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dein Schützer und dein übergroßer Lohn." Doch Abraham konnte sich diesen Beistand nicht vorstellen, . weil ihm das Tor zum Glück durch seine Kinder- losigkeit verschlossen schien; mit einem Anflug von

Wehmut schaute er in die Zukunft und sprach zu Gott:Mein Herrgott, was willst du mir denn geben, da ich kinderlos dahinschreite und keinen , Leibeserben habe? Mein eigener Knecht wird mein

Erbe sein!" Sogleich offenbarte sich ihm der Herr . und sprach:Nicht der Knecht wird dein Erbe sein;

sondern deinen eigenen Nachkommen will ich dir zum Erben geben." Und er führte ihn hinaus ins Freie und sprach zu ihm:Schau zum Himmel und zähle die Sterne, wenn du kannst; so zahlreich wird deine Nachkommenschaft sein." Und was tat Abra­ham? Er nahm diese Gottesbotschaft trotz ihrer Unwahrscheinlichkeit gläubig auf.Er glaubte Gott," sagt die hl. Schrift,und es wurde ihm zur Gerech­tigkeit angerechnet." Indes bis zur Erfüllung dieser Verheißung war noch ein weiter Weg. Einstweilen hatte es noch den Anschein, als ob dem Abraham und seiner Frau keine Nachkommenschaft erblühen sollte. Mit Riesenschritten nahten beide ihrem hundertsten Geburtstag, und noch immer war in den Hütten des Patriarchenkönigs das Kinderlachen unbekannt. Siehe, da sproßte wieder ein Hoffnungs­blümlein. Als Abraham Besuch bekommen hatte vom Engel des Himmels, welcher wohl der Sohn Gottes in Menschengestalt war, sprach dieser zum Abschied zu Abraham: Uebers Jahr werde ich wie­der zurückkehren, und dann wird Sara, dein Weib, einen Sohn haben". Diese Worte hörte Sara, die hinter der Türe des Zeltes lauschte. Was tat sie? In einem Gemisch von Unglauben und seliger Freude lachte sie laut. Der Herr hörte es und sprach zu Abraham:Warum hat Sara gelacht, als wäre es für eine Greisin unmöglich, noch Mutter zu werden? Ist denn bei Gott nicht alles möglich?" Und richtig, nach Umlauf des Jahres wurde Isaak geboren, die Frucht der Verheißung, der greifbare Beweis der göttlichen Treue; hoch über Abrahams Zelten strahlte die Sonne des Vaterstolzes und der Mutterfreude. Doch siehe, bald wälzte sich eine schwarze Gewitter­wolke heran.Nimm deinen Sohn Isaak und bringe ihn mir zum Schlachtopfer", sprach die Stimme des Herrn. Töten soll Abraham seinen einzigen Sohn! Ist es nicht, als würde er den ein­zigen Lebensfunken auslöschen und sein Geschlecht für immer dem Untergang weihen? Wird Gott seinem Worte untreu werden? Nein. Es war nur eine Prüfung. Auf dem Gipfelpunkt des Dramas, als schon Abraham seine Hand ausstreckte, um den Dolch in das Herz seines einzigen Kindes zu stoßen, da kam vom Himmel die erlösende Stimme:Vater Abraham, halt ein und tue dem Knaben nichts zu Leide; jetzt habe ich erkannt, daß du aus Gottesfurcht dem einziges Kind nicht geschont hättest; und darum habe ich bei mir selbst geschworen, spricht der Herr: icy will dich segnen und deine Nachkommen vermeh­ren wie die Sterne des Himmels und den Sand am Meece, und in einem deiner Nachkommen sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet sein".

wochenkalenöer.

Sonntag, 29. Juli. Zehnter Sonntag nach Pfingsten. Simpticius, Faustinus u. Beatrix, M. Martha, Jgfr.

Felix, Papst und Märtyrer.

Montag, 30. Juli. Abdon und Sennen, Märtyrer.

Dienstag, 31. Juli. Ignatius von Loyola, B.

Mittwoch, 1. Aug. Petri Kettenfeier; die Machabäer, M.

Donnerstag, 2. Aug. (Portiuncula-Ablatz.) Alphonsus Bisch., Bek. u. Kchl.; Stephanus, Papst u. Märtyrer.

Freitag, 3. Aug. Auffindung des heil. Erzmartyrers Stephanus.

Samstag, 4. Aug. Dominikus, B.

Zehnter Sonntag nach Pfingsten.

(Evangel. Luk. 18, 914.)

In jener Zeit sprach Jesus zu Einigen, die sich selbst zutrauten, daß sie gerecht seien und die klebrigen verachteten, dieses Gleichnis: Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stellte sich hin, und betete bei sich selbst also: Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin, wie die übrigen Menschen, wie die Räuber, Ungerechten, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und ' nebe den Zehnten von allem, was ich besitze. Der Zöllner aber stand von ferne, und wollte nicht einmal die Augen gegen Himmel erheben, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott sei mir Sünder gnädig. I Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt nach Hause, jener nicht; denn ein Jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedriget, und wer sich selbst erniedriget, der wird I erhöhet werden.

Gottes Handschrift

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uf eine Handschrift hin leihen wir einem Menschen ein Kapital in der sicheren, Erwartung, daß wir das Geld wieder zurückerhalten.

Auch Gott hat eine Handschrift. Es sind seine Verheißungen, seine x Versprechungen, niedergelegt in den Worten der Heiligen Schrift. * H

Gottes Worke sind reine Worte, sagt der Psal- Ete Ä? 7? HE erprobt, siebenfach ge- wältiat' r0m Geiste des Herrn Über- ®alac' der heidnische Seher, e ^"Kms geben:Gott ist nicht wie schen Sobn' dal und nicht wie eines Men- ' Ä ^* sich nnbcre; er cfwös Qcfdüf, unb sgMo dAeu? Er hat etwas gesprochen ^sollte es nicht erfüllen?" (Rum. 23, 19.) 'inen' SerfnJr "" in all seinen Worten, in all M Sieh, wie ein Riesendenk- iaftiördi reue 0U5 alten Zeiten der Erwartete von^n' ?Is ^. wohl einen Rachekrieg eine emvsindlim-^ fünf Könige, denen er Sott be,gebracht hatte, sprach

3 'vm.FurchtEch.nicht, Abraham; ich bin

Seht, Gott ist treu in seinen Verheißungen. So wurde Abraham der Stammvater eines großen Volkes, der Stammvater des Volkes Israel, der Stammvater des Erlösers. Auch der Heiland hat verschiedene Versprechungen gemacht, die zum Teil schon erfüllt sind, zum Teil der Erfüllung noch harren.Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt", spricht er zu den Aposteln. Dem hl. Petrus aber gibt er die Versicherung:Auf die­sen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen". Diese Worte haben sich seit 18 Jahrhunderten er» füllt und noch täglich erfüllen sie sich aufs neue vor unseren Augen. Daran klammerte sich der hl. Joh. Ehryfoslomus, Patriarch von Konstantinopel, als er von seinem Vischofsstuhl vertrieben und in die Verbannung geschickt wurde. Mutig bestieg er vor der Abreise die Kanzel seiner Kathedrale und sprach: Mächtig stürmen die Wogen, und es tobt die Flut; aber wir fürchten nicht, unterzugehen, denn wir stehen auf dem Felsen. Mag wüten das Meer den Felsen kann es nicht wegschwemmen. Mag steigen die Flut das Schifflein Petri kann sie nicht versenken. Umsonst werdet ihr die Kirche bekämpfen; sie ist stärker als selbst der Himmel. DennHimmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber wer­den nicht vergehen". Welche Worte?Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle wer­den sie nicht überwältigen". Für ihre ewige Dauer habe ich eine Handschrift; sie ist mein Pfand, sie ist meine Sicherheit, sie ist mein Wall:Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt".--

Diese Treue soll uns vorbildlich sein; seid Nach­ahmer Gottes, mahnt der Apostel; Nachahmer seiner Wahrhaftigkeit, Nachahmer seiner Treue. Halten wir es genau mit unserem Wort, das wir Gott geben bei der Beicht oder bei irgend einer Gelegen­heit; halten wir es genau mit dem Wort, das wir Menschen geben bei einer Unterredung, bei einer Uebereinkunft, bei einem Vertrag; lieber wollen wir arm sein oder krank oder schwach oder unwissend als treulos und charakterlos. Auf dein Wort soll man Häuser bauen können! Dann wird sich er­füllen das Wort des Pfatnviten:Wer darf woh­nen auf Gottes heiligem Seip? Wer Wahrheit spricht in seinem Herzen und keinen Trug übt mit seiner Zunge". Ps. 14. Der Burgpfarrer.

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Der Mutter hochzeitrkranZ auf eines Priesters Grab.

Von Johann A tz m a n n 8. J.

In V. lebte ein Regimentsschneider mit seinen zehn Kindern. Karl, der jüngste, lernte schon als Volksschüler das Handwerk des Vaters. Da ein Schuhmacher in demselben Hause wohnte, sah er ihm bei der Arbeit zu und mit dem dreizehnten Jahre flickte er die Schuhe der ganzen Familie. Außerdem sammelte er Lumpen und altes Eisen und für den Erlös kaufte er Kohlen und bewahrte sie im Keller auf, bis der Winter kam.. wo er in nie Huw- **-