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Kassel, den 8. April 1923.

Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet vierteljährlich Ausgabe A 2)5 Mk., B 210 Mk. Redaktionsschluß Montag Anzeigen die elnsp. Kolonetzeile oder deren Raum 40 Mk. Reklam-Zelle 120 Mk. Bei Wiederholung Rabatt Offert- und Auskunft-Anzeigen 5) Mk. extra. Anzeigen müßen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda fein. Größere Anzeigen erbitten mir uns entsprechend früher.

Drutt und Verlag der Fuldan Actiendruckerei

Wochenkalender.

Sonntag, 8. April. Weiher Sonntag.

Montag, 9. April. Maria Verkündigung.

Dienstag, 10. April. Vom Tage.

Mittwoch, 11. April. Leo der Große, P. u. Kchl.

Donnerstag, 12. April. Vom Tage: Julius, P. Freitag, 13. April. Hermenegilo, M.

Samstaa, 14 April. Justinus, M Tiburtius, Valerianus u. Maximus, M.

Der erste Sonntag nach Gjtern.

. ~ _ (Svangel. Joh. 20, 1931.)

vom ungläubigen Thomas.

Beim Uönigsmahl

m schönsten Schmuck sehen wir heute die glücklichen Erstkommnvikanlc» zum Ti che des Herrn treten! nickn bloß mit neuen Kleidern, mit Sträussen und Kerzen, Kränzen Iund Schleiern, sondern noch mehr mit neuen Seelen. Mit Recht

legen wir großen Wert auf eine solche Ausstattung; handelt es sich ja bei der hl. Kommunion nicht um ein gewöhnliches Mahl, sondern um ein fürstliches, königliches, ja göttliches Mahl, um den Leib des Herrn in BioiZgestalt.

Turch den Mund des Predigers hat der heilige Geist selber uns ins Gewissen geredet, nicht leicht­fertig die hl. Geheimnisse zu empiangen, sondern unsern Schritt zur Kommunionbank sorgfältig zu bedenken:

Wenn du mit dem Könige speisest, so gib sorgfältig Acht, was dir vorgesetzt wird: stecke ein Messer in deinen Hals, wenn du anders deine Seele in der Gewalt hast; wisse, daß du das gleiche bereiten mutzt". (Pred. 23, 1)

Viele Kirchenväter beziehen diesen Text auf die Kommunion. Und in der Tat: bei diesem Gastmahl speisen wir mit einem Könio. Christus, der Herr der Herren, der König der Könige, ist ech der uns einladet; welch eine Ehre; ja noch mehr: Christus ist es, b#t uns nicht bloß ein labet, sondern auch nötigt und veipflichiel: welch eine Liebe! Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht eisen und sein Blut nicht trinken werdet, io werdet ihr das Leben nickt in euch haben; mein Fleisch ist wahrhaftig eine Speise, mein Blut wahrhaftig ein Trank. Wer mein Fleisch ißt und mein Blui trinkt, der hat das ewige Leben."

Nicht wahr, wenn du bei einem vornehmen Mann, bei einem Staatsoberhaupt oder einem Fürsten eingela?en wärest, so wärest du neugierig, was für feine Sachen es gibt; ohne weiteres würdest du otinehmen, daß nichts gewöhnliches aufgeiragen wird, s ondern auserlesene Gerichte und Setf ei bissen.

bitt st du sicher darau denken und dich befragen

ober in einem Anstandsbuch lesen, wie du deinem vornehmen Gastherrn gegenüber dich benehmen sollst, um nichts un chickliches zu sagen oder zu tuu; es würde ja die Scham dich umbringen, wenn du den Anstand verletzen würdest.

Zum Hsilandsmahl aber sollten wir so ganz ge­dankenlos hingehen? Das wäre eine große Unehre für ihn und für dich eine große Verantwortung. Deshalb fährt der Prediger fort:Gib fleißig Acht, was dir vorgesetzt wird". Sage, ist diese Mahnung nicht bitter notig gerade bei diesem Gastmahl, das ein Meer der Geheimnisse ist? Nicht die Augen darfst du da befragen über die Beschaffenheit di-.ser

Speise, sondern den Bersten.., ^kerku^JSj^lm -.MiHK^foUen wir bereiten? Der

Glauben. Wurdest du die Augen fragen und nur Heiland gibt uns Leib und Seele, Golkh.'it unv

die Augen, so würdest du der Meinung sein, daß es sich um Brot handelt, ein unscheinbares, geringes Brot, das taum hinreicht, um auch nur den beschei­densten Hunger zu stillen. Würdest du den Ge­schmack entscheiden lassen und nur den Geschmack, so würdest du im Augenblick der Kommunion davon überzeugt sein, daß dir Brot auf die Zunge gelegt wurde. Und doch, dieses Auss hm, dieser Geschmack sind nur Nebensache, nur Aeußerstchkettsa. nur Hülle und Schale, sind nur die Gestatten. Die

Hauptsache aber ist die Füllung, der Inhalt, den die Sinne nicht mahrnehmen können. In dieser Brvls- geftalt ist Christus enthalten mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut, mit Gottheit und Menschheit. Da heißt es, das Urteil der Sinne zurückdämmen und ganz allein den Glauben zu Rate ziehen:

Wohl siehst du Brcl:

Doch dieses Brot Ist nimmer Brot: Was darin ist, Herr Jesu Christ, Du selber bist".

Stecke ein Messer in deinen Prediger weiter. Was für ein aus Stahl oder Eisen, sondern

Hals", fährt der

Messer? Keines

. , . das Messer der Unterscheidung. Denn so sagt der Apostel:Der Mensch prüfe sich selber und so esse er von diesem

Brote und trinke aus diesem Kelchs; denn wer un­würdig dieses Brot ißt oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig am Leibe und Blute des Herrn: der ißt und trinkt sich das Gericht, weil er den Leid des Herrn nicht unterscheidet". Siehst du, wie notwendig das Messer ist? Wie notwendig die Unterscheidung ist? Nicht wie gewöhnliches Brot darfst du die hl. Eucharistie betrachten und behan­deln. Zwischen dem gewöhnlichen und dem eucha­ristischen Brot mußt du einen berghohen Unterschied machen. Das gewöhnliche Brot ist Leibesnahrung. Die kannst du genießen, auch wenn du in Sünden bist und wenn du schon andere Speisen zu dir ge­nommen hast. Das eucharistische Brot aber darfst du nur genießen, wenn du im Stande der Gnade und vollständig nüchtern bist. Gerade das will die Nüchternheit dir zurufen: dieses Brot der hl. Kom­munion ist kein gewöhnliches, sondern ein heiliges, ein geweihtes, ein übernatürliches, ein wunderbares.

ein göttliches, ein Sselenbrot. Würdest du mit un« heuiger Seele, mit schwerer Sünde auf dem Ge­wissen, zur Kommunion gehen, so wird sie dir Gift,

Tod

und Verderben.

Fromme kommen. Böse kommen;

Alle haben ihn genommen: Die zum Leben, die zum Tod.

Bösen wird er Straf' und Hölle, Frommen ihres Heiles Quelle.

So verschieden wirkt dies Brot.

Der Prediger schließt mit der Mahnung, die nicht in allen Handschriften steht, aber einen tiefen Sinn hat.Wisse^ daß du das Gleiche bereiten

Menschheit, gibt uns sich ganz- auch wir sollen nach der hl. Kommunion und durch die Kraft der hl. Kom­munion uns ganz ihm Hmgebrn, Leib und Seele, Gut und Blut, Leben und Tod ihm weihen. Ehe­

Ehe-

mals zogen die Bekenner Christi aus der hl. Kom­munion die Kraft des Martyriums. Drum

legten

die ersten Christen einen so großen Wert auf dir Kommunion bei Verfolgungen, drum brachte man die Himmelsspeise in die Kerker und Gefängnisse. Christus im Herzen schritten sie zur Folterbank so heiter und fröhlich wie zu einem Fest. Der heilige Laurentius schien auf dem feurigen Rost nichts zu spüren,weil er so gut gegessen und getrunken hatte". Der hl. Cyprian sagt, daß wir durch die hl. Kommunion es dahin bringen sollen, freudig unser Leben für Jesus zu lassen. Wvhlan denn, kommt zum großen Abendmahl", kommt mit Ueberlegung, mit lebendigem Glauben, mit glühender Liebe, mit lemem Herzen. So wird die hl. Kommunion eine Kraftquelle werden. Uni) wenn auch das blutige Martyrium uns versagt bleibt, so winkt uns dafür das unblutige: Keuschheit inmitten einer liederlichen Umgebung, Sanftmut inmitten von tausend Wider­wärtigkeiten, Geduld in langwierigen Krankheiten.

; Der Vurgpfarrer,

Zum Weitzensonntag.

(Aon einer kranken Ordensfrau.)

Vergiß es nicht, den heute du empfangen, Dein Heiland ist's, der bei dir eingekehct.

Gestillt hat er dein sehnliches Verlangen, Vergiß es nicht, wie hoch ec dich geehrt.

Du stehst mit ihm in heügem Bunde:

Ihm treu zu sein ist deine Heilge Vsticht.

Gelobt hast du's in hehrer Feierstunde,

Vergiß es nicht, vergiß es ewig nicht!

Ihr lieben Erftkommunikant-ml Ihr glücklichen Gotteskinder!

Wer sollte sich heute nicht mit euch freuen, am schön­sten Tage eures Ledens. Jubeln wollen mir mit euch, und euch von ganzem Herzen Glück wünschen. Jetzt wißt ihr was es heißt, glücklich sein. Jesus un Herzen, das ist der Himmel auf Erden. Seht ihr, jetzt könnt ihr euch ganz innig dem Heiland anvertrauen, ihr dürft ihm alles sagen, alle eure kindlichen Bitten vortragen. 0 habt euren Heiland recht lieb» so von ganzem Herzen lieb.