300. A a^ e g an s.
Getteral-Anzeiger / Zugleich amMches Organ für den Landkreis Kanan.
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St. 18
Donnerstag den 22. Januar
——t
1925
Fortsetzung Ler Ansprache im Reichslag.
Vertin. 21. Jan. Als erster Redner spricht koch (Weser) für die Demokraten. Er stellt m die Regierung einige Fragen, von deren ßsantwortung die Haltung der Demokraten bei bei Abstimmung abhängig gemacht werden inj. Wie beurteilte Luther die Vaterländischen Verbände? und: Wird sich die Regierung von ihnen mißbrauchen lassen?
Nach der Rede des demokratischen Partei- juhrers Dr. Koch spricht:
Abg. Dr. Jörissen (Wirtsch. Vergg.): M Wirtschaftliche Vereinigung wird ihre Stel- lungnahme davon abhängig machen, wie die Regierung die Interessen des Mittelstandes ver- ‘ritt Der Redner erhebt — als Rheinländer — besonders energischen Einspruch gegen die Nichträumung der Kölner Zone unter Bruch bes gegebenen Versprechens. Die Tausendjahrfeier im Rheinland soll und wird sortiern den freien deutschen Rhein.
Abg. Leicht (Bayr. Vp.): Nach dem Ausfall der letzten Wahlen erschien uns eine bür- gerliche Regierung gegeben, eine auf Mehrheit beruhende bürgerliche Regierung. Ueber den Ersuch, eine solche Regierung zu bilden, sollten auch diejenigen nicht ungehalten fein, die bisher eine bürgerliche Minderheitsregierung ge« Mbet hatten. (Sehr richtig rechts.) Es wurde manchmal sogar der.Eindruck erweckt, als ab diese bürgerliche Minderheitsregierung unter- stützt würde. Wenn man die Minderheits- regierung sich in eine Mehrheitsregierung verwandelt, so kann das im Interesie der Stabilität nur begrüßt werden. Die Regierung hat W wr Rsichsverfaffung als rechtlicher Grund»
nichtst worden ist. (Rufe link: Stinnes!) Wir verfügen über geradezu erschreckendes Material. (Laute Rufe bèi den Sozialdemokraten: Heraus damit!) Es ist wohlgeordnet und gesichtet. Ich verzichte darauf, es heute vorzuträgen. Es betrifft auch die Familie des Reichspräsidenten. Nach diesen Worten rufen die Sozialdemokraten minutenlang laut dem Redner zu: Kommen Sie doch heraus bamit! Die Regierung muß sich sozialpolitisch umstellen und erkennen, daß der Arbeiter nicht länger nur Objekt, sondern Beteiligter der Wirtschaft sein will. Die Aufwertungsfrage kann nicht durch eine Ergänzung, sondern nur durch eine Aufhebung der Dritten Steuernotverordnuna gelöst werden. Der Red- Ampft den Abschluß des bayrischen Kon- Seine Freunde tonnten dem Billi-
ner, beki kobdats.
gungsantrag für die Regierung nicht zustimmen; sie würden aber auch kein Mißtrauen zum Ausdruck bringen, um nicht den Kampf der Wirth und Severing zu unterstützen.
Dann ergriff
Reichskanzler Dr. Luther
das Wort zu folgender Rede:
Meine Damen und Herren! Ich stelle mit Befriedigung fest, daß das außenpolitische Programm der Regierung, wie ich es in dem Hohen Hause zu unterbreiten die Ehre hatte, eine breite zustimmende Frönt gefunden hat. Nicht nur die Parteien, die Vertrauensmänner in dis Regierung entsandt haben, und die Wirtschaftliche Vereinigung, sondern auch die Deutsche Demokratische Partei haben erklärt, daß sie das Programm der Regierung, soweit
deutschen Regierung klar und eindeutig sind. Ich möchte nur noch ein Wort über die Bedeutung des von Herrn Breitscheid zitierten § 16 hinzufügen. Wenn Herr Breitscheid meint, daß sich dieser Punkt nach unserem Eintritt in den Völkerbund von selbst erledigen werde und daß wir die Frage also ruhig der Zukunft überlaffen könnten, so kann ich dem nicht zustimmen. Die Frage ist für Deutschland von so erheblicher Bedeutung, daß wir sie unter keinen Umständen im ungewißen taffen können. (Sehr richtig! rechts.) Ich komme nunmehr zu einer Reihe von
ianerpoMischeu Fragen.
die angeschnitten worden sind. Die erste dieser Fragen hat freilich auch ihre bedeutende außenpolitische Seite. Ich meine die Frage der Zeitfreiwilligen, von der Herr Dr. Breitscheid feststellte, daß sie für die Sicherheit Frankreichs auch nicht die geringste Rolle spielen könnte. Darüber, was die Reichsregierung in dieser Angelegenheit aus nicht mehr bestehenden innerpolitischen Gründen getan hat und wofür sie die Verantwortung trägt, ist der Entente schon vor längerer Zeit eingehende Mitteilung gemacht worden. (Lärmende Zurufe von den Kommunisten.)
Sollten die Ententemächte darüber hinausgehendes Material im Besitz haben, so kann ich hier nur den dringenden Wunsch aussprechen, daß dieses Material uns baldmöglichst zugeleitet werden möchte. (Sehr richtig.) Dann ist die Frage der Stellungnahme der Reichsregierung zu der Vaterländischen Bewegung und zu den Vaterländischen Verbänden angeschnitten worden. Im Sinne der Anfrage, wie Herr Abg. Koch-Weser sie an mich gerichtet hat, muß ich zunächst antworten, daß ganz selbstverständlich auf die vaterländischen Verbände die Gesetze zur Anwendung gebracht werden.
Zeit in einer Minderheitsregierung gearbeitet hatte, auch darüber möchte ich vor dem Deich- fchen Reichstag einmal sprechen. Die ganw Arbeit, die wir in London, die ganze Arbeit, tw wir überhaupt zur Rettung unseres Volkes rot; dem schrecklichen Inflationsabgrund vollzog«« haben, war eine Arbeit, bei der doch schließlich trotz abweichender Meinungen im einzelnes grundsätzlich eine Mehrheit des Volkes auch hinter dieser Minderheitsregierung stand. Dk Situation veränderte sich, nach meiner Art, w Dinge zu sehen, in dem Augenblick, wo es sich darum handelte, die Folgerungen für unser m- nerpolitlsches Leben im einzelnen aus dem gif ziehen, was außenpolitisch herangewachse« war. Auch hier wiederhole ich, wie es in des Regierungserklärung ausgesprochen ist, daß mH dahin streben müssen, für jede Entschsidune eine /*"*
möglichst breite Grundlage
zu finden.
Meine Damen und Herren, ich brauche nur einige praktische Fragen
zu nennen, um Ihnen zu zeigen, wie man doch für die Behandlung dieser Dinge zunächst in der Regierung einen Ausgangspunkt haben muß, der auch eine Mehcheit darstellt. Denken Sie an das Problem der Aufwertung, denken Sie an das Problem des Finanzausgleichs zwischen Reich und Ländern. Alle diese Sachen, die Steuerfragen und ähnliche Fragen, werden praktisch gar nicht mit Erfolg angefaßt werden können, wenn etwa eine nur aus
zu nennen, um
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als Hochverrat verfolgen; sie hat aber auch die Notwendigkeit der
Nachprüfung der Verfassung
schmaler Basis stehende Regierung oder gar eine sogenannte Beamtenregierung den Versuch macht, in der Oeffentlichkeit oder Halb- öffentlichekit der Kommissionsberatungen einmal eine Grundlage im Reichstage zu finden, sondern hierfür muß schon in der Zusammensetzung des Kabinetts zunächst einmal ein AusccanasuuMt den May nach-
ört! bei den Kom münzten), ober in Verhandlungen mit bem Reichstag in eine andere brauchbare Form zu gießen strebt. (Bravo! bei der Deutschen Volkspartei.)
Meine Damen und Herren! Nun ist es selbstverständlich daß hinter dem praktischen Ziel für die Arbeit auch gewisse grundsäßsiche Uebereinstimmungen bestehen müssen; und da ist die Frage der
Skaatsform angeschnitten worden. Ich glaube, daß sich die Reichregierung über die otaatsform in der von mir abgegebenen Erklärung bereits völlig unmißverständlich geäußert hat. Ich will gleichwohl aus die konkrete Fragestellung, wie sie von der Deinokratischen Partei vorgelegt worden ist, noch einmal antworten.
Die konkrete Fragestellung ging dahin: Mißbilligen Sie icde Agitation gegen die Republik? Selbstver- lländli». meine Damen und Herren ' Aber lelbstverbänd- lick, bringe ick auch den 2b HM 118 der Relchrver- faffung zur Anwendung, wonach jeder Teutsche inner- hilb der Sckranlen der allgemeinen Gebtze seine yiennntg frei zu äußern berechtigt ist. (Sehr gut recht».)
Wenn weiter gefragt worden ist, ob ich von Leuten, die mein Kabinett als eine Einrichtung geaen die Republik mißbrauchen wollen, ab- rücke, so habe ich das GeMl, daß man auf diese Frage kaum antworten kann. (Lebboste Zustimmung rechts. Lachen und Zurufe links.) Denn die Antwort hierauf ist ebenfalls ein derart selbstverständliches Ja, daß ich die Fragestellung al» solche saunt verstehe. (Sehr gut! rechts, Zuruse links.) Ick kann bin,»fügen, daß bei Beratung der Regierungserklärung im ReichStabimtt mit Rücksicht auf von außen erhobene Zweifel einmütig festgestellt worden ist, daß an der gegenwärtigen Staatèfarm festgehalt«, werden soll. (Lachende Zurufe. Glock« der P>äs.)
Dann habe ich das Bedürfnis, noch einen Gesichtspunkt hervorzuheben. ES sind
Angriffe erbebsicher Art gegen Herren gerichtet tvordew die bet Herr Reichspräsident auf meinen Vorschlag als Minister in das Kabinett berufen hat. (HSrU dört! rechts!) Ich habe das Bedürsnis, das Sie verstehen werden, für diese meine Mitarbeiter einzutreten. (Bravo! bei oer Dtich. Vpt. und rechts. Zurufe links.)
So sehe ich auch in den beanstandeten Minister« des Kabinetts Kräfte, die so, wie sich die Dinge entwickelt haben, mithcifen werden, um unser Vaterland wieder ’ aufzubauen. (Brava ! rechts.) Wenn gefagi worden ist, meine Damen und Herren, ras Kabinett fei zu weit nach rechts gegangen, so wissen Sie_auc, saß ich als Kanzler zwar durchaus nicht diese «sorge gehabt habe, denn ich habe einfach ein
sachliches Mchrheitskabinetl für mich gesucht. «Lachen bei den Kommunisten!. Aber ich habe midi wobl bemübt. auch Berlönlichleite» zu gewinnen, die für die politische Einstellung alt mehr links gerichtet gewirkt hätten. Ich glaube, daß ba* rüber der Demokratischen Partei die Einzelheiten bekannt sind. (Hört! Hort ! rechts).
zur inneren Gesundung des Staatswesens betont. Wir können dem nur beipflichten. Mr haben mit Befriedigung vernommen, daß auch die Beziehungen des Reiches zu den Ländern uachgepcüft werden sollen, und daß das Eigenleben der Länder geachtet werden soll. Wir freuen uns, daß der deutschnationale Redner sich auf die Denkschrift der bayrischen Regierung bezogen hat. Wir stehen auf dem Boden dieser Denkschrift und verlangen eine größere Selb- staMcsteit der Länder. Die Länder dürfen nicht mehr Kostgänger des Reiches fein, und darum verlangen wir einen Finanzausgleich, der Ländern und Gemeinden in Wirklichkeit die Selbstverwaltung läßt. Nicht minder liegt uns am Herzen die' Erhaltung des konfessionellen Friedens. (Beifall.) In der Außenpolitik muß ein wirklicher und dauerhafter Frieden herbei- geführt werden. Nationalgefühl ist notwendig, aber übertriebener Nationalismus ist zu verwerfen.
itt
Abg. v. Graefe (Nat.-Soz.): Hemrich v. ^reitschke bezeichnete in einem Vortrag Franksch als das typische Beispiel der demokratischen Republik, denn dort bestehe die Herrschaft der Rorstz über das Land und die Herrschaft Roth- ichilds über die Börse. Heute könnte er Deutsch- lanb als Beispiel wählen. Er brauchte nur statt Rothschild Barmat, Kutisker und andere Schieber als Herrscher der Börse zu nennen. (Bei- föU bei den Nationalsozialisten.) Als der Bankerott der Crfüllungspolitik sich selbst im Reichs- Me immer mehr bemerkbar machte und die Negierung zur Entscheidung über die Dawes- Kèsetze an das Volk appellierte, da gingen die 'Monaten Parteien in den Wahlkampf mit der Parole: Gegen die Dawesgesetze! Das Volk, »as nach dieser Parole wählte, wurde durch die ->eutschnationalen getäuscht, die die Annahme »er Dawesgesetze ermöglichten. Dann standen »w Deutschnatianalen als betrogene Betrüger
.und jetzt muß sogar Dr. Stresemann die ■wette seiner Dawespolitik eingestehen. Und nun geschieht das Merkwürdige: Die beiden Unterhändler bei dieser Pleitepolstik bleiben an ^5 Spchc der Regicrutig und ergangen
Männer, die diese Politik ermöglicht Wir können eine ' " m ".......
luulerftühen. Die Legierung qi wl= die Magdeburger Richter zu schützen E^dce schmutzigen Angriffe, die im „Berliner r uom Staatspräsidenten Großmann iiMi" u^erichtet worden sind. Bei der Unter-
ei, der ußenpolitiker Dr. Breitscheid, hat ausdrücklich hervorgehoben, daß dieses Programm auch von dem früheren Reichskanzler Herrn Marx hätte verlesen werden können. (Hort, hört! bei den Kommunisten.) Mir scheint diese Feststellung für die weitere Arbeit des Kabinetts von größter Bedeutung.
Meine Damen und Herren! Was einzelne angeschnittene außenpolitische Fragen anlangt, so möchte ich auf einige Punkte ausdrücklich eingehen. Herr Dr. Breitscheid hat davon gesprochen, es sei bereits nach der Londoner Konferenz klar gewesen, daß die Räumung der
Kölner Zone
nicht vor dem Abmarsch der französisch-belgischen Truppen aus dem Ruhrgebiet erfolgen werde. Das ist nicht richtig, vielmehr hatten wir nach der Londoner Konferenz, an der ja auch ich teilgenommen habe, keinen Anlaß,' an der Jnnerhaltung des vertragsmäßigen Räumungstermins zu zweifeln. Als sich bei den internationalen Erörterungen die ersten Anzeichen bemerkbar machten, daß die
Räumung der nördlichen Rheinlandzone auf alliierter Seite in Zweifel gestellt würde, hat die Regierung keinen Augenblick gezögert, die Initiative zu ergreifen. Die beteiligten ausländischen Regierungen sind damals sofort in der dringendsten Form darauf aufmerksam gemacht worden, daß Deutschland die rechtzeitige Räumung als etwas Selbstverständliches erwarte. Niemals aber, wie ich ausdrücklich feststellen möchte, ist von irgend einer der beteiligten Mächte der Vorschlag einer Kompromißlösung gemacht worden. Wenn die Alliierten ihrerseits mit irgend welchen Vorschlägen wegen eines Kompromisses an die Regierung herangetreten wären, so würden deren Vorschläge durchaus nicht von vornherein abgelehnt worden sein. (Zurufe links.) Wenn einer der Herren Redner übrigens gemeint hat, daß durch die Verzögerung der Räumung der nördlichen Zone nunmehr auch die
Ruhrröumung
me-
egierung ist ver-
! ,L i,\Hetia)tet wocoen uno. Bei oer nnier- uen itommi her Fälle kommt es in der Hauptsache Auffassung ! vü R ^ Kreditvergeyen an, sondern darauf, Dr. Breitsch
Nil
tvh SU« » ^ st.r Eijj 11VeLuei)cn ünf lOiwein üuiuup dn,«^^ bestochen worden sind und ob von ^Webern die deutsche Valuta künstlich ver-
ins ungewisse verschoben worden sei, so muß ich dem entschieden entgegentreten. Uns liegen maßgebliche Erklärungen der französischen Regierung vor, daß sichln der von dem französischen Ministerpräsidenten im Namen der französischen Regierung und im Einverständnis mit der belgischen Regierung auf der Londoner Konferenz gegebenen Erklärung bezüglich des letzten Termins der Ruhrräumung nichts geändert hat. (Lachen und Zurufe den Kommunisten.) Eine andere rechtliche Auffassung ist auch vollkommen unmöglich.
Dr. Breitscheid über die Völkerbundsfraae anlangt, so glaube ich, daß meine vorgestrigen Erklärungen über die künftige Naltuna der
von
links: Aber wie!) und sich gleiches Recht für alle gilt. Ausschreitungen, die vorgekommen sind, verurteilt die Reichsregierung.
Dann ist zur Reichsverfassung — auf die Frage der Staatsform komme ich nachher zurück — (Zuruf von den Kommunisten: Kleinigkeit!) — ich bin nicht dieser Auffassung! — Zur Reichsverfassung ist die Bemerkung gemacht worden, der Juristentag habe sich auf den Standpunkt gestellt, daß die Form, in der bisher materiell Verfassungsänderungen vollzogen worden sein, der Rechtsgültigkeit ermangele. Ich will gar nicht auf die Folgerungen dieser Auffassung hinweifen; ich weiß sonst nicht, wie es z. B. mit den gegenwärtigen Abgeordnetenmandaten bestellt wäre. (Sehr gut in der Mitte und links.) Der Irrtum liegt in folgender Richtung: Der Iuristentag hat nur ausgesprochen, daß er es für empfehlenswert halte, bei künftigen derartigen Gesetzen die Form der Verfassungsänderung zu wählen. Ich glaube, das doch hier aussprechen zu müssen, damit nicht in breiten Kreisen der Bevölkerung ein Irrtum über die Rechtsgültig- keit unserer gesetzgeberischen Arbeiten entsteht.
Weiter ist in breiter Form über
Sorriviionserscheinungen in unserem Staatswesen gesprochen worden. Ich will auf die Einzelausführungen nicht ein« gehen, ich muß nur feststellen, daß auf jeden ^all in den Darlegungen ganz außerordentliche Uebertreibungen und völlig ungerechtfertigte Verallgemeinerungen enthalten gewesen sind. Ich muß ferner meinem Bedauern darüber Ausdruck geben, daß in diese Erörterungen die Person des Herrn Reichspräsidenten hineingezogen worden ist. Ich muß an der Stellung, die ich immer zur Person des Herrn Reichspräsidenten eingenommen habe, auch als Reichskanzler in vollem Umfange festhalten. Dann ist von der Teilnahme von Ministern und Beamten an Aufsichtsräten gesprochen worden. Meine Herren, hierfür gilt völlig unverändert eine gefetzliche Vorschrift, die viele Jahrzehnte alt ist. In dieser gesetzlichen Vorschrift ist die Möglichkeit vorgesehen, daß auch Beamte Aufsichtsräte angehören, sofern sie davon keinerlei Gebrauch ziehen, oder wie es in dem alten Gesetz mit einem damals üblichen Ausdruck heißt, kemerlei Remuneration. Dieser Grundsatz ist bis zum heutigen Tage in vollem Umfange ausrecht erhalten (Anhaltende störende Zurufe bei den Komm: Amnestie!) Ich habe zum Punkte der Amnestie namens der Reichsregierung »eine Erklärung abzugeben.
Und nun, meine Damen und Herren warum ich, und zwar schon im Herbst so stark
für eine Mehrheiksregierung eingetreten bin, nachdem ich die ganze übrige