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Kassel, den 25 März (925.
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Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels
Erscheint jeden Sonntag uiib kostet vierteljährlich Ausgabe A 215 Mk., B 210 Mk. Redaktionsschluß Montag Anzeigen die einsp. Kolonelzeile oder deren Raum 40 Mk. Reklame-Zelle 120 Mk. Bei Wiederholung Rabatt Offert- und Auskunft-Anzeigen 5g Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.
Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei
wochenkaiender.
Sonntag, 25. März. Palm-Sonntag.
Montag, 26. Mürz. Vom Tage (LudgeruS, Bischof).
Dienstag, 27. März. Vom Tage.
Mittwoch, 28.März Vom Tage (Johannes Capistran, Bek.).
Donnerstag, 29. März. Gründonnerstag.
Freitag, 80. März. Karfreitag.
Samstaa, 31. März. Karsamstag. (Guido.)
Palmsonntag.
(Evangel. Matth. 21, 1—10.)
In jener Zeit, da Jesus sich der Stadt Jerusalem nahete, und nach Belhphage am Oetberpe kam, sandte er zwei Jünger ab, und sprach zu ihnen: gehet in den Flecken, der euch gegenüberliegt, und rhr werdet alsbald eine Eselin angebunden finden, und ein Füllen bei ihr: machet sie los, und führet sie zu nur. Und wenn euch Jemand etwas sagt so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; und sogleich wird er sie euch überlassen Dies Alles aber ist geschehen, damit erfüllet wurde, was oesaat ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Sion: Siehe, dein König kommt sanftmütig zu dir, und sitzet auf einer Eselin, aut einem Fullen, dem Jungen eines Lasttieres. Die Jünger gingen nun hin, und taten, wie ihnen Jesus besohlen hatte. Und sie brachten die Eselin mit dem Füllen, legten ihre Kleider auf dieselben, und setzten ihn darauf. Sehr viel Volk aber breitete seine Kleider auf den Weg: und Andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Und die Scharen, die vor- ausgin en und nachfolgten, schrieen und sprachen: Hosianna dem Sohne Davids; hochgelobt der da kommt im Namen des Herrn!
Weinlese.
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einlese beim Frühlingsanfang? — Ja; aber nicht im Rebberg, sondern auf dem Kalvarienberg; MM und keine Weinlese am Weinstock, sondern an Christus, der gejagt IW. (SÄ IS,!)'* -M bi» “" ">-«'- W-M' Diese Weinlese ist die Kreuzigung, die als er- greifendes Trauerspiel gerade in der Karwoche über die Bühne des Kirchenjahres geht. Der Heiland selbst hat seine Qualen und Ppinen einer Wein- 1 ^Älchen: „O ihr alle, die ihr vorübergeht, habet Acht und schauet, ob ein Schmerz gleich ist Sw "»' “ â °" $-»
S chicht denn in der richtigen Weinlese? losiltchen Stauben werden mit scharfem Messer abgeschnnien vom Swck, eine um die andere, bis der Weiusiock geplündert und leer dasteht. Man P sogar nach der Weinlese nochmals durch den Weinberg und schaut und prüft und dreht und Ruten und Blätter, ob vielleicht eine dieie Traube übersehen wurde; auch und als Nachzügler dem D rbste einverlelbt. Bald kommen dann die Herbst
nebel und Novemberstürme, die auch die Blätter vom Stocke reißen, bis der ganze Weinberg nackt und kahl dasteht. —
Mein Christ: daS ist ein Bild der Kreuzigung. Der Weinstock ist unser Herr Jesus Christus. ' Das zweiichneidige Messer ist der Wille Gottes und die Bosheit der Menschen. Die Trauben aber fino bie Güter seiner heiligsten Menschheit, die man eines nach dem andern ihm grausam entrissen und geraubt hat. Jener Mann auf dem Weg von Jerusalem nach Jericho, wurde nicht so schrecklich ausgeplünderi wie unser Heiland von den Peinigern. Alles Hai man ihm genommen, nichts gelassen.
Genommen hat man ihm die Schönheit. Der Psalmist nennt den Messias „den schönsten der Menschenkinder". Wo ist aber am Kreuze seine Schönheit? „Keine Gestalt und Schönheit hat er mehr". Jesus ist „der Nazaräer, ehemals herrlicher als Schnee, weißer als Milch, röttr als Altelfcnbein, schöner als Saphir, jetzt aber schwärzer als eine Kohle, so daß man ihn nicht mehr kennt; eine Haut hängt an den Knochen und ist geworden wie Holz" (Kl.4,7).
Genommen hat man ihm die Ehre. AIs Schwerverbrecher, Volksverderber, Gotteslästerer hat man ibn gebrandmarkt. Inmitten zweier Missetäter hängt er am Kreuz, als wäre er der König und der Ausbund aller Verbrecher — er, die Unschuld und Heiligkeit, gegen den selbst die Sonne finsterer ist als rabenschwarze Nacht. Seine Schmerzen und Peinen werden noch versalzen durch beißenden Spott: „Andern bat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen; ist er der König von Israel, io steige er herab vom Kreuze, und wir wollen an ihn glauben!"
Genommen hat man ihm Gesundheit und Wohlsein. Wie freut sich der Mensch, wenn er gesunden Leibes ist, wenn er die Hände regen kann zur Arbeit, wenn das Blut leicht und kräftig ihm durch bie Adern rollt. Betrachte aber den G.kreuzgien. Hände und Füße grausam mit Nägeln durchbohr», den Rücken von Geißelstreichen zelfleijch», die Schul' lern wund vom Kreuztragen, die Augen von Blut und Tränen untei laufen, die Wangen aufgeichwollen von Backenstielchen, besudelt vom Auswurf der Sünder, jahl und leichenblaß, die Lippen ausgetrocknet wie Leder, glühend von Fieberdurst wie Kohlen, das edle Haupt mit furchtbaren Dornen gekrönt, io hängt der Gotimensch drei Stunden zwischen Himmel und Erde am Kreuz. „Von der Fußsohle bis zum Scheitel ist kein gesunder Fleck an ihm; alles ist Wunde und Eiter und Beule und Blu," (Js.16).
Genommen hat man ihm die Kleider. Gewalt
am hat man sie ihm ausgezogen und unter seinen ^ugcn um -hren Besitz gewürfelt und gelost. Der Petland selbst beklagt sich darüber beim Propheten: „Sie teilten unter sich meine Kleider und über mein Gewand warfen sie das Los". (Ps.2l,19> (Line Erinnerung daran sei dir die Entblößung der Altäre
Eriiiuerung daran sei dir die Entblößung der Altäre der undankbare Mensch hat nicht einmal in der hl. "ach dem Gottesdienst am Gründonnerstag undsKarwoche ein Stündlein für mich übrig!" Am Karfreitag 'Gründonnerstag und Karfreitag wird das bL sakra«..
Siehst du, wie man diesen Weinstock abgeräumti und geherbstet hat? Rein nichts ist ihm geblieben als die Liebe, die gerade damals zum höchsten Grade aufstieg. Denn „der Puls der Liebe ist der Schmerz", sagt ein geistreicher Mann. Je größer die Qua'en, die er ausgestanden, desto größer die Liebe, die ihn bewogen hat, sie zu üvernehmen. Keine Macht der Welt wäre imstande gewesen, dem Heiland gegen seinen Willen auch nur ein Haar zu klömmen. Sein freier Wille hat all diese Lei« öen, all diese Qualen, all diese Beraubungen an« genommen, und dieser Wille war diktiert von der Liebe. ..Er hat mich geliebt und sich selbst für mich zum Opfer hingegeben".
Soll umer Herz nicht von Gegenliebe entbrennen? Soll die Karwoche uns kalt lassen wie einen ungeheizten Ofen? „Laßt uns Golt lieben; denn er hat uns zuerst geliebt", ruit der hl. Paulus, die Kirche, die Karwoche. Bringen wir Jesus zulieb ein Opfer. Er ist ausgcplündert worden wie ein Weinstock im Herbst. Und wenn auch dieser oder lener aus uns in diesen bösen Zeitläufen Schaden nehmen muß am Vermögen, Schaden an Ehre und gutem Namen, Schaden an der Gesundheit und Behaglichkeit,— versüßen wir dieses Opfer durch das Kreuzholz. Und wenn der himmlische Gärtner das Messer ansetzt, um zu schneiden, zu nehmen, zu prüfen, so lagt uns mit dem hl. Augumnus beten: „Hier brenne, o Goit, und hier auf Erden ichneide: ober schone meiner in der Ewigkeit". Bringen wir auch freiwillige Opfer, indem wir uns wsreißen von Geld und Gut und dort helfen, wo Hilfe nölig in, vor allem bei den Brüdern im be- vesetzlen Gebiet; denn wenn ein Glied leidet, so leidet der ganze Körper und kommt dem leidenden Glied zu Hilse.
Mein Jejus, dir zulieb, das sei der Wahlspruch der Karwoche und der Zukunft. Wie keine Macht der Welt imstande war, den Heiland vom Kreuze loszureißen, |o soll auch keine Versuchung, keine Welt, sein Teufel imstande lein, uns loszureißen von der Liebe Christi. „Ich bin gewiß, daß nichts mich trennen kann von der Liebe Gottes, die ist in Christus Je,us, unserm Herrn".
Ter Burgpfarrer.
Dèe Karwoche.
Keine Woche im ganzen Kirchenjahr vermag unser Herz so in Bande zu schlagen als gerade L.e hl. Karwoche freilich nur d ann, wenn man sie im rechten Geist verbringt. Wie du das machen kannst, will ich dir jetzt kurz zeigen.
Zuerst mache mit! Nimm teil daran! Es ist traurig, wenn in dieser heiligen oder großen Woche, wie die Kirche sie nennt, die Gotteshäuser ost so esr sind. Den Jüngern machte der Heiland einst den Vorwurf: „So konntet ihr nicht eine Stunde mit mir wachen." (Mark. 14, 37). Könnte Jesus richt auch klagen: „Ich bin für ihn gestorben und