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goo. Jahrgang

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Hanauer 8 Anzeiger

General-Anzeiger / Zugleich amtliches Organ für den Landkreis Kana«.

General-Anzeiger

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. * Fernfprech-Anschlutz Nr. 1237 und 1238.

S«»»g»pr*t«: Für den halben Monat 1 Reichsmark, für bett ganzen Monat 2 Reichsmark ohne TrSgerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe tm Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im ReNameteil von 68 mm Breite Z8 Reichspfennig. - Offertengebühr: 80 Reichspfennig, Geschäftsstelle: tzammerstraßs 9.

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. Bei unverschuldete« Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreise«. Für Platzvorschrift und Erscheinungrtage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.

Nr. 1

Freitag Den 2. Januar

1925

Das Neueste

Die Botschafter-Konferenz hat beschlossen, den Text der an Deutschland zu richtenden Note den alliierten Regierungen zu übermitteln.

In der Kutisker-Staatsbank-Affäre sind eine Reihe neuer Verhaftungen erfolgt.

Zn Lissabon ist gestern das deutsch-portu­giesische Handelsabkommen unterzeichnet worden.

AeuKahrsempfang beim Reichs- KrSstüenien.

Reichspräsident Ebert empfing am Neu- iahrstage in der üblichen Weise die Chefs der hiesigen fremden diplomatischen Ver­tretungen. Die Glückwünsche des diplo­matischen Corps brachte der Apostolische Nun­tius Monsignore Pacelli als Doyen mit folgender Ansprache zum Ausdruck:

Als ich mich in den verflossenen Jahren des ehrenvollen Auftrags entledigte, Ihnen die Glückwünsche des Diplomatischen Corps darzu­bieten, habe ich mich zum Dolmetsch der tiefen und peinlichen Sorgen der Stunde machen müssen und habe zugleich dem Wunsche Aus­druck gegeben, nach einer besseren, nach einer von Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Frieden erfüllten Zukunft, ein Wunsch, der von allen meinen Kollegen im Herzen getragen wurde. Ungeachtet der unablässig wiederauftauchenden Schwierigkeiten und Hindernisse scheint es, als ob dieser Wunsch sich zu erfüllen begonnen habe. Wir sind glücklich, die Morgenröte dieses neuen Jahres zu begrüßen al»-«inë: Morgen- röte^bes^imrebcruufbaus und des Fortschritts.

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« Neige gegangen erigè mtematio-

in dem Dienst des Friedens gestellten Technik. Das deutsche Volk ist gewillt, unter Einsetzung aller seiner Kräfte an diesem Wiederaufbau mitzuarbeiten und wünscht, dazu beitragen zu können, daß für die ganze Welt eine neue Aera des Fortschritts, der Freundschaft und des Friedens anheben möge, die Sie, Herr Nun­tius, für die Zukunft mit heißem Herzen er­hoffen. Zum Neuen Jahre spreche ich, zugleich im Namen des Deutschen Volkes, Ihnen Herr- Nuntius, und Ihnen meine Herren, zugleich für Ihre Staatsoberhäupter, Regierungen und Völker, meine herzlichsten und aufrichtigsten Wünsche aus."

Hierauf begrüßte der Reichspräsident die einzelnen Botschafter, Gesandten und Geschäfts­träger und wechselte mit ihnen Neujahrs­wünsche. Bei dem Empfang waren der Reichs­minister Dr. Stresemann und die Staatssekre­täre Dr. von Schubert und Dr. Meißner zu­gegen.

Im Anschluß hieran wurden der Reichs­kanzler und die Staatssekretäre empfangen. Der Reichskanzler hielt folgende Ansprache:

Zum neuen Jahre entbiete ich Ihnen, Herr Reichspräsident, im Namen der Reichsminister, die Sie nach dem Rücktritt des Kabinetts mit der vorläufigen Weiterführung der Geschäfts betraut haben, die aufrichtigsten Glückwünfcho. Vor Jahresfrist durfte ich hier den Wunsch aussprechen, das Jahr 1924 möge ein erfolg­reiches fein für den Wiederaufstieg unseres Vol­kes und Reiches. Dieser Wunsch hat sich we­nigstens zu einem Teile erfüllt. Unsere Wirt­schaft hat, wenn auch unter Ueberwindung schwerer Krisen, wieder festeren Boden gewon­nen, die Arbeitslosigkeit-hat abgenommen unh

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eines uns angetanen neuen schmerzlichen Un­rechts. Unter einer Begründung, die wir noch nicht kennen, und noch nicht nachprüfen kön­nen, von deren Haltlosigkeit wir aber alle über­zeugt sind, soll uns, dem einzig wirklich ent­waffneten Volke in einem sonst noch waffen­starrenden Europa, das versagt werden, was in dem so unendlich harten Friedensvertrag allein zu unseren Gunsten enthalten ist: die Räumung besetzten deutschen Bodens. Unser aller erster Wunsch am heutigen Neujahrstage ist der, daß der Geist der Gerechtigkeit und der Wille zur Verständigung der Völker obsiegen mögen über die Idee der Macht und Gewalt, und daß uns und unseren Brüdern an Rhein und Ruhr das werde, worauf wir Anspruch haben: Recht und Gerechtigkeit!"

Später übermittelten Reichspräsident Wallraf und die Vizepräsidenten Dr. R i e ß e r und Dittmann die Wünsche des Reichstags und der Ministerialdirektor im preu­ßischen Staasministerium Nobis, der thü­ringische Minister Münzel und der bayerische Staatsrat v. Wolfals Vertreter desReichs- r a t s die Glückwünsche dieser Körperschaft. Generaldirektor Oeser und die Staatssekre­täre Vogt und K u m b i e r brachten dann anschließend die Glückwünsche der Hauptver­waltung und des Personals der Reichsbahn- gesellschaft dar. Für die Wehrmacht waren er­schienen General v. S e e ck t und Kontreadmi- ral Kahlert, die dem Reichspräsidenten die Glückwünsche des Heeres und der Marine aus« sprachen.

Ein Mahnruf Stresemanns.

Berlin, 1. Jan Stresemann nerSffentliÄt einen Mahnwf rnm neuen Zayrc, in dem es hofft: Wn

....

die Arbeit gehen tösme«., bu. furjA». - Welt ruhmvollen Glanz und berechtigtem bedeuten und in der gerade

Höchstes Amt Sie, Herr Reichspräsident, aus­üben, sich hervorragend auszeichnet. So dehnt der Mensch, Erde, Wasser und Lüfte meisternd, die friedlichen Errungenschaften der Wissen­schaft und die wunderbaren Fortschritte der Technik auf äße Gebiete der Natur aus; die herrlichen Luftfahrzeuge der verschiedenen Län­der erheben sich ohne Furcht in den Welten­raum, es schwindet die Entfernung zwischen den fernsten Völkern und Ländern. Möchten mit Hilfe der Vorfehung diefe hervorragenden Er­folge das Unterpfand bilden für einen engeren Zusammenhalt, für eine innigere und herlichere Brüderlichkeit zwischen den Völkern, möchten sie das Wahrzeichen eines mächtigeren Empor» stiegs der Seelen sein zu den höheren Regionen der Wahrheit, Gerrechtigkeit und Güte. Von diesen Gedanken erfüllt, entbietet das

eine

ordentlich populäre soldatische (Erscheinung |« graften Armee abberufen worden : Generalmajor a. D. Georg Maercker ist heute vormittag 's« 11 Uhr verstorben. Schon als junger Offizier war er beim Erstehen her deutschen Schutzgebiete in die Kolonien g-gangen und hat sich dort an der Nieder,wingung der Hottentotten» und Hereroausstände beteiligt. Er war dann in den Generalstab kommandiert worden, wurde im Reichs­marine. und Reichskolonialamt verwendet. Bei Kriegs­ausbruch war er Kommandant von Borkum uns führte 1918 als Generalmajor b e Jnfanteriedivifior Nr. 214. Nach der Auflösung der alten Armee organisierte General Maercker die Freiwilligen Land- jâgerkorps und wurde damit der Gründer unsere, heutigen Reichswehr überhaupt. Ec war dann Fübrt' de» Wehrkreise» IV und Kommandeur der 4. Diviflor (Treiben) der Reichswehr. Ende 1920 trat er in den Ruhestand. Seitdem widmete er sich ausschließlich bei vaierländifchm Bewegung und trat all Vorkämpfer 'ür Deutschlands Zukunft ans der breiten Basis einer Volksgemeinschaft auf. Er war ein begeisternder Redner und deshalb in nationalen streifen hochgeschätzt. Von besonderer Bedeutung war General SJiaercte l Haltung während bei Kapp-Putscher. Er trat damals für bic Regierung Ebert ein, so daß dadurch das Unter­nehmen bei Kapp-PutscheS zusammenbrechen mußte

Die Entscheidung -er Bolschasler» Kvnferenz.

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patTs, kT. Dez. Die Vostcyasterkonfsrerrz isi heute nachmiZng um 4.30 Uhr zusammeugetre- ten. Sie hat beschlossen, den alliierten Regie­rungen den Zion chr instruktionsgemäß ausge­arbeiteten Worllaut der Note zu unterbreiten, durch die der Regienlno des Deutschen Reiches die Entscheidung über die Kölner Zone mitge­teilt werden soll. Diese Mitteilung wird in Ber­lin durch Vermittlung der diplomatischen Ve: treter der alliierten Regierungen erfolgen und wird erst,nachdem diese Demarche stattgefun den hat, veröffentlicht werden. "--

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einigte Diplomatische Korps Ihre Person und dem deutschen Volke die wärmsten Wünsche für Gedeihen und Glück."

Der Reichspäsident erwiderte mit fol­genden Worten:

Nehmen Sie meinen aufrichtigen Dank entgegen für die Glück- und Segenswünsche, die Sie im Namen des Diplomatischen Korps dem Deutschen Volks und mir auszusprechen die Güte hatten. Es ist mir eine lebhafte Befrie­digung, mit Ihnen feststellen zu können, daß im vergangenen Jahre an der Behandlung schwerwiegender internationaler Fragen in

einem Geiste gearbeitet worden ist. der die Hoffnung auf eine Lösung auf dem Wege der Versöhnung und Verständigung neu belebt hat. Möge der Wille zur Gerechtigkeit und der Geist des Friedens auch im kommenden Jahre dis Regierungen bei den noch der Lösung harren­den Erscheinungen beseelen, und möge so das, was im vergangenen Jahre erfolgreich begon­nen wurde, auch im kommenden Jahre glück­lich weitergeführt werden. Auch die Fragen, deren Lösung noch offen steht und deren Lö­sung der nächsten Zeit vorbehalten ist, sind von schwerwiegender imb weittragender Bedeutung für die Zukunft nicht nur Deutschlands, son­dern auch Europas und der Welt; es wird der Anstrengung aller Regierungen und aller Völ­ker bedürfen, um auch hier den Geist des Rechts und des Friedens den Weg bestimmen zu lassen, auf dem die europäische Ordnung enbgiiltig wiederhergestellt werden soll. Nur dann, wenn diese Aufgabe gelingt, wird auch in den Herzen der Völker der Friede tiefe und lebensstarke Wurzeln fassen können, nur dann werden die Vorbedingungen geschaffen fi die unerläßlich sind für den Wiederaufl,»» Europas und einer Welt, in der friedliche Völker in edlem Wettstreit gemeinsam arbeiten KM Fortschritt der Geistesbildung und einer

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1925 zunächst nicht verwirklicht zu werden. Nach den uns vorliegenden Nachrichten müssen wir annehmen, daß die alliierten Mächte den tm Versailler Bertrag für die Räumung der ersten Rheinlandzone vorgesehenen Termin, den 10. Januar 1925, nicht einhalten wollen und zwar aus Gründen, die mir nicht anerkennen kön-' neu. Unrecht ist für uns eine unerwartete Enttäuschung und schafft zweifellos eine ernste Lage. Ich kann nur dringend der Hoffnung Ausdruck geben, daß aus dieser Lage noch ein Ausweg gefunden wird. Dies kann aber nur auf dem Wege gegenseitiger Verhandlung und Verständigung geschehen. Im kommenden Jahre muß deshalb dieser Weg der friedlichen Ver­ständigung zwischen den Nationen, der in Lon­don mit Erfolg beschritten wurde, wieder ge­funden werden. Möge aber auch bas deutsche Volk, dessen ganze Kraft in den Dienst des Wiederaufbaues gestellt werden muß, sich nicht in unnötigen und vermeidbaren Parteikämpfen entzweien. Dann werden die Schatten, die im Augenblick das Jahr 1925 noch zu verdun­keln scheinen, wieder schwinden und wir werden dem Ziele näher kommen, für das Sie, Hoch- verehreter Herr Reichspräsident, stets Ihr bestes Können und Wollen eingesetzt haben: Ein einiges und freies deutsches Volk und Reich inmitten eines fredlichen Europas!"

Der Reichspräsident erwiderte dis an ihn gerichteten Glückwünsche mit Worten des Dankes und fuhr fort:

Das abgelaufene Jahr ist, wie ich mit Be­friedigung am heutigen Tage feststellen kann, in feder Beziehung ein Jahr fortschreitender Gesundung und Festigung für unser so schwer geprüftes Vaterland gewesen; unsere Wäh­rung, unsere Staatsfinanzen, unsere Wirtschaft ind von den bösen Erscheinungen und Nach- olgen der Inflation befreit und wieder auf este und zuverlässige Grundlagen gestellt und )äs Leben unserer Volksgenossen im besetzten Gebiet ist erleichtert worden. Daß diese Fort­schritte erreicht werden konnten, verdankt Deutschland in erster Linie der Tatkraft und dem Verantwortlichkeitsbewußtsein, mit denen Sie, Herr Reichskanzler, und Ihre Minister­kollegen Ihre hohen Aemter verwaltet haben; es ist mir eine lebhafte Genugtuung, dieses hier am heutigen Tage im Gefühl herzlicher Dankbarkeit und aufrichtiger Anerkennung aus­sprechen zu können. Sie sprachen, Herr Reichs­kanzler von der ernsten Sorge, mit der das neue Jahr beginnt, von dem wir den Anfang der Befreiung des Rheinlandes erhofften. Alle Deutschen, welcher Parteirichtung sie auch an­gehören mögen, sind hier einig in dem Gefühl bitterer Enttäuschung und dem Bewußtsein

Geschieden hat. Wichtiger aber als aller Streit der Parteien geaeneinMsex ist die'Zuammenfaffnng nach außen. Den Titel, den Steg:mann seinem letzten Buche gegeben hat.Der Kampf um den Rhein', ist auch her" große Titel her weltgeschichtlichen Kämpfe, um die es j tzt geht. Möchte ès gelingen, in diesem Kan pfe die Parteien einzusetzen für die vaterländische Idee.

Dsr -eulfch-franZ. Kandelsverlrag zum 10» Sammt «ich! fertig.

Paris, 1. Jan. Das »Oeuvre" schreibt über die deutsch- ranzösischen Handelsvertragsverhandlungen, Staatssekretär Dr. Trendelesburg habe Handels- minister R hnaldi nicht verheimlicht, daß man jede Hoffnung, einen Handelsvertrag bis zum 10. Januar unterzeichnen zu tonnen, aufgeben müsse. Das Blatt fragt: Werde es möglich sein, wenigstens ein provi­sorisches Abkommen zu erzielen und beantwortet biete Frane dahin, daß auch das ziemlich unsicher sei. Man glaube zu wiffen, daß von nun an die deutsch-sran- zösiichm Wirtschaitsverhandlungen sich hauptsächlich darauf richten Wwden, zu einem Modus vivendi zum 10. Januar zu gelangen. Man muß sich jedoch Nicht verheimlichen, daß, wenn ein derartiges Zel erreicht werden soll, noch große Hindernisse zu überwinden sind, besonders angesichts der französischen Forderungen und im HiM L auf den neuen französischen Minimal- Zölltarif, von dem man nicht mit Sicherheit erklären iönne, ob er überhaupt Exportmöglichkeiten nach Frankreich biete.

Sro^Sritanuien als Zielscheibe der französischen Rüstungen.

London, i. Jan. »Daily CyroNicle" schreibt in ihrem Leitartikel, Frankreich sei die reichste Nation deS Kontinents. Während es sich davon drückte, auch nur einen Pfennig seiner Schulden an Großbrnanmen zu bezahlen, habe es Geld für vermehrte Rünungen eiiisäUienlich von Unterseebooten, Flugzeugen und Flugplätzen aurg-schüttet, deren deutliche, wenn nicht einzige Zielscheibe Grogbritannien sei.

Vorläufig keine Äalbjahreszinfen für Sie Renlenbankbelaslung.

Berlin, 31. Dez. (Ämtüw). Für die Zahlung der zweiten Hälfte der von Industrie, Gewerbe und Handel einschließlich der Banken an die Deutsche Saiten baut geschuldeten HalbsahreSzinien war der 5. Januar 1925 in Aussicht genommen. ES empfiehlt sich, die Zahlungen zu dreiem Termin vorläufig nicht zu leisten, da Verhandlungen mit der Rentènüank über eine anderweitige Regelung dieser Zm zahlun lchwcben. Eine weitere Bekanntgabe erfolgt demnächst.

General Waerâer -h

Dresden, 31. Dezember. Hier ist einer unterer hochverdienten Kolouia, Pioniere und Heerführer aus eiserner Zeit und zugleich eine in den Stach ricgliahnii bis auf den heutigen Tag in Dresden und in Sachsen und darüber. Hinaus in ganz Deutschland außer-

- i. Die von der Botschafterkonse-

^ geti ^fv" ' üoützrjinmg, durch d- -üv- ' ten Botschafter in Berlin der deutschen R..aie rung eine Kollsktinnote überreichen P- ms.' : die die Nichträumung der Kölner Zn - am 10 Januar mitteilt, wird vomEcho de Paris" als ein Kompromiß betrachtet. Das Rlaii

schreibt: Zwei Thesen standen einander gegen über. Die französische These lautete: Die bereits fcstgestellte Verfehlung Deutschlands

an

bereits festgestellte Verfehlung Deutschlands den militärischen Klauseln des Friedensver-

träges genügt, um sofort, endgültig und sach­lich die Nichträumung der Kölner Zone zu rechtfertigen. Die englische These lautete: Das Problem könne sachlich erst geregelt wer­den, wenn der Bericht der Kontrollkommission endgültig vorliege, also nicht vor der zweiten ober dritten Januarwoche. Der Kompromiß wurde auf folgender Grundlage geschlossen:

Die Kollektivnole erkläre, Deutschland habe seine militärischen Verpflichtungen in befriedi­gendem Maße noch nicht erfüllt, sodaß es ihm in der kurzen Zeit, die ihm bis zum 10. Januar verbleibe, nicht möglich sei sich mit dem Frie­densverlrag in Regel zu setzen. Das ist, so schreibt das Blatt, der Teil der Note, der der französischen These günstig ist. Der der eng­lischen These günstige Teil erkläre, für den Augenblick werde die Räumung provisorisch ausgeschoben, da die Alliierten erst entscheiden könnten, was Deutschland noch erfüllen müsse, um dem ersten Teil des Artikels 429 Genüge tu tun, d. h., um die Räumung der ersten Vc- satzungszoue zu ermöglichen, wenn der Gene­ralbericht vorliegt.

DasEcho be Paris" fügt hinzu: Hier er­kennt man alle Möglichkeiten für einen Kom­promiß, dessen Abschluß man jetzt auf drei ober vier Wochen vertagte. Jetzt werden die Deut schen uns mit ihren Bitten überhäufen: sie werden nicht verfehlen, sich an England und Amerika zu wenden, da sie dort Anhänger haben, denen es darum zu tun ist, das System Dawes zu retten. Dieser Teil der öffentliche: Meinung in England und den Vereinigten Staaten erklärt, es sei das Beste, wenn bk Alliierten ihre Soldaten aus Köln und den: Ruhrgebiet zu dem bestimmten Zeitpunkt jir rückziehen wurden, wenn das Deutsche Reich in der Zwischenzeit ein Programm von fünf oder sechs Punkten, bas man gemeinsam aufstellc, erfüllte, damit mehr ober weniger oberflächlich und vorübergehend die Spuren der Verfehlun­gen an den militärischen Klauseln des Fric- densvertrages verschwinden.

Verzögerung in der Ueberreichung der Note.

Paris. 1. Jon. Aus England wird gemeldet: Es ist sehr wahrscheinlich, daß die von der Bok- schafterkonferenz am Mittwoch abend festgesetzte Note noch nicht überreicht wird, da die englische Regierung einige Abänderunaen vorzunehmen wünsch^