33. Iahrg.
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Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 250 Mk., B 300 Mk. Redaktionsschluß Montag Anzeigen die einsp. Kolonelzeile oder deren Raum 120 Mk. Reklame-Zeile 360 Mk. Bei Wiederholung Rabatt Offert- und Auskunst-Anzeigen 100 Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.
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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels
wochenkalender.
Lohntag, 27. Mai. vreisaltigkeitrfest. (Beda, Krchl., Johannes, P. u. M.)
Montag, 28. Mai. Augustinus, Bisch, u. Bek.,. Apostel Englands.
Dienstag, 29. Mai, Maria Magdalena v. Pazzis, Jgfr-
- Mittwoch, 30. Mai. Felix, P. u. M.
Donnerstag, 31. Mai. Krsnlelchnainrfeft. Angela, Jgsr., ; Petronella, Jgfr.
‘ Freitag, 1. Juni. Herz-Jesu-Freitag. Von der Oktav.
* Samstag, 2. Juni. Von der Oktav. Marzellinus, Petrus, Erasmus, M.
Am nächsten Sonntag (3. Juni) ist die Kollekt? für den B o n i f a t i u s v e r e i n.
Das Fest der hemgsten Dreifaltigkeit.
(Evangel. Matth. 28, 18—20.)
Wer ist Gott?
rute, am Feste der allerheiligsten Dreifaltigkeit, ist diese Frage am Platze. Wenn diese Frage dich nicht interessiert, so muß ich dir jede Bildung absprechen. Sieh, man interessiert sich sonst für alles in der Welt; die einen blicken zum
Himmel, betrachten die Gestirne und ihren Lauf, die andern durchforschen die Erde, ihre Berge, Täler, Meere, Flüsse, Metalle, Steine, Pflanzen, Tiere; andere durchwühlen die Geschichte und wollen erfahren, wie die Menschen früher gelebt haben, was sie gegessen und getrunken und angezogen, welche Staatswesen sie gebildet, welche Schlachten sie geschlagen, welche Siege sie erfochten, welche Kunst und Literatur sie gehabt haben; andere kümmern 'ich um die Politik und wollen wissen, was die Könige und Fürsten, die Regenten und Präsidenten, ins Staatsmänner und Minister machen, was im Reichstag und Landtag verhandelt, welche Beschlüsse gefaßt, welche Gesetze geschmiedet werden; andere forschen mit großem Fleiße darnach, was die Abgeordneten gesprochen haben, wie die Sachen laufen an der Ruhr und im besetzten Gebiet'und welch neue „Aufmerksamkeiten und Ueberraschungen" unsere „liebenswürdigen" Nachbarn über dem Rhein uns erwiesen haben; andere verlegen sich mit Heißhunger auf die Wirtschaft und können nicht schnell genug aus ihrem Leibblatt den Stand des Dollars und der Devisen erspähen. Ueber Gott aber sollten wir mchts wissen wollen? Sein Wesen, sein Dasein, feine Vollkommenheiten sollten uns gleichgültig sein? er denn nicht Herr der Welt, ist er nicht Lenker deines Schicksals?
Siehe, die geschsidesten und edelsten Männer, Sie le gelebt, haben das Senkblei ihres Verstandes hmabgelassen in die Tiefen der Gottheit.
5^ Eokl?, sö fragte Pytagoras; und er gab Lie Antwort: Gott ist ein Geist, der die Natur aller
Dinge durchdringt, von dem das Wesen der Dinge bedingt ist.
Wer ist Gott?, so fragte Thales; und er gab die Antwort: Gott ist der Verstand, der alles aus Wasser gebildet hat.
Wer ist Gott?, so fragte Aristoteles; und er gab die Antwort: Gott ist der Verstand, der die Welt regiert.
Wer ist Gott?, so fragte Plato; und er gab die Antwort: Gott ist der Vater der Welt, der Bildner der Seele, der Schöpfer der himmlischen und irdischen Dinge, den zu finden schwierig ist.
Wer ist Gott?, so fragte Arnobius; und er gab die Antwort: Gott ist der Schöpfer aller Dinge, unsichtbar und unfaßbar, der würdig ist, daß wir unser Leben lang ihm zu Füßen fallen und ihn mit beständigen Gebeten verehren.
Was sagt uns die Verschiedenheit dieser Antworten? Daß es gar nicht so leicht ist, einen Begriff von Gott aufzustellen, sein Wesen in Worte auszudrücken. An den Weltweisen Simonides stellt einst Hiero, Tyrann von Syrakus, die Frage, wer Gott sei! Da bat sich der Philosoph einen Tag Bedenkzeit aus. Als er die Antwort geben sollte, bat er um noch zwei weitere Tage; als die Frist verstrichen war, bat er um vier weitere Tage. Endlich des Wartens müde, wollte der Tyrann wissen, was dieses Zögern zu bedeuten habe. Und Simonides erwiderte: „Je länger ich darüber nachdenke, desto dunkler wird mir die Sache."
Der geistreichste, tiefsinnigste unter den Kirchenvätern, Sankt Augustin, sandte einst seine Sinne aus, Gott, den Herrn, zu suchen. Die Sinne machten sich nun auf die Reise; allein das Auge vermochte nicht, Gott zu erspähen, das Ohr ni'cht, ihn zu erlauschen, die Hände nicht, ihn zu erfassen, die Füße nicht, ihn zu erreichen. Unverrichteter Dinge kehrten alle diese Sinne wieder zurück und sprachen: Golt ist ein Geist, unsichtbar, unergründlich; nur das Herz kann ihn hieniedm glauben; dereinst wird ihn des Geistes Auge schauen.
Ja, ein Geist. Damit sind wir bei der Erklärung des Heilandes angekommen. Du kennst doch sein Gespräch mit der Samariterin am Jakobsbrunnen? Im Verlaufe desselben hat Christus die irrigen Ansichten so mancher Götzendiener zurückgewiesen und gesagt: „Gott ist ein Geist, und seine Anbeter müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten."
Damit hat der Heiland, die ewige Weisheit, die beste Antwort gegeben auf die Frage: wer ist Gott? Ein Geist also; kein Körper; Gott hat deshalb weder Fleisch noch Blut, weder Augen noch Ohren, weder Gesicht noch Gestalt. Zwar liesest du in der Heil. Schrift vieles von Gottes Augen, Ohren, Mund und andern Gliedern. Du mußt aber wissen, daß wir es dabei mit Vermenschlichungen zu tun haben. Gott besitzt nicht die Glieder selbst, sondern nur die Eigenschaften und Kräfte, die durch diese Glieder versinnbildet werden. Sein Haupt ist die Gottheit sein Gesicht ist die Heiligkeit, seine Augen sind Verstand und Weisheit, seine beiden Lippen ^ind die beiden Testamente, seine Arme sind, Macht und
Stärke, seine Füße sind Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, sein Leben ist die Unsterblichkeit, sein Alter ist die Ewigkeit, sein Herz ist lautere Liebe.
Gott ist ein purer Geist, ähnlich unserer Seele, aber unerschaffen, unermeßlich, unbeschränkt, von der höchsten Vollkommenheit, Erhabenheit und Einfachheit. Er ist die Allmacht, die Weisheit, die Heiligkeit, die Güte, die Liebe. Er ist das höchste, beste Gut und die unversiegliche, ewige Quelle aller Güter. Denn, so schreibt der hl. Jakobus: „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben, vom Vater der Lichter, bei dem kein Wechsel ist und kein Schatten von Veränderung."
Diesem Gott zu dienen ist unsere Pflicht. Alles dient ihm, sagt der hl. Chrysostomus: Sonne, Mond, Sterne, Blitz, Hagel, Regen, Gewitter, Erdbeben folgen seinem Willen. Nur der Mensch, der Mensch allein widersetzt sich seinem Schöpfer. Darum geht es ihm wie der Blums, die sich vom Sonnenlichts abkehrt. Je mehr der arme, betörte Mensch sich von Gott lossagt, je mehr man seinen Namen und sein Gesetz ausschaltet aus der Verfassung, Gesetzgebung und Rechtsprechung, je mehr man ihn zü- rücksetzt im Privatleben, in der Familie, im Staatswesen, in den Beziehungen der Nationen, desto großer wird der Wirrwarr auf unserm Planeten, desto üppiger gedeihen Selbstsucht, Haß, Neid, Unterdrückung, Unzucht, Mord und Todschlag.
Du aber, mein Christ, lege am Dreifaltigkeitsfest den Vorsatz nieder, dem lieben Gott, seinem Wesen, seinem Willen immer mehr natzzyforsBen. Denn:
Gott kennen ist die erste Pflicht;
Wer ihn nicht kennt, der liebt ihn nicht.
D e r B u r g p f a r r c r.
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Die Liturgie der Fronleichnanmuche.
Fronleichnam — unser Herz schlägt höher, wenn wir dieses Wort hören, denn das Fest ist uns so lieb und traut wie wenig andere und ist für uns so untrennbar verbunden mit dem Leben des Kirchenjahres wie Weihnachten und Ostern und Pfingsten, daß es uns seltsam erscheinen will, daß dieses Fest int Vergleich zu den anderen Hochfesten der Kirche erst sehr spät eingeführt wurde. 1264 hat es Papst Urban IV. für die ganze Kirche verordnet und kein Geringerer als der große heilige Kirchenlehrer Thomas von Aquin wurde damit beauftragt, das Offizium für diesen Tag zu verfassen. Wir verdanken ihm nicht allein die Liturgie der Festmesse, seinem gottbegeisterten Herzen entströmten auch all die herrlichen Hymnen, die während des Gottesdienstes und der Prozession gesungen werden.
Heute ist alles Jubel und Lobpreis, heute darf sich unsere Freude über dies kostbare Geschenk der heiligen Eucharistie, die am Gründonnerstag, dem Tage der Ein- setzung, durch den Ernst der Leidenswoche gedämpft wurde, voll und ganz auswirken. Der Introitus der heiligen Messe versetzt uns sofort in diese Stimmung des Jubels und Dankes: „Er speiste sie mit dem Marke des Weizens, alleluja; und sättigte sie mit dem Honig ans dem Felsen, alleluja; alleluja, alleluja, Jubelt Gott unserem Helfer, jauchzt dem Gotte Jakobs!" — Die Epistel ist,ein Teil derjenigen des',Gründonnerstages. Os sitz