Toten zur letzten Ruhe in feine Vaterstadt leitet.
15 Minuten Arbeilsruhe.
Berlin, 2. März. Die freigewerkschafinchen Spitzenverbände der Angestellten, Arbeite und Beamten erlassen einen Aufruf an die Gewerkschaftsmitglieder, in dem dazu aufge- fordert wird, zur Stunde der Bestattung des Reichspräsidenten am Donnerstag, 5. Märg, im ganzen Lande die Arbeit vormittags von 11 bis 11 Uhr 15 Minuten ruhen ’u lassen
Eine Friedrich Sberl-Sliflung.
Berlin, 2. März. Der sozialdemokratische Parteivorstand hat beschlossen, eine Friedrich Ebert-Stiftung im Sinne der Lebensarbeit des verstorbenen Reichspräsidenten zu errichten. Der Parteivorstand hat im Einverständnis mit der Familie Ebert an die Mitglieder der Partei die Bitte gerichtet, von Kranzspenden und der Entsendung von Deputationen abzusehen und die dafür vorgesehenen Beträge der Stiftung zuzuführen.
Trauerkundgebung im Hessischen Landtag.
Darmstadt, 2. März. Der hessische Landtag ist heute nachmittag 4 Uhr zu einer Trauerkundgebung für den verstorbenen Reichspräsidenten zusammengetreten. Bis auf die Kommunisten und die Deutschnationalen waren fast ämtliche Abgeordnete der Einladung Les Präidenten gefolgt. Die Galerien waren dicht ge- üllt. Der Sitzungssaal war mit Flor und Lorbeergirlanden geschmückt. Als Präsident Adelung sich erhob, um eine Ansprache zu halten, erhoben sich sämtliche Abgeordnete von ihren Plätzen und hörten die Rede des Präsidenten stehend an. Er führte u. a. aus:
Mitten aus der Vollkraft seines Lebens ist Friedrich Ebert von einer tückischen Krankheit hinweggerafft worden, herausgerissen aus voller Arbeit. Das schwergeprüfte deutsche Volk steht tieftrauernd an der Bahre des Mannes, der ihm in den Jahren schwersten Leidens und bitterer Trübsal ein sicherer und unbeirrbarer Führer war. Die Aeußerungen der Wertschätzung und der Verehrung, die vom Ausland koinmen, bezeugen uns deutlich die Größe unseres Verlustes. Die auf Frieden und Verständigung gerichtet« zielklare Haltung
Eberts hat unendlich viel dazu beigetragen, daß die Kriegspsychose, die das Leben der Völker vergiftete, allgemach im Schwinden begriffen ist. Friedrich Ebert war ein glühender Patriot, der sein eigenes Volk über alles liebte und er war stets bereit, ihm alles zu opfern. Ebert war der schlichte Mann des Volkes, der sich als Staatsmann von großer Qualität erwies. Jedermann, der mit ihm in persönlichen Verkehr trat, wurde bezwungen von der absoluten Geradheit und der Reinheit seines Willens. Die Geschichte wird feststellen, daß eg nicht in letzter Linie der großen Staotskunst des ersten deutschen Reichspräsidenten, seinem Takt und seiner Einsicht zu danken ist, wenn in stürme« scher Zeit das Datsche Reich nicht zerfiel, sondern wieder der Gesundung und dem Aufstieg entgegengeführt wurde. Das deutsche Volk, das das Andenken Friedrich Eberts ehrt, ehrt sich damit selbst
An den Beisetzungsfeierlichkeiten in Heidelberg werden als Vertreter des hessischen Landtags die drei Präsidenten Adelung, Nuß und von Helmoldt teilnehmen, außerdem 20 Abgeordnete. Der hessische Landtag läßt am Grabe des Reichspräsidenten einen Kranz mit einer Schleife in den hessischen Landesfarben und einer Widmung niederlegen. Die sozialdemokratische Landtagsfraktion wird einen Kranz mit Schleife in den Reichsfarben niederleger lassen.
Weilers Beilei-skuu-qebunge«.
Berlin, 2. März. Aus der Fülle der weiter eingegangenen Beileidskundgebungen find hervorzuheben Beileidstelegramme des Königs von Spanien, des Königs Fuad von Aegypten, des persischen Ministerpräsidenten Sarder Se- pag und des Präsidenten von Peru.
Ferner hat der frühere englische Premierminister, M a c d o n a l d folgendes Telegramm an Frau Ebert gerichtet: „In der Trauer, die ich nicht in Worte fassen kann, über den Tod meines alten Freundes, sende ich, zugleich namens der Parlamentsfraktion der Labourparty, mein herzlichstes Beileid. Nicht allein Deutschland, sondern Europa haben einen weisen und geduldigen Diener verloren."
Der russische Volkskommissar Tschitscherin sandte an den Außenminister Dr. Stresemann folgendes Telegramm aus Tiflis: „Tief betroffen durch die traurige Nachricht von dem Hinscheiden des Reichspräsidenten Ebert drücke ich Ihnen mein tiefstes Beileid aus und bitte Sie, es der Familie des Reichspräsidenten auszudrücken."
Zur Wahl des Reichspräsidenten.
Mehrere Blätter beschäftigen sich mit der Frage der Neuwahl des Reichspräsidenten. Der „Lokalanz." und die „Boss. Ztg." treten lebhaft dafür ein, daß die technischen Wahlvorbereitungen so beschleunigt werden, daß der erste Wahlgang bereits am 29. März und der zweite, falls ein solcher notwendig werden sollte, am 26. April stattfinden solle.
In einem Bericht der „Voss. Ztg." heißt es, daß der demokratische Abg. Koch auf der demokratischen Tagung am Sonntag dafür eingetreten iei, daß sich die republikanischen Parteien möglichst schon für den ersten Wahlgang auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen sollten. Auch der „Vorwärts" erklärt es für selbstverständlich, daß die republikanischen Parteien möglichst geschlossen auftreten. Die Entscheidung werde in kürzester Zeit fallen. Dem „Lok.-Anz." zufolge sind auch im schwarzweiß-roten Lager Bestrebungen im Gange, eine Einigung über einen Sammelkandidaten herbeizuführen. Das Blatt glaubt, die Aussichten auf eine gemeinsame schwarz-weiß-rote Kandidatur günstig zu beurteilen.
Die Grundsätze der englischen Politik.
Paris, 2. März. Der Londoner Berichterstatter der „Chicago Tribune" meldet, ein Geheimdokument, das die Grundsätze der englifchenPolitik, angesichts der neuen Lage in Europa behandle, sei vor kurzem bei den Mitgliedern des Kabinetts, bei den Botschaftern und anderen hohen Beamten durch Staatssekretär Chamberlain in Umlauf gesetzt worden. Zum ersten Male seit zehn Jahren sei eine solche Denkschrift, die die großen Richtlinien britischer Außenpolitik aufzeigt, verfaßt worden.
Die Denkschrift hebt alle wesentlichen Faktoren hervor, die für die Sicherheit Großbritanniens notwendig erachtet werden. Alle übrigen Ausführungen sind nur sekundäre