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Der Kampf gegen das D erbrech erluM-

Der Massenmörder Haarmann, der sich in dem Weltruf feiner Verbrechertaten vor Gericht selbstgefällig bespiegelte, hat in dem Massen­mörder Denke ein Seitenstück gefunden'. das in feiner Abtönung noch schauriger und abstoßen­der ist. Tröstlich ist dabei nur der Gedanke, daß der Massenmörder Denke sich durch Selbstmord dem irdischen Richter entzogen hat und daß deshalb das Aufwühlen von Blut und Schlamm in einer öffentlichen Gerichtssitzung, wie sie stich in Hannover absvielts uns in diesem zweiten Falle erspart bleibt. Es wäre zweifellos besser gewesen, wenn man auch in Hannover die Oeffsntlichkeit nicht zum Zeugen eines solchen hochnatpeinlichen Gerichtsverfahrens gemacht hätte. Denn ein Blick in die ausländische Presse genügt. nm zu erkennen, daß man hn Aus­lands fast mit Behagen den Haarmannprozeß als Zuschauer genoß, weil Man Deunchland als den Boden bezeichnen konnte, aus dem diese faule Blüte des Verbrechertums entsproß. Kein Zweifel auch, daß man den Doppelfall des tierischen Massenmordes als Prapagandamittel gegen Deutschland wirken lassen wird. Man wüte das bei der Behandlung des ganzen Falls» in Deutschland ebensowenig überschen â man es in der Haniroverschen Gerichtsver­handlung hätte üLsrsehs« dürfen, (Eine Ber­liner illustrierte Zeitung bringt es leider fertig, in ihrer letzten Nummer ein Bild aus dem Hannoverschen Gerichrssaale mit Haarmann und Grans auf der Anklagebank zur Ilkustrie- rung dergrößte;; Kriminalfalles seit Jahr­hunderten" zu veröffentlichen.)

Es ist natürlich eitel Heuchelei, wenn das Ausland sich pharisäerhaft ht die Brust wirst, um auf Deutschland unb seine berüchtigten Kri­minalfälle herabzusehen. Frankreich hat den Massenmörder Landrud aufzuweisen, der eine ganze Anzahl von Frauen tötete, die Vereinig­ten Staaten haben den Fall Frank und Loeb, der auf eine verbrecherische Degeneration der Jugend schließen läßt. Sie leiden an einer ge­radezu beängstigenden lleberwucheruna von Stadt und Land durch gemeinstes Verbrecher­tum und in keinem Lande hat der Scharfrichter so viel zu tun wie in England, dessen Gerichts- barkeit allerdings von einer durchgreifenden Strenge ist. Cs handelt sich in den Fällen der deutsch« Massenmörder garnicht um Einzel- erschemnngen eines Landes, sondern offenbar um eine Wells von Verbrechertum, die von dem Schauplatz des Weltkrieges mehr oder weniger auf alle Länder der Welt übsrgegan- gen ist. Auch das ist eine geschichtlich durchaus bekannte Erscheinung. In einem Artikel der Times" wurde kürzlich darauf hingewiefen, daß England nach fedem Kriege, an dem eg be­teiligt war, im Verbrechertum beinahe erstickte. Im Jahre 1783, als Großbritannien einen schweren Kampf mit seinen amerikanischen Ko- Ionien, mit Frankreich, Spanien und Holland hinter sich hatte, wußte man sich in London schließlich nicht anders zu helfen, als daß man aus der Schar der festgenommenen Verbrecher die schwersten herausgriff mrtz in sunnnarischen Verfahren exekutierte. Aehnliche Zustände wiederholten sich im Jahre 1818 nach den napoleonischen Kriegen und daß auch diesmal die Wellen des Verbrechertums in Großbritan­nien außergewöhnlich hochgehen, wird in der Times" durchaus zugegeben.

Es hat also kein Kulturstaat der Welt Ur­sache, Deutschland gegenüber den Pharisäer zu spielen. Viel wichtiger ist die Frage, Die alle Lander in gleichem Masse angsht: Wie be­kämpft man das immer noch emporwuchernde Verbrechertum am besten und nachhaltigsten? Man hat eine Zeitlang in der Theorie der Me­thode der Erziehung und Vorbeugung den Vorzug gegeben und bis in die jüngste Zest hinein hat sich diese Theorie bei der Behand­lung der Verbrecher Geltung verschafft. Sie

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war an sich eine ganz natürliche Reaktion gegen die erbarmungslose Justizbärie, mit der man in früheren Zeiten dem Verbrechertum ent-- gegentrat. Fast könnte es scheinen, als ob unter dieser Gegenwirkung der Pendel fef}t etwas zu weit nach der andern Seite ausgr- schlagen sei. Jedenfalls muß gegenüber der Häufung von Verbrechen in der Rechtspflege der Grundsatz wieder gan^ scharf in den Vor­dergrund treten, daß der Schutz von Leben und Eigentum die vornehmste Aufgabe des Staates ist und daß diese Pflicht des Staates mit der Gefährdung des Lebens und Eigentums der Staatsbürger wächst. In andern Ländern nimmt der Staat das Recht für sich in Anspruch, nerdachtsge Subjekte festzusetzen und feftzu- halten, solange sie eine öffentliche Gefahr sind. Dieses Verfahren mag in manchen Fällen juri­stisch unhaltbar sein." Es ist aber sicher eine wirksame Schutzmaßregek. Auch^ Haarmann ist einmal früher als gefährliches Subjekt erkannt worden und doch hat er dann in Freiheit feine tierischen Instinkte auslsben können.

Wichtig ist aber auch ein anderer Gesichts

I Aus dem Reichs der Frau.

Seid auch den Tieren Wüster!

Don Karl Götzel.

Die junge Frau erzählte erregt:Er schlug mit der Peitsche wie besessen, er trat von seinem Sitz mit dem Absatz gegen das Pferd, das sich auälte und zitterte, aber doch nicht vom Flecke kam; es war nicht mehr mit anzuschen! Wie

ein chrecklicher Unhold, nicht mehr wie ein

Men und

ch, hockte er da über dem Tier und schrie chlug!"

Ind was taten Sie nun?" lautete die

Gegenfrage.

Was hätte ich gegen den wütenden Mann tun können? Ich ging schnell weg; der Anblick läßt mir aber noch jetzt keine Ruhe!"

Recht so? Liebe, junge Mutter fein­fühliges junges Mädchen im Pelz und Lackschühchen, gepflegt und gewärmt, gehütet und liebkost es dreht sich euch das Herz bei den Serben einer Kreatur um, aber was sollt ihr gegen einen wütenden Mann tun? Wie oder steht nicht neben diesem BWe der Land» pflegsr Pilatus, der hn Grunde humane und mit dem armen Mißhandelten mitfühlende Romer und spricht:Ich wasche meine Hände in Unschuld!"

Rein unrecht ist so gehandelt und es gibt im Himmel und auf Erden keine Entfchuldi- gung, auch nicht die: Es wäre ja doch zwecklos gewesen, zu protestieren! Es ist heilige Pflicht jeder Frau, das Lebende und Leidende M schützen. wo sie es findet. Das Weib ist zur Hüterin und Bswahreriy des Lebens bestellt, dies ist ihre höchste Mission, und kein andres Lebensziel kann diesen ewigen Auftrag von ihr wegnehmen l

So wäre es denn auch in diesem Falls, wo ein Tier geprügelt wurde, well es eine Last hn Glatteis nicht zu ziehen vermochte, das einzige Richtige gewesen, dem Mann ein Hatt zuzu- rufen. Er hätte, vermutlich, nicht darauf ge­hört; vielleicht wäre auch ein Schettwort zurück, gekommen! Was kann das' einer wirklichen Dame tun, die Dame auch bis ins innerste ist?

Ich sah das gute Beispiel einmal auf einer Berliner Vsrkehrsstraßs, als dicker Schnee den Wagen das Weiterkommen fast unmöglich machte. Da saß auch solch erbärmlicher Mensch auf dem Bock und suchte mit der Peitsche zu erzwingen, was nicht zu schaffen war. Eine gutgekleidste Frau trat zu ihm und mahnte mit einem Tonfall von Humor, vom Sitz herunter-

vunkt. Im Falle Haarmann sowohl wie im Falle Denke ist die nähere Umgebung der Ver­brecher auf deren verdächtiges Treiben auf­merksam geworden. In keinem der beiden Fälle aber hat das dazu geführt, daß den Verbrechern das Handwerk gelegt wurde. In Hannover ist sogar eine Frau, die auf Haarmann aufmerk­sam machte. von der Polizei unwirsch zurück- gewiesey worden. Wie diese Erfahrung zeigt, wirkt die bürokratische Isolierung des polizei­lichen Verfolgungsdrenstes zugunsten der Ver­brecher. In normalen Zeiten mag die Fahn- dungsmsthode der Polizei ausreichen. In einer Zeit wie der unsern, muß man zu ungewöhn­lichen Hilfsmitteln seine Zuflucht nehmen. In einer englischen Zeitung ist der Vorschlag ge­mocht worden, daß man dazu geeignete Schich­ten des Publikums im Polizeidkenst üben solle, um sie dann als freiwillige Hilfsdienstkräfte der Polizei zu verwenden. Diese Methode wäre zweifellos besser als das in Hannover geübte Verfahren. Sie hätte sicher marrchem Todes- opfer der heißen Massenmörder das Leben ge­rettet..

zukommeu Es wirkte; nun ging sie zum Hinter- ende des Wagens, stemmte sich mit ihrer, frei» sich viel zu schwachen Kraft dagegen und rief hell den Vorübergehenden zu:Packen Sie doch mal einen Augenblick mit an; die Tiere schaffens nicht!" Da waren im Nu zehn, zwölf Männer- fauste, zur Hilfe da unb in einer Minute war Die ganze Szene vorüber; der Wagen rollte.

Nicht ladylike? Oh, meine jungen Mädchen und Frauen, sehr damenhaft war das! Denn diese Frau erreichte ihren Zweck ohne Zänkerei, in der der feinere Mensch gewiß unterliegen würde; sie machte es sachlich ab und das wirkt immer.

Nun liegen die Fälle von Tierquälerei nicht immer Jo offensichtlich. Oft weiß man nur so vom Horen, daß ein Hund in der Nachbarschaft hungert oder im Winter draußen angekettet ist, und was an ähnlichen Fällen von Tiermißhand­lung zu einem dringt! Da soll eine rechte Frau ein rechtes Wort nicht scheuen; wo nichts hilft, wird eine Airzeige beim Tierfchutzosrein ober bei der Polizei nachhelfen müssen, nur ge­schehen muß sie es nicht lassen! In dem Punkte ist Die englische Frau vorbildlich zu nennen. Sie hat es durchgesetzt daß Tierschutzgesetze nicht nur im eigenen Lande im weitesten Maße ge­geben sind, sie hat es auch vermocht, im Aus­lande, wo sie viel verweist und als Touristin häufig hinkommt, chre tierfreundlichen Ideen durchzufstzen. Im Frühling fuhr ich im Wagen von Rapallo nach Portofino. jenen Edelsteinen cer itasienifchen Rivreraruste, bis Straße stieg hinter Santa Margherita; der Kutscher ließ die Pferde im langsamen Schritt gehen, ohne Peitsche. An solche Sanftmut ist man bei Italienern dem Tiere gegenüber das heißt dem Zugtier nicht immer gewöhnt, und ich fragte daher nach dem Grunde. Die Straße steige zu sehr für schnelleren Gang, sagte er, und die Engländer hätten dafür gesorgt, oaß sie aufwärts nur im Schritt befahren werden dürfe sonst koste es Strafe Noch einmal so schön schien mir darauf die herrliche Fahrt längs des Mittelländischen Meeres, unter Palmen und Agaven. Hier wo der Mensch airbetet, soll das Tier nicht geschunden werden! Aber dies ist leider nur ein kleines Stück Wett; in einem sehr großen Teil der Welt ist man unbarm­herzig gegen das Tier, mehr aus Gedanken­losigkeit, wie aus SchlechtigkettDer Gerechte erbarmt sich seines Siebs/ aber Gerechte sind

nicht so viele, wie man nach den Jahrtausen­den, seit dieser Spruch besteht, denken müßte. Das Ewig-Weibliche hat auch hier, bei der schweigenden, stumm leidenden Kreatur die edle Aufgabe, den Weg zu weifen, der hinan führt.

Die Wiutersporlleri«.

Die ersten Kältezeichen sind da, der Schnee wird kommen, im Hochgebirge liegt er schon. Der Wintersport setzt ein; der fröhlichste, straffste aller Sports, das prächtigste Lungen­training eine Durchlüftung aller Gewebe, wie sie sein Sommeraufenthalt erreicht. Für glück­liche unb gesunde Menschen bedeutet er ein Leben des Rausches, so stark , ist seine Wirkung auf die Seele. Wers irgend kann, soll,sich zwei Winterwochen nach allen Richtungen aus« tummeln, das tut besseren Dienst, als das zeit­gemäße Fasten und Turnen der schlankheits­bestrebten Damenwelt.

Die Frau hat zum Wintersport in den letz­ten Jahren die Breecheshose angezogen, weil sie sehr praktisch ist und dabei bei zulangendem Wuchs auch kleidet. Sie wird meiier getragen, doch deckt sie bei einer vornehmen Wintersport­anzug ein aufknöpfbarer Rock, den man beim Rodeln hochschlagen kann. Buntes Wollen­zeug tritt in den Hintergrund gegenüber dem streng herrenmäßrg gearbeiteten Jackettanzuge mit Pelzbesatz an Kragen und Aermeln; die Kappen werden dazu passend gewählt. Wer sein Ränzel jetzt für die Berge schnüren will, der muß an Loppelsohlige Stiefel mit flachen Absätzen denken; anderes Sch'uhzeug ist wert- los und würde der Dame jede größere Tour zur Gefahr machen. Zu diesem .Schuhwerl ge­hören tüchtige Wollenstrümpfe, enentueD Ga­maschen; für Imprägnierung und die täglich zu erneuernde Durchfettimg des Leders »müssen Die entsprechenden Präparate mitgenommen werden. Trockenes und weiches Schuhzeug ist das Allerwichtigste, und ist, wenn man mit den Ausgaben nicht allzu üppig sein will, sehr viel nötiger als die Höschen, die sich ja entbehren lassen. Nebenbei fei gesagt, daß es nichts weniger wie ästhetisch wirkt, wenn die Frauen in diesen Hosen auch noch am Abend in der Hotelhalle fitzen, oder gar am Tanz teilnehmen. Diese saloppe Art überbieten die Herren sofort mit Behagen, indem sie im durchschwchten Sweater und Nagelschuhen am Abendtisch Platz nehmen und zum Tanze aufforberm Die Frauen sind selbst schuld gewesen, wenn dos gesellsachftliche Niveau öfters in den Winter- sportplätzen bedenklich gesunken war. Sport­liche Kameradschaft mit dem Manne schafft noch keine Dreistigkeit, sie stärkt im Gegenteil alle ritterlichen Instinkte des Mannes.' Nur- Hat man es als Frau in der Hand, einen stren­gen Strich zu ziehen, zwischen den sportlich er« forderlichen Bewegungen und Hilfeleistungen des Mannes und dem Benehmen in Hotels. Wer sich dort nicht als Mannweib posiert, durch stundenlangen Aufenthalt im ©pottatuua. Zu gareHe im Mundwinkel. Blicke undMMâ herausfordert, dem wird es auch nicht begegnens daß ein Zugriff erfolgt, der im verschneiten Ge­birge eine Selbstverständllchkeit, in der Ge­sellschaft aber eine Beleidigung ist__Aus meinen Erfahrungen kann ich sgasn, daß sich junge Mädchen und Frauen beim Wintersport sehr leicht im Anfänge zu viel zumuten. Die starke Luft, die dem Körper fast feine Schwere nimmt, »erführt zu Uebertreibungen, durch die der Wert des Aufenthattes wieder illusorisch wird. Eine Frau kann wohl fünf Stunden täglich auf bequemen Wegen steigen, aber die gleiche Stundenzahl auf dem Rodel verbracht d. h. eine halbe Stunde Anstieg, vier Minu­ten Abfahrt, wieder Anstieg, wieder Abfahrt usw. ist zu viel. Das Gleiche gilt vom Ski; hier gebietet aber der einsetzende Schmerz in den Beinmuskeln ein schließliches Halt."

Ella Maria Bud.