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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels
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Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 250 Mk., B 300 Mk. Redaktionsschluß Montag Anzeigen die einsp. Kolonelzeile oder deren Raum 60 Mk. Reklam--Zeile 180 Mk. Bei Wiederholung Rabatt Offert» und Auskunst-Anzeigen lOO Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz dec Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.
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Raffel, den 29. Mil 1923.
Wochenkalender.
Sonntag, 29. April. 4. Sonntag nach Ostern, Petrus von Veiona, att.
Montag, 30. April. Katharina von Siena, Jgfr.
Dienstag, 1. Mai. Philippus u. Jakobus, Ap. Walburg, Jgfr.
Mittwoch, 2. Mai. Athanasius, Bisch, u. Kchl.
Donnerstag, 3. Mai. Kreuz-Auffindung.
Freitag, 4. Mai. Monika, Witwe. Godehard, Bisch, u.
Bek. Herz-Jesu-Freitag.
Samstag, 5. Mai. Pius V., Papst.
» Der Vierte Sonntag nach Ostern.
(Evanget. Luk. 16, 5—14.)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich gebe nun zu dem hin, welcher mich gesandt hat, und niemand von euch frâ t mich: Wo gehst du hm? sondern weil ich euch dieses gesagt habe, hat Traurigkeit euer Herz erfüllt. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe: denn wenn ich nicht hingehe, so wird der Tröster nicht zu euch kommen: gehe ich aber hin, so werde ich ibn zu euch senden. Und wenn dieser kommt, wird er die Welt überzeugen von der Sünde und von der Gerechtigkeit, und von dem Gerichte: von der Sünde nämlich, weil sie nicht an mich geglaubt haben; von der Gerechtigkeit aber, weil ich zum Vater gehe, und ihr mich nicht mehr sehen werdet; und von dem Gerichte, weil der Fürst dieser Welt schon gerichtet ist. Ich habe euch noch vieles zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. Wenn oder jener Geist der Wahrheit kommt, der wird euch alle Wahrheit lehren; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern, was er hört, wird er reden, und was zukünftig ist, euch verkünden. Derselbe wird mich verherrlichen ; denn er wird von dem Meinigen nehmen, und es euch verkünden.
Mit Maria bei der Hochzeit.
5 n der Schwelle des Maimonats wollen wir die Maienkönigin, die liebe Gottesmutter Maria, einige Augenblicke belauschen und an L ihrem guten, edlen Herzen uns erfreuen.
_ , , Zu Cana in Galiläa wurde eine Hochzeit gehalten, und Maria war dazu ein- geiaoen. Offenbar war sie mit den Brautleuten verwandt und befreundet und wollte deshalb an yrem Ehrentage teilnehmen, ihnen Giück wünschen und MN ihnen sich freuen. Auch die Apostel waren erschienen und m ihrer Mitte der Heiland. Man ^'^^^te Eebete, sang Psalmen, spann den Faden rhaltung tat sich gütlich an Speise und Sa füllte der Diener dem Hochzeiter St ■ Ohr- Ueber das Gesicht der Brautleute Cln Schotten der Verlegenheit. Maria berm./ sni)<?atte 65 "ut ihrem Zartgefühl bald war ^ m ^ ."eme der Schuh drückte: der Wein eine unb fo stand den Brautleuten e tuchuge Beschämung bevor. Wozu brauchten
sie zu heiraten, wenn sie nicht einmal genug Wein hatten? Wozu brauchten sie Gäste einladen, wenn sie nicht darauf eingerichtet waren? Mit diesem Verdikt wären viele Menschen gleich zur Hand gewesen. Maria aber war weit entfernt von einer solchen Lieblosigkeit. Um jeden Preis wollte sie ihren armen Verwandten die drohende Beschämung ersparen. Sie sann auf Abhilfe. Bald hatte sie eine vorzügliche, eine unversiegliche Weinquelle entdeckt: die Hand ihres Sohnes. Denn sie wußte, daß diese Hand einen Zauberstab hielt, und dieser Zauberstab war die Allmacht.
Mit ebe:
msooiel Mut als Vertrauen trat sie vor
ihren Sohn und sprach: „Sie ya.en keinen Wein.L^rung der Kirche in damaliger schlimmer Zeit soll
Nur vier- Worte, aber wertvoller als vier Edll-
steine; nur vier Worte, aber inhaltsreich, klug und verständig. Sie sagte nicht: „Wir" haben keinen Wein; an sich selbst hat Maria gar nicht gedacht; entweder hat sie überhaupt keinen Wein getrunken oder wenigstens nicht viel darnach gefragt. Wie sagt sie vielmehr: „Sie" haben keinen Wein. Nur um die Brautleute und um die übrigen Gäste war es ihr zu tun. Auch setzt sie nicht bei: schaffe Wein herbei. Sie wußte schon, daß der Heiland in ihrem Herzen las, daß er ihre Bitte verstand, auch wenn sie nicht ausgesprochen war. Siehst du das grenzenlose Vertrauen dieser Jungfrau?
Und die Antwort des Heilandes? „Frau, was habe ich mit dir zu schaffen?" Das klingt nicht wie eine Ermutigung, das sieht aus wie eine Abweisung. Maria aber hat die Worte ihres Sohnes nicht so aufgefaßt. Sie wußte auch im Her-en ihres Sohnes zu lesen. Und da las sie eine Bestätigung, eine Gewährung ihrer Bitte. Sie war der Erhörung durchaus sicher. Deshalb wendet sie sich an die Aufwärier mit der Weisung: „Alles, was mein Sohn euch sagen wird, das tut." Sie ahnte, der Heiland würde den Dienern etwas auftragen, was ihnen gegen den Strich gehen würde, was ihnen wunderlich und sonderbar vorkommen würde. Um sie also darauf vorzubereiten und sie zum blinden Gehorsam zu stimmen, deshalb sprach sie jene Worte, wie wenn sie sagen wollte: mein Sohn wird euch einen Auftrag geben, der euch sinnlos und töricht erscheinen wird; allein besinnet euch nicht lange, sondern erfüllt ihn ungesäumt! Und sie hatte das richtige getroffen. Bald darauf sprach der Herr zu den Dienern: füllet die leeren Krüge mit Wasser! Wären die Diener nicht vorbereitet gewesen von Maria, so hätten sie wohl lange Gesichter gemacht und den Heiland ausgelacht. So aber leisteten sie keinen Widerstand, sondern eilten zum Brunnen und füllten die Krüge bis oben, bis zum Ueberlausen. Dann streckte der Heiland seine allmächtige Hand darüber, und ohne Trauben, ohne Kelter, ohne menschliches Zutun wurde das pure Wasser in echten, köstlichen Wein verwandelt.
Wein verdanken wir dies Wunder? Der Fürbitte Mariens. Und wem verdanken mir diese Fürbitte? Der Güte und Teilnahme ihres Mutter- herzens.^ Und meinst du. diese Güte hätte vielleicht
abgenommen? Eher würde die Sonne abnehmen, eher würde das Meer austrocknen, als die Liebe in. Mutterherzen Mariä.
Darum wollen wir auf dieses Herz bauen und vertrauen und all unsere Anliegen hineinlegen. Daz ist für Maria eine Ehre, das ist für uns ein Glück. Denn so ruft sie selber uns zu: „Selig, die au, meinen Wegen wandeln und an meiner Türe horchen." In diesem Sinne wollen wir den Maimsnai ansangen, fortsetzen und vollenden. Die hl. Ka.ha- rine v. Siena, deren Gedächtnis wir am 30. d. M. begehen, diese wahrhaft erleuchtete und große Jungfrau, ein auserwähltes Werkzeug Gottes zur Lau-
dabei unser Vorbild sein. Als Katharina noch ein Kind war in ihrer Eltern Haus, rutschte sie manchmal die große Treppe vor dem Elternhaus auf den Knieen hinauf, wobei sie auf jeder Stufe ein Ave Maria betete vor dem Bild, das über der Ture hing. Freunde! Jeder Tag des kommenden Maienmonats soll für uns eine solche Treppe sein. An jedem Tag, vom ersten bis zum letzten, wollen wir Maria eine Huldigung darbringen', sei es in der Kirche bei der gemeinsamen Maiandacht, sei es zu Hause allein oder in Gemeinschaft mit der Familie, mit den Angehörigen. Am Schmuck der Kerzen und Bluinen darfst du dabei nicht sparen und auch dem Seelsorger durch Beisteuer es ermöglichen, den Maialtar würdig zu erbauen. Der hl. Franziskus von Hisronymâ, trotzdem er mit Missionsarbeiten und Predigten überhäuft war. kümmerte sich noch mit großem Eifer um den Schmuck der Altäre. Einmal übergab er dem Särt» ner zwei ziemlich seltene Samensorten; der eine ging bald aus, der andere aber wollte nicht tommen. Betrübt kiagte es der Gartner dem Heiligen. Bald kam derselbe persönlich in den Garten, macht» übet das Blumenbeet das Kreuzzeichen und sprach: „Meine lieben Blumen. wachset aus Liebe; wir haben euch nötig."
„Alle Tage, Seele, sage
Lob der Mutter unsers Herrn;
Aühm ihr Leben, gottergeben, Zhre Feste feire gern."
Der B u r g p f a r r e r.
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Das Frühjahr 1898 brachte wieder eine kleine Erleichterung, sodaß er im Dom die hl. Messe lesen konnte; indes blieb er ein gebrochener Mann; nur seine große Willensenergie hielt ihn außer dem Bett und noch einigermaßen arbeitsfähig. Sehr nahe ging ihm der Abschied von seinem langjährigen Freund und Leidensgenossen aus der Kulturkampfszeit, Bischof Dr. Konip, ernannten Erzbischof von Freiburg, Anfang Mai 1898. „Gehen Sie hin, das waren seine letzten Worte an den Scheidenden. Si»