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Ausgabe B

Nr. 5^

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Kassel, den 25. Dezember 1925. ^ 55. Zahrg. K

Religiöses Wochenblatt für die kakholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint seden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 Goldvsennig B 45 Goldpfennig (freibl.) Redaktions­schluß Montag. Anzeizen-Pcelse: Colonrlzelle im Anzeigenteil 0,10 Goldmark, Colonelzeile im Reklam°test 0,40 Goldm, für Ann.-Exp. : per Zeile im Anzeigenteil 50, Im Reklamelell 153, Ml Schlüsselzahl des Ver. deutsch. Zeitungsverl. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off -Geb. 0,13 Goldm. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda fein Druck unb Verlag dir Futdae Aciirndrucksrs, »

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Gochenkalender.

Sonntag, 23. Dez. Vierter Sonntag im Advent.

Wontag, 24. Dez. Vigil von Weihnachten. Vigilfasttag.

vlknstag. 25. Dez. Das heilige Weihnachtsfest. Anastasia, M.

Mittwoch, 26. Dez. Stephanus, Erzmartyrer.

f um das Jahr 36.

Donnerstag, 27. Dez. Johannes, Ap. und Evangelist, f um das Jahr 100.

Freitag, 28. Dez. Unschuldige Kinder.

Samstaa, 29. Dez. Thomas, Bisch. u. M. f 1170 in Canterbury

vierter Adventssonntag.

(Ev. Luk. 3, 17 )

Im fünfzehnten Jahre der Regierung des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Landpfle er von Judäa, Herodes Viersürst von Galiläa, Philipp, sein Biuder, Vierfürst von JturSa und der Landschaft Trahonitis und Lysanias V erfurst von Abilene war, unter den Hohenpriestern Annas und Kachhas, erging das Wort des Herrn an Johannes, den Sobn des Zacharias, ,n der Wüste. Und er kam in die ganze Gegend am Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Ver. gebung der Sünden, so wie geschrieben steht im Buche der Reden dcs Jsaias, des Propheten i DieStimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet gerade seine Pfade. Jedes Tal soll ausgefüllt. und jeder Bèrg und Hügel abgetragen werden: wis krumm ist, soll gerade, was uneben ist, soll ebener Weg werden. Und alles Fleisch wird das Hell Gottes sehen.

Der Königsthron.

^Weihnachten steht vor der Tür. Chri- WI sius ist geboren, der große König .M> des Himmels und der Erde. Und W doch, sein Thron wie armselig, â wie unscheinbar; sein Thron die _ Krppe.

®«nüt wir darüber die große Würde dieses Gottesklndes nicht übersehen, legt unsere heilige Kirche, die Braut Christi, in der ersten Weihnachts- messe dem Eottcskinde folgende Huldigung zu Füßen: Tecum principium . . . Bei dir ist Herrschaft am Tage deiner Kra-t im Glanze der Heiligen; aus meinem Schoße habe ich vor dem Morgenstern dich «ezcugt. Der Herr sprach zu meinem Herrn : Setze 5u meiner Rechten, bis ich deine Feinde als «chemel dir zu Füßen k e".

.âse frajibolien, geheimnisliefen Worte stammen aus dem hochberühmten Psalms 109, den wir als Blumenstrauß vor die Krippe niederlegen wollen.

Psalm 109: Der Messias König und Sott.

1. Es sprach der Herr zu meinem Herren: Zu meiner Rechten tatz dich nieber,

2. Bis dotz ich deine Feinde alle Als Schemel dir zu Füßen lege.

3. Dein Zepter wächst hervor aus Sion; Inmitten deiner Feinde herrsche.

4. Dein Königtum wird bell erstrahlen Am Ehrentag im Glanz der Heit'gen.

6. Mein Sohn bist bu, den ich gezeuget Von ewig, vor dem Morgensterne."

6. Geschworen hat der Herr im Himmel; Unö nie wird ihn der Schwur gereuen:

7.Mein Priester sollst du sein auf ewig; Melchiseöech sei bir zum Vorbild" . . .

8. Der Herr, der thront zu deiner Rechten, Zerschmettert Fürsten am Gerichtstag.

9. Die Macht der Heiden wird er stürzen, Manch stolzes Haupt wird er zermalmen.

10. Vom Bach am Wege wird er trinken Und hoch sein göttlich Haupt erheben.

Sankt Augustin nennt diesen Psalmklein Worten, aber groß an Gedanren". Wie Gran,l-

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gebt in der Weihnachtskollekte

eine reichliche Gabe

für die wichtigen Diözesananstalten des Bischöflichen Konvikts und der

Bischöflichen Lateinschulen l

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blocke in einem Urwald türmen sich die Verse auf. Hundert Predigten und tausend Bücher würden nicht genügen, seinen Inhalt zu erschöpfen. Nur einige Gedanken daraus wollen wir uns zum Geburts­tag des großen Kön-gs zu Gemüte führen.

Der Messias ist Gott. In diesem Kind, das so arm und hilflos in der Krippe liegt, schlummert die Gottheit. Zieles Kind ist Sohn Gottes von Ewig­keit, einer Natur und Wesenheit mit dem Vawr und teilt mit ihm als Gott den Thron der Herrlich­keit seit den Tagen der Ewigkeit. Der Heiland selbst hat diesen Psalm als Waffe' gebraucht, um den Un­glauben der Phttiiiäer zu brandmarken. Eines Tages fragie er sie:Welche Ansicht habt ihr vom Messias? Wessen Sohn ist er?" Sie erwiderten:Davids" La, auf der Heiland:Wie nennt ihn David in: Geiste,Herrn", da er ipricht: Es sprach der Herr zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde als Schemel dir zu Füßen lege? Wenn also David ihnHerrn" nennt wie ist er rann sein Cohn ?" Doch siehe, all die gelehrten Männer schwiegen; keiner konnte daraus antworten.

Warum konnten sie nicht antworten? Weil sie nicht wollten. Hätten sie der Wahrheit die Ehre

g.'ben wollen, so wären sie um dir Antwort nicht verlegen gewesen. Sie hätten sagen müssen, daß der Christus,'der Messias, nicht bloß Mensch ist, sondern auchHerr", das heißt, wahrer Gott. Eine ander« ung dieser P almstelle ist undenkbar. Und hätten die Phari aer nicht auch aus anderen Bibeliexten die Goiiheil des künftigen Messias kennen müssen? Ohne Zweifel. Denn so ruft der Prophet J'cuas aus: Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns ge- ichenkt, auf dessen Schultern die Herrschaft ruht; und sein 'Jlame wird sein Wunderbarer, Rrtgeber, Gott, starker Held, Vater der Zukunft, Fücst des Friedens." Und ein andermal jubelt der nämliche Prophet: Die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären: und sein Name ist Emmanuel, das heißt: Gott mit uns l" Die Phari äer und die Juden alle hätten den Heiland als Gott erkennen muffen, wenn sie gewollt hätten. Sie aber verschlossen ihre Augen dem Licht und wurden Gottesmörser.

Die Krippe ist Königsthron. Welche Herrschaft, welche Anziehungskraft bat diese Krippe ausgeübt und übt immer noch aus? Engel umschwebten sie. Hilten eilten herbei, Könige aus weiter Ferne er­schienen mit Geschenken, Prozessionen von Pilgern aller Jahrhunderte besuchen die Krippe und das Grab des Heilandes. Zu welchem Palast irgend eines Monarchen oder Präsiden eu strömen solche Scharen als zur Krippe unserer Gotteshäuser in Stabt und Land? Sind nicht all un ere Gedanken an Weihnachten dem Kinde von Bethlehem geweiht? Und war nicht das ganze Erdenleben des Heilandes ein großer Triumphzug? Wind und Meer gehorch­ten seiner Stimme. Krankheiten wichen vor seinem Wort, Tote verließen ihre Gruft auf seinen Befehl, e Geister fuhren aus auf seine Bedrohung. So­gar sein Sterben, der Augenblick der tiefsten Ohn- macht, war umleuchlet vo.i Beweisen seiner Gottheit: die Sonne verfinsterte sich, der Vorhang des Tempels riß mitten entzwei, Gräber öffneten sich und Tolk standen auf. Ueberwaltigt von solchen Zeichen legte der Hauptmann das Geständnis ab: Wahrlich, dieser Mensch war Gottes Sohn.

Und noch einen letzten Blick wirf zur Krippe. Laß Jahrhunderte, Jahnausende dahinrollen, da ver­wandelt sich plötzlich die Kr ^pe in den Rlchterlhron. Blitze umzucken ihn, Donner umtosen ihn, die Toten versammeln sich dav r, ihr Urteil zu ve Jgmen. Die an den Sohn Gotles geglaubt haben, werden eingeladen zur ewigen Seligkeit; die ihn aber in Wort oder Tat verleugnet haben, werren verstoßen in die ewige Verdammnis. Manch stolzes Haupt wird dann der Richter zermalmen, und über den Trümmern des Salansreichcs wird dann der He'sand aufrichten feine Herrschaft zur Rechten des St.

Scharen wir uns um den Thron des kleinen Gottes, eilen wir zur Huldigung an die Krippe. Dann wird sich an uns erfüllen die Bitte des Dichters:

.O Kind, du wahrer Gottessohn,

«er gnädig, wenn zuni Rictuerthron

Wir ernst vor dich hintreten".

Der Burgpfarrer..