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200. Jahrgang.

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General-Anzeiger / Zugleich amtliches Organ sür den Landkreis Kanan

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Nr. 25

Freilag den 30. Januar

1923

Luther wir- Herriot antworten

Berlin, 30. 3an. Reichskanzler Dr. Lu- ther wird bei dem heute statfindenden Empfang ter ausländischen Presse ausführlich zu der Rede Herriols Stellung nehmen. Der Kanzler hätte es vorgezogen, dem französischen Minister­präsidenten vor dem Reichstag zu antworten, doch kommt dies nicht in Frage, da der Reichs- tag erst am 3. Februar zusammentritt. Soviel man weiß, wird Dr. Luther sich bemühen, nicht in den leidenschaftlichen Ton Herriots zu ver- aflen. Er wird kühl und sachlich, wie es seine Art ist, auf die Rede eingehen. Das wird aber nicht hindern daß die Antwort des Kanzlers sachlich eine scharfe Verwahrung enthält, eine Verwahrung gegen die unberechtigten Vor­würfe, die Herriot vorgebrocht hat und gegen die unehrliche Art seiner Polemik.

Man hat nach der Rede Herriots in den Wandelgängen der französischen Kammer teils entzückt, teils besorgt sich zugeflüftert: Ein Ueber-Poincarè! Ganz gewiß hätte Poincarè den Ausfall gegen Deutschland nicht gehässiger ausführen können. Wie es scheint, hat sich der französische Ministerpräsident auf­hetzen lassen. Es sind ihm Agentenberichte und ein angeblicher Borbericht der Militävkvmmif- sion kurz vor seiner Rede zugesteckt worden. Aus diesem Material hat Herriot dann eine Blütenlese vorgetragen ein Verfahren, das gar nicht scharf kann. Seit Wock

gar nicht scharf genug gebrandmarkt werden kann. Seit Wochen, solange die Diskussion über den Kölner Vertragsbruch im Gange ist, werden der deutschen Regierung angebliche Verfehlun- gm in der Abrüstungsfrage vorgeworfen und

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Und in diesem Sinne enthüllt er das alte Ziel Frankreichs: Unsere Anwesenheit am schein ist die wesentliche und leider vielleicht die letzte Garantie für die Sicherheit Frankreichs." Hier haben wir das klare Eingeständnis, daß, was wir an dieser Stelle immer und immer wieder gesagt haben, Frankreich nicht die Absicht hat, die Ruhr und den Rhein eher zu verlassen, als bis es auf irgend eine Weise sein Rhein-Ziel erreicht hat.

Es wird in Deutschland wohl nun niemand mehr daran zweifeln, wie ernst die Gefahr ist, daß die Räumungsfrage von Frank- reich auf das Sicherheitsgebiet ge­schoben wird, um ihre Lösung in einer dau­ernden Versklavung des Rheinlandes zu finden. Ueber diese Lösung ist zwischen Frankreich und England in einem für Frankreich günstigen Sinne zweifellos bereits verhandelt worden. Deutschland ist dadurch in eine neue und schwie­rige Verteidigungsstellung gedrängt, in der wir aufs Entschiedenste gegen die französischen Pläne werden kämpfen müssen. Es ist möglich, daß der Kanzler in seiner Antwort Deutschlands Bereitschaft zur Schaffung von Friedensgaran­tien ausspricht. Gegen die Art, wie Frankreich sich diese Garantien denkt, gibt es nur den schärfsten Widerstand. Dessen sollte sich in Deutschland jeder bewußt sein. Auch Herr Breitscheid, wenn er wieder einmal als Red­ner im Reichstag auftritt. Herriot hat in seiner Rede aus zahlreichen deutschen Rede- und Schretbeblüten Gift gesaugt. Es müßte von jedem Deutschen als tiefste Schmach empfunden werden, wenn er von einem französischen An­kläger als Kronzeuge. angeführt wird.

her ohne jeden Erfolg. s hindert zösi scheu Ministerpräsidenten nicht, mit vollen Händen aus diesem geheimen Anklagematerial unbeweisbare Angaben auszustreuen und da­raus Schlußfolgerungen zu ziehen, die für das deutsche Lebensrecht auf Befreiung seiner be- setzten Gebiet von denkbar größter Tragweite sind. Das ist in der Tat gang Poincarè, der Deutschland nur auf der Anklagebank als Ueberführten gelten ließ. Es ist das Verfahren eines Hetzers und wenn Herriot Wert darauf legte, sich feines Vorgängers nach dieser Rich­tung hin würdig zu erweisen, so hätte er es nicht besser anfangen können.

Der Reichskanzler wird heute abend auf die ungerechtfertigten Beschuldigungen Deutschlands im einzelnen eingehen. Angesichts dieser bevor­stehenden amtlichen Widerlegung seien hier nur die handgreiflichsten Unwahrheiten berührt. Das System der Zeitfreiwilligen ist in Deutsch­land vorübergehend in der Zeit der ärgsten inneren Unruhen angewandt worden. Es war ein Selbstschutz der Bürger gegen den Straßen- Mror und ist mit der zunehmenden inneren Befestigung Deutschlands vollkommen ver- chwunden. Der deutsche große Generalstab existiert nur in der Phantasie der Franzosen und die Sicherheitspolizei ist ihrer Bewaffnung ssM auch ihrer Ausbildung nach völlig außer- Mnde, feld-kriegsmäßig verwendet zu werden.

jemand unverdächtig ist, die Polizei mili- tari ch aufgezogen zu haben, so Severing, der verflossene sozialdemokratische Innenminister, und nun gar die Behauptung, bei Krupp sei « sug auf Abrüstung unö Entwaffnung so gut wie nichts geschehen! Angesichts der stän- mgen Kontrolle, der sich Krupp namentlich seit Ruhrbesetzung erfreut, ist tue Behauptung io böswillig hetzerisch, daß wir hier über die können" Pistung eil Herriots hinweggehen

, $^s der Rede Herriots schallt ein einziger Sicherheit gegen den deutschen Milita- Ruf ist unehrlich. Herriot hat Zuflucht zu diesem Mittel genommen, weil r sich innerpolitisch nicht mehr ganz sicher fühlt. :J daß Poincarè und seine Garde auf ern. un& um diesem Wilde zu entgehen, yeuit er mit den Wölfen. Aber das ist am Ende ^Antwortlich für die Tonart, in der Her- gesprochen hat. Das Leitmotiv wäre wohl trJfL diesen inneren Druck dasselbe ge= le.1' ücrankreich hat versucht, im Friedens- die dauernde Besetzung des Rheins -"^drücken und von diesem' Ziel hat es ein- K "'^ gelassen. Herriot empfindet es als bem ^Abforderung, daß Deutschland von « als von dem deutschen Strome ^T; ®r bewegt sich also genau in derselben EiLweche wie jeder französische Chaumnist.

ttreuutufige SrinKer".

Paris, 29. Jan. Die gestrige Rede Herriots wird von der Abendpresse gebilligt. DasJour­nal des Dèbats" schreibt: Im Himmel ist mehr Freude über einen einzigen reumütigen Sünder als über hundert Gerechte. Die Kammer hat gestern etwas von diesem Gefühl empfinden dürfen. Der reumütige Sünder war Herriot und die gesamt« Kammer hat eine Befriedigung kennen gelernt, die ihr bis jetzt versagt war. Sie hat nunmehr ein vernünftiges Wort vom AranzösSschen Ministerpräsident gehört.

DerTemps" billigt die Rede Herriots und glaubt, daß sie den Wert einer Handlung von beträchtlicher Bedeutung in internationaler Hinsicht habe. Die Rede beweise der gesamten Welt, daß trotz des Kampfes der Parteien Frankreich moralisch untrennbar bleibe, wenn es sich um feine Sicherheit handle und daß ein einziges Gefühl die Nation beseele, wenn es sich darum handle, der doppelten Gefahr zu be­gegnen, die das Ergebnis des Sieges und die Unabhängigkeit Frankreichs zu zerstören trach­ten. Herriot selbst habe die Ansichten unb das Gefühl Frankreichs getreulich zum Ausdruck gebracht.

DerIntransigeant" schreibt: Herriot ist ein reumütiger und bekehrter Sünder, der in den Kreis der Gerechten zurückkehrt. Er wird nunmehr an der Seite von Millerand und Poincarè unter ihnen sitzen und unter allen weitblickenden Patrioten, deren Warnungen er noch am Tage vorder mißdeutet hat.

noch am Tage vorh< Der radikaleP

Der radikaleParis Soir" schreibt, die Rede Herriots bedeute eine Warnung für die deutschen Chauvinisten und einen indirekten dringenden Appell an die deutsche Demokratie. Wird man ihn hören? Wir dürfen es zu hoffen wagen, wenn nicht die Opposition Herriot da­durch, daß sie ihm Absichten unterschob, die er nicht hatte, einen lärmenden Erfolg bereitet hätte. Die Opposition erblickt in der Rede ein

Schuldibekenntnis, mit dem Hintergedanken, daß man zu den Tagen des Burgfriedens zu­rückkehren wolle. Auf diese beleidigende Frage wird Herriot nochmals, wie es sich gehört, durch Handlungen zu antworten wissen.

In England wundert man sich über Äerriol.

London, 29. Jan. Polnische Kreise wundern sich, was Hcrriot bewogen haben könne, seine Haltung gegenüber seiner Haltung während der ersten Monate ic ner Regierung so radikal zu ândem und alles dawals für eine deutsch-französische Versöhnung ® wv'inme zu vernichten. Man weiß hier, daß Herrwt das Vertrauen der tranzösjsâien Pazifisten völlig verloren hat. Die »Morningpost" denunziert mit den üblichen Liebenswürdigkeiten denGermania"- Artiket als neuen deutschen Veisuch, England und Frankreich zu trennen und knüpft daran die Mahnung

von der Notwendigkeit einer rnglijch-stanzösischen Allianz.

Koughlon über Deutschlands Entwicklung.

Berlin, 29. Jan. Zu Ehren des Botschafters v. Maltzan gab der hiesige American Luncheon Club heut« abend im Hotel Adlon ein Festessen, an dem von amerikanischer Seite Botschafter Houghton sowie als Ver­treter des Generalagenten für Reparations­zahlungen Joseph E. Sterrett von der Dawes- Kommission, 150 Mitglieder der amerikan- nischen Kolonie und von deutscher Seite u. a. der Leiter der amerikanischen Abteilung des Auswärtigen Amts, Vortragender Legations­rat Dr. Haas teilnahmen. Den Begrüßungs­toast auf den Ehrengast des Abends, den Botschafter Maltzan, brachte der amerikanische Botschafter Houghton aus. Nach einigen ein­leitenden Worten, in denen er darauf hin­wies, daß dies die erste Gelegenheit sei, bei welcher er während seiner Amtszeit in Deutsch­land öffentlich das Wort ergriffen habe, führte Houghton folgendes aus:

Vor ungefähr 3 Jahren bin ich nach Deutschland gekommen. Ich entsinne mich noch sehr lebhaft, wie grau und kalt und freudlos der Tag draußen lag, als ich damals über die deutsche Grenze kam und aus dem Wagen­fenster schaute. Ich entsinne mich aber auch, daß es ein klarer, heller und sonniger Tag war als ich vor einigen Monaten wieder über jene Grenze fuhr. Es will mir scheinen, daß der Gegensatz zwischen diesen fast drei Jahren auseinanderliegenden Tagen bis zu einem ge­wissen Grade den Unterschied zwischen Deutschlands Lage von damals und jetzt wiederspiegelt. Welche Fülle von (Srinnerunae^fiurÄFau^n^ëtnrge^I^ier haben. Als ich bas erstemal herkam, hatte der Sturz derMark eingesetzt, ein Sturz, der mit ständig wachsender Intensität und Schnel­ligkeit andauerte, bis die Ersparnisse eines sehr beträchtlichen Teiles des deutschen Volles weggefegt waren. Dann kam die Periode der Arbeitslosigkeit, die schließlich die H ä l f te der arbeitenden Bevölkerung Deutschlands jeder Arbeitsmöglichkeit beraubte. Als Folgeerscheinung erleben wir dann jene bitteren Monate des Hungers und der Not, deren Schärfe vielleicht am besten durch die Berichte der Schulärzte gekennzeich­net wird, aus denen hervorgeht, daß über die Hälfte der schulpfcm-ligen Kinder Deutschlands bedrohlich unterernährt waren, und zwar ein Biertel davon so stark, daß einfach etwas ge­schehen mußte, um Nahrung für sie zu be­schaffen. Wir können uns'in diesem Zusam­menhänge daran erinnern, daß freigie­bige Hilfe vonAmerika hereinkam. Aber wir tun noch besser daran, uns ins Ge­dächtnis zurückzurufen, daß es l e tz t e n Endes das deutsche Bolk selbst war, das es mitten aus seinen eigenen Entbehrungen heraus fertig brachte, den größten Teil der nötigen Mittel zur Linderung der Nöte zusammenzubringen. Dann kam eine Wendung. Die Verhältnisse begannen sich zu bessern, als die durch die Daweskom­mission verkörperten Bemühungen ein­setzten, eine wirtschaftliche Lösung der Schwie­rigkeiten Deutschlands zu finden. Als schließ­lich dann im vergangenen Sommer der Da­wesplan angenommen wurde, kam das Wun­der, das mir heute sehen, ein im Wesent­lichen in voller Arbeit begriffenes Deuftch- land, ein Deutschland, das seinen Fuß wieder, wie wir glauben, auf einen schwie­rigen, aber den einzig möglichen Weg zum wirtschaftlichen Wiederaufbau gesetzt hat, den Weg, zu jener glücklichen blühenden Z u k u n f t, der es meiner Ueberzeugung nach sicherlich entgegengeht, einer Zu­kunft allerdings, die nicht mit Waffengewalt, sondern durch Betätigung all jener glänzen­den unzerstörbaren Eigenschaften des deutschen Volkes erreicht werden wird, die sich nur in einem friedlichen Europa ganz auswirken und ihre vollsten Frücyte hervorbringen kön­nen. Nur, wer wie wir, diese letzten Jahre hier miterlebt hat, kann vielleicht dieses Wunder ganz erfassen und würdigen. Dieses Wunderaberist vollbracht worden.

Wenn ich jetzt meine Amtspflichten hier in Deutschland niederlege, so möchte ich bei dieser Gelegenheit dem Wunsche Ausdruck geben, daß der im Sommer einsetzende Strom des amerikanischen Reisepublikums

fid) wieder nach Deutschland ergieße« möge, und unsere amerikanischen Landsleute wieder zu Tausenden und Zehntausenden hier» herkommen, um diese Heimat Kants, Hegels, Goethes, Schillers, Beethovens und Wagners kennen zu lernen, die alten deutschen Städte zu besuchen, die Naturschönheiten Deutsch­lands zu schauen und den Zauber und die Ro­mantik dieses altehrwürdigen historischen Lan­des zu fühlen. Ja noch mehr» sie sollten herüberzukommen, um aus eigener Erfahrung kennen zu lernen, einwieherzlicheruno warmer Willkomm ihrer bei dem deutschen Volke wartet. Die persön­liche Berührung ist bei den Rationen wie bei den Individuen das beste Mittel, um ein gegen­seitiges sympathisches Verständnis zu schaffen und zu fördern. Während meiner Amtszeit in Berlin habe ich ständig mit Maltzan zu tun ge­habt. Immer war er von einer ruhigen und stetigen Besonnenheit beseelt, von dem uner­schütterlichen Glauben an Deutschlands Zu­kunft und von dem ernsten Wunsche, die Be­ziehungen Deutschlands zu Amerika auf eine dauernde Grundlage des Friedens zu stellen.. Und so habe ich mich mit ihm stets zu ersprieß-' licher Arbeit finden können. Seine amtliche' Arbeit mit mir war immer gekennzeichnet durch Würde, Offenheit und fair Play. Ich be­trachte es daher als einen hohen Vorzug, daß es mir heute vergönnt ist, nicht nur in Ihrem, sondern auch in meinem eigenen Namen die­ser Würdigung seiner Arbeit öffentlich Aus­druck zu geben. Damit möchte ich ihm die besten Wünsche für seine Reise entbieten. Ich wünsche ihm Erfolg für die Jahre, die jetzt vor ihm liegen und glaube, daß er diesen Erfolg haben wird, nicht nur, weil er ein geschulter und er­fahrener Diplomat ist und die Wichtigkeit der gegenseitigen Abhängigkeit der Nationen von einander erkannt hat, nicht weil er der Mann

er ein Mann des guten Willens ist, und daher am besten geeignet, die Botschaft der Freund­schaft und der gegenseitigen Achtung von einem eigenen großen, warmherzigen Volke zu jenem andren großen, warmherzigen Volke jenseits des Ozeans zu tragen, bei dem er akkreditiert ist. Houghton schloß mit einem Hoch auf Maltzan.

Maltzan dankte dem amerikanischen Bot­schafter und brachte zum Schluß ein Hoch auf die große amerikanische Republik und ihren hiesigen Vertreter aus.

Die Rreutzen-K^e.

Das Zentrum unser keinen Umständen für eine Rechtsregierung.

Während die Rechtspresse weiter der Mei­nung ist, daß die Wahl des preußischen Mini­sterpräsidenten durch den Landtag heute nicht stattfinden werde, sindGermania",Tage­blatt" undvorwärts" der Ansicht, daß eine

Hinausschiebung der Wahl nicht erfolgen werde Das leblaenannte Blaff behauptet, daß die drei bisherigen koalikiousparkeien, Zentrum, Demokraten und Sozialdemokraten, dahin übereingekommen seien, daß der preußi­sche Ministerpräsident heute gewählt werden müsse. Die drei Parteien würden deshalb gr gen einen Vertagungsantrag stimmen. 6fr Annahme des Vertagungsantrages könne nur erfahren, wenn auber den Deutsckmationalen und der Deutschen Volkspartei auch die Kom­munisten dafür stimmen würden. Veber den Verlauf der gestrigen Fraklionssitzung des preußischen Zentrums weiß dieGermania zu berichten, daß die Fraktion zu einer ein­heitlichen Meinung über die Lage gekommen sei. An dem Standpunkt der Fraktion habe sich nichts geändert. Sie werde sich unter keinen Umständen an einer Rechtsregierung beteili­gen oder einem der Reichsregierung ähnlichen Gebilde die Wege ebnen.

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Die Präsidentenwahl in Seffern

Darmstadt. Die Wahl des beffischm StaatS» Präsidenten verlief in zwei Wahlgängen erfolglos.' Der frühere StaatSvrâsident Ullrich, der Kandidat der Linken, erhielt 32, Minister des Innern v. Brenton»' (Ztr.), der Kandidat der neuen Koalition, erhielt 84 und der Kandidat der Kommunisten, Greiner, . 4 Stimmen. Da absolute Stimmenniedrheit erforderlich ist, ist die Wabl erfolglos. Der Präsident vertagt« die Wahl auf unbestimmte Zeit, beraumte lodann aber die heutige Sitzung mit der gestrigen Tagesordnung an, sodaß heute der Wahlgang fortgesetzt werden dürfte.

Streik im Saargebiel.

Saarbrücken, 29. Jan. In einer ,'ebr stark besuchten «el gichastsversammlung der Fertigindustrie wurde gestern nachmittag der Streik bschlosstw der heute früh 9 Uhr in Kraft getreten ist. Die Geheim» abstimmung hat gegen eine ganz geringfügige Minder»' Helt de» Streikbeschluß ergeben. ~"