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Ausgabe B
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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 15 000 000 Mt., B (ZV- 000 OSüMk. (steibl.) Redaktions
schluß Montag. Anzeigen: Gmudpreis für die einspaltige Kolonelzeile 50 Mk. Reklame-Zeile 150 Mk. Schlüsselzahl ^2000 Ü00 Mk. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft-Anzeigen extra. Anzeigen mühen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actlendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.
Druck und Verlag Ler Fuldaer Actiendruckerei. ■ - —— —
wocheKkalender.
Sonntag, 28. Ott Dreiundzwanzigster Sonntag nach Pfingsten. Simon und Judas, Apostel.
«Montag, 29. Okt. Vom Tag. Messe vom Sonntag. Narzissus, Bisch. u. M.
Dienstag, 80. Okt. Vom Tag. Messe vom Sonntag. Alfons Rodriguez, Bek.
Mittwoch, 31, Okt. Vigil von Allerheiligen. Wolfgang, Bisch, u. Bek. Vigilfasttag.
Donnerstag, 1. Nov. Allerheiligen. Gebotener Feiertag.
Freitag, 2. Nov. Allerseelen.
Samstag, 8. Nos. Von der Oktav von Allerheiligen. Hubertus, Bisch, u. Bek.
DreiMdzwanIigfter Sonntag nach Pfingsten.
(Evangel. Matth. 9, 18—26.)
In jener Zeit, da Jesus zu den Juden redete, pehe, da trat ein Vorsteher (der Synagoge) Herzu, betete ihn an und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber iomm und lege deine Hand auf sie, so wird sie leben. Und Jesus stand auf und folgte ihm samt seinen Jüngern. Und siehe, ein Weib, das e Jahre lang am Blutflusse litt, trat von hinten und berührte den Saum seines Kleides; denn sie sprach bei sich selbst: Wenn ich nur sein Kleid berühre, so werde ich gesund. Jesus aber wandte sich um, sah sie und sprach: Tochter, sei getrost! dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund von derselben Stunde an. Und als Jesus in des Vorstehers Haus kam und die Flötenspieler und das lärmende sprach er: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft. Da verlachten sie ihn. Nachdem aber das Volk hinausgeschafft war, ging er hinein und nahm es bei der Hand. Und das Mägdlein stand auf. Und der Ruf davon ging aus in derselben ganzen Gegend.
Hauszins.
Mer in einem Haufs wohnt, das nicht â ihm gehört, das er nicht selbst ge- * baut oder mit teurem Gelds ge- ) kauft hat, der muß Hauszins be- zahlen. — Sieh zu, ob wir nicht alle in einem solchen Hause woh-
> 7T TT /TTneu! Das Haus ist die Welk. Es ist
‘ Llatz für alle. Das Haus ist schön v TT^ üu die Blumen und Bäume, die ! Vogel und Lie re, die alle da sind zu deinem Ge°
»udMem Vorteil? Auf dem Felde gc beujen ifrudjt, Gemüse und Obst, dir zur Speise und Lebensunterhalt. Auch für Bewässerung und Beleuchtung ist gesorgt. Munter hüpft aus dein ' §°Tn vre Quelle, die Ströme rauschen durch die 7 brüllt das gefesselte Meer. Vom die Sonne ihr präch- Bogènliazt. Und das alles für uns. Golk ist dieses Haus gebaut hat. Dürfen wir den
1 ihm verweigern?
Welches ist dieser Hauszins? Es ist die Anerken- ^ der göttlichen Oberherrschaft, die Anerkennung
seiner Güte und Liebe; es ist der Dank mit Herz und Mund, mit Wort und Werk.
Als Moses und ganz Israel nach bem Durchzug durchs Rote Meer wunderbar gerettet war, hat er ein Loblied angestimmt: „Preiset den Herrn, denn glorreich hat er gehandelt: Roß und Reiter warf er ins Meer." Mit diesem Lied hat er Hauszins bezahlt.
Gott verlangt Anerkennung seiner Wohltaten; Gott verlangt Sans bars eit. Höre feinen Auftrag an das Volk Israel: „Der Herr, dein Gott, wird dich in ein gutes Land führen, und du sollst, wenn du darin issest, deinen Gott für das gute Land segnen und ihm danken. Habe Acht und hüte dich, daß du des Herrn, deines Gottes, nicht vergissest und nicht seine Gebote und Vorschriften vernachlässigest; und wenn du issest und satt wirst und schöne Häuser bauest und darin wohnst und Herden von Rin-
dem und Schafen und Ueberfluß an Gold und Silber und allen Dingen hast: daß dann dem Herz sich nicht erhebe und du nicht des Herrn, deines Gottes, vergissest".
Unzähligemal schärft uns die hl. Schrift die Pflicht der Dankbarkeit ein. Der Psalmist singt: „Danket dem Herrn, denn er ist gut, und ewig währet sein Erbarmen; danket dem Gott des Himmels, denn er ist gut, und ewig währet fein Erbarmen; danket dem Herrn der Herren, denn er ist gut, und ewig währet sein Erbarmen". (Pf. 135) Dem hl. Paulus lag die Dankbarkeit sehr am Herzen und er hat dieses Edelreis im Weinberg der Kirche sorgfältig gepflegt: „Leid dankbar", schreibt er den Kolossern. Seinen Schüler Timotheus aber bittet er, unter den Christen vor allem die Dankbarkeit zu pflegen: „Vor allen Dingen sollen beim Gottesdienst Danksagungen geschehen". (1 Tim. 2, 1).
Dankbarkeit ist die Domäne großer, edler Seelen. Gleich treuen Hunden halten sie sich an ihren Herrn, und sollten sie selbst Schläge und Fußtritte von ihm empfangen, sie weichen keinen Schritt von seiner Seite. Wissen ja diese Seelen aus dem Glauben, daß Gott nur Gutes wollen kann, und daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Vorteil ausschlagen. Versuchungen, Entbehrungen, Krankheiten bringen sie nicht aus dem Gleichgewicht. So war es bei Iob. Wie er in guten Tagen Gott dankte, so auch in bösen. Als auf Anstiften des Teufels fein Vieh ihm geraubt wurde, als feine Kin- der eines kläglichen Todes starben, als er selbst mit gräßlichem Aussatz geplagt wurde, als feine Freunde ipn kränkten und feine eigene Frau ihn zur Gottes- tafterung anstachelte, da hat sich Job auf der Leiter des Glaubens zu Gott aufgeschwungen, die Hand fernes, Wohltäters geküßt und ausgerufen: „Der yerr hat alle Güter gegeben, der Herr hat sie wieder genommen; wie es dem Herrn gefallen hat, so ist es geschehen: der Name des Herrn sei gepriesen".
- £ ^lche dankbare Seele war der hl. Joh. Thrysoslomus. Bei gutem Wetter, sagt er, ist es keine Kunst, über das Meer zu fahren; wenn aber aer sturm daherbraust und die Wellen hoch gehen, dann zeigt sich die Kunst des Steuermanns. So ist
es auch keine Kunst, Gott zu danken im Glück; imi Unglück aber ihm zu danken, das ist der Gipfel bef Tugend, Darnach hat der große Bischof auch ge? handelt. Wurde seine Predigt gelobt, hat er @ot^ gedankt; wurde er dafür getadelt, hat er Gott ge^ dankt; erfreute er sich der Gesundheit, hat er (Botfe gedankt; kam eine Krankheit, hat er Gott gedankt^? Vom Kaiser aus Konstantinopel vertrieben, wurücij er als hochbetagter Greis von rauhen Soldaterz, durch öde, rauhe Gegenden geschleppt ohne Rast und Ruhe. Als dis Stunde der Erlösung schlug, kleidete, er sich wie zu einem Fest, empfing mit kindlichem, Freude die hl. Wegzehrung und sprach: „Gott feu Dank für alles!" Mit diesem seinem Leibspruch au^ den Lippen ist er verschieden.
Hauszins! Bezahle ihn jeden Morgen. Siefe Gott hat dir wieder einen Tag geschenkt, eine Gold^ münze für die Ewigkeit. Vergiß nicht de ins; Morgengebet. f
Hauszins! Bezahle ihn am Abend. S.u hast viel, Gutes empfangen; hast du aber etwas geltsten,/ vielleicht war gerade dieses Leiden dein größtes Glück. Verrichte also dein Rachlgebeh I
Hauszins! Bezahle ihn bei Tisch. Gott ist beiny Gastgeber. In diesen Zeiten der Not, die wir, durchmachen, ist auch das trockene Brot des Santee wert. Verrichte dein Tischgebet fomoW vor als, auch nach dem Essen, und nicht bloß beim Mittag-, essen, sondern auch beim Frühstück und beim Abendbrot. 4
Hauszins! Bezahle ihn Sonntags und wo mog-, lich werktags durch Besuch der hl. Messe. Da er-/ scheint der göttliche Heiland selbst und dankt mit dich und du mit ihm. Das hl. Meßopfer heißt auch „Eucharistie", das heißt Danksagung, weil eben die- Danksagung ein Hauptzweck der hl. Messe ist. Sieh/ zu diesem Zweck ist auch das Erntedankfest eingesetzt»' das gewöhnlich Ende Oktober stattfindet. In feier-, ' lichem Opfer wollen wir dem gütigen Vater danken für den Ertrag der Felder. Vergesset auch, ihr ! Landleute, das Almosen nichl Das ist der Dank der" Tat. Die Israeliten mußten einen Teil der Ernt^ ■ an die Armen, an die Witwen und Fremdlinge ab-) geben. Das ist auch heute noch ein schöner Erule- bant. Bedenket die Armen, die kirchlichen und^ charitativen Anstalten mit Naturallen. Und wer) nichts abzugeben hat in Naturalien, spende eine Geld-, summe als Ertrag von feinern Einkommen. So wer»)? den wir Gott zum Schuldner haben und einmal ein», stimmen in das Danklied der Auserwählten: „Loh und Dank fei unserm Gott in Ewigkeit".
Der Burgpfarrer.
Allerheiligen.
Es gibt eine Gegend in den Bergen des Ima, die heißt feit Jahrhunderten das Land des Glaubens. Wie hat sie ihn erworben, den unvergleichlich ehrenvollen Namen? Er ist geboren aus Kampf, er ist erworben in Treue. Als sich weithin in Europa der unselige Abfall von der alten Kirche vollzog, den man die Reformation zu nennen pflegt, da spielten Gewalt und Zwang Ihre große Rolle mit«