Ausgabe B.
Nr. 3V
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6t. Elisabeth-
Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 2700 Mk., B 3000 Mk. Redaktionsschluß Montag Anzeigen die einsp. Kolonelzeile oder deren Raum 1450 Mk. Reklame-Zeile 435g Mk. Bei Wiederholung Rabatt Offert- und Auskunft-Anzeigen 603 Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher. ......- Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei —.......-
Kassel, den 5. Kugust ;923.
83. Iahrg. W
Wochenkakender.
Lohntag. 5, Aug. Elfter Sonntag nach Pfingsten. Mariä Schnee.
Montag, 6. Aug. Verklärung des Herrn. SixtuS, M.
Dienstag, 7. Aug, Kajetan, B. Donatus, Bisch, u. M.
Mittwoch, 8. Aug. Cyriacus, Largus u. Smaragdus, M.
Donnerstag, 9. Aug. Firmus u. Rustikus, M. Romanus, M.
Freitag, 10. Aug. Laurentius, M.
Samstag, 11. Aug. Tiburtius u. Susanna, M.
Elfter Sonntag nach Pfingsten.
(Evangèl. Mark. 7, 31—87.)
In jener Zeit ging Jesus weg von den Grenzen von Tyras, und kam durch Sidon an das galiläische Meer, mitten ins Gebiet der zehn Städte. Da brachten sie einen Taubstummen zu rhm, und baten ihn, daß er ihm die Hand auflegen möchte. Und ec nahm ihn von dem Volke abseits, legte seine Finger in seine Ohren, und berührte feine Zunge mit Speichel, sah gegen Himmel auf, seufzte und sprach zu ihm: Ephphetha, das ist: Tu dich auf! Und sogleich öffneten sich seine Ohren, und das Band seiner Zunge ward gelöset, und erreoete recht. Da gebot er ihnen, sie sollten es Niemand sagen. Ader je mehr er cs ihnen gebot, desto mehr breiteten sie es aus: und desto mehr verwunderten sie sich und sprachen: Er macht alles wohl! Die Tauben macht er hörend und die Stummen redend.
Gottes Zuchtrute.
■ eder verständige Vater, der sich aller
' Verweichlichung und allem Huma- nitätsduiel zum Trotz noch einen Rest von Erziehungsweisheit geret- 6 tet hat, hängt in der Kinderstube die Rute auf, kündigt den Kindern für vorkommenden Ungehorsam Strafe an, holt zur rechten Zeit die Rute von ihrer stolzen Hohe herab und bringt die Strafe in Vollzug. Aehnlich macht es auch der Vater im Himmel. Für den Fall, daß wir feine wohlgemeinten Gebote übertreten, kündigt er Strafe an. Er hat eine Iuchl- ruke in Bereitschaft, aber nicht bloß zum Anschauen wie em alter Husarensäbel in einem Museum, sondern auch zuin Gebrauch, wie ein Dreschflegel, den der Bauer auf die Frucht niederfausen läßt.
, Da, Gott ist wahrhaft und getreu, nicht bloß m seinen Verheißungen, sondern auch in seinen Drohungen.
göttlichen Drohungen können Erlich mit Handen greifen. „Wenn du von der verbotenen Frucht West wirst du sterben", hat der Herr zu unserem Stammvater Adam gesagt. Er bat aeh'^t^ gestorben. Und da wir alle in ihm
haben, so haben wir auch alle Teil an der Strafe. Belraaste den Friedhof. Jedes Grab ist . " ^mkmai der göttlichen Treue. Er hat den Tod gekündigt, und der Tod ist gekommen und hält
alle Tage reichliche Ernte. Auch du trägst das Urteil des Todes auf deiner Stirne gleich einem Baume, den der Waldhüter mit dem Beile angehauen hat zum Zeichen, daß die Reihe zum Umhauen bald an ihn kommt.
Die hl. Schrift ist ein Wald von foläzen Zuchtruten, mit denen GoU die Sünder schon gezüchtigt hat. Um nur ein Beispiel herauszugreisen: kennst du die Geschichte des Achab? Ich will seine Schandtaten nicht alle aufzählen; ich will nur Hinweisen aus die Behandlung des Naboth, die das Maß seiner Sünden voll gemacht hat. Bei der Sommerrejidenz des Königs zu Jezrahel besaß Naboth einen Weinberg. Der stach dem König in die Augen, und er sprach zu Naboth: „Gib mir den Weinberg; er liegt so nahe bei meinem Palaste; ich möchte gern einen Garten daraus machen; ich will dir dafür einen anderen, besseren geben oder dich mit Geld abfinden". Naboth durfte aber den Weinberg nach dem Gesetze nicht veräußern. Mutig sprach er zum König: „Gott behüte mich, daß ich das Erbe meiner Väter verkaufe". Voll Verdruß und Ingrimm warf sich der König auf sein Lager, aß nicht, trank nicht, schlief nicht, vor Aerger. Diesen Augenblick erspähte sein verruchtes Weib Jezabel. „Du bist mir ein schöner König", höhnte sie; um deine Herrschaft ist es herrlich bestellt und dein Ansehen steht in Blüte! Komm her, ich will dir den Weinberg schon verschaffen". —
Sie kaufte sich nun zwei Männer, die einen Meineid auf sich nahmen und vor Gericht ausjagten, „Naboth hätte Gott und den König gelästert". Der unschuldige Naboth wurde gesteinigt,' und der König nahm nun den herrenlosen Weinberg in Besitz. Auf Gottes Befehl trat nun Elias dem König entgegen und sprach: „Du "st gemordet und geraubt; so spricht deshalb de: : an dem Orte, wo die Hunde Naboths Blut leu..u, werden sie auch dein Blut lecken und Jezabel werden die Hunde fressen auf dem Felde Jezrahel".
Indes lebten Achab und sein Weib noch lustig weiter und ließen sich den Kohl und Salat aus dem gestohlenen Garten wohl schmecken. Wie eine unbewegliche Wolke hing die Rute Gottes am Himmel seiner Gerechtigkeit. Doch „Gottes Mühlen mahlen langsam, aber trefflich fein". Toll vor Uebermut über so manche Erfolge zog Achab im Bunde mit Josaphat, dem König von Juda, gegen Syrien. Der Himmel schien vollzuhängen mit Sternen des Glückes. Vor Beginn des Kriegszuges fragte der abergläubische Achab die heidnischen „Propheten" um ihren Rat. Diese nahmen den Mund voll von Sieg und Ruhm. Der König von Juda aber sprach: „Ist denn nicht ein Prophet des wahren Gottes hier, daß wir seine Meinung hören?" „Es ist nur einer da ,_ erwiderte Achab, namens Michäus, und der ist ein Unglücksrabe". Sofort wurde ein Bote geschickt, den Michäus zu holen. „Ich beschwöre dich", daß du mir die reine Wahrheit sagst". Michäus antwortete: „Ich sehe ganz Israel zerstreut auf den Bergen wie Schafe, die keinen Hirten haben". Achab erkannte, daß ihm Niederlage und Tod pro
phezeit wurden. Trotzigen Hauptes zog er in die Schlacht. Doch traute er feiner Sache nicht ganz, zog die königlichen Gewänder aus und kleidete sich als gewöhnlicher Krieger. Doch Gottes Strafgericht nahte mit Riesenschritten der Erfüllung. Ein feindlicher Soldat spannte den Bogen und schleuderle einen Pfeil ganz ziellos ins Blaue hinein. Und siehe, Gottes Rachehand lenkte den Pfeil in den Leib des gottlosen Achab. Noch wollte er seine Niederlage nicht gestehen. Auf dem Streitwagen stehend feuerte er noch eine Zeit lang seine Soldaten an. Doch das Blut aus der Wunde troff in den Wagen, bis dsr König als Leiche umsank und das Heer wie eine Schafherde auseinanderstob. Der Streitwagen wurde nun zum Leichenwagen uns fuhr im Galopp zur Residenz. Dort wurde der König begraben; der Wagen aber wurde zur Reinigung in die Schwemme geführt: und siehe, Hunds kamen und leckten das Blut, das vom Wagen troff.
Nicht lange darauf wurde Jehu zum König von Israel ausgerufen. Als er feinen Einzug in Jszra- bel hielt, schaute Jezabel, frech aufgedonnert, zum Fenster hinaus. Und es geschah: im vollen Königsschmuck wurde die hochmütige Frau gum Fenster hinausgeworfen, und die Mauer wurde mit Blut bespritzt, und dis Rosie zertraten sie mit den Hufen, bis sie den Geist aufgab. In einer Anwandlung von Großmut wollte der König die Leiche begraben lassen. Doch man fand nichts mehr als den Schädel, die Hände «und Füße: alles übrige hatten die Hunde gefressen. Und Jehu sprach: „So hat sich erfüllt die Weissagung des Herrn, die er gesprochen durch den Propheten Elias: Auf dem Acker von Jezrahel sollen die Hunde das Fleisch Jezabels fressen, und das Fleisch Jezabels soll sein wie Mist auf bem Angesichte der Erde, so daß die Vorübergehenden fragen: Ist das Jezabel?"
Der Burgpfarrer.
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Ein Herzenswunsch unserer Heilandes!
Von P. Gisbert Menge 0. F. M. (Paderborn).
Der Heiland steht am Ziele seiner Erdenlaufbahn. Vollendet ist das große Werk der Erlösung. Er will nun scheiden.
.Aber von jetzt, an will er die Grenzen seines Reiches immer weiter vorschieben, bis an die Grenzen des Erdkreises. Darum spricht er zu den Aposteln, die ihn umringen: „Gehet hin in alle Welt, lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vateks und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie alles halten, was ich euch befohlen habe."
Die Ausführung dieses Auftrages ist freilich an erster Stelle die erhabene Aufgabe der Apostel und ihrer Nachfolger; aber jeder Katholik muß mitarbeiten an der Ausbreitung des Gottesreiches.
Jeder eifrige Katholik soll ein Apostel, ein Missionar sein. 4