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Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und tostet vierteljährlich Ausgabe A 235 Mk., B210 Mk. Redaktionsschluß Montag, Anzeigen die einsp. Kotonelzekle oder deren Raum 40 Mk. Reklame-Zeile 120 Mk. Bei Wiederholung Rabatt. Offert» und Auskunft-Anzeigen 50 Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

^^ Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei 1

WoHenKalender.

Sonntag, 11. März. Vierter Fasten-Sonntag.

Montag, 12. März. Gregor d. Sr., P. u. Kchl.

Dienstag, 13. März. Vom Tage. Euphrasia, Jgfr.

Mittwoch, 14. März, Vom Tage. Mathilde, Kaiserin.

Donnerstag, 15. März. Clemens Maria Hofbaur, Bek.

Freitag, 16. März. Vom Tage. Heribert.

Samstag, 17. März. Patrizius, Bisch. u. Bek.

Ewiger Gebet: 11. März MerneS; 12. März Obern­dorf; 13. März Schmalnau; 14. März Thalau; 15 März Weyhers; 16. März Buttlar; 17. März Poppenhausen.

vierter gaften-Zonntag.

(Ev. Joh. 6, 115.)

Zesns speist 5000 Mann.

mit diesem Kelch? Die Menge der Heimsuchungen, Prüfungen, Leiden, die auf ihn ernzustürmen drohten. Gewiß bäumte sich seine Na:ur dagegen auf. Aber im Glauben erkennt er das große Gm der Leiden, durch die er Gott Sühne leisten würde für seine Sünden, durch die er Anteil haben würde an den Leiden des künftigen Messias, durch die er ein Vorbild werden sollte für geprüfte Seelen. Darum stellt er sich das Leiden 'unter dem ver­lockenden Bride eines Kelches vor, der gefüllt ist mit einem heilkräftigen Wein oder gewürzigen Medizin. Diesen Kelch will er ansetzen und bis zur Neige trinken. Dabei ist er sich bewußt, daß seine eigene Kraft ihn im Suche lassen würde, daß er in Ungedulo und Klagen fallen würde, wenn nicht Gott ihm beistünde. Deshalb ruft er die Hilfe Gottes an mit den Worten:Den Namen des Herrn will ich anrufen*.

Und der König der Märtyrer, der Mann der Schmerzen, Jesus Christus, wie hat er gedacht von seinem bittern Leiden? Bezeichnet er es nicht eben­falls mit dem köstlichen Bild des Kelches? Du kennst ja sein Gebet am Oelberg:Vater, laß doch bieten Kelch an mir vorübergehen; doch nicht mein Wille geschehe, sondern der deine". Und als Petrus gegen den anstürmenden Haufen das Schwert zückte und dem Malchus das rechte Ohr abgehauen hatte, wie sprach der Herr zu ihm?Petrus, stecke dein Schwert in die Scheide; oder soll ich den Kelch nicht trinken, den der Vater mir gegeben hat? O wie schön, wie sinnvoll, wie göttlich find diese Worte! Ja, so denkt der Heiland vom Leiden. So bittet es auch sein mag: es ist gleichsam ein Trank, den der himmliche Vater selber zubereitet hat, den der himmlich; Vater mit liebender Hand sei­nem Sohne darbietet, auS dem er für sich selbst unsterblichen Ruhm, für uns aber ewiges Heil trinken würde.

Wenn das Leiden ein Unglück wäre, hätte er dann nicht wenigstens seine Lieblinge davon dispen­siert? Hat er das getan? im Gegenteil: Lewen und Bedrängnisse hat er ihnen in Aussicht gestellt und zum Geschenk gemacht. Als einst Jakobus und Johannes vom Heiland die ersten Plätze sich er­baten in seinem Messiasreiche, da hat der Heiland mit einem Anflug von Mitleid zu ihnen gesagt: Ihr wißt nicht, um was ihr bittet". Und' dann überraschte er sie mit der Frage:Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?Wie wenn er sagen wollte: ihr denkt an Ehrenplätze und Kronen; aber eure Gedanken sind nicht meine Gedanken; ein anderes Geschenk habe ich meinen Lieblingen zugedacht: aus dem nämlichen Kelch sollt ihr trinken, den ich euch vortrinke, aus dem Kelch des Leidens und Martyriums; erst dann, wenn ihr diesen Kelch getrunken habt, dürft ihr auch mit mir den Kelch der Herrlichkeit uno Seligkeit trinken in meinem ewigen Reiche.

Der gottselige Dominikanermönch Heinrich Suso hatte einst ein Gesicht. In einer lieblichen Gegend gewahrte er zahlreiche Engel. Eiger derMrn sprach

Der Uelch des Heils.

t'^^fi n einem Bücherverzeichnis bekam ich kürzlich ein Werk zu Gesicht mit dem Titel:Nur nicht krank fein*. Da- mit hat der Verfasser den Nagel auf den Kops getroffen. Jeder be- trachtet eben die Krankheit als das größte Uebel, das man sich so lange als möglich vom Leibe halten muß. L eber bei gesundem Leibe Steine stopfen als bei krankem Leibe hinter dem Ofen sitzen; lieber bei gesunden Gliedern trockenes Brot essen, als bei vollen Schüsseln auf dem Schmer» zensbeite liegen. Und wenn jemand nicht weiß, woher Brot und Schuhe und Kleider nehmen für sich und die Kinder und Familie, und wenn jemand ein schützendes Obdach sucht für sich und die Seinen und nicht findet, und wenn jemand keine Arbeit und kein Verdienst hat in diesen teuren Zeiten, dann ist es auch ein Unglück, das man am liebsten dorthin wünscht, wo der Pfeffer wächst.

Tarans erwachsen so manche Klagen wider die göttliche Vorsehung, als ob unser Herrgott mit all den Leiden ein g oßes Pfuschwerk angerichtet halte. Da rate ich dir, in deinem Urteil zurückzuhalten und nicht vorschnell Gottes Einrichtungen zu bekritteln Da wir in dieser Fastenzeit das Leiden Christi feiern und darin auch unser eigenes eintauchen und überdies wohl jeber aus uns in diesen'en Reiten «ntge Leidenstropfen täglich einnehmen muß, so wollen wir eine kleine Betrachtung über das Leiden anstelle».

, Unsere Führer sollen dabei die heiligen Männer fein, die vom hl. Geist erleuchtet waren. Da soll Mich verraten sein, daß diese weit entfernt das Leiden ein Unglück zu schelten. Sie osirachten es im Gegenteil alseinen Kelch des petlce" Schlage den Psalm 115 auf. Da liefest oen frommen Vorsatz des königlichen Sängers: will den Kelch des Heils ergreifen und den -«amen des Herrn anrufen". Was meint er.aber

zu Suso:Tue deine Hand auf". Suso tat so. La sah er in der Hand eine schöne rote Rose ent» »bringen mit frischen, grünen Blättern. Sie war o schön, daß sie den Augen große Luft gewährte. Der Diener Gottes drehte die Hand nach allen Seiten und konnte sich an der Pracht der Rose nicht satt sehen. Endlich sprach er zu dem Engel: Ei, lieber Bruder, was bedeutet diese Rose?" Der Engel antwortete:Sie bedeutet Leiden und Leiden und abermals Leiden und zwar Leiden, das Gott dir geben will; aber das Leiden macht dich so schön, wie die Rose deine Hans". Da seufzte Suso und Iprach: Ach, lieber Herr! Daß Lewen dem Menschen gar so weh tun und ihn doch geistlich schön zieren, das ist fürwahr eine wunderbare Fügung Gottes."

Auch uns will Gott die Passionsrose, die Leidensrose in die Hand drücken; sie wird uns stechen wie Dornen, aber zieren wie Blumen. Lassen wir wieder die Frühlingssonne des Glaubens um unsern Leidenskelch spielen. So werden feint bitteren Tropfen lieblicher munden. Kein wahres Unglück kann dich je gegen deinen Willen treffen. Wenn du aber vom wahren Glauben beseelt bist und von der wahren Liebe zum Heiland erglüht, dann muß jedes Leiden zu einem Segen ansschlageu. Glaube, Gottverlrauen, Geduld sind die Edelsteine, die den Kelch deiner Leiden jchmücken sollen.

Ter Burgpfarrer.

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Orenta* WM Mr® W GeheinttliiNWrer sr. HeuizkLit örs YMtts, GrüWer ser zMfiriusMeir.

Der von Schick 1897 für die Faßbendersche Bor» tragssammlung geschriebene Artikel hat folgenden Wortlaut:

Giftpflanze und Heilkraut oder die Bedeutung der Raiffeisen-Vereine im Wirtschaftsleben der Gegenwart.

Es sproßt keine Giftpflanze,, G o ii läßt ein H e i 11 r a u t daneben w â s e n/ sagt das Sprichwort. Ob das im Pflanzenreich so ist, weiß ich nicht, sicher aber gibt es in der sittlichen Ordnung kaum ein Unheil, in dem wirtschaftlichen Leben kaum eine Notlage, ohne daß auch alsbald ein Mittel zur Abhilfe sich bietet.

Gegenwärtig vergiftet in bedenklicher Weise die Selbstsucht das Tun und Lossen der Menschen. In den! Maße als der christliche Glaube abninmit, chwindet auch die christliche Liebe. ^ber sucht einen eigenen Vorteil, unbekümmert um das Wohl eines Nächsten. Leider hat dieser unchristliche Geist unsere Gesetzgebung bereits eingesteckt und unter dem gleißnerischen Namen ..Freiheit" den Schwachen dem Stärkeren preisgegeben. Am un­heilvollsten zeigen sich die schlimmen Folgen bei der Landwirtschaft. Vordem war der Dauer geschützt gegen wuchensche.Ausvmmm« durch Grfstzr. welche