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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet vierteljährlich Ausgabe A 295 Mk., B 210 Mk. Redaktionsschluß Montag, Anzeigen die einsp. Kolonelzeile oder deren Raum 40 Mk. Reklame-Zeile 120 Mk. Bei Wiederholung Rabatt. Offert» und Auskunft-Anzeigen 50 Mk. extra. Anzeigen muffen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

' Druck und Verlag der Fuldaer Acliendruckerel........

Wochenkânder.

Sonntag, 4. März. Dritter Fasten-Sonntag. Kasimir, Bek. Männerapostola t. Kollekte f.Sannerz u. Maberzell.

Montag, 6. März. Vom Tage.

Dienstag, 6. März. Perpetuau. FelizitaS, M. Fridolin, A.

Mittwoch, 7. März. Thomas P. Aquin, Kchl.

Donnerstag, 8. März. Johann V. Gott, Ordensstifter.

Freitag,9. März. Franziska v. Rom,Witweu. Ordensstift. Samstag, 10. März. 40 Märtyrer von Sebaste.

Ewiges Gebet: 4. Febr. Züntersbach, 5. Febr. Wirtheim, 6. Febr. Alsberg, 7. Febr. Kassel Kr. Gelnh., 9. Febr. Orb.

Dritter §asten-§onntag.

(Ev. Luk. 11, 1428.)

3ef ns treibt Teufel aus.

Schattenbilder.

attenbilder" des Lebens nenne ich die tausendlei Krankheiten und Un- glückssälle und den unvermeidlichen, grausigen Tod. Das heutige Evan­gelium wirft ein solches Schalten- bild in kräftigen Umrissen an die Wand: der Stumme, der nicht von

Natur oder infolge von Krankheit um seine Sprache ^kommen war, sondern durch die Einwirkung des

Es gibt n au schwache Seelen, die in solchen Finsternissen sich nicht zurecht finden und im Glau­ben straucheln. Wo bleibt da die göttliche Vor­sehung?, rufen sie aus; wozu denn so viele Plagen auf der Well? Was für einen Nutzen hat denn davon der liebe Gott?

Leihen wir einige Strahlen von der göttlichen Offenbarung und beleuchten wir diese Schattenbilder, und wir werden erkennen, daß sie einen Platz aus- sullen im Rahmen der göttlichen Vorsehung und ihr Scherflern beitragen zum Triumphe der göttlichen Allmacht.

Machen wir den Anfang bei dem Stummen des Evangeliums. Ohne Zwe'fel hat der a-me Mensch unter seinem Zustand viel aelitlen. Er mag sich borgekommen sein wie ein lebendig Begrabener, der sich nicht rühren und nicht regen kann, obwohl er noch Lebensgeister in sich verspürt. So halte der Stumme eine Welt von Gedanken und Wünschen m sich, die er aber niemanden offenbaren konnte. So sehr er auch den Mund öffnete, er konnte kein Wort hervorbringen; höchstens durch Zeichen konnte er sich notdürftig verständlich machen. Hat aber dieser Zustand irgend eine Lichtseite? Ohne Zweitel: die Macht und Größe des Heilandes ist daneben aufgestrahlt gleich einer Sonne. Mit starker Hand W er dem Teufel die Waffen entrissen, ist eingedrun.

gen in sein Haus und hat ihn mit göttlicher Faust hinausgeworfen. Da war jeder Widerstand um­sonst. Der Finger Gottes war offenbar, und das Reich Gottes war gekommen. Ein Paar neidische Kröten ausgenommen, haben alle den Heiland an­gestaunt und ihm zugejubelt. Eine gewöhnliche Frau aus dem Volk geriet in förmliche Verzückung und im Drang der Begeisterung hat sie der Mutter des großen Wundertäters den Kranz der Verehrung aufs Haupt gesetzt, indem sie inmitten der Menge mit lauter Stimme ausrief:Selig ist der Leib, der dich getragen, selig die Brust, die dich genähret hat".

Bei Johannes wird erzählt vom Blindgeborenen. Jesus traf ihn in der Nähe des Tempels in Jeru­salem. Kaum hatten dte Apostel den unglücklichen Blinden ins Auge gefaßt, da platzten sie he aus mit der lieblosen Frage:Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eitern, daß er blind geboren wurde?" Wie wenn sie sagen wollten: daß dieses Elend aus einer Sünde gewachsen ist, das ist ausgemacht; Zweifel besteht nur darüber, ob der Blinde selbst diese Sünde begangen hat oder seine Eltern. Darauf gab der Heiland die tiefsinnige Antwort:Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern"; wie wenn er sagen wollte: ihr seid ganz im Irrtum mit eurem Urteil; keiner von beiden hat gesündigt; die persön­liche Sünde hat in diesem Fall keinen Einfluß ge­habt. Welches ist nun die wahre Ursache der Blindheit dieses Blindgeborenen? Höret die Erklä­rung des Heilandes: die Werke Gottes sollen daran offenbar werden. (Joh. 9, 3) Wie sind aber Gottes Werk durch den Blinden offenbar geworfen? Durch die Heilung, die Christus durch seine Allmacht be­wirkte. Mit seinem eigenen Speichel machte Jesus aus einer Handvoll Erde einen Teig, strich diesen dem Kranken auf die Augen und sprach zu ihm: Geh und wasche dich im Teiche Silos". Er ging und wusch sich und kam und sah. Das Urteil über Jesus faßte der Geheilte in die Worte:Von Ewig­keit ist es nicht erhört worden, daß jemand die Au­gen eines Blindgeborenen öffnete, und wir wissen, daß Gott die Sünder nicht erhört".

Und kennst du die Geschichte des Lazarus? Dem Heiland wurde von Martha und Maria die Bot­schaft:Meister, dein Liebling ist krank". Jesus erwiderte die merkwürdigen Worte:Diese Krank­heit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gottes, daß der Menschensohn dadurch verherrlicht werde". (Joh. 11, 4.) Indessen ist Lazarus gestorben, und Jesus sprach unverholen zu den Jüngern:Lazarus, unser Freund, ist gestorben; und ich freue mich um euretwillen, daß ich bet seinem Tode nicht zugegen war". So hat also der Tod des Lazarus, der nicht nur seinen Schwestern, sondern sogar dem Heiland Tränen entlockte, auch eine gute Seite gehabt? Ja; denn die Ehre Gottes und die Verherrlichung Jesu blitzen in dieser Finsternis wie lichte Sterne. Jesus begab sich auf den Friedhof, stellte sich vor das Grabmal und rief:Lazarus, komm heraus". Und der Tote hörte die Stimme des Lebens und gehorchte dem Rufe der Allmacht ugbjam .augenblicklich aus

dem Grabe hervor. Auf dieses Wunder hin haben viele der Juden an Jesu Sendung und göttliche Würde geglaubt.

Eine Sammlung deS menschlichen Elends kann man an Wallfahrtsorten, zumal in Lmrdes antref­fen. Blinde, Lahme, Taube, Stumme, Verstümmelte, Auszehrende, Lupuskranke geben sich da ein Stell­dichein. Zeigt sich nicht auch hier die Hand Gottes? Nach Hunderten zählen die Kranken, die in Lourdes die Gesundheit wieder erlangt haben, nachdem die ärztliche Wissenschaft sie aufgegeben halte. Selbst Ungläubige haben vor diesen Tatsachen sich gebeugt und wieder dasCredo" ihrer Jugend gesprochen.

Freunde, gewinnen wir auch den Schatten­bildern von h e ute eine Licht feite ab. Unser Volk wird von Feinden geknechtet und gedemütigt. Kann da nicht auch Gottes Hand eingreifen? Wo die Not am größten, da ist Gottes Hilfe am nächsten. Wir dürfen und müssen auf Gott vertrauen, jeder Zwietracht, Habsucht, Genußsucht und Selbstsucht den Krieg erklären und zusammenstehen wie ein Mann. Auch in unsern persönlichen Verhält­nissen, seien sie auch manchmal rabenschwarz, wird sich immer wieder ein Lichtstrahl zeigen. Vielleicht gefällt es Gott, sich in dir wunderbar zu verherr­lichen. Seine Weisheit und Allmacht sind noch nicht verkürzt. Auch das ist schon eine große Hilfe, wenn wir trotz Leiden und Prüfungen feststehen im Goitvertrauen und in der Geduld. Mit einer frommen Frau darfst du dann beten:Herr, gib Geduld und dann schlag tüchtig zu".

Ter Burgpfarrer.

Weite Wor Mw M GèSeiMlümArrer sr. Heiligkeit des Papstes,

Gründer des -BonWllisöoteu'.

Ein Lebensbild von Pfarrer P. I. Nau in Steinhaus. Schick als Ratgeber der Landwirte und Gründer von Bauern- und Raiffeisen-Vereinen.

Man hat f. Z. Frhrn. von Schorlemer-Alft den westfälischen Vauernkönig genannt. Schick darf, man den Bauernkönig des Fuldaer Landes nennen. In den achtziger und neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts stand es gar nicht günstig mit dem Bauernstand und der Landwirtschaft. Es traten nicht selten Mißernten ein und die Preise für Ge­treide und Bieh waren infolge der Aufhebung resp, zu geringen Höhe der Zölle so niedrig, daß die Produktionskosten nicht erzielt wurden. Konkurse und Verschuldung nahmen überhand, viele gerieten in die Klauen der Wucherer. Auch fehlt - allent­halben an rationeller Bewirtschaftung Grund und Bodens. Hier tat dringende Hst, uot und Schick wurde ein Nothelfer. In seinem Bonifatius- boten und später im landwirtschaftlichen Ratgeber predigte er Sonntag für Sonntag die Tugenden, welche Landleute üben müssen: Einfachheit und