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M Maffei, den 15. Mai 1925

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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 250 Mb, B 300 Mk. Redaktionsschluß Montag Anzeigen die einsp. Kolonelzeile öder deren Raum 80 Mk. Reklame-Zeile 250 Mk. Bei Wiederholung Rabatt Offert- und Auskunst-Anzeigen 100 Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher. Saut und Verlag der Fuldaer Letiendruikerei.

Wochenkalender.

Sonntag 13. Mai. 6. Sonntag nach Ostern. (Servatius, B.)

Montag, 14. Mai. Von der Oktav von Himmelfahrt.

(Bonifatius, M.)

Dienstag, 15. Mai. Johann Baptist de la Salle, Ordensstist.

Sophia, Jgfr. u. M. -

Mittwoch, 16. Mai. Johannes von Nepomuk, M. Ubaldus, Bisch, u. Bek.

Tonne.Siag, 17. Mai. Oktav von Himmelfahrt. Paschalls Bahlon, Bek.

Freitag, 18. Mai. Venantius, M. (Erich.)

Eamstag^19. Mai. VigUvon Pfingsten. Petrus Cölestinus,

Papst. Pudentiana, Jgfr.

Der sechste Sonntag nach Ostern.

(Ev. Joh. 15, 26-16, 4.)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Tröster kommen wird, denn ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, derselbe wird von mir Zeugnis geben. Und auch ihr werdet Zeugnis geben, weil ihr vom An. fange bei mir seid. Dieses habe ich zu euch geredet, damit ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch aus den Synagogen ausstohen: ja es kommt die Stunde, daß jcoer, der euch tötet, Gott einen Dienst zu tun glauben wird. Und das werden sie euch tun, weil sie weder den Vater noch mich kennen. Aber ich habe euch dies oelagt^damit, wenn die Stunde kommt, ihr euch daran erinnert, daß ich es euch gesagt habe.

Die heilig Gott ist und wie unheilig die Geschöpfe.

m Waisenhaus der Schwestern vom guten Hirten zu Kork in Irland schwebte am Lichtmeßtag des Jahres 1908 eine hochbegnadete Kinderseele in den Himmel. Vier Jahre und fünf Monate war sie alt, als Gott sie zu sich nahm. Zwei Monate

zuvor hatte Helene, auch Nelli genannt, den Heiland empfangen in der hl. Kommunion. Ihre Ehrfurcht und Liebe gegen den Heiland kannte keine Grenzen. Mit der größten Zärtlichkeit nannte sie ihnden heiligen Gott". Dieser rührende Ausdruck war ihr derart zur Gewohnheit geworden, daß Nelli im An­denken der Mitwelt fortlebt unter dem Titel:Klein Nelli vom heiligen Gott".

Und vomheiligen Gott" wollen wir heute reden. Gottes Heiligkeit soll uns beschäftigen. Feiern wir ja über acht Tage das Pfingstfest, das Fest desheiligen Geistes". Je klarer unser Begriff von der göttlichen Heiligkeit ist, desto großer wird unsere Freude sein über das Fest des heiligen Geistes.

Die Heiligkeit Gottes ist nichts anderes als seine Liebe zum Guten, sein Abscheu gegen das Böse. Diese Liebe und dieser Abscheu sind von unendlicher Größe und Kraft. Die Heiligkeit Gottes ist seine

abgrundtiefe Güte und unermeßliche Vollkommenheit, die alle Begriffe und alles Maß übersteigt. Die Heiligkeit ist sein Charakter, seine Natur, sein Wesen. Gott ist gut von Natur, kann nicht anders sein als gut. Er will und liebt von Ewigkeit das Gute und nur das Gute. Er verabscheut von Ewigkeit das Böse und muß es verabscheuen und kann keinen Augenblick mit einer Sünde sich befreunden oder das geringste Wohlgefallen daran haben. Der Heiligkeit Gottes kann man nichts hinzufügen und nichts davon hinwegnehmen. Setze ein Oellicht in die Sonne; wird ihre Heiligkeit zunehmen? Ebensowenig erhält Gottes Heiligkeit einen Zuwachs durch die Heiligkeit der Engel oder Menschen. ^

Die höchsten Wesen nach Gott sind die Engel- Sie besitzen klares Urteil und hellen Verstand- Weiche von den göttlichen Eigenschaften macht nun auf diese erleuchteten Geister den größten Eindruck? Welche der göttlichen Vollkommenheiten betrachten, bewundern und besingen sie am meisten? Eben Gottes Heiligkeit. Lies daS erhabene Gesicht des Propheten Jsaias, das er im sechsten Kapitel be-

schreibt:

Ich sah den Herrn sitzen auf seinem hohen, er- habenen Thron. Seraphim standen darauf; sechs Flügel hatte der eine und sechs Flügel der andere; mit zweien bedeckten sie ihr Angesicht und mit zweien bedeckten sie ihre Füße und mit zweien flogen sie. Und es rief einer dem andern zu:Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott der Heerscharen; Himmel und Erde sind seiner Herrlichkert voll".

Fühlst du den Seraphim den Schauder nach, den sie empfinden über Gottes Heiligkeit? Spürst du etwas von der Begeisterung, von der sie bei ihrem Gesang hingerissen werden? Nicht bloß einmal, sondern dreimal rufen sieHeilig". Warum? Einmal wollen sie durch diese Dreizahl die über­große, die unendliche Heiligkeit Gottes andeuten; zum andern weisen sie damit hin auf das Geheim­nis der heiligsten Dreifaltigkeit; es sind ja drei Personen in Gott, der Vater, der Sohn und der heilige Geist; jede der drei Personen besitzt die- Heiligkeit, besitzt sie von Ewigkeit, besitzt sie. in gleicher Fülle und Größe. Du weißt, daß diese Engelshuldigung in die heilige Mesie ausgenommen ist. Der Priester beschließt die Präfation mit fol­genden schwungvollen Worten:Deine Majestät, o Gott, loben die Engel, beten an die Mächte und es zittern davor die Gewalten; der Himmel und die Kräfte der Himmel und die seligen Seraphim feiern dich in gemeinsamem Jubel. Möge unsere Stimme mit den ihrigen vereint werden, indem wir in demütigem Bekenntnis rufen:Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott der Heerscharen; Himmel und Erde sind deiner Herrlichkeit DoH*. Um unsre Aufmerksamkeit zu erwecken und unsere Andacht zu steigern, ertönt zumSanktus" das Altarglöcktein; auch wird mancherorts dieSanktus- kerze" angezündet. Wenn wir dem hl. Meßopfer beiwohnen, so wollen wir beimSanktus" die Flügel der Andacht, wenn wir sie vielleicht einen Augen­blick sinken ließen, wieder kräftig anziehen und mit

erhobener Seele dem Heiland entgegenfliegen, der bei der hl. Wandlung persönlich erscheint

Neben der Heiligkeit Gottes verschwindet alle Heiligkeit der Geschöpfe. Hast dn schon im Winter eine Schneedecke betrachtet? Wie hell und blendend weiß liegt sie da, wenn sie von der Sonne beschienen wird. Wenn nun über einen Teil der Schneedecke sich der Schatten legt, dann sieht der Schnee im Schatten, trotzdem er weiß ist, gegen den sonnenbe­glänzten Schnee schwarz aus. So, mein Chrrst, nimmt sich die Heiligkeit der Geschöpfe aus gegen die Heiligkeit des Schöpfers, wie Schatten neben dem Licht, wie der Tag neben der Nacht. Selbst die Heiligkeit der Engel erscheint daneben wie Unrat und Sünde aus. Diese Wahrheit hat Gott Jobs Freund Eliphaz gelehrt, der sein Erlebnis in folgen­der Weise erzählt:

Mir ward ein heimliches Wort zugeraunt, und wie verstohlen erhaschte mein Ohr den Hingang eines Säuselns. Im Schrecken eines nächtlichen Gesichtes, wann tiefer Schlaf die Menschen zu be­fallen Pflegt, da faßte mich Zagen und Zittern, und all mein Gebein ward bitt d) schauert. Und da der Geist an mir vorüberging, standen mir die Haare meines Hauptes zu Berge. Eine Gestalt, deren Ge­sicht ich nicht kannte, stand vor meinen Augen, und wie ein sanftes Säuseln hörte ich eine Stimme: Ist wohl ein Mensch, mit Gott verglichen, gerecht, oder ein Mann reiner als sein Schöpfer? Siehe, die ihm dienen, sind nicht beständig, und an seinen Engeln sand er Bosheit: wie viel fehlerhafter werden die sein, die in Lehmhütten wohnen, deren Fundament die Erde ist und die wie Motten vergehen?" (Jol

4, 12.)

Da verstehen wir die Demut der Heiligen; ver­stehen einen Paulus, der sich eine Fehlgeburt nannte, einen Franziskus, der sich als den elendesten Sün­der bezeichnete. Und du solltest vom Hochmut ge­blendet sein? Uebe dich besonders in diesen Tagen vor Pfingsten in der Demut und flehe zum hl. Geist um eine immer reinere, bessere Goucserkennb nis; erforscht ja der hl. Geist alles, sogar die Tiefer der Gottheit". Der Burgpfarrer.

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GèUiMMMrer Sr. Hsièlgleit ses Püttes, Gräser des ,MniWten'.

Auch die Fuldaer Zeitung widmete dem Ver­storbenen einen warmen Nachruf. Sie hob hervor, daß mit dem Tode Schicks ein Priesterleben zu Enve gegangen sei, das sich ganz im Dienste Gottes ver­zehrt habe und das noch lange in den segensreichsten Folgen seine Spuren Zurücklassen werde.

Professor Schick war eine unermüdlich rastlose und tätige Natur. Es war ihm nicht genug, im Prwfter- feminar als Lehrer und später als Professor oet Moral zu wirken, dem neben einer ausgezeichneten theologi­schen Schulung eine große Erfahrung zu Gebote stand. Die Not der Zeit und sein energischer Charakter trieben ihn hinaus aus den stillen Räumen des Nriesterfemmars