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General-Anzeiger / Zugleich amtliches Organ für Len Landkreis Kanan

Erscheint *^n& mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. * Ternsprech-Anschlutz Nr. 1237 und 1238.

«»»uarprei«: Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganze« Monat 2 Reichsmark ohne Trägerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für . m Hghe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichrpfennig, im Reklameteil von 68 mm Breite 23 Reichsofennig. Offertengebühr: M Reichspfemrig. Geschäftsstelle: Hammerstraße S.

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Nr. 8

Samstag den 10. Januar

1925

Fünf Fähre Vl

Der Tag des Vertrag

Der 10. Januar ist für das deutsche Volk ein außerordentlich bedeutungsvoller Tag, ein Tag des Schicksals und der Not, aber es sollte auch ein Tag der Einsicht und der Einkehr sein. Fünf Jahre lastet der Versailler Vertrag furcht­bar auf dem Lande. Fünf Jahre hat, nachdem das deutsche Volk in unglücklicher Stunde die Waffen preisgegeben, der Krieg weiter gewütet gegen dieses waffenlose Volk. Fünf Jahre lang steht der Feind im Lande und zehrt an der deutschen Volkskraft und Wirtschaft und stört den Frieden und die Arbeit. Fünf Jahre lang haben die Schergen des Versailler Vertrages das deutsche Volk ausgeplündert, ausgeraubt und seine einst blühende Wirtschaft und Volks­kraft zerstört und unterwühlt. Fünf Jahre lang wütet der Entente-Wahnsinn in Europa und läßt diesen Erdteil immer tiefer in dem Gleich­gewicht der Leistungsfähigkeit der Kontinente sinken. Fünf Jahre lang wütet der politische Zwang unmöglicher wirtschaftlicher Beding­ungen gegen die weltwirtschaftliche Ordnung an. Fünf Jahre lang Unfriede und Zerstörung. Ist nun endlich der Tag gekommen, wo es ein Einsehen und eine Umkehr geben wird?

Es ist kein Zweifel, daß in den letzten fünf Jahren sich mancher Wandel der Anschauung vollzogen hat. Da draußen in der Welt- ist die Erkenntnis durchgebrochen, daß wir doch nicht in dem Maße die Schuldigen sind an dem trost­losen Zustand, der sich nach Versailles heraus- gsbilbet hat, sondern daß der unglückliche Ber- stete, mw die kranzssischs ' politische Einsichts­losigkeit Zen Meven in Europa nicht wieder auftommen läßt. Es ist auch kein Zweifel, daß sich die Welt und insonderheit die europäischen Staaten nach einer neuen Ordnung der Dinge Mücksehnen, und daß man am liebsten wieder einen Zustand schaffen möchte, der allen eini­germaßen das Leben erträglich sein läßt. Wer die Mächte, die einst ihre Waffen miteinander verbanden, um Deutschland zu vernichten, sind heute neidvolle Brüder geworden. Wohl hat auch die neue konservative Regierung Englands dieEntente eordiale" mit Frankreich ge­schlossen, aber niemandem bleibt es unverbor­gen, daß schließlich doch die französische Politik und die gewaltige Angriffskraft zu Lande, zu Soffer und zur Luft der entscheidende poli­tische Faktor für die Bestimmung auch der englischen Politik geworden ist. Der Engländer, der nun schon seit Jahren über eine Million Arbeitsloser im Lande zu unterhalten hat und der trotz aller Bemühungen, die Auswande­rung in die englischen Kolonien zu fördern, von der Last der Arbeitslosenunterstützung nicht loskommt, kann ja niemals aus dem Versailler Vertrag so viel herausholen, als chm dieser fortgesetzte Zustand der Arbeitslosigkeit kostet. Und trotzdem vermag der Engländer heute dieses Uebel noch nicht zu beseitigen, weil er an die Fehler seiner eigenen Politik vergangener Jahre gefesselt ist. Auch Frankrich wird auf die Dauer nicht in der Lage sein, die Politik der Gewalt durchzuführen, weil die französische Wirtschafts- und Volkskraft nicht stark genug

und der Franc einen Poincarèfchen Impe­rialismus auf die Dauer nicht aushalten kann.

Die wachsende Einsicht in die Notwendig­st, Èe neue Ordnung der Dinge zu schaffen, hat ja auch die Entente zu dem Londoner Ab­kommen geführt, aber die loyale Durchführung der dort eingegangenen Verpflichtungen leidet Not unter dein hysterischen Zustand der fran­zösischen Politik. Man möchte von Deutschland das Geld in die französischen Kassen haben, aber zugleich Deutschland weiter militärisch unterjochen und die produktivsten Teile seines Landes besetzt halten. Man möchte alle Rechte von London und Versailles ausbeuten, aber hch.unr die Pflichten dieser Verträge am liebsten «rucken. Der heutige 10. Januar ist die Probe aus das Exempel, die die Entente nicht bestan- hat. Der Versailler Vertrag, so brutal er

9ibt uns Zu diesem Termin das Recht M "le Räumung der Kölner Zone. Politische .^"uelzüge von London und Paris haben die- 5 s, veutsche Recht gebrochen. Entscheidend ist daß der Franzose und der Engländer urcht einmal unter sich darüber einig r was nun nach dem 10. Januar erfol- Dunkel steht das deutsche Schicksal nach hia c?Dr uns und es drängt sich immer wieder ^.^^uge auf, ob denn der Deutsche aus dieser Ee^m die ihn Gewalt, Rechtsbeuauna und

rsailler Diktat.

sbruches der Entente.

Mißachtung des Lebensrechts des deutschen Volkes gebracht haben, die notwendige Folge­rung zu ziehen versteht. Leider muß man fest­stellen, daß das.bisher noch immer nicht der Fall ist.

Die deutsche politische Einsichtslosigkeit kennzeichnet wohl am besten der politische Zu­stand, in dem uns dieser 10. Januar findet.Man sollte meinen, daß das Maß der Gewalt und der Mißachtung und der Zerstörung, das uns die Summe der Feinde angetan hatte, aus­reichen würde, das deutsche Volk zu der poli­tischen Erkenntnis von der Notwendigkeit eines festen Zusammenschlusses zur Durchführung fei­ner nationalen Lebensbedingungen zu bringen, Leider fehlt es, wie die Stunde zeigt, an die­ser Erkenntnis vollkommen, beim sonst wäre es unmöglich, daß sich die politischen Parteien bis zur Stunde in Deutschland wie die Kinder Herumbalgen, statt mit allen Mitteln eine ge­schlossene deutsche Außenpolitik zu betreiben. Daß die Möglichkeit durch eine einheitlich straffe politische Disziplin unsere Lage zu verbessern gegeben ist, daran sollte niemand zweifeln. Und gerade der 10. Januar 1925 ist uns ein Beweis für diese Erkenntnis.

Zweierlei ist notwendig: Das eine ist eine klare nationale Politik, die Befreiung von den Illusionen, als wenn wir von den anderen in der Welt durch irgend ein politisches Wohlver­holten etwas zu erwarten hätten. Bis in die jüngsten Tage ist von den Linksparteien gegen Politik hte Belastung der deutschnationalen Mit­wirkung nicht gestatte und nur eine demokra­tische Einstellung der deutschen Regierung uns außenpolitisch weiter bringen könnte. Gerade Herr Marx ist der Vertreter dieser Anschauung, und gerade chm wird an diesem 10. Januar die Antwort gegeben, daß die bereitwillige De­mokratie auf der deutschen Seite dem franzö­sischen Demokraten Herriot feine Veranlassung gibt, die Verpflichtungen des Versailler Ver­trages auf Räumung" der Kölner Zone zu er­füllen. Seit Dr. Wirth glaubte, mit seiner demokratischen Crfüllungsbereitschast ohne Gegenverpslichtungen die deutsche Außenpolitik führen zu können, und dafür die Ohrfeige des Raubes von Oberschlesien erhielt, sollte eigent­lich das deutsche Volk von dem Wahne kuriert sein, daß eine Politik, die in erster Linie Rück­sichten auf die anderen nimmt, eine deutsche Politik und eine erfolgreiche Politik für Deutsch­land sein könne, es sollte wissen, daß eine solche Politik nur die Interessen unserer Gegner fördert. Deutschland kann nur zu einer Ver­besserung seiner Lage und Verhältnisse kom­men, wenn es den entschlossenen nationalen Willen sinsetzt, die deutschen Interessen überall und mit allen Mitteln rücksichtslos' wahrzu­nehmen.

Unter diesen Gesichtspunkten muß auch und wird ja Gott sei Dank auch die Handelsver­tragspolitik geführt. Der 10. Januar befreit uns von der Last der einseitigen Meistbegün­stigung zu Gunsten der Entente, die uns der Vertrag auferlegt hat. Wir haben alle Veran­lassung, diesen einzigen Vorteil, den uns die Lage darbietet, rücksichtslos im nationalen Sinne zur Förderung der beutfd)en wirtschaft­lichen Bewegungsfreiheit in der Welt auszu­nutzen. Wir müssen danach streben, daß das Gold aus dem internationalen Warenverkehr auch als Lohn für die deutsche Arbeit nach Deutschland hereinströmen kann. Das ist nur möglich, wenn gleichzeitig die schweren poli­tischen Hindernisse weggeräumt werden, die der deutschen Warenausfuhr in der Welt im Weg stehen. Es kann beebalb auch gegenüber den Ententemäch-en seine andere Politik getrieben werden als b*.e. nur daiM Vorteile zur Aus­nutzung des Deutschen Mar.? s zu bieten, wenn auf der Gegenseite eine gleichwertige Gegen­leistung dargeboten wird? Auch hier wären Neigungen zur Vermeidung irgendwelcher politischer Schwierigkeiten wirtschaftliche Kon- zessionen zu machen, so verfehlt, wie nur mög- äch. Deshalb kann es nichts anderes geben, wie die volle Ausnutzung aller Vorteilsmöglichkei­ten, die uns in der Befreiung von der" einsei­tigen Meistbegünstigung dargeboten werden.

Das, was uns zum anderen nottut, ist die volle Anspannung der produktiven Kräfte un­seres deutschen Volkes, um bis zum entscheiden­den Augenblick der endgültigen Lösung 'der

internationalen Schwierigkeiten überhaupt lebensfähig zu bleiben. Wenn wir uns vor Augen halten, daß dem deutschen Volke an fei» nein Einkommen allein aus der Einfuhr fünf Milliarden Goldmark fehlen, so ist es unmög­lich unter der Fortwirkung eines solchen Um­standes dem deutschen Volke zu helfen. Mein die Ausfuhr kann uns aber auch nicht über alle Schwierigkeiten hinweghelfen, da die Ausfuhr­entwicklung sich nur langsam vollziehen kann und sich bei dem Rückgang der internationalen Konsumkraft in gewissen Grenzen hält. Dem» gegenüber ist es notwendig, mit allen Mitteln die Erstarkung des Jnlandsmarktes zu erstre­ben. Das deutsche Volk muß in allen seinen Schichten wieder konsumkräftiger werden. Stei­gerung des Einkommens aller Erwerbsschichten auf der einen Seite und Rückführung der Preise auf der anderen Seite ist das große wirtschaftliche und zugleich soziale Problem für das deutsche Volk, zugleich der einzige Weg zur Befreiung des gefesselten Vaterlandes. Richt das Sinken der Lebenshaltung und die Ver­minderung des Verbrauchs kann uns helfen, sondern nur die Verbesserung der Lebenshal­tung und damit die Steigerung des Verbrauchs. Dafür ist es notwendig, daß das deutsche Volk endlich zu der Erkenntnis kommt, daß ihm nur die Entfaltung der vollen wirtschaftlichen Energie der Friedenszeit helfen und seine schwierige Lage verbessern kann. Es ist deshalb Die Aufgabe aller Vaterlandsfreunde, an dieser Erkenntnis zu arbeiten, lind gerade der 10. Ja­nuar ist ein Tag der eindringlichsten Mahnung in dieser Richtung.

So bleibt auch nach fünf Jahren für uns nur die eine Lösung, daß das deutsche Volk nicht seine Rettung von papiernen Verträgen erhoffen darf, sondern sie nur durch rücksichts- MeWL.Mr.Mg und Hingabe ay, die pater-

Flammende Proteste.

Die Kölner Industrie- und Handelskammer.

Köln, 9. Jan. In der ersten Jahressitzung der Industrie- und Handelskammer Köln nahm der einstimmig zum Vorsitzenden wieder ge­wählte Geheimrat Dr. Louis Hagen zu fol­gender Ansprache das Wort:

Ich bedaure ungemein, daß meine erste Amtshandlung als von Ihnen neu gemalter Vorsitzender darin bestehen muß, flammen­dem Protest Ausbaus zu geben, daß die Kölner Zone zum Sanktions ge­biet unserer Feinde gemacht wird. Sie wissen, daß im Vertrag von Versailles vor­gesehen war, daß die Kölner Zone am 10. Ja­nuar als erste zu räumen war. Die Gründe, die für die Nichteinhaltung dieses Termins in der Note der alliierten Mächte angegeben wer­den, beziehen sich ausschließlich auf angebliche Verfehlungen Deutschlands in der Entwaff- nungsfrage. Aber auch selbst für diese Gründe fehlt bis zur Stunde jeder Beweis. Wir haben alle Veranlassung, anzunehmen, daß die deutsche Regierung in dieser Beziehung die gegebenen Versprechen mit allen Mitteln einzuhalten suchte. Durch die Entschließung der Alliierten Mächte soll unser spezielles Gebiet die Folgen der angeblichen Verfehlungen für ganz Deutsch­land allein auf sich nehmen. Ich erinnere da­ran, daß der Wirtschaftsausschuß des besetzten Gebiets am 8. Maust sich voll und ganz dafür eingesetzt hat, das Dawesgutachten anzunehmen in dem klaren Bewußtsein, daß damit von der deutschen Regierung Verpflichtungen über­nommen werden, die kaum tragbar sind und jedenfalls auf eine unendlich lange Reihe von Jahren uns Opfer zumuten, welche die Kon­kurrenz auf dem Weltmarkt außerordentlich erschweren. Nachdem dieses Gutachten ange- nommen war, gingen mir, die Bewohner un­seres Gebietes rm "Verein mit dem gesamten deutschen Volke, mit größtem Eifer und nie da­gewesenem Fleiß sofort daran, die uns im Dawèsgutachten auferlegten Opfer in ihrem vollen Umfange zu erarbeiten. Ich unterlasse auseinanderzusetzen, wie unsere Arbeitskraft und unsere Arbeitsfreudigkeit erlahmen muß unter den schweren moralischen Qualen, wie mir sie zu ertragen gezwungen sind durch die Nicht­erfüllung der in Aussicht genommenen Befrei­ung von der Besetzung, die wir zu erwarten voll berechtigt waren. Ich stelle fest, daß wäh­rend der verflossenen fünf Jahre fast niemals der geringste Konflikt zwischen der Besetzung und der Bevölkerung entstanden ist. Jeder Be­wohner der Kölner Zone war sich bewußt, durch seine einwandfreie Haltung dazu beige- durch seine einwandfreie Haltung dazu beizu- tragen, die Innehaltung der in dem Versailler Vertrage in Aussicht genommenen Frist durch die Vermeidung irgendwelcher Zwischenfälle zu

sichern. Umso größer ist die Enttäuschung, die sich aller Seelen bemächtigt hat, die in unserem Gebiete weiter bie Qualen ertragen müssen, welche jede fremde Besatzung mit sich bringt. Und so ist die Kölner Industrie- und Handels­kammer in ihrer ersten Jahressitzung dazu be* rufen, nicht nur für die in ihr vertretenen Wirtschaftskrise, sondern für die gesamte Be­völkerung laut Protest zu erheben gegen das Weiterbesteden der schweren moralischen und wirtschaftlichen Einbuße durch die Unter­drückung unserer Freiheit. Wir erwarten, daß die deutsche Reichsregierung auch unter Hin­weis auf alle von uns angeführten Gründe da­für eintreten wird, daß mit möglichster Be­schleunigung die Befreiung unserer Zone von jeglicher Besatzung erfolgt. Die Kammer er­klärte unter lebhaftem Beifall und allseitiger Zustimmung sich mit den Ausführungen einver­standen.

Preußens Protest gegen Sie Aichl- räumung.

In der gegriffen Sitzung des Preußisch« Laub- taaes wachte Ministerpräsident Braun, der mit dem alten Kabinett ohne die volkSvarteilichen Minist« erschien, im Namen der Preußischen StaatSregierung folgende Ausführungen:

Die Preußische Staatsregierung ist her Ansicht her schon die Reichsregierung Ausdruck gegeben hat, daß allgemein ec ältere Angaben und unsubsianziert- Beschuldigung-M nicht genügen, um eine Maßnahme von solcher Tragweite zu rechtfertigen, wie sie die SinauSzögerung der Räumung der Ersten (Kölners Zone darstellt.

Selbst, wenn viele? von dem bewiesen werden könnte, was in der Note der Besatzungsmächte ange- heutet und behauptet wird, so würde da? nichts ând«? en der unbestreitbaren Tatsache, daß Deutschland entwaffnet ist und den Sinn der Versailler Vertrag? erfüllt bat Die Durchführung dieser Ausgabe wm: um so schwieriger, als sie im seelischen Kampfe mH de« ^mpftnDungen einc^ tiar«. n&irahia»

Dolk« erfolgen mußte, das vergeblich darauf wart««., daß auch die anderen Staaten, ihrem Versprecheu ge­mäß, mit der Abrüstung begännen.

Eine militärische Gefährdung Frankreich?, da? beute über die stärkste Armee Europa? verfügt und über alle technischen Kriegsmittel der Neuzeit. kaun ernstlich auch au? den behaupteten, aber bisher unbe­wiesenen Verfehlungen nicht hergeleitet werden. Die preußische Staatrregierung siebt sich genötigt, all die? mit besonderem Nachdruck zu betonen, weil el wieder einmal Teile der schon so schwer «> prüften Prentz schen Rheinlande sind, die die harten Kolgen und Lasten aus der wider Erwarten fortdauernden Besatzung tu tragen

Haden.

Immer wieder ist c? diese schöne Provinz, dies«! älteste deutsche Kulturboden, sind eS bie in opfer­williger Treue an Preußen und am Reich bängenben Rheinländer, die den Tag nun wieder binauSgezögen sehen, an dem sie in Freiheit atmen und leben sönnen- Die preußische StaatSreg-erung ist sicher, daß auch diese neue, schwere Prüfung, die wir noch nicht als unabänderlich h nnehmen können und wollen, von den Rheinländern mutig und standhaft ertragen »erben wird.

Wir wissen, daß auch nicht die Androhung bei weiteren Besetzung imstande fein wird, da» Erfühl der ewigen und festen Verbundenheit mit Preußen und dem Reiche zu lockern, nmsomebr, als unsere rheini­schen Brüder überzeugt sein können, daß ganz Prem en und Deutschland sich in dieser Stunde doppelt brüderlich mit ibnen gesinnt fühlen.

Die preußische Regierung aber wird, da? tst eine Selbstverständlichkeit, die kaum noch bet Erwâhmm« bebarf,

alles, was in ihrer Kraft steht, tun, um »a» Los der betroffcnenBevSlkerung z« erleichteev Sie wird bestrebt sein, die Reichsregierung mit allem Nachdruck in dem Bemühen zu unterstützen, im Wege der Verhandlung die baldige Räumung der ersten Zene und mit ihr auch bei widerrechtlich besetzten Rudrgebietes zu erwirken.

Bei Beginn der Rede des Ministerpräsidenten ver­ließen als Protest gegen da» Kabinett Braun die Deutschnationalen und die DeulschvolkSpattetler der Saal.

Reichslagspause.

Berliu, 9. Jan. Der Aeltesteuaurschuß bet Reichstages bat heute beschlossen, da voraussichtlich di< neue utestteruna erst bis Samstag gebildet sein wird in bett Verhandlungen deS Reichstages eine zweitägige Pause eintiefen zu lass ii. mit der,Maßgabe, daß bei Präsident zur Wieoerberufung ermächtigt w rd: jedoch soll bie nächste Sitzung spätestens am Mittwoch statt, finden.

In Abwesenheit zum Tode verurlelll.

Lüttich, 9. Jan. Das Kriegsgericht der Provinz«' Lüttich und Luxenilurg hat d n demschen General, major von ber Esch wegen angcbl ch in Ar ons be gangetter Kriegsverdrcchen in Abwesenheit zum Tode uerurteilt. . .

ö. b. Esch wird beschuldigt in Arlon (Provinz Luxemburg) Wabnbäuser angezündet zu haben. Er -oll 64 Gebäude zerstört hab n. Ferner soll er 100000 'M erpreßt und den Offizier L'Empreur ge­tötet Habelt