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WochenkalenSer.

Sonntag, 1. Juli. Sechster Sonntag nach Pfingsten.

Fest Des kostbaren Blutes unseres Herrn Jesus Christus. Montag, 2. Juli. Mariä Heimsuchung; Otto, Bèsch. u. Bek. Dienstag, 3. puh. Prozefsus und MartinianuS, M.; Leo, Bisch, u. Bek.

Mittwoch, 4. Juli. Ulrich, Bisch, u. Bek.

Donnerstag, S. Juli. Antonius Mar. Zacc., Bek.

Freitag, 6. Juli. Oktav von Peter u. Paul.

Samstag, 7. Juli. Cyrillus u. MethodiuS, Bisch, u. Bek.;

Willibald, Bisch, u. Bek.

Sechster Sonntag nach Pfingsten.

(Evangel. Mark. 8, 19.)

In jener Zeit, als viel Volk beisammen war und es nichts zu essen hatte, rief Jesus feine Junger zu- mmmen uns sprach zu ihnen: Mich erbarmet das Polk; denn sehet, schon drei Tage harren sie bei mir aus, und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungespeiset nach Hause gehen lasse, so werden sie auf dem Wege verschmachten; denn Einige aus ihnen sind weit hergekommen. Da antworteten ihm seine Jünger: Woher wird jemand hier tn der Wüste Brot bekommen können, um sie zu sättigen? Und er fragte sie: Wie viel Brow habt ihr? L-ie sprachen: Sieben. Und er be­fahl dem Volke, sich auf die Erde niedcrzulaffen. Dann nahm er die sieben Brote, dankte, brach sie, und gab sie seinen Jüngern, baß sie Vortesten: und sie legten dem Volke vor. Sie hatten auch einige Fischlein: und er segnete auch diese und liess sie vorlegen Und sie assen und wurden satt; und von den Stücklcin, die übrig geblieben waren, hob man noch sieben Stürbe voll auf. Es waren aber deren, die gegessen hatten, bei viertausend; und er entlietz sie.

Rundschau.

2" Monat Juni haben wir gestern verabschiedet und treten heute den Juli an. Wie bald wird der Tag kommen, wo wir vom Erdenleben Abschied nehmen und unsern Fuß '" * auf die Schwelle der Ewigkeit setzen! Möchten wir diesen Schritt mit solcher Zu­versicht machen wie der hl. Apostel Paulus, dessen Gedächtnis wir gestern begangen haben.

ist es ihm vorgekommen, als hätte er den Gipfel feines Lebens erstiegen und würde von da eineRundschau" halten. Sein Bstck wandte sich rückwärts aus das ganze verflossene Leben und vorwärts in die Hallen der Ewigkeit. Da überkam ihn ein seliges Hochgefühl, dem er Ausdruck gibt in folgenden Worten:

*3$ werde bereits geopfert, und dis Zeit meiner Auflösung ist nahe; ich habe den guten Kampf ge­kämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt, im übrigen" ist mir die Krone der Gerechtigkeit hinterlegt, die der Herr mir geben wird an jenem -tage.

Goldene Sätze, die es wert sind, daß wir jeden einzelnen unter die Lupe nehmen.

Ich werde bereits geopfert." Was will Paulus damit sagen? Daß sein Martyrium vor der Türe steht. Im Geiste sieht er sich entrückt in die Sieben­hügelstadt. Der fürchterliche Nero hat das Urteil gesprochen. Paulus wird aus dem Kerker geholt. Die Liktoren nehmen ihn in Empfang und führen

Msgr.-Ktzert-Stiftung.

Der nun in Gott ruhende langjährige Redakteur desB.-B." hätte es verdient, daß sein Andenken besonders festgehalten würde durch eine dauernde Stiftung. Und es ist kein Zweifel, daß die vielen treuen Freunde, die er im Leben sich erworben, gerne nach seinem Tod zu einer solchen Stiftung bei­gesteuert hätten. Aber bei dem heutigen Valuta- stand und der reißend fortschreitenden Geldentwer­tung ist ein derartiger Gedanke nicht zu verwirk­lichen.

Und doch wendet derB.-B." sich heute an die vielen Freunde von Pfarrer Atzert mit einer herz­lichen Bitte. Wenn heute Msgr. Atzert noch lebte, müßte er, der so oft die Tronunel gerührt, einen flehenden Bittruf an die Leser richten. Zum 1. Juli soll den Diasporageistlichen ihr Gehalt ausgezahlt werden, und es ist im entferntesten nicht das Nötige vorhanden, um dem täglich wachsenden Bedürfnis zu steuern. Während Beamte und Angestellre zum 1. Juli Millionen Papiermark erhalten müssen, um existieren zu können, ist die zuständige Stelle kaum in der Lage, mich nur einen kleinen Bruchteil der nöti­gen Beträge an die Diasporageistlichen zu überwei­sen. Eine hl. Pflicht des katholischen Volkes ist es, in diesem kritischen Augenblick schnell und freudig zu Hilfe zu eilen. Wenn Msgr. Atzert die Bitte an euch richtete, wer würde zurückstehen? Und er lichtet sie an Euch: Sein letztes Wort, das er noch von feiner Todesreise zur Veröffentlichung an den Bonifatiusboten" geschickt hat, war ein Hilferuf für unsere Diaspora. Wohlan, wir greifen den Ruf auf, wir wollen seiy Andenken ehren und seinen letzten Willen erfüllen durch eine Sammlung für unsere Diaspora und für unsere Diasporapriester. Sendun­gen werden erbeten unterMsgr.Atzerl-Stiftung an das Postscheckkonto 83919 (Studienrat Dr. Scheller in Fulda, Mutterhaus) beim Post­scheckamt Frankfurt a. M. Die Eingänge werden imBonifatiusboten" veröffentlicht.

ihn durch die Straßen der Stadt. Ein Häuflein getreuer Christen begleiten unter Tränen ihren Vater; eine gaffende Menge bildet Spalier; nun ist man auf dem Richtplatz angekommen; der Henkersknecht greift zum Schwert; furchtlos beugt Paulus fein Haupt und empfängt den erlösenden Streich.

And die Zeit meiner Auflosuug ist nahe." Was meint Paulus mit derAuflösung"? Seinen

Tod. Warum nennt er aber den Tod eine Auf­lösung? Um auszudrücken, daß der Tod keine Zer­störung, keine Vernichtung, sondern eine Auflösung, eine Befreiung bedeutet. Der Körper ist für die Seele gleichsam eine Umklammerung, eine Kerker­haft. Durch den Tod wird das Band gesprengt, die Türe geöffnet und frei schwingt sich die Seele zu ihrem Schöpfer. Mit welcher Leichtigkeit, mit welcher Schnelligkeit wird sich die Seele Pauli zu Christus aufgeschwungen haben. Nicht so schnell eilt das Licht von der Sonne zur Erde nieder, mag es auch in der Minute mehr als zwei Millionen Meilen dahinschießen, als die Seele des Apostels auf den Flügeln der Liebe sich emporgeschwungen hat zu seinem Herrn und Meister, nach dem er schon lang in schmerzlichem Heimweh sich verzehrte, wo­von seine Worte Zeugnis ablegen: fJch verlange, aufgelöst zu werden und bei Christus zu sein."

Ich habe den guten Kampf gekämpft". Du siehst, daß der Apostel das Leben einen Kampf nennt. Und welches waren feine Gegner? Die Silben, dis böswillig ihn verleumdeten und verfolg­ten; die heidnischen Philosophen, die feine Lehre verlachten, die Genußmenschen, denen die Abtötung als Torheit erschien; die falschen Christen, die durch ihr schlechtes Leben Aergernis gaben; die Schwach- Heit des eigenen Fleisches, das ihn täglich zur Sünde stachelte. Wieso hat Paulus einen guten Kampf gekämpft? Weil er feine Feinde mit aller Kraft, aber auch mit aller Geduld schlug und dem Erdkreis Christus zu Füßen legte.

Ich habe den Lauf vollendet". Er denkt dabei an die so beliebten Wettspiele im Stadion, in der Rennbahn. War nicht das Leben des Apostels ein beständiger Wettlauf? Wie ein Adler, sagt der Heil. Chrysostomus, flog unser Apostel auf den Flügeln des Eifers über die ganze Welt, flog nach Jeru­salem, nach Samaria, nach Korinth, nach Athen, nach Ephesus, nach Rom, nach Italien, nach Spanien, flog über Land und Meer, flog zu den Ge­meinden des Festlandes und zu fernen Inseln, um überall Eroberungen zu machen für Christus.

Ich habe ben Glauben bewahrt". Als herr­liches Gut wurde ihm der Glaube von Christus an­vertraut. Nichts davon hat er verloren, alles be­wahrt. Und fein Glaubensakt wurde nie auch nur durch den geringsten Zweifel erschüttert.

Was blieb ihm da noch übrig? Was dem Tag- löhner übrig bleibt am Feierabend, dem Arbeiter am Zahstag, der Lohn, der Gewinn:Im übrigen ist mir hinterlegt die Krone der Gerechtigkeit". Die himmlische Seligkeit nennt Paulus eineKrone", die . niemals verwelken, die in unvergänglichem Glanz erstrahlen wird.

Mein Christ! Möchte auch Dich in der Todes­stunde eine solche Zuversicht beseelen. Dazu ist nötig die Beharrlichkeit. Nicht darin liegt das Heil, daß du heute und morgen gläubig und tugendhaft bist, sondern, daß du gläubig und tugendhaft bleibst bis zum letzten Atemzug. Als der jetzige König von England vor einigen Wochen den Papst ;