Wochenkalender.
Sonntag, 15. Juli. Achter Sonntag nach Pfingsten. Heinrich, Kaiser, B.
Montag, 16. Juli. Skapulierfest.
Dienstag, 17. Juli. AlexiuS, B.
Mittwoch, 18. Juli. Kamillus v. Lellis, B, Symphorosa und ihre 7 Söhne, M.
Donnerstag, 19. Juli. Vincenz b. Paul, B.
Freitag, 20. Juli. Hieronymus Aemiliani, B. Mar- eareta, Jgfr. u. M.
Trinstag, 21. Juli. Praxedis, Jgfr. u. M.
Achter Sonntag nach Pfingsten.
(Evangel. Luk. 16, 1—9.)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern dieses Gleichnis: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter, und dieser kam in Übeln Ruf bei ihm, als hätte er seine Güter verschwendet. Er rief ihn also und sprach zu ihm: Warum höre ich daS von dir? Gib Rechenschaft von deiner Verwaltung; denn du kannst nicht mehr Verwalter sein. Der Verwalter sprach bei sich: WaS soll ich tun, da mein Herr mir die Verwaltung abnimmt? Braben kann rch nicht, und zu betteln schäme ich mich. Ich weiß, was ich tue, damit, wenn ich von der Verwaltung entfernt sein werde, sie mich in ihre Häuser aufnehmen. Er rief nun alle Schuldner seines Herrn zusammen, und sprach zu dem Ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Dieser aber sprach: Hundert Tonnen Oel. Und ec sprach: Nimm deinen Schuldschein, setze dich geschwind, und schreibe fünfzig. Dann sprach er zu dem Andern: Wie viel aber bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sagte zu ihm: Nimm deine Hand- schrift, und schreibe achtzig. Und es lobte der Herr den ungerechten Verwalter, daß er klug gehandelt habe; denn die Kinder dieser Welt sind in ihrer Art klüger, ' als die Kinder des Lichter. Auch ich sage euch: Machet euch Freunde mittelst des ungerechten Reichtums, damit, wenn es mit euch zu Ende geht, sie euch in die ewigen Wohnungen aufnehmen.
Licht und Schatten.
Jott ist Licht, sagt die Schrift, und Finsternis ist nicht in ihm. Dieses Licht bei Gott ist die Wahrheit, diese Finsternis bei den Menschen ist die Lüge.
Mensch aber
Gott ist die Wahrheit, jeglicher Lügner, schreibt der Apostel im Römer. Gott ist die Wahrheit. Er ist m Wahrheit Goit, das höchste, vollkommenste Wesen, bei dem lein Schein, kein Betrug, keine Täuschung Mw llt ln Wahrheit die Allmacht, und seinem Willen kann nichts widerstehen. Er ist in Wahrheit heilig, und kein Flecken trübt den Spiegel seiner Ouie. Er ist in Wahrheit barmherzig, und keine vunde, kein Verbrechen ist von der Verzeihung ausgenommen. Er ist in Wahrheit gerecht, und keine Lunde bleibt unbestraft, keine Tugend unbelohnt. Ei Wahrheit und sagt die Wahrheit und offenbart
Wahrheit und nur Wahrheit. Er kann nicht irren und nicht lügen. Sein Wort ist Wahrheit, lauteres Gold, siebenfach geläutert. Sein Wort ist wertbeständig und hat ewige Geltung. Darum die schwungvollen Worte des Psalmisten: „Lobet den Herrn alle Völker, lobet ihn alle Nationen; denn bestä kt ist über uns seine Barmherzigkeit und seine Wahrheit währet ewig." Der Sohn Gottes hat gesagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben". Feierlich gibt er die Erklärung: „Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen". Von Pilatus gefragt: bist du ein König? gab der Heiland die gotteswürdige Erklärung: „Da
Das katholische Volk
hat treu und unerschütterlich zu feinen Seelsorgern gehalten, als der Staat während des Kulturkampfes
die Gehälter der Geistlichen sperrte. Das katholische Volk wird auch jetzt in gleicher Treue seinem Bischof helfen, die furchtbare Rok der Diaspora- geistlichen zu lindern, die durch die rasend gleitende Geldentwertung vor dem materiellen Ruin stehen.
Während für Beamte von gleicher Vorbildung jetzt monatlich mehr als 4 Millionen vom Staake aufgewandt werden, konnte die zuständige Stelle den Diasporaseelsorgern nur den zehnten Teil davon bieten. Wer helfen kann, sende seinen Beitrag für die Msgre-Aherl-Stiftung an Skudienrat Dr. Scheller-Fulda (Mutterhaus). Postscheckkonto 83 919 beim Postscheckamt Frankfurt a. M.
zu bin ich geboren und dazu in die Welt gekommen um der Wahrheit Zeugnis zu geben".
Gott ist die Wahrheit und Golt liebt die Wahrheit. Weil die Menschen in der Finsternis wandelten, darum ist Gottes Sohn im Fleische erschienen. Deshalb sagt der Psalmist: „Ein Licht ist in der Finsternis aufgegangen: der gütige, barmherzige Gott". Jsaias aber ruft uns freudig zu: „Werde hell, Jerusalem, und erhebe dich; denn gekommen ist dein Licht und die. Herrlichkeit des Herrn geht über dir auf". Die Finsternis des Götzenwahnes ha! der Heiland verscheucht durch die Predigt des einen Gottes in drei Personen; die Finsternis des Lasters hat der Heiland bekämpft durch die Forderung eines reinen, armen, demütigen, selbstlosen, nüchternen, keuschen Wandels und durch das Beispiel seiner eigenen Heiligkeit. „Wer mir nachfolgt", sagt er, „der wandelt nicht in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben."
Gott liebt die Wahrheit und haßt Lüge und Heuchelei. Der Teufel ist in der Wahrheit nicht be. standen, sagt die Schrift; denn er hat sich, obwohl
ein pures Geschöpf, als Gott aufgebläht; darum wurde er von seiner stolzen Höhe herabgeschmettert in den untersten Grund der Hölle. Der Teufel ist der Ui Heber und Vater aller Lüge. Er hat die Lüge ans die Welt gebracht. Keineswegs werdet ihr sterben, iprach die Schlange zu Adam; vielmehr werden euch die Augen aufgehen, und ihr werdet Gott gleich sein. An den Folgen dieser Lüge nagen wir alle.
Gott haßt die Lüge und straft sie. Wo die Lüge ist, Da helfen weder die Frömmigkeit, noch das Wohltun. Kennst du die Geschichte des Ananias? Er war ein guter Christ zu Jerusalem in der Ur» kilche. Täglich versammelte er sich im Kreise der Heiligen im Tempel, sang die Tageszeiten, wohnte oem hochheiligen Opfer bei, brach das Brot und empfing den Leib des Herrn. Und dennoch sein rnde war fürchterlich. Warum? Sein Charakier ivar bemakelt mit der Lüge. Gleich so manchen wohlhabenden Christen verkaufte auch er einen Acker und legte den Erlös dem Petrus zu Füßen. Doch es war nur ein Teil des Erlöses. Auanias^aber stellte sich, als wäre es der ganze Erlös, während er doch aus Geiz einen Teil unterschlug und in die eigene Tasche steckte. Petrus wußte cs, heftete einen durchdringenden Blick auf ihn, fühlte ihm auf den Zahn und sprach: „Sage mir, hast du den Acker tatiächlich um so viel verkauft?" Frech entgegnete Ananias: „Ja, um so Vie»". Da beschlich den Petrus namenloser Schmerz und in gerechtem Zorn sprach er zu dem Lügner: „Warum hat der Satan dein He z versucht, dem heiligen Geist zu lügen? Nicht Menschen hast du belogen, sondern Goit' . Augenblicklich fiel Ananias um und war eine Leiche.
Gott ist die Wahrheit, sagt Paulus, und jeglicher Mensch ein Lügner. Das ist ein kräftiger Ausdruck. Hat vielleicht Paulus doch zu schwarz gesehen? Keineswegs. Im Vergleich zu Gott, will er sagen, ist die Wahrhaftigkeit des Menschen gleich null. Ist das nicht die Wahrheit? Schau, wie oft belügen wir Menschen den lieben Gott. Hoch und heilig versprechen wir in einer Krankheit oder bei der Beichte, uns zu bessern. Doch kaum gehen wir wieder auf gesunden Füßen, und kaum sind einige Tage nach der Lossprechung verstrichen, da sind wir die Alten. Ist das nicht eine Art Lüge? Wie oft belügen wir uns selbst. Da geht so mancher und so manche Sonntags in die Kirche und meint, ein großes Werk getan und Gott zum Schuldner gemacht zu haben. Und doch, vielleicht bist du aus Schlendrian zu spät gekommen, aus Bequemlichkeit zu früh weggelaufen, hast unter dem Gottesdienst die Augen spazieren gehen lassen aus den Gesichtern und Garderoben, hast vielleicht mit weltlichen Dingen dich unterhalten und deine Gedanken verstreut in alle Welt; vielleicht bist du auch nur aus Wunderfitz oder aus Hochmut oder aus andern angefaulten Motiven zur Kirche gegangen; und du glaubst wunderweis, welch verdienstliches Werk du vollbracht hastl Siehe zu, ob das nicht ein frommer Selbstbetrug ist. — Wie oft belügen wir den Rächsten! Mancher sagt eine blanke Unwahr heüi