200. BaHrgaas.
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Nr. 11
Mittwoch den 14. Januar
1925
Das Neueste.
— Die Betrauung Dr. Luthers mit der Ka- bmettsbildllng durch den Reichspräsidenten ist für heute zu erwarten.
— Der Reichstag tritt heute nachmittag '4 Uhr zusammen. Vorher hatten sämtliche Frak. 'tionen Sitzungen ab.
— Dem diplomatischen Berichterstatter des ^Daily Telegraph" zufolge tiefem bei den alliierten Regierungen weiter interimistische Berichte der verschiedenen Unterorgane der Interalliierten Militär-Kontrollkommission ein. Der endgültige Bericht wird nicht vor Ende des Mo- Nats erwartet. Erft nach Eintreffen des end- - gültigen Berichtes soll die zweite Note an Deutschland überreicht werden.
— Die französische Kammer wWte bei Ihrem Wisderzusommenttitt Painlevè erneut zu chrem Präsidenten.
Nach der Parlamentspaufe
Der Reichstag und der Preußische Landtag Ien heute nachmitag nach einer Pause von hreren Tagen wieder zusammen. In Preu- , galt die Vertagung der Vorbereitung des mvftabinetts Braun für die parlamentarische tscheidung über den weiteren Bestand dieses , rechts und links heftig umstrittenen Kabi- ts. Im Reiche sollte sie her Klärung der Re- rungsverhältnisse gewidmet sein. Dieser «cf scheint im Reiche endlich erreicht worden Zu fein. Dr. Luther hat ben Weg gefunden, auf dem die Bildung einer Regierung mit der Rückendeckung einer bürgerlichen Mehrheit i durchaus möglich ist. Allein auf die Erreichung dieses Ziels kam es an. Herr Marx, dem inner- ^lich stets ein anderes Ziel vorschwebte verlor Mch in aussichtslosen Zwischenstadien. Dr, Lu- konnte. Sahet Zwe^ Momente nutzen», die ür Herrn Marx tt . _„__r .„^. _____
die Wandlung ie sich zweifellos bis zu -einem gewissen Grade innerhalb des Zentrums ht Reiche vollzogen hat. Herr Dr. Wirch soll ^war nach der Meldung einer Korrespondenz in einer der letzten Fraktionssitzungen des Zentrums wieder einmal mit dem Abmarsch seines Flügels gedroht haben und der »Vorwärts" Iglaubt diese Meldung, die ihm natürlich will- ommen ist, bestätigen zu können. Diel Wahr- cheinlichSeit hat sie trotzdem nicht für sich. Viel besser beglaubigt ist die andere Lesart, nach der ;'auch Herr Dr. Wirth von Anfang an es nicht wehr für opportun gehalten hat, sich den Bemühungen Dr. Luthers hindernd in den Weg zu stellen. Für ihn wie für die übrige Fraktion des Zentrums handelte es sich bei der Voraussetzung, unter der das Zentrum zustimmen wollte, nur noch um die Form des neuen Kabinetts. An sich hatte man Dr. Luther von Anfang an der »wohlwollendsten Neutralität" des Zentrums versichert. Den ersten Plan einer festen fraktionellen Beteiligung lehnte man ab, den zweiten dagegen ließ man ohne Widerstand passieren.
Um dâs Zentrum zu gewinnen, brauchte man nur den richtigen Mann auszuwählen, was der Reichspräsident leider nur sehr zögernd “nb nur nach wiederholter eindringlicher Vor- mllung getan hat. Dasselbe traf auch für bie U Handümgen mit den Deutschnationalen zu. Auch hier war die Geneigtheit der Deutschnatio- wlen im Reiche, Zurückhaltung zu üben, für yerm Marx totes Kapital. Dr. Luther hat Mch hier Fortschritte gemacht. Die Deutschnatio- nalen mußten die Ueberzeugung gewinnen, daß % Luthe-- durchaus von dem Willen beseelt das volle Gleichgewicht zwischen den bürgerlichen Parteien herauszustelle-n. Das ist zwar .nicht tzis parlamentarisch festfundierte bür- L""che Reichsregierung, aber es ist doch ein Anfang und ein erster Schritt. Und deshalb Moen die Blätter Ler Linken und der Sozial- ■ ^Wuratte durchaus ein Recht, mit her Lösung ^abinettskrisis unzufrieden zu fein, wenn la w© bas Schlagwort vom Bürgerblock und ! A^chisblock gerade bei einem Mann wie Dr. ^dtt ganz zu unrecht anmenben. Wenn die
• o^iWttionalen die Kabinettsbildung Dr. , >ulyers Unterstufen, so geschieht es durchaus ” W*111 Interesse wie in dem des gefamtbür- ««Imsen Regierungsgedankens
A- ^^uu der Reichstag auch heute noch nicht /ss^ss^rungserklärung entgegennehmen kann, Koch der regierungslose Zustand hier aw überwunden sein. In Preußen wird man ??Uen und endgültigen Entscheidung i-whn^0^^ "och mit einer längeren Krisis hrrc^” , müssen. Das Rumpfkabinett Braun, Prmh» u e mit einer Erklärung vor ^en neuen K-MAag treten will, wird unter allen Umftän«
Ken galt
den ein Notdasein führen müssen, das von Zufallsentscheidungen abhängt. Zunächst wird sich einmal zeigen müssen, ob es nicht schon bei der Abstimmung über den deutschvolksparteilichen Antrag gelingt, das Kabinett und seine parlamentarische Anhängerschaft in eine Minderheit zu versetzen. Dies wird wohl di« entscheidende Probe sein, das von den Kommunisten einge« brachte Mißtrauensvotum muß nach den Bestimmungen bet preußischen Verfassung die Hälfte aller überhaupt vorhandenen Stimmen, d. h. 225 auf sich vereinigen, um zum Sturz des Kabinetts zu führen. Obgleich nach der Stärke der Oppositionsparteien an sich möglich, ist dies« Stimmenzahl doch nur sehr schwer auf- zubringen. Auf der andern Seite ist ein Der- trauensvotum, das 226 Stimmen auf sich vereinigen müßte, ein Ding der Unmöglichkeit Es wird deshalb — wenigstens von den jetzigen Koalitionsparteien — sicher nicht eingebracht. Der Deutschooltsparteilichs Antrag, der dem Kabinett bie verfassungsmäßige Grundlage ab. erkennt und bei dem die einfache Mehrheit genügt, ist deshalb die wirksamste Waffe. Ob sie trifft, ist allerdings ungewiß und da di« Entscheidung zwischen Mehrheit und Minderheit überhaupt auf des Messers Schneide steht, wird man wohl die endgültige Entscheidung nicht von den Abstimmungen erwarten können, sondern vielmehr davon, ob das Beispiel der Entwicklung im Reich allmählich seine Wirkungen auf Preußen ausübt.
Dor der Berufung Dr. Luthers.
Berlin, 13, 3 an. Heute abend wurde fol- gendes amtliches Kommunique herausgegeben:
»Der heutige Tag wurde mit Verhandlungen über Personenfragen ausqefüllk. Die Verhandlungen sind so weit vorgeschritten, daß für ven morgigen Mittwoch die Betrauung des Reichsministers der Finanzen Dr. L u t h e r
, „..... «-. tat I iSPHÜUUtt tliü
siet werden darf."
L.3“ dieser amtlichen Meldung wissen die
Blätter wenig Ergänzendes hinzuzufügen. Die „Soff. Ztg." behauptet, daß Dr. Luther mit den Fraktionsführern gestern am späten Abend eine Verständigung erreicht habe und daß nur noch die Zustimmung der Fraktionen, insbesondere der Deutschnationalen und des Zentrums aus- ständen. Als Vertrauensmänner der Fraktionen in dem Kabinett werden von den Blättern Wallraf, Dr. Stresemann, Dr. Brauns und Graf Lerchenfeld für die Bayerische Volkspartei genannt. Als außerparlamentarische Minister kämen dazu die bisherigen Minister Dr. Geßler und Graf Kanitz sowie die neuen Fachmi- nister.
Ueber ben Verlauf der brütigen Verhandlungen ist solg-udeS' zu lagen: $•? Verhandlungen drehten ft<b im wesentlichen um die Personenfrage und um die Vertrauensfrage. Die Personenfrage wurde mit allen in Betracht kommenden Fraktionen ergebend besprochen, wobei an dem Prinzip kestae- balten wurde, das als Grundlage der Kabinetis- bilduna bereits mitgeteilt wurde: Bldmia -iner Regierung aus FaMminsttern und aus je einem Vertrauensmann der beteiligt n Fraktionen. Wen» bei dem kommenden Kabinett einige Parteien eurch mehr als zwei ihnen nahestehende Persönlich- feiten vertreten sein wer en, so wird doch insofern die Abmachung strikt gewahrt werden, als in der Tat nur eine von diesen Persönlichkeiten al« Parteimann anzusprechen sein wird, während bei den anderen die sachliche Eignung de« Slus- ich'ag geben soll. ES trat dann besonders im Laufe des Nachmittags eine sehr wesentliche Erweiterung des ÄerbandlnngSstoffeS hinzu in Gestalt der Vertrauens, trage. Von einer der beteiligten Fraktionen wurde die Aureouug gegeben, daß das neue Kabinett zu Beginn se ncr Tätigkeit ein Vertrauensvotum vom R-ichStag fordert. Dieser Voi Wag wurde von allen Part ien mit Ausnahme des Zentrums, das sich noch nicht ganz entschieden hat, durchaus begrüßt. Auch Dr. Sitter selbst ei wärmte sich sehr für diesen Gedanken, W il e ne Reg elung von vornherein auf stabilerer Grund-
der demokratische Reichswekrminisier Dr. ©eitler gleichfalls in ein Robinett Luther eintritt, eine Voraussetzung, deren Erfüllung nach wie vor als sicher angenommen werden kann. Das Zentrum hatte ferne zweite Sitzung am Abend. Hier berichtete der Abg. Fehrenbach über einen neuen Besuch, den er Dr. Luther abgeftattet battc. Da die gleichzeitig zum ;we>trn Male beratende Deutschnationale Fraktion ihre Besprechung noch nicht abgeschlossen hatte, ver-
tagte sich die Zentrumssraktion ans Mittwoch mittag 12 Unr. — Die Dentschnab analen schlossen idre Ätzung eine halbe Stunde 'pLter und vertagten sich auf MUtwochua-diwttag 1 Uhr. Nach dieser Fraktion«» ntzung der Deutschnationalen wurden ihre Delegierte« M Dr. Luther geladen. Die Herren Schiele. Graf Äeiaip. Behren« und Bruhn flirten in dreier Se* sprechung fast alle bisher noch strittigen Punkte.
Die Eifenbahnkalastrophein Kerne.
22 Tote - 50-60 Verletzte.
Herne, 13. Zan. Sei dem heutigen Rv- glück sind 22 Tote und 59 Verletzte zu berichten, davon sind 14 schwer unb 2 lebensgefährlich verletzt, während 2 Leichtverletzte sich nach Haufe begeben konnten. Der Zusammenprall war so stark, daß 12 der Getöteten nur noch aus ben aufgefundevea Papieren festgeftelll werden konnten. Die Unglücksstelle vietet einen furcht- baren Anblick. Die Lokomotive des D-Zuges schob die beiden letzten Wagen des Personen- zuges vollkommen in- unb durcheinander, sodaß alle Reisende in diesen beiden Wagen zer- malmt wurden. Außerdem sind noch zwei weitere Wagen 4. Klasse sehr schwer beschädigt unb ein Wagen 2. Klasse schwer beschädigt worden. Die Uuglücksstelle bietet ein großer Trümmerfeld. Alles ist mit Dagenteilen bedeckt. Dazwischen liegen Zeikuugspatete, Lebensmittel, Kleidungsstücke, Kinderspielzeug unb Bilderbücher. alles mit Blut gätänff. Die Auf- räumuligsarbeiken sind in vollem Gange. Das Unglück ereignete sich auf folgende Weise:
Der Perjonenzua 230 stand im Bahnhof unb sollte 7.19 Uhr absahren; er verspätete sich aber, da viele Reisende einstiegen. Der D-Zug sollte erst um 7.24 einlaufen, traf aber verfrüht um
^7.20 Wr ein.
überaus dichten Nebel
aber feine Geschwindigkeit, da er in herae halfen mußte, sonst wäre das Unglück noch entsetzlicher gewesen.
Die Arsachen der Katastrophe.
Herne, 13. Jan. Ein Vertreter der Reichseisenbahndirektion Essen gab folgende Erklärung über die Ursache der Eisenbahn- katastrophe in Herne:
Die amtliche Untersuchung hat einwandfrei ergeben, daß bas Einfahrtssignal und das dazu gehörige Vorsignal sich in Halt-Stellung befunden haben. Beide Signale sind von dem Lokomotivführer des D- Zuges, H a v e r c a m p, einem aus Hamm stammenden älteren, erfahrenen, streckenkundigen Beamten, der bereits vor der Ueber- nahnie der Eisenbahnen im Ruhrgebiet durch die Regie die Strecke jahrelang befahren hat, und seit Auflösung der Regie, also seit Dezember regelmäßig die Strecke wieder befährt, überfahren worden. Sowohl das Vorsignal wie das Hauptsignal hätten von dem Lotomo- ttvführer trotz des herrschenden Nebels bemerkt werden müssen. Der Lokomotivführer Havercamp trägt also die volle Verantwortung für die durch sein Versehen entstandenen Folgen.
Vor dem Schnellzug D 10 liegt fahrplanmäßig ein Personenzug. Beide Züge waren pünktlich. Der P e r s v n e n z u g Nr. 630 war im Gleis 1 am Bahnsteig 1 'eingesahren. Seine Abfahrt hatte sich durch Einladen von Gepäck um eine Minute verzögert. Er sollte gerade abfahren, als der folgende D-Zug Berlin—Köln D 10 sich dem Bahnhof näherte. Da das Gleis 1, in das der D-Zug einfahren sollte, besetzt war, gab der Fahrdienstleiter für den D-Zug das E i n- fahrtssignal M 1 nicht frei. Der Lokomotivführer hat im Nebel dieses Halt zeigende (Einfahrtssignal M 1 einschließlich des zugehörigen Vorsignals, das sich 700 Meter vor dem Hauptsignal befindet, übersehen, und fuhr widerechtlich in den Bahnhof ein. Bei Erkennen der Annäherung an den Bahnsteig bremste er, da er planmäßig im Bahnhof zu halten hatte. Den noch im Gleis 1 haltenden Per-
bei dem ferner Hauptbahnhof im allgemeine« um klare, einfache Verhältnisse handell, besondere ungünstige Umstände außer dem die Orientierung hindernden Nebel, der aber ein Bemerken der Haltesignale bei der durch bie vorhandenen Verhältnisse gebotenen Aufmerksamkeit durchaus ermöglichte, sind nicht vop- handen.
Eindrücke von der Unfallstelle.
Hcrn«, 13. Jan. Die beiden letzten Wage« vierter Klasse dek im Sahn bot ballenden Pe, Ionen» nigs, auf den der Berlin-Kölner V-Zug auffubr, wurden buckstäblich wie Streichholzscbachttln lneinander- lefdjobeu, und zwar in ihrer gangen Länge. Durch en heftigen Anprall trennte ft* der Oberbau bei l tzten Wagen? i on seinen drei Sdbfen, die ebenfalls vlsammcngelchobeu wurden, unb flog vollständig in en vorletzten Waoen hinein. Die Reisenden, ie in dem vorletzten Wagen «a-cn oder standen, müssen in demselben Augenblick zermalmt gewesen sein, außer. "3 spielten ganz ungeheuerliche Zufälle mit, wie fi, latiächlich zu verzeichnen ftn>. Als da« Unglück gediehen war, besann sich an Reisender, der im vorletzten Wagen gesessen hatte, vollständig unverletzt auf dem Tack, oder besser ausgedrückt, auf bem Doppel- dach der beiden Wagen. Tiit welcher Wucht die haben Wagen inemanberfuhren, konnte ich bei ben Auf- jmiuttgSarheiten ttf^ Als eine Lokomotive das ■ oreiaauige Liqtem»«eß Äc« vorletzten Wagens von tut Konglomerat der beiden Wagen mit Drahtseilen weg. ziehen wollte, gelang e» nur znm Teil. Erst al» zwei Maschinen in entgegengesetzter Richtung, die eine am Untergestell, die andere an der oberen Masse, jagen, konnte daS Ganze, das zudem nach dem Zusammenstoß noch umaefippt war, nach mehrmaligem Anlaufen auseinandergerisien werden. Das dreiachsige Untergestell wurde dann mit vieler Müde wieder auf dar
age stehe« würce, wenn sie von dem Vertrauen d r Medrbeit ee» deutschen Reichstages g> tragen wird. ™ Dr. Luther hat im einzelnen am heutigen Nachmittag und Abend vachananber Se>prediuugen genabt mit dem Abgeordneten Fehrenbach al Vertreter der Zentrums, mit dem Abgeoranet w Scholz als Verhandlung fübrer d r Deutichen Voiks- partei und mit dem Abgeordneten Leicht von bei Layerischeu Volkspartei. Nach diesrn Verliandlungeu berichteten jed Smal bie Delegierten vor i ren Frakiionen über das Ergebnis der Be'Prrchungen. Von beionoer r Wichtigkeit waren naturgemäß die Fiakilonssitzungen der D utschnationalen als der r chlr» Flügclpariei und des ZkNtrumS al5 d r linken Fiügelpartei des kommenen Kabinetts. Beide »Stationen haben heute nachmittag h zw. abends zwei Sitzungen gehabt. Das Zentrum, da» in einer Stärke von Z0 M ig iederu im Hau e war, erklärte sich in einer Nachm tiags Gung Damit einverstanden, daß sein Fialuons • Mitglied Dr. Brauns weiter als Neichsarbeiteminister im ~—.u.-— — -----------n •"--~ v^»
Amt« bleibt. Es knüvfie daran die Vorausietzmrg, daß Lokomotivführers ist zu bemerken, das es stw
jonenzug hat er wegen des dichten Nebels anscheinend nicht gesehen. Er fuhr infolgedessen, wenn auch mit etwas verminderter Schnellig- les auf.
keit, auf den Schluß des Personenzuqe Die letzten drei Wagen des P
e r s o-
nenzuyes wurden zertrümmert» stel- lenweise ineinander- und übereinanbergeschach- telt namentlich der vorletzte Wagen wurde vollkommen demoliert.
Betreffend die Verantwortung des D-Zug
Gleise gebracht unb gegen 8 Ubr nachmittag« abgefahren.
Die übrigbleibenden Holz» unb Ebenmassen suchte man zu dieser Stunde über baS zweite ®eleife binweg I mit einem langen von Eisenbahnern gezogenen Drahtseil und mit Hilfe von Winden kopfüber über den Bahndamm herabzustürzm auf leere» Gelände. Aus en Türen her zertrümmerten Wagen war daS Blut Der Verunglückten stark auf die Achsen üinunterge» laufen. Auch die Form, mit der sich die Blutiprihen an der Stirnwand des vorletzten Wagens abzeichneten, läßt auf die ungeheure Wucht schienen, mit der die Reisenden vom Tode überrascht wurden. Auch der dritt- und viertletzte Wagen deS Personeiizugcs mürbe stark in Mitleidenschaft gezogen. Auch m diesen Wagen holte sich der Tod mehrere Opfer. Hier spielte der Zufall merkwürdig mit. Eine 'Mutter, die mit drei Kindern in einem Abteil sah, wurde getötet, bie Drei Kinder dagegen blieben Hinterlegt. Ebenso kamen andere Personen wie durch ein Wunder unverletzt davon, während ihre Nachbarn Opfer der Unglück« wuiden.
Die UnglückrstStte, die van Polizei abgesperrt unb auch von französischen Difinereu besichtigt wird, hat ein wü es Bild. Holz« unb Siientrümmer siu» bedeckt von großen blutigen Papierbausen — die neueste Ausgabe einer Doumunder Zeitung, bereu Expr.tz- voken sich unter den Verunglückt.» befinden. Henkel- männer, F.eismfttzen, »le bt rrefte von Männern und Frauen liegen grauenhaft untereiuancer, Blut -e Kiiiderlâtzchcu und Spielzeug betraten, daß,auch kleine sltnoer von dem Ungutes ichwer betroffen wurden. Von a en Seiten,, auch von Dortmund und Esse«, eilten Hilfsmannichasten und Rettung-kolonnen herbei.
Augenzeugen über den Zusammenstoß.
Sffen, 13. Jan. Wir haben Gelegenheit genommen, einige der bei dem Eisenbahnunglück Verletzten im Krankenhaus aufzusuchen. Der eine der Verletzten, ein Friseur, der eine Quet- San der Brust erhalten hat, erzählt: »Ich mich im drittletzten Wagen und saß in der Fahrtrichtung an her hinterwand des Wagens. Auf einmal verspürte ich einen leichten und unmittelbar darauf einen furchtbaren Ruck, verbunden mit einem entsetzlichen Knall. In dem Augenblick spürte ich, wie die Rückwand des Abteils über mir zusammenbrach. Jchi wurde auf die gegenüberliegende Seite des Abteils gegen die Sitzbank geschleudert und kam nahe der Tür unter die Trümmer zu liegen. Es war ein Gefühl, wie ich es im Felde erlebt habe, als eine Granate im Unterstand einschlug. Alles stürzte unter Prasseln zusammen und eilt furchtbares Schreien wurde laut. Die Lichter verlöschten sofort. Als ick leidlick wieder zur