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vom Gegner Bezahlungen verlange, dürfe man ihn nicht bankerott machen. Frankreich wolle beides, das fei aber unmöglich. England müsse mit Amerika, das dazu moralisch verpflichtet sei, an einer vernünftigen Lösung der Schwierigkeiten Mitarbeiten. Auch Henderson, der Arbeiterführer, der erstatte, die Arbeiterpartei sei weder deutschfreundlich noch sranzosenfeindlich, hielt es im eigenen Interesse Frankreichs für notwendig, daß Schritte getan würden, um die Reparationen vom Felde der Gewalt und Sanktionen ins Veratungszimmer zu bringen. Sogar die Vertreter der Regierung fanden gegen« über Frankreich einige recht männliche und offene Töne. Dennoch sind Reden nichts als Seifenblasen, wenn sie nicht, wenigstens einigermaßen, mit den Taten der Betreffenden übereinstimmen. In dieser Beziehung aber ist das gegenwärtige Verhalten Englands nichts weniger als bewundernswert. Bonar Law hielt den Zeitpunkt für eine Vermittlung noch nicht für gekonunsu und will warten bis Ene „günstige Gelegenheit" kommt und selbstzufrieden und äußerlich beruhigt, schließt er das Fenster i ines Hauses zu, während gegenüber auf dem Ksn- iDnt (Festland) das von ruhestörender Hand ent-
ndete Feuer immer größere Ausdehnung an* nimmt. Bei einem solchen eigenartigen Verhalten !.> es gar nicht wunderlich, daß bei uns in Deutsch- ' ld und in anderen Ländern der Eindruck wächst, b ngland liege zur Zeit überhaupt nichts an einer Beilegung des Ruhrkonfliktes, es mache dabei ja in,'s erste recht gute Geschäfte — blüht denn nicht ' B der Kohlenhandel infolge großer französischer ■ b deutscher Bestellungen — und es sei der engli- ! en Schwerindustrie ganz recht, daß die deutsche .âilurrenz dabei zertrampelt werde und sich die
chsalls auf den Weltmärkten konkurrierende i/anzösiM; Schwerindustrie in dem aussichtslosen ■ Uiipse aufreibe. Jedenfalls werden wir gut daran tun, von England so wenig etwas zu hoffen wie von T iieEla. Man gebe sich ja keinen Illusionen hin. Es mag sein, baß Frankreichs gewalttätiges Bor- c hen nicht gebilligt wird, aber das ändert nichts T-cm, baß die Mehrheit der Engländer immer noch v dangt, daß Deutschland so hart wie möglich bs- h ut werde, ihr liegt nichts an einer Rrickkehr des b ufchen Wirtschaftslebens zu seiner alten Kraft, ’ sie ist leider auch davon überzeugt, daß wir l rch unsere Finanzpolitik die Wiedergutmachung c sichtlich vereitelt hätten.
Reiches erstrebt. Besonders die ungebührliche Hinauszögerung der Stouerentrichtung, zum Teil als Folge der Technik des Beranlagungs- »nb Gin« ziehungsgeschäftes, zum Teil aber auch als Folge bewußter Hinauszögerung der Eteuerleistung, hat das Reich um viele Milliarden geschädigt. Hier sucht die Vorlage eine Aenderung herbeizuführen, durch praktische Festsetzung der Steuertermine, sowie durch erhebliche Zuschläge für verzögerte Zahlung. Man hofft damit zu erreichen, daß der Spekulation, fchließ- lich mit einer wertloser gewordenen Mark seine Steuerverpflichtmrgen erfüllen zu können, ein für allemal ein Riegel vargeschoben wird.
Eine endgültige Lösung all der Steuerrätjel, vor die das Währungselend alle Beteiligten fortgesetzt stellt, wird freilich auch jetzt nicht gefunden werden. Sie wird erst dann möglich sein, wenn das wäh- ruuzspolitische Fundament selber mieber fest und zuverlässig geworden ist. Bis dahin aber muß versucht werden, die Schaden, die hervortrcten, immer wieder nach Kräften zu beseitigen.
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Die LisbUlfterung der Mark
v setzt eingeltstet werden und soll durch èinc"mnrrs t dâ »leihe fortgesetzt werden. Dieselbe, zumeist ans l. >Esen und vueßinâschkii bieten bestritten, mit 6 Pro- . Goldmark verzinslich, ist zur Hälfte bereits von den . .nen übernommen. Eigentümlich ist es freilich, daß rar Durchführung aller dieser Aktionen, wie Mark- 1 ,nng, Markstabilifierung, Auflegung einer inneren r ■. .beständigen Anleihe erst der Einbruch der Franzosen i nd Belgier ins Ruhrgebiet die Bahn frei machen i 'gste. Was datiert es doch lange, ehe man einsieht, daß ! ■ Interessen aller Schichten des deutschen Volkes in l a dang kommen müßen, daß man auf Augenblicks- - 'r-dile verzichten lernen muß, wenn man für das ganze - und feine Zukunft, für seinen dauernden Wohlstand < s Positives erreichen will. Als unter dem Kabinett 1 . Wirth versucht wurde, das zu verwirklichen, was i unter der Regierung Dr. Cuno anscheinend ziemlich 1 los in die T« umgefetzt wird, da gab es nur Hohn i , Spott, Verwünschungen und Proteste. Wir wollen i n nicht weiter reden, sondern nur darauf Hinweisen, '. es jetzt Wicht der gesamten deutschen Wirischafl ist, die Aktion der Rèichsregierung mit allem Nachdruck zu unterstützen und mit der Befestigung der Mark der beut« ichen Abwehr im Westen erst die notwendige solide Grundlage zu geben.
Del-affä.
der frühere französische Außenminister, ist 71 Jahre alt gestorben. Wie kaum ein zweiter verkörperte dieser Staatsmann den französischen Revanchegedanken und die Idee der Sammlung und Mobilisierung aller Kräfte zur Niederzwingung Deutschlands. Er war der zielbe- wrchte Einkreisungspolitiker auf französischer Seite. In seine Ministerzeit fällt die Annäherung Frankreichs an England, auf die Delcasss bewusst hinarbeitete, nachdem Rußlands wirtschaftliche und politische Krisen gezeigt hatten, daß die Hilfe des Zarenreiches allein für Frankreich nicht genügte. Der italienische Flottenbrsuch in Taulon im Jahre 1901 bahnte die Verständigung mit Italien an, dessen Freundschaft noch besonders durch den im Dezember des gleichen Jahres geschlossenen Vertrag über Tripolis gefestigt wurde. Daneben war Delcsfsë eifrig bemüht, die Freundschaft mit Rußland zu pflegen, was sich in verschiedenen Petersburger Reisen und Gegenbesuchen des Zaren äußerte. Wenn es ihm nadigegangen wäre, hätte Frankreich schon 1905 gelegentlich der Marokkokrisis und der Reife Ka^er Wilhelms nach Tanger gras» Deutschland losgeschlagen. Die Mehrheit des Mi- uisterirnns und das Volk war aber damals gegen einen Krieg und Dekcaffs mußte zrirücktreten und auf der Konferenz von Algeciras wurden die Gegensätze notdürftig verkleistert. 1910 ging Delcassö als Botschafter nach Petersburg, wo er bis Februar 1914 blieb und im Sinn finer deutschfeindlichen Pläne wirkte. Bei Ausbruch des Kriegs übernahm er wieder das Außenministerium, trat aber 1915 zurück, weil er seine Pläne einer affineren militärischen Tätigkeit d. r Alliierten im Balkan nicht durchsetzen konnte, was den damaligen Zusammenbruch Serbiens herbeiführte. Delcassë gehört zu jenen Männern, die ihren großen Anteil an der 6dmlb am Weltkrieg haben. In einer Zeit, in der das deutsche und französische Volk auf dem Wege der Annäherung war, zwischen 1900 und 1904, hat er heimlich die Fäden gegen Deutschland gesponnen, die zu feiner Einkreisung und Vernichtung führten. Frankreich wird den Toten ehren, Deutschland aber auch diesen großen Hasser nicht vergessen.
Helfer in den vielen und schweren Sorgen uno Nöten der Gegenwart, von denen gar manche Leser des „Boten" gar keine Ahnung haben. Vor allem sind es die kirchlichen Anstalten, die unseren Bischöfen große Sorge machen. Das gilt gleicherweise von den caritatioen und von den Erziehungsanstalten für den Klerus, Lateinschulen, Konvikt und Priester- seminar. Wie viele Berufe kommen nicht ?um Ziel, weil arme oder minderbemittelte Familien, aus denen seither der größte Teil unseres Pricsterstandes Heroorging, das Geld einfach nicht aufbringen können, und die Beihilfen in Form von Stipendien wie früher an Geldwert nichts mehr bedeuten. Der Jahresertrag der alten Stiftungen des Priesterseminars war in früheren Zeiten groß genug, um den wirtjchaftl. Jahresrechmmgen das Gleichgewichi zu halten und außerdem vielen würdigen und bedürftigen Zöglingen euren teilweifen und sogar einen ganzen Freiplatz zu gewähren. Heute wird er kaum einige Wochen ausreichen für den wirtschaft!. Unterhalt des Seminars. Wenn das Leben des Volkes von Taufstein bis zum Grabstein unter dem Segen des Priestertums steht, dann muß auch die Sorge für die Konvikte und Seminarien, die Pflanzstätten der timftigen Priester, die Sorge des Volkes sein. Darum fei die herzliche Bitte ausgesprochen an alle Leser des „Vonifatiusdvten": Helft den kirchlichen Anstalten, spendet zum Josephspfennig, für Konvikt und Priesterseminar, unterstützt wo ihr könnt Theologen und Priesteramtskandidats».
Eine hochinteressante wtssenschafttrche Arbeit aus der
Geschichte der Abtei Fr Druckpresse verlassen. ÄN
kUlda hat dieser Laze die iS 12. Heft der „Quellen und
/«T Dis^efè F«!da. ^
Neber HLeuerfraZen
rvT man immer »erschiedener Ansicht fein, sein Men ich zahlt Steuern gern, jeder meint, der anbete kör ie mehr zahlen, eine einheitl. Auffassung wird sich < e erzielen lassen, besonders nicht in unseren jetzigen last täglich sich ändernden, unsicheren Verhèilt- .liifß .1, von denen natürlich auch unsere Eteuergqetze ■in . itleidenschaft gezogen werden. Es haben sich da i«- r:ei Unzutraglichieilen hsrausgebildet, besonders Ki glich der Tarife, der Bewertungsvorschriften im
' ^mmensteurrgefttz und der Steuerzahlung. Dr i Beseitigung dient eine Gesetzesvorlage, die zu. cheit das Parl»m«t beschäftigt und steuerlich« Werechtigkeit gegenüber dem Steuerzahler, vernünftige Rücksichtnahme auf die notwendige Erhaltung unserer wirtschaftlichen Kraftquellen, aber ebenso ».auch die volle Wabrutra des Finanzinterssies des
Herr Studienrat Karl Scheller premooierfe an der Universität zu Freiburg zum Doktor der Theologie mit dem Prädikat magnacum laude. Das Thema der schriftlichen Arbeit lautete: Die Verjährung nach dem geltenden kanonischen Recht.
Der Referendar Dr. Suftan Burchard, Sohn des Herrn Lehrers Burchard, bestand vor der Justiz- ptßfungsfominiffion in Berlin die große juristische Staatsprüfung und wurde zum Gerichtsassessor er* «mmt. An der Universität in Gießen promovierte mit der Note „cum taube" Herr Hans Antoni, Sohn des Herrn Oberbürgermeisters, zum Dr. rer. pol.
Der Diplom-Ingenieur Clemens Schöpf von hier hat sich an der techniicheu Hochschule München auf Grund einer Chemie-Arbeit der Prüfung als Doktor-Ingenieur unterzogen und diese „mit Auszeichnung" bestanden.
Erfreulicherweise können wir allwöchentlich neben dem Ioscphspfenuig, besten Unterstützung wir int laufenden Monat März unseren Lesern ganz bè- 6libers ans Herz legen möchten, auch ehte ganze ritze »iilLrr Esben für andere gute Zwecke im „BvAifatiusborrn" daând quittieren. So ist es recht. Der „Bonifatinsbote" muß immer mehr nicht nur zu einem Apostel werden, der allsonntäglich die Diözese durchwandert, tondem auch zu einem Rot-
Abhandlungen zur Geschichte Ser Abtei und der Diözese Fulda" erscheint „«ardisai Serrchard SMro, Markgraf »eil Vadè«-Surlatz, Kürstsbt von gnlbt 1671 bis 1677 Nach meist unaeöruaten Quelle» von NsMOn HüsfäHt, Pfarrer zu Ytlerbreg bei Mtza" Die VârKNion, auf Sie wir nach zurückkommen werde«, bietet nicht nur das Lebensbild einer charaktervollen Persönirchkeit des 17. Jahrhunderts, auch eine reiche Mile kulturhistorischer ErnzelheNcu aus dem damaligen Fulda stab von dem fleißigen und gelehrten Autor zusammen-zeKracht worden und sichern der Arbeit das JntersFe weiterer Kreise der Freunde Fuldaer Geschichte.
PilgerzrA (Kc. Fulda). Am Ssnntag den 11. Febr. starb hier im Alter von 72 Jahren der allgemein im Bulbaer Land bekannte Kirchemrhrmacher MagnuS elferich. Eine gro^e Menge Ktz chen chren legen Zeugnis ab von seiner Kusfl. Der Verstorbene war langjähriger Vertrauensmann des Wsiksvereins für das k«th. Deurschland, auch ein eifriges Mitglied und langjähriger Schrlfsiâhrer des Arbeitervereins. Trotz seiner ArbeitAfEdigkeit ist Helfrich arm gestorben, weil er von der modernen „Kunsts, überall viel Geld herauszufchlasrn, nichts wissen wollte. Möge ihm Gott feine Mühe und Arbeit um ko reichlicher lohnen.
Gackenhof (Kreis Gersfeld). Ein Sohn unserer Gemeinde, Hieronnmus Goldba ch, feierte am vorigen Sonntag m der Marienkirche in Essen sein erstes hl. Meßopfer. Er wird in der Diözese Köln seine erste Anstellung finden. Aus seinem Jahrgang 1895 sind fünf im Weltkriege den Heldentod fürs Vaterland gestorben.
Hünsefd. Rechlsanwatt und Notar Cramer hier ist in die Reichsfinanzverwaltung übernommen worden. Seine Praxis ist an Rechtsanwalt und Notar Wankel überqeaangen.
-' Aktenmilklau (Freigericht). Am vorigen Sonntag feierten die Eheleute Andreas Höfler und Maria Anna geb. Kempf his rfâst in körperlicher und geistiger Frisih« dasFestihrergsldenen Hochzeit. Seit etwa 30 Jahren war in unserer Gemeinde ein so seltenes Fest nicht mehr gefeiert worden. Um so größer war auch die freudige An- teilnshms, die dem sehr geachteten Jubelpaare fei- tens der ganzen Genremde entgegengebracht wurde. Am Morgen beim FsstssttesÄisust ging das Jubelpaar, getleidet in der alten FrÄgerichter Hochzefts- traM mit feinen FamMensugehsrigen zur hl. Kommunion, und mit dem f irdischen Segen, Te Deum und feierlichem Glockengeläute schloß die ergreifende Feier. Zmu festlichen Tage wurde das Jubelpaar such hocherfreut durch ein GMckwimf^chrelben des Hochw. Herrn Bischofs, das unser Herr Pfarrer Ewald mit einer herzlichen Ansprache, in der er auch die Glückwünsche der ganzen Pfarrgemeinde darbrachte, überreichte.
Weimar. Die „HniiaS" (Verein kaHoüscher junger Le vte > hatte sich am Die-lsiaz, he« SS. Februar, in Ge- -.urinschaft mit den Kokpmssp^en »» einer Kundgebung vo^âhkig kingefunden. Die Kundgebung wurde mir dem Willkomniengrutz deS Vorsitzenden Linsen eröffnet- Der geistliche Beirat der Unitas und Präses der Kol- pintzsMne, Herr Kaplan Kind, forderte in begeisterten