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Ausgabe B

Kassel, den 26. August «925. |g 55. Zahrg. *

M. 34

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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kamels

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 5400 Mk., B 6000 Mk. Redaktionsschluß Montag Anzeigen die einsp. Kolonelzekle oder deren RaumöSSSO Mk. Reklame-Zeile 180 000 Mk. Bei Wiederholung Rabatt Offert» und Auskunft-Anzeigen 5000 Mk. extra. Preis« freibleibend. Nur gültig, wenn die Anzeigen bei Ausgabe bezahlt werden. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei. » ......-

Wochenkalender.

Sonntag, 26. Aug. Vierzehnter Sonntag nach Pfingsten. Zephyrin, P. u. M.

Montag,-27. Aug. Joseph Calas., Bek.

Dienstag, 28. Aug. Augustinus, Bisch., Bek. u. Kchl. Hermes, M.

Mittwoch, 29. Aug. Enthauptung des hl. Johannes des Täufers. Sabina, M.

Donnerstag, 30. Aug. Rosa von Lima, Jgfr. Felix u. Adauktus, M.

Freitag, 31. Aug. Rahmund, Bek.

Samstag, 1. Sept. Ägid, Abt. 12 Brüder, M.

vierzehnter Sonntag nach Pfingsten.

(Evangel. Matth. 6, 2433.)

In jener Zeit sprach JesuS zu seinen Jüngern: Niemand kann zweien Herren dienen; denn entweder wird er den einen Haffen, und den andern lieben; oder er wird sich dem einen unterwerfen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht ängstlich für euer Leben, was ihr essen werdet, noch für euern Leib, waS ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Speise, und der Leib mehr als die Kleidung? Betrachtet die Vögel des Himmels; sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen: und euer himmlischer Vater ernähret sie. Seid ihr nicht viel mehr als sie? Wer unter euch kann mit seinen Sorgen seiner Leibeslänge eine Elle zusetzen? Und warum sorget ihr ängstlich für die Kleidung? Be­trachtet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, und spinnen nicht: und doch sage ich euch, daß selbst Salomon in all' seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Felde, welches heute steht, und morgen in den Ofen geworfen wird, also kleidet, wie biet mehr euch, ihr Kleingläubigen! Sorget also Nicht ängstlich und saget nicht: Was werden wir effen, was werden wir trinken, oder womit werden wir uns bekleiden? Denn nach allem diesem trachten die Heiden. Denn euer Vater weiß, daß ihr alles dessen bedürfet. Suchet also zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtig­keit: so wird euch dieses alles zugegeben werden.

Das Glorienkleid.

ben schaue ich der untergehenden Sonne nach. Drunten am Horizont steht sie, ein mächtiger Glutball, und öffnet zum letzten Mal ihr Riesen­auge, um es dann zu schließen bis zum anderen Morgen. Unzählige ..... , , Strahlen ringsum bilden ihr farben- prachtiges, leuchtendes Gewand, besetzt mit tausend mimenden Edelsteinen. Der ganze Abendhimmel ist m rosige Glut getaucht, und selbst die Fensterscheiben Gruben am Kirchlein, auf welche der Sonne Ab- Ichiedsgruß fallt, erglühen gleich einer Feuersbrunst, das nicht ein Bild der Herrlichkeit Gottes? Eier Licht ist sein Wesen gebildet:Gott ist ^'cht, und Finsternis ist nicht in ihm". Der Heiland lpncht:Ich bin das Licht der Welt". Seine Weis­

im Blütenmeer eines schönen Frühlingstages, im Panorama einer reizenden Landschaft. Doch das alles ist gleichsam nur der Saum des göttlichen Ge­wandes: die eigentliche göttliche Schönheit, gegen welche die Natur nur ein Tr^pflein ist neben dem Meer, wird erst drüben über den Sternen uns auf­gehen; und nicht bloß seine Glorie und Schönheit, nein, seine leibhaftige Wesenheit werden wir schauen, soweit es unserer Fassungskraft zukommen wird; daher das vielsagende Wort des hl. Johannes:Wir werden ihn sehen, wie er ist" ein seliges Schauen, das aber nicht nur einen halben Tag, sondern eine ganze Ewigkeit andauern wird; niemals wird diese göttliche Sonne untergehen, niemals an Schönheit, Glanz und Herrlichkeit auch nur die geringste Ein­buße erleiden.

Noch mehr: auch uns will Gott ein solches Kleid anlegen; denn er will, daß wir nicht im Werktags­kleid der Verklärung und Umwandlung der himmli­schen Hochzeit beiwohnen. Unsere Seele, wenn wir anders im Stande der Gnade sterben, wird ver­klärt werden, und auch der Leib, wenn wir ihn wieder anziehen am jüngsten Tag, wird an dieser Verklärung teilnehmen:Unser Wandel ist im Him­mel, schreibt der Apostel, woher wir auch den Hei­land erwarten, unsern Herrn Jesus Christus, wel­cher den Leib unserer Niedrigkeit umformen wird, daß er gleichgestaltet fei dem Leibe seiner Herrlich­kett". (Phil. 3, 10.)

Müssen wir uns nicht freuen? Darf uns irgend eine Anstrengung, irgend eine Tugend, irgend ein Opfer irgend eine Entbehrung, irgend ein Kreuz zu schwer vorkommen? Im Gegen­teil: keine Mühe oder Beschwerde steht im Verhältnis zu dem Kleid der Glorie und Freude, das Gott uns schenken wird. Darum sagt so nach-, drücklich und herzerhebend Sankt Paulus:Die gegenwärtige Trübsal ist nur augenblicklich und leicht, bewirkt aber ein überschwängliches, maßloses, unbeschreibliches Gewicht der himmlischen Glorie", (2 Kor. 4, 17.) Der Vurgpfarrer.

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)n der Erntezeit.

Nun ist sie da, die ersehnte, schöne Zeit der Ernte. Die Garben stehen im Feld, ja teilweise schon sind sie geerntet. Hochaufgerichtet und zu langen Reihen zusammengestellt stehen sie da und harren der fleißigen Hand, die ihren goldenen Segen heim­fährt in die Scheune. Reiche Fruchtfülle steckt in den Aehren, ein nahrhaftes Brot, vom Himmel den Menschen geschenkt.

Welch ein liebliches schönes Geheimnis ist es doch um die unerschöpfliche Fruchtbarkeit, um das ewig quellende Leben der Natur! So recht ein Bild der milden Güte und allumfassenden Lebensfülle des Schöpfers! Wer mit Bedacht durch die gesegneten Fluren geht, in dem muß eine warme, glückliche Dankbarkeit erwachen. Cs ist in diesen Zeiten, als ob Gottes Vaterhand mit sanfter Berührung unsere

heit und Allwissenheit, seine Heiligkeit und Gerechtig-1 keit, seine Güte und Barmherzigkett, seine Wahrheit und Treue sind ein Meer von Licht ohne irgend welche Beimischung von Schatten oder Finsternis. All diese unendlichen, unergründlichen Eigenschaften und Vollkommenheiten Gottes strahlen eine wunder­volle Schönheit aus und bilden gleichsam Gottes Glorienkleid.

Die Engel im Himmel schauen allezeit Gottes Schönheit und werden nicht müde, sie zu besingen, indem sie einander ermuntern und zurufen:Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott der Heerscharen; Himmel und Erde sind voll seiner Herrlichkeit".

Moses hat dieses Glorienkleid, nein, nur einen winzigen Schein davon, einmal geschaut, und auf seinem Antlitz blieb für immer der Widerschein der göttlichen Herrlichkeit haften, so daß die Israeliten fortan nicht in sein Gesicht schauen konnten und daß Moses, so oft er zum Volke reden wollte, zuerst einen Schleier über sein Gesicht decken mußte.

David, Gottes Freund und Liebling, sang dem Herrn gleichsam als Schwanengesang folgendes herr­liche Lied:Gebenedeit bist du, Herr, Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkett. Dein, o Herr, ist die Herrlichkeit und die Macht und die Glorie und der Sieg und dir das Lob; was im Himmel und auf Erden ist, das ist dein; dein, o Herr, ist das Reich, u. du bist über alle Fürsten. Dein ist der Reichtum und dein ist die Glorie; du herrschest über alle; in deiner Hand ist die Kraft und die Macht; in deiner Hand ist die Größe und die Herrschaft über alles. Und nun, o Gott, wir danken dir und loben deinen hoch­herrlichen Namen." (1 Par. 29, 10.)

Der Heiland als Sohn Gottes nimmt von Ewig­keit her teil an dieser Herrlichkeit und hat sie seit sei­ner Menschwerdung auch seiner heiligen Menschheit, seinem Leib und seiner Seele einverleibt und über­tragen. Höre die Worte aus seinem Abschiedsgebet: Vater, verherrliche mich mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte von Anbeginn, bevor die Welt war". Schau zum Tabor. Hier hast du einen Beweis sei­ner göttlichen Herrlichkeit. Hier hat der Heiland das ihm gebührende Glorienkleid angelegt. Sein ganzes Wesen wurde übergossen mit dem Lichte der Gottheit. Sein Angesicht glänzte wie die Sonne, und seine Kleider wurden so weiß, wie kein Walker weiß machen kann auf Eichen. Gern hätte Petrus dieses Schauspiel festgehalten und für immer genos­sen; deshalb seine Worte:Herr, hier ist gut sein; willst du, so wollen wir drei Hütten bauen, dir eine, dem Moses eine und dem Elias eine".

Diese Herrlichkeit hat der Heiland mitgenommen in den Himmel, und sie bildet dort die Bewunderung und das Entzücken der Engel und Seligen.

Und was meinst du, christliche Seele, wäre es nicht ein Glück über alle Maßen, diese Glorie einst schauen und genießen zu dürfen, und wäre es auch nur einen halben Tag? Und siehe, dieses Glück ist kein leerer Wahn und kein bloßer Wunsch, son­dern Wahrheit und Wirklichkeit. Auf Erden schon schauen wir Gottes Glorie in seinen Werken; schauen sie in der Bracht der Sonne, im Blinken der Sterne.