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Ausgabe B
Msgr. Pfarrer Shert f
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Noch können wir es kaum fassen und müssen uns doch immer wieder dazu zwingen, es zu glauben: Msgr. Pfarrer Atzert ist von uns gegangen. Ein schneller, unerwarteter Tod hat ihn uns entrissen, als er fern von seiner Heimat, fern von seinem Fulda, weilte. Und je mehr wir es uns vergegenwärtigen, desto stärker empfinden wir die ungeheure Lücke, die der Tod dieses seltenen Mannes in unsere Reihen gerissen. An seiner Bahre trauern seine Freunde und Verwandten, es trauert das katholische Fulda und bis ganze Diözese, es trauern all die vielen Freunde weit über die Grenzen der Diözese hinaus, zu denen er als gottbegnadeter Prediger durch das Apostolat des geschriebenen Wortes geredet. Ja, du edler Freund und eifriger Priester, da du selbst die Feder niedergelegt hast, einem höheren Rufe folgend, was sollen wir anderen an dieser Stelle, an der du so oft zu uns gesprochen, was sollen wir jetzt anderes zu tun haben, als zunächst deinen Tod beklagen und zurückdenken an alles, was du uns wärest, dein Leben und Wirken preisen und den ewigen Richter bitten, daß er dir öffnen möge die Pforten des Para
und beten für dich all die Seelen, denen
dieses! Ja, sei ver° eert, es gedenken dein
persönlicher Freund und Führer gewesen, all die Gemeinden, in deren Mitte du gewirkt; es gedenken dein und beten für dich die vielen Tausende, die allwöchentlich deinen Worten gelauscht, es beten für dich die Armen, denen du als Jünger der göttlichen Caritas geholfen, es beten für dich die in die Heimat zurückgekehrten Männer, denen du einst in Kriegesnot Trost und Hoffnung, Glaube und Liebe verkündet, es beten für dich die Gesellen, denen du ein zweiter Vater gewesen, sie beten für dich, wie sie beten für ihren Vater Kohnng.
Fern von der Heimat mußte er sterben, er, der so stark an der Heimat hing. Aber in der Heimat wenigstens wollte er begraben sein. Dort wollte er ruhen, wo er 20 Jahre inmitten einer gläubigen und dankbaren Gemeinde mit Freude und Eifer und gottgesegnetem Erfolge gewirkt, wo er sicher sein kann, daß viele viel an seinem Grabe beten werden: in seinem lieben ehemaligen Pfarrdörflein Eckweisbach.
Eine große Trauergemeinde hatte sich dort am Samstag, den 3. Juni, Angefunden, um den Toten, der am Tage vorher seine letzte große Fahrt von Duderstadt nach Eckweisbach durch die herrlichen Frühlings- ^ndfchaften zurückgelegt, zu feiner Ruhestätte zu geleiten. In der schönen Kirche, die er selbst als ersterPfarrer inEckweisbach erbaut, war seinLeichnam
Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels
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aufgebahrt. Seine ehemaligen Pfarrkinder von Eckweisbach waren fast rest los erschienen, vieleMittrauernde von auswärts gesellten sichihnen zu,darunter an die 40 Geistlichen mit den Domkapitularen Dr. Leimbach u. Dr. Thielemann, die zugleich den Hochw. Herrn Bischof vertraten. Der Kreis Gersfeld war vertreten durch seinen Landrat Dr. Wiechens, die Stadt Fulda durch Beigeordneten Fritz, die Raiffeisen-Organisation durch Pfarrer Meyen- schein-Kaffel und die Unterverbaudsdirektoren Rechnungsrat Drinnenberg-Fulda und Pfarrer Golbach - Simmershausen. Von der Fuldaer Mtiendruckerei erwiesen Aufsichtsrat, Vorstand, Direktion u. das Persona, durch eine Abordnung dem Dahingeschiedenen die letzte Ehre. 13 Vereinsdeputationen mit Fahnen waren erschienen, oesun- ders zahlreich waren die Gesellenvereine vertreten sEckweisbach, Fulda, Hünfeld, Kass el, Seiferts, O b er- ufhausen, Hilders, Petersberg, Wüstensachsen u. Eiterfeld), die den Tod ihres Diözesanpräses u. wärmsten Freundes beklagen.
Rach dem Totenoffizium bestieg Domkapitular Msgr. Prof. Dr. Leimbach die Kanzel, um aus tiefbewegtem Herzen dem lieben Toten einen Nach- rufzuwidmen, wie ihn nur der priesterliche Freund
dem priesterlichen Freunde widmen kann. Im Bonifatiusboten können wir keine schönere Erinnerungsgabe an den Toten bringen, als die Niederschrift jener ergreifenden Worte (vergl. folg. Seite). Ein zweiter Freund des Dahingeschiedenen, Domkapitular Msgr. Prof. Dr. Thielemann, brachte das hl. Opfer für ihn dar. Nach der Absolution am Sarge setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Er, der als Seelsorger so ost seine Schritte hier vorübergelenkt im hl. Dienste, wandelt nun noch einmal diesen Weg inmitten der Häuserreihen, steigt dann aus den Wohnstätten der Lebenden hinauf zur Höhe auf schmalem Pfade durch das enge Pförtlein der schützenden Mauer in einen herrlichen Friedhof. Welch eine wunderbare Ruhestätte der Toten! Ringsum grüßen die Berge der Rhön, vergoldend sendet die Sonne ihre milden Strahlen, stillfeierliche Frühling-pracht umrahmt und bekrönt diese Stätte des Friedens. Wir fühlen uns der Erde entrückt und dem Himmel näher. Und inmitten dieses Gottesgartens ragt empor das Kreuzbild Gottes, hoch in stummer Trauer, umgeben von den Gräbern der Toten. Inmitten dieser Toten, zu Füßen des Gekreuzigten will er nun ruhen, harrend auf den großen Tag der Auf- erstehung. Und viele werden von nun an zu diesem Grabe wandern und in dankbarer Erinnerung beten für seine Seele. Dr. Sch.