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200. Jahrgang

General-Anzeiger / Zugleich amtliches Organ für den Landkreis Kanan

Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn. und Feiertage. * Fernfprech-Anschlutz Nr. 1237 und 1238.

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Für Platzvorschrift und Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.

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Nr. 32

Samstag den 7. Februar

Das Neueste.

Die Ekandaluntersuchungsausschüsse des Reichs- tag? wie des Landtages haben beide für heute Sitzung, n mberaumt.

Wie dasEcho des Paris" berichtet, wird der bericht der I. M. K. K. erst in etwa 10 Tagen der Botschafterkonferenz überreicht werden können.

Ueber die deutsch - französischen Wirtschaftsver- sandliinflen berichten die Pariser Blätter optimistisch. Die Sachverständigen bereiten einen Text vor, der der nächsten Vollsitzung vorgelegt werden soll.

Die britische Note über die französischen Kriegs­schulden ist heute nach Paris abgegangen.

Im Haag hat sich ein internationales Komitee jur Begründung eines regelmäßigen Flugverkehrs zwischen Holland und niederländisch Indien gebildet.

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Der Korruptionssumpf.

Aus dem Korrupttonssumpf, der sich um den festen Kern der Kutisker- und Barmat- yföre gebildet hat, steigen fast täglich neue Blasen auf. Andere Korrupttonsaffären ge­sellen sich dazu. Die Entwicklung der Dinge wird namentlich für die Sozialdemokratie immer peinlicher. Es ist deshalb kein Wunder, daß gerade von dieser Seite aus Ablenkungs­manöver versucht werden. Zu den wirklichen Skandalen, die üble Düfte ausströmen, gesellen sichAffären", die künstlerisch aufgebaut und selbstverständlich in möglichst strahlende Be­leuchtung gerückt werden, damit die unange­nehmen Dinge, die den nahestehenden Parteien passiert sind, etwas in den Schatten treten. : Das alles führt dazu, daß die Presse tagtäglich eine Fülle von Skandal produzieren muß, die nicht nur allmählich auf die Nerven geht, son

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nötig.

Untersuchungsrichter und Staatsanwalt haben zwar von ihrem Standpunkt aus wahrscheinlich mit Recht gegen die Tätigkeit der parlamentarischen Untersuchungsausschüsse Bedenken vorgebracht. Es ist aber unverkenn­bar, daß namentlich in dem preußischen Var- mat-Ausschuß nützliche Arbeit geleistet wor­den ist. Strafrechtliche Arbeit konnte selbstver­ständlich dort nicht geleistet werden. Aber poli­tisch ist das Terrain doch recht westgehend ge­klärt worden. Selbst dieFrankfurter Zeitung" hat es für notwendig erklärt, daß von den sozialdemokratischen Abgeordneten Heilmann and Bauer die Konsequenzen gezogen werden, nachdem ihre enge Versippung mit Herrn Bar­mat im Ausschuß festgestellt worden ist. Die Sozialdemokratie selbst kämpft aber verzweifelt für die These, daß Herr Barmat ein untadel- dafter Ehrenmann sei und daß deshalb auch seine sozialdemokratischen Freunde und Gönner kein Vorwurf treffen könne. Man hat natür­lich versucht, vor dem Forum des Ausschusses dieser Behauptung auf den Grund zu gehen. Aber immer blieb die Maske gewahrt. Aus der sozialdemokratischen Werkstatt geht ein Ge­mälde hervor, auf dem Herr Barmat, der ehr­bare Kaufmann, und die Herren Bauer, Heil­mann und andere, die uneigennützigen meunde, eine fast rührsame Gruppe bilden. Aber mit dieser Schönmalerei ist es jetzt vor­über. Es ist, wie gestern gemeldet, ein Brief bekannt geworden, in dem im einzelnen auf- gezähst wird, was Herr Bauer, der ehemalige deutsche Reichskanzler alles von Barmat be­zogen hat. Vor dem Ausschuß hat Herr Bauer leben finanziellen Vorteil aus feiner Bekannt- ndaft mit Barmat geleugnet, als man ihn zwang, klipp und klar Nein oder Ja zu sagen, umso empfindlicher triftf jetzt der Schlag, der mit der Veröffentlichung dieses Briefes ge- Un)n wird. Herr Bauer ist von seiner Fraktion gezwungen worden, sein Mandat ruhen zu miiem Er hat dann gestern auf Veranlassung der ^raktionsuntersuchung sein Mandat nie­dergelegt. Das erste Opfer Barmats sinkt in den sozialdemokratischen Reihen zu Boden.

$ 'n änderen Parteien dürften Opfer â ^drVorwärts" hat gestern durch die -r^dlkentlichung eines Empfehlungsschreibens K die Depositen- und Handelsbank die bedenk- Atolle des früheren Postmünsters Dr. ?ns Licht gezogen. Diese Affäre spielt bßr 1923 während der Kanzlerschaft Dr. w/dstrnanns. Ihre treibende Kraft war der ^'chdpostminister Dr. Hoefle. Es handelt sich Ü dddum, Goldbestände, namentlich solche, utthörVm Eigenen Lande bei den Althändlern q^^"lkaufsstellen vorhanden waren, für den "nd den Eisenbahnbetrieb anzukaufen.

Der Gedanke war an sich praktisch und gut, da die beiden Betriebsverwaltungen in den Zeiten der schlimmsten Inflation etwaige Goldbestände sehr gut zur Aufrechterhaltung des Betriebes verwerten konnten. Dr. Hoefle gab die An­regung und der Reichsverkehrsminister Oeser stimmte ihr zu. Stresemann erklärte sich als Reichskanzler damit einverstanden. Daß die Depositen- und Handelsbank gewählt wurde, geschah gemäß einem Vorschlag des Herrn Dr. Hoefle, der sich darauf berief, daß man für solche Aufkaufsgeschäfte nicht die großen Ban­ken brauchen könne, sondern eine kleinere Bank wählen müsse. Die Verantwortung für die Auswahl trifft ganz allein ihn. Das Empfeh­lungsschreiben wurde von der Reichskanzlei zurückgezogen, sobald der schlechte Ruf der Bank bekannt wurde.

Die Ausbeutung dieses Schreibens gegen Stresemann ist eine ganz unwirksame sozial­demokratische Finte. Dagegen scheint sich in dem Prozeß der Holzfirma Himmelsbach ein neues Korruptionsgebiet aufzutun Man wirft der Firma vor, daß sie die pfälzischen Wälder nicht nur im Auftrage der Franzosen ver­wüstet, sondern sich durch Geheimverträge mit den Franzosen auch ihren eigenen Beuteanteil gesichert hat. Man wird den Beweis dafür ab­warten müssen, ob die Firma tatsächlich sich eines derartigen Skandals schuldig gemacht hat. Auch diese Affäre ist politisch anrüchig, denn im Aufsichtsrat der Firma Himmelsbach A.-G. fitzen einige Politiker.

Immer neue Enthüllungen in Ser Barmat-Affäre.

Die Familie Darmat bereichert sich an den Geldern für die Hungernden der Ukraine.

Berlin, 6. Febr. DieBerliner Dörsen- zeittmg^sährt heute mit ihren Enthüllungen

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1.In Paris war ich Jahre 1921/22 ein Komitee aus der russischen Emigration ge­gründet worden, das den Zweck hatte, durch Spenden die HungerndenderUkraine zu unterstützen. Dieses Komitee wandte sich an die verschiedenen Regierungen um Hilfe und erhielt u. a. von der amerikanischen Regierung ein stattliches Heereslager in Marseille zur Ver­wertung. Der Erlös sollte also den Hungern­den in der Ukraine zugutekommen. Herr Iulius Barmat machte sich an dieses Geschäft heran und das Ende vom Liede war, daß sämtliche Verwandte von Barmat in Amster­dam eine Menge dieser Waren zurVerwer­tung" erhielten. Der Rest wurde einfach ver­schachert. In der Ukraine haben die Hungrigen keinen Rubel gesehen. Wir wissen alle längst, daß dort Millionen Menschen den Hungertod gestorben sinh. Nun scheinen die Amerikaner und Franzosen dies alles in Erfahrung gebracht zu haben und die Komiteemitglieder werden seit einiger Zeit streckbrieflich verfolgt; sie sind aber in aller Welt verschwunden; nur Julius Bar­mat nicht. Vielleicht lassen sich heute in dieser Sache in Paris noch weitere Einzelheiten fest­stellen.

2. Die Lodzer ZeitungNordexpreß" be­richtet vor kurzer Zeit, daß Herr Henry Var­mat vor seiner Flucht aus Uman (Sowjet- Ukraine) der vorigenTscheka", (der berüch- tigsten russischen Mörderzentrale) angehört hat. Dieses haben auch holländische Zeitungen wiedergegeben, ohne daß jemand aus der Fa­milie Barmat in Amsterdam dieses widerlegt hätte."

Weiterhin unterbreitet der Gewährsmann folgendes neues Material:

Die Amexima" hat s. Zt., aller Wahr­scheinlichkeit nach für die Seehandlung, Reichs- band oder Girozentrale, und vielleicht für alle gemeinsam, eine Bilanz aufgemacht. Diese Bilanz, die im September aufgestellt war, weist in den Aktiven zirka 70 000 000 Mark, in den Passiven 20 000 000 Mark auf. Nach dieser Bilanz" aber durfte dieAmexima" zirka 50 000 000 Mark ihr Eigenkapital nennen. Wenn man nun die Verwertung der einzelnen Aktienposten näher betrachtet, so muß man un­willkürlich den Kopf schütteln. Man hatte da z. V. das Aktienkapital derDonauländischen Werke, Wien", die aus einigen Holzbaracken und einigen Notbauten bestehen, und die in Wien kaum ein Mensch kennt, mit 8 000 000 Goldmark eingesetzt. Ein in Deutschland völlig unbekanntes UnternehmenWestkohlen" in Hergenrath, das infolge einer nie zu schaffenden Rentabilität ein seriöser Kaufmann nicht geschenkt haben möchte, mit ^ Million Goldmark usw. usw. . . . Wit diesen Wert­angaben sind die einzelnen Mtienvakete der

Seehandlung, Girozentrale, auch hinterlegt worden und es hat sich kein Mensch seitens dieser Geldgeber jemals bemüht, festzustellen, ob diese Unternehmungen tatsächlich oder an­nähernd den angegebenen Wert repräsentieren.

Herr Heilmann hat in seinen Ausfüh­rungen vor dem Untersuchungsausschuß des Landtages über Barmat zum mindesten einen sehr zutreffenden Satz gesprochen, unb zwar, daß Iulius Darmat der betrogene Betrüger sei. Es ist öffentlich ja nicht bekannt, daß alle Unter­nehmungen des Barmat-Konzerns vor der Uebernahme von keinem Menschen be­sichtigt, bewertet oder geprüft worden sind. Es genügte ein entsprechendes Zureden der Herren Lang e-H egermann, L i ch t e n st e i n und anderer und das Unter­nehmen wuvde sofort gekauft und mit dem Gelde der Sechandlung, der die betreffenden Aktien hinterlegt worden sind, sofort bezahlt. Wenn nun behauptet wird, daß Herr Dr. Hell­wig allein Barmat die Berlin-Burger Eisenwerk A.-G. und 3. Ro th A.-G.auf­gedrängt hat", so ist dies gewiß nicht der Fall, denn der Direktor Schaeffer, der von Ja­nuar 1924 bis Mai 1924 Direktor der Amexima G. m. b. H. war, hatte seinerzeit erklärt, daß am Tage der Uebernahme der Merkurbank die Amexima" ein Vermögen von 2% Millionen besaß/ welches zum bedeutenden Teil beim Berlin-Burger Eisenwerk gegen Hinterlegung eines großen eigenen Aktienpaktes investiert war. Als nun die Berlin-Burger Eisenwerke ihre Schulden an dieAmexima" nicht zurück­zahlen konnten, blieb Herrn Barmat schließlich nichts anderes übrig, als Berlin-Burg zu über­nehmen, sicherlich in der Ueberzeugung, daß hierzu kein größerer Betrag erforderlich sein würde. Die Wirtlichkeit hat ihn schließlich enttäuscht, denn in Berlin-Burg und I. Roth ind. über 15 Millio ne n G e ld er der

6k auch für den Laien unglaublich hoch er­scheinen.

Allmählich sahen die Gebrüder Barmat doch wohl ein, in welch ein Retz sie hineingeraten waren und daß sie aus dem Netz unmöglich herauskommen können.

Aber es war zu spät!

Börsenkreise hatten sich wohl schon rechtzeitig von dem inneren Wert dieser In­dustrie-Unternehmungen des Barmat-KonAerns Rechenschaft gegeben und von allen Seiten kamen täglich große Aktienpakete auf den Markt. Käufer für diese Aktien sind auf der Börse seit Monaten nicht mehr aufgetreten, und die Deutsche Meckurbank wie die anderen Varmatbanken nahmen sämtliches Material selbst auf; sonst wären ja die Kurse mit zu großer Geschwindigkeit nach unten gegangen und die Geldgeberinstitute hätten dann täglich enorme Summen als Einschuß verlangt. Um also den Kurs zu halten, warf man monatlich fünf -bis achthunderttausend Mark unnütz heraus. Da erhebt sich die Frage: Wenn die Staatsanwaltschaft am 31. Dezember nicht ein­gegriffen hätte, wie lange würde man da noch ungeheure Millionen unnütz hinausgeworfen haben?

Eine Erklärung der Derleldiger -er VrüSer Darmal.

Berlin, 6. Febr. Zu den Mitteilungen ein­zelner Blätter über die Beziehungen Barmats zu einzelnen politischen Parteien nehmen die Verteidiger der Brüder Barmat in, einer längeren Erklärung Stellung. Was die Be­ziehungen Barmats zu dem früheren Reichskanzler Bauer betreffe, so stammten sie schon aus der Zeit, zu der Bauer noch Reichskanzler war. Im Januar 1919 habe der damalige Reichskanzler Bauer Jul. Barmat zu sich kommen lassen, als in Verbin­dung mit der Erklärung der Bochumer Han­delskammer Presseangriffe gegen Barmat und auch gegen die Reichsregierung erfolgten. Ein weiteres Zusammentreffen zwischen Barmat und Bauer sei im Jahre 1922 er-

rfolgten. zwischen

folgt, als Bauer Reichsschatzminister war. Es habe sich damals um die Devisen- und Roh- lloffbeschaffung für die Demo gehandelt. Die Verhandlungen seien ohne Einflußnahme Bauers geführt worden und Zwar zunächst mit dem damaligen Ministerialdirektor Kautz und anderen Beamten. Mit Genehmigung des Aufsichtsrats der Dema sei damals ein Ver­trag geschlossen worden über die Finanzie­rung der Rohstofflieferungen für die Demo durch die Amexima. Später sei der Vertrag wieder gelöst worden, als die Dema imstande sich durch die Reichskredit G. m. b. H.

war, sich durch die Reichskredit G. m. b. j). die notwendigen Devisen selbst zu beschaffen. Sa lange Bauer Minister war. Haben zwischen

ihm und -den Barmats keine irgendwie ge­arteten geschäftlichen Beziehungen bestandest Erst im Jahre 1922, als Bauer nicht mehl'. Minister war, seien solche Beziehungen zu­stande gekommen, und zwar insofern, als Bauer z. B. auf Ansuchen der Amexima bei! der Reichsregierung um eine Erhöhung bet Kredite für die Amexima verhandelte, und für die erhöhte Summe eine Provision erhalten habe, die später auf ein Minimum von 300 holländischen Gulden auf einige Monate fest­gelegt worden sei, da Bauer auch sonst bei ge« jchästlichen Besprechungen als Berater hinzu­gezogen worden sei. Provisionen habe er ferner für die Vermittlung einer Stacheldraht lieferung aus Reval erhalten. Mit seinen Ge-^ schäften habe jedoch kein Ministerium irgends etwas zu tun gehabt, auch hätten sie nicht im Zusammenhang mit Bauers früherer Stellung gestanden. Seit MaiJuni 1923 habe Barmat Bauer überhaupt nicht mehr gesprochen. Bem1 Geheimrat Hellwig von der Staatsbank habe Barmat im AugustSepember 1924 einmal 50 000 französische Francs gegeben, die für die Staatsbank als Rückzahlung für vier bis fünf Monate zuvor geliehene französisch! Franken nebst Zinsen bestimmt waren.

Eine neue Skan-alaffäre.

Berlin, 6. Fehr. Unter der UeberschriftDie Geschichte einer Empfehlung" veröffentlicht der Vorwärts" in der Nummer vom 6. Februar in Faksimili einen Brief des Reichspostministscs Dr. Höfle an die Depositen- und Handelsbank vom 6. Oktober 1923, in der er bittet, der Bank, die im Interesse des Reiches tätig sei und ge­wisse wichtige Aktionen für dasselbe vornimmts das unbeschränkte Depositenrecht, Devisenrecht und die Börsenzulassung zu verschaffen.

Der Brief trägt außer der Unterschrift des Reichspostministers Höfle die abgestempelten

Die Urkunde ist echt und war ausg den, da die Depositen- und Handelsbank in der Lage sein sollte, große Goldankäufe zu tätigen. Da maßgebende Stellen in jener Zeit der stärksten Inflation der Meinung waren, daß eine Stabilisierung der kranken Währung nur durch Goldansammlung zu ermöglichen sei und die Reichsbank in jener Zeit diesem angeblichen Bedürfnis nicht schnell genug nachkommen konnte, glaubten die unterzeichneten Minister Stresemann und Oeser, den Vorschlag Höfles beantworten zu müssen. Nachdem nach wenigen Tagen der Devisenkommissar darauf aufmerk­sam machte, daß die Handels- und Depositen­bank einen schlechten Ruf genieße, wurde die sofortige Einziehung des Empfehlungsschreibens verfügt. Das Schreiben wurde am 12. No­vember eingezogen, so daß es sich nur 14 Tage in Händen der Bank befunden hat.

Ueber die Beziehungen der einzelnen Direb- toren, namentlich der inzwischen verschwunde­nen Herren Wolpe und Klikottka, erfahren wir noch folgende, Einzelheiten.

Die Direktoren in der Depositen- unb Handelsbank wechselten außerordentlich schnell und häufig. Direktor Johannes Wolpe ver­fügte über sehr gute Beziehungen zu links­stehenden Politikern. Ihm gehörte die Mehr-s Heft der Depositen- und Handelsbank. Diese' erhielt skandalöserweise fünf Millionen Post­gelder. Die Sireftoren der Depositen- und Handelsbank, Wolpe und Klikottka, sind kurz/ nachdem die fünf Millionen gezahlt worden waren, flüchtig geworden und werden steckbrief­lich verfolgt. Herr Wolpe und sein Vertreter, .Herr Moldenberg, sind aus dem Osten nad* Berlin gekommene Nichtdeutsche.

Die ReichsKofl unS Sie Darmai-Affäre

Berlin, 6. Febr. Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichspost befaßte sich in seiner heutigen Vollsitzung erneut eingehend mit den Vorgängen, die die Kreditgeschäfte der Reichspost betreffen. Er nahm von bem Be­richt seines zur Prüfung dieser Kreditgeschäfte und der dabei den ehemaligen Reichspost­minister Höfle treffenden Verantwortlichkeit eingesetzten Unterausschuß Kenntnis. Sie dem Unterausschuß erreichbar gewesenen Unter« lagen gaben keinen Anlaß, an der Integrität und Pflichttreue der Beamtenschaft des Reichs- postministeriums irgendwelche Zweifel zu hegen. Das bei der Prüfung der einzelnen Fälle gesammelte Material wird dem vom Reichstag eingesetzten Untersuchungsaus­schuß übermittelt. Der Verwaltungsrat hat cs ferner, um eine künftige. Wiederholung der bekannten, bedauerlichen Vorfälle zu ver­hindern, für notwendig erachtet. tüt bU_2iK