Einzelbild herunterladen
 

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 250 Mk., B 300 Mk. Redaktionsschluß Montag Anzeigen die einsp. Kolonelzeile oder deren Raum 160 Mk. Reklame-Zeile 480 Mk. Bei Wiederholung Rabatt Offert- und Auskunft-Anzeigen 100 Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

..... - Druck und Verlag der Fuldaer Actlendmckerel......

Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels

!il®aili^

WochenKalender.

Sonntag, 3. Juni. Zweiter Sonntag nach Pfingsten.

Montag, 4, Juni. Franziskus Earracciolo. Bek. Dienstag, 5. Juni. Bonifatius, Bisch, u. Mart.

Mittwoch, 6. Juni. Norbert, Bisch, u. Bek. Donnerstag, 7. Juni. Oktav von Fronleichnam. Eo> ban uZ, M.

Freitag, 8, Juni. Herz-Jesu-Fest.

Samstag, 9. Juni. Primus und Felizianus, M.

Zweiter Ssnntag nach Pfingsten.

(Evangel. Luk. 14, 1524.)

In jener Zeit trug Jesus den Pharisäern folgendes Gleichnis bot: Ein Mensch bereitete ein großes Abend­mahl, und lud viele dazu ein. Und er sandte seinen Knecht zur Stunde des Abendmahls, um den Geladenen zu sagen, daß sie kämen, weil schon alles bereit wäre. Und sie fingen alle einstimmig an, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Meierhof ge­kauft, und muß hingehen, ihn zu sehen; ich bitte dich, halte mich für entschuldiget. Und ein anderer sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und gehe nun hin, sie zu versuchen! ich bitte dich, halte mich für ent­schuldiget. Und ein anderer sprach: Ich habe ein Weib genommen, und darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam zurück, und berichtete dieses seinem Herrn. Da ward der Hausvater zornig, und sprach zu seinem Knechte: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen, Schwachen, Blinden und Lahmen hier herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, wie du befohlen hast; aber cs ist noch Platz übrig. Und der Herr sprach zu seinem Knechte: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie, hereinzukommen, damit mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß keiner von den Männern, die geladen waren, mein Abendmahl verkosten soll.

--------

Das Meer der Süßigkeit.

as Meer umfaßt 365 Millionen Quadratkilometer und nimmt über ein Drittel unf. Erdoberfläche ein. Seine Tiefe wechselt und erreicht das Höchstmaß mit 9600 Metern in der sogenanntenNerotiefe". , ,, .. Welch ein Wasserspiel, das dem ^.falmlsten ins Worte abnötigt:Wunderbar sind die Bewegungen des Meeres; wunderbar in den -riefen ist der Herr.

Meerwasser ist bitter und salzig mo jum Drucken für den Menschen unbrauchbar. ^ Ech dir ein anderes, unendlich größeres wundervoll süßes Meer: es ist die gölb Wesenheit 9

Kirchenlehrer Bernhard,ist das Sakrament des Altars". Siehe, nicht im Bilde bloß, wie die, Irr­lehre! uns betrügen wollen, sondern in Wirklichkeit und dem Wesen nach ist Gottes eingeborener Sohn, unser lieber Herr und Heiland Jesus Christus, le- bendig und persönlich in der hl. Hostie gegenwärtig, mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut, mit Gott­heit und Menschheit. In diesem hochheiligen Ge- heimnis ist auch das göttliche Herz 3efit, dieses herr­liche Symbol, dieser glühende Brennpunkt der göttlichen Liebe, das heiligste Herz Jesu, dessen Fest wir kommenden Freitag begehen. Und der Gipfel­punkt dieser eucharistischen Liebe ist wiederum die heilige Kommunion. Wie froh müßten wir fein, wenn wir vomMeer der Süßigkeit" auch nur einen Tropfen erhaschen würden. Und nun, mein Freund, staune über die Größe der göttlichen Liebe: s nicht nur einen Tropfen, nein, das ganze Meer mit seiner unendlichen Fülle von Liebe will der Hei­land uns schenken. Denn in diesem Sakrament schenkt er sich selbst unserer Seele mit seinem ganzen. Wesen, ohne auch nur das geringste zurückzuhalte:-^ Und wir selber werden wie ein Tropfen in dies Meer versenkt und gehen in diesem Meere unter.' Denn so sagt der Heiland:Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in: ihm". O Wunder des Altarfakramentes, o Wunder der hl. Kommunion, in welcher die Seels mit ihrem! Gott vereinigt wird!

Die hl. Mechthilde hatte einmal während der- Wandlung ein merkwürdiges Gesicht. In der heil. Hostie, die der Priester erhob, sah sie ein großes, glänzendes Herz, ganz aus reinem, durchsichtigem Glas, gefüllt mit Oel nach Art einer Lampe, strah-i lend im Lichtglanz; und an diesem einen Herzen sah sie viele andere, kleinere Herzen, ebenfalls von. Glas und mit Oel gefüllt, und alle brennend ähnlich dem ewigen Licht. Berstehst du die Bedeutung die­ses Gesichtes? Das große Herz ist das heiligste Herz Jesu; die kleinen Herzen sind unsere Herzen, die sich mit Jesus vereinigen, wenn wir andächtig dev hl. Messe beiwohnen und gläubigen Sinnes dis hl. Kommunion empfangen.

Muß ich dich da noch einladen, die hl. Messe oft zu besuchen? Einladen, die hl. Kommunion öfters zu empfangen, besonders während dieser Fronleich­namsoktav und am Herz-Jesu-Fest? Ich hoffe nicht. Sonst müßte uns die Klage des hl. Chry- sostomus treffen:Wie viele Wege des Heiles stehen uns offen; ja, Christus selber wird unsere Speise und unser Trank; Und nichts davon rührt uns? Welche Entschuldigung werden wir haben?. Welche Verdammnis wird groß genug fein für - einen solchen Stumpfsinn?"

Gott ist das Meer der Süßigkeit, Gott ist dis- Liebe. Bleibe also in dieser Liebe durch öftere, würdige Kommunion. Dann erfüllt sich an dir die Verheißung:Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott in ihm", (1 Joh. 4, 1W. Der Burgpfarrer.

Wir hatten uns in der letzten Lesung die Frage vorgelegt: wer ist Gott, und darauf aus dem Munde der Philosophen und Theologen die ver­schiedensten Antworten gehört. Die tiefste Lösung dieser Frage hat aber der hl. Apostel Johannes ge­geben in einem seiner Briefe, wenn er sagt:

Gott ist die Liebe".

Das ist der erhabenste, würdigste und richtigste Begriff von Gott, den wir darum in unserer ge­mütvollen deutschen Sprache denlieben" Gott zu nennen pflegen. Gott ist die Liebe. Wie das Meer voll ist von Wasser, so ist das -Wesen Gottes gefüllt mit Liebe. Gott ist das Meer der Süßigkeit. Dabei ist der Vergleich mit dein Meer noch in mancher Hinsicht unzulänglich und unzutreffend. Sieh, so weit auch das Meer ist, man gelangt schließlich doch ans Ufer. Gott hat ihm eine Schranke gesetzt und gesagt: bis hierher darfft du deine Wogen spritzen und nicht weiter. Gottes Liebe aber hat keine Schranken. So tief auch das Meer ist wir kön­nen doch ein Senkblei hinablassen und seine Tiefe genau messen. Gottes Liebe aber hat kein Maß. Und würde das Meer nicht bloß zwei Drittel der Erdoberfläche bedecken, sondern den ganzen Erd­boden, so daß nirgends ein trockenes Fleckchen wäre, und mürbe das Meer noch überlaufen und seine Wasser ausdehnen bis zum Himmelsgewölbe, so wäre es dennoch möglich, dieses Meer auszu­schöpfen. Gottes Liebe aber ist -unerschöpflich. Ferner ist das Meer erschaffen und wird eines Ta­ges verschwinden. Gottes Liebe aber reicht von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Gott liebt sich selbst mit ewiger, unendlicher Liebe. Der Vater liebt sich selbst und den Sohn und den hl. Geist. Der Sohn liebt sich selbst und den Vater und den hl. Geist. Der hl. Geist liebt sich selbst und den Vater und den Sohn. Aus dieser gegenseitigen, unendlichen Liebe trinken sie den Strom unermeßlicher Freude und Seligkeit. Gott liebt auch die Welt und alle seine Geschöpfe. Denn er hat den Kleinen und den Großen gemacht und sorgt auf gleiche Weise für alle". Willst du Be­weise seiner Liebe? Schau am Tag die Sonne, schau in der Nacht die Sterne; betrachte die Blu­men, die Pflanzen, die Tiere: alle Wesen verdanken ihr Dasein dem lieben Gott, der ihnen von seinem Reichtum mitteilt nach seinem Wohlgefallen. Denke an alle Liebe, die dir deine Mutter, dein Vater, deine Geschwister, deine Verwandten, deine Seel­sorger, Lehrer und Freunde erweisen; die Liebe, mit der sie dir zugetan sind und dir Gutes erweisen, ist nur ein Ausfluß der Liebe Gottes, ein Strahl der göttlichen Sonne. Denke an dich selber: Leib und Seele, Hab und Gut, Zeit und Ewigkeit, das gegenwärtige und zukünftige Leben verdankst du der Liebe Gottes.

Welches ist aber der Triumph der göttlichen Liebe? Suche ihn auf den Altären unserer kathol. Gotteshäuser; es ist das allerheiligste Sakrament des Attars, in dessen Oktav wir noch stehen. Ja, der Inbegriff aller Gottesliebe", sagt der heilige