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Erscheint jeden Sonntag und kostet oterteljâhrltch Ausgabe A 235 Mk., B210 Mt. Redaktionsschluß Montag, Anzeigen die einsp. Kolonelzelle oder deren Raum 40 Mk. Reklam;-Zslle 120 Mk. Bei Wiederholung Rabatt. Offert« und Auskunft-Anzeigen 53 Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der gul^aer Actiendruckerek in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.
-.......— Dmck und Verlag der Fuldaer Actiendrurkerel. -- - -.
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Nr. z.
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Raffel, den 18. Zebruar 1923.
33. Zahrg.
WocheMaleKder.
Sonntag, 18. Febr. Erster Fasten-Sonntag. Simeon, B. u. M. Kollekte für den Peterspfennig.
Montag. 19. Febr. Vom Tage. MansuetuS, B. Dienstag, 20. Febr. Vom Tage. Eleutherius, B. Mittwoch, 21. Febr. Quatember. Eleonore, Königin. Donnerstag, 22. Febr. Petri Stuhlfeier zu Antiochien. Freitag, 23. Febr. Petrus Damianus, B u. Kchl. Vigil v. Matthias. 16. Jahrestag der Erwählung de? Hochw. Herrn Vlschofs Joseph Damian.
Samstag, 24. Febr. Matthias, Apostel.
Ewiger Erdet: 18. Febr. Giesel, 19. Febr. HauS- tr3, 20. Febr. Herolz, 21. Febr. Hosenfeld, 22. Febr. ittelkalbach, 23. Febr. Neuhof, 24. Febr. Rückers.
Elster Faftcn-Zomtag.
(Ev. Matth. 4, 1-12.)
Jesus wird vom Teufel verfügt.
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in« drsintÄM, kräftige Absage gibt im heutigen EvatMlmm unser Hei- land dem Teufel. „Sprich, daß i^^TO diese Steine Brot werden", war das kt^^WWMj ^^te Ansinnen Satans. „Nicht vom WA^WM§Ä Brote allâ lM der Mensch", lautet die erste Absage des Heilcurdes. „Stürze dich hinab von der Tempetzmne", war das zweite Ansinnen Satans. „Du sollst Gott nicht versuchen", lautet d:e zweite Absage Les HeilmLes. „Bele mich an", war das dritte Ansinnen Satans. „Weiche Satan", lautet die dritte Absage des Heilandes.
Willst du nicht Kob ein Namenchrist, sondern ein wirklicher und echter Christ sein, dann mutzt auch du dem Teufel absagen. Schon in der Taufe wurde Satan durch die Beschwörung der Kirche aus unserer Seele ous^w.esen und sein Rechtsbrief z rrissen. Dcr Priester bläst Len Täufling an und spricht: „Hinaus von diesem Geschöpf, du unreiner Geist, und mache Platz dem heiligen Grist, dem Tröster". Damit wir abiT auch selber mitwirken im Karpf gegen den $n= nommen* UnS ^ ^TC^ eine dreimalige Absage adge-
Widrrsagst du dem Salon?, lautet die erste Frage vn der Taufliturgie. Antwort: „Ich widersage". .vamit versprachen wâr, von Satans leibhaftiger Person abzurücken, niemals mit ihm eine Gemeinschaft zu pdegen, niemals mit ihn einen Bund zu schließen, niemals uns seiner Hilfe zu bedienen. Wenn der mit seiner ebenen Bosheit nicht mehr aus« nimmt er Vorspann beim Teufel, läßt sich von ihm geheime Kräfte geben, treibt damit Zauberei, V* mancherlei Blendwerke, vergreift sich am Gut °"^ Person des Nächsten, »erschafft sich Neich- ' ^2? Macht und verschreibt dafür dem Höllenfürstin LJ* t^’ r. ®& es einen schlechteren Handel als â solchen? DM, „was nützt es dem Menschen,
wenn er die ganze Welt gewinnt, an seiner Seele aber Schaden leidet?" —
WLersaost du ollen seinen Werken?. lautet dir zweite Frag«. Antwort: „Ich widersage". Damit hat uns die Kirche mobil gemacht gegen die Sünde. Oder was anders sind „die Werke Satans"? Die Unzucht ist ein Werk Satans, die Habsucht ist ein Werk Satans, die Streitsucht ist ein Werk Satans, die Fsind- seligkeit ist ein Werk Satans, der Krieg ist ein Werk Satans, der Unglaube ist ein Werk Satans. Der Teufel ist ja der Anstifter rmd Eeoatdsrmann jrgticher SiÄHe. Die Sünde ist fein Element, in dem er sich wohl fühlt wie das Schwein im Kots. Die Sünde ift sein Reich, in dem er herrscht mit unbestrittener Selbst- herrlichkeit. Die tünbe ist der Köd^. nui drm er Seelen angelt für die Hölle. Da aber der Teufel wohl we ß, daß er mit schwerem Geschütz bei manchen Menfchm nichts ausrichten kann, so versucht er es zunächst mit Kl-mkaliber, mit allerlsi ^ Blendwerken. Die Kirche weiß das und will die Gläubigen jum voraus maffnen und stellt darum eins dritte Frage.
Widersagst du amh dem Pomp und der Hoffart Salons? Antwort: „Ich widersage". Was verstehen wir unter „dem Pomp" Satans? So mancherlei Lockungen und Anreizungen zur Sünde, die an sich harmlos und unschuldig auesehen. Das macht nichts, raunt der Teufel dir zu, das ist nur ein ».schuldiges Vergnügen, eine anständige Unterhaltung: das niachen ja alle! Zu solchem Pomp rechne ich Bergnügungen, Lustbartc-len, Tänze. Bälle, Maskeraden, Gastereien, Gelage, Theater. Haben nicht schon manche arglose Geschöpfe beim Tan-na Ehre und Unschuld eingebüßt? Sind nicht viele bu vollen Schüsseln und Glasern in Trunkenheit, Streit, UnstttliäMt mrd Mordtaten »er« fallen? Hat nicht der Theaterbesuch viele si.tliche Enl- gleisungen aus dem Gewissen? Führen nicht vom Kino direkte Verbii'dungm zum Berbrechen und ins Zuchthaus?
Sollen wir also auf solchen „Pomp" "berzichten? Jawohl, wenn wir Dollchristen Md keine Halbchristen sein wollen. Haben wohl die ersten Christen Tänze mitgemacht und Thmier baucht? Keineswegs: ihre Erhü'ungen, ihre Freuden waren Gottesdienst, Lesungen, Pfalmengesana, Wahltun, Arbeit. Sie hielten ein Leben mit Christus und ein Liebäugeln mit Satans Pomp für unvereinbar. „Man kann n'cht mit Christus sich freuen und daneben mit dem Teufel scherzen", sagt scharf und treffend der hl. Crysologus. '
Wenn dir nun die Kraft und der Mut fehlt, um dem Theater und dem Tanz für immer zu entsagen, so übe wenigstens während der Iastenzeik stren-e Zurückhaltung. Sage selbst, was wäre das für eine Fastenzeit, wenn man zwar im Essen sich eine Beschränkung auferlegen, dagegen allen Vergnügung, n fröhnen wollte? Und was ist erst das für eine Fastenzeit, wenn man auch nicht einmal im Essen irgend welche Enthaltung übt und dabei noch feine oder grobe Böll; mitmacht Md lustige Opern und leichtfertige Operetten besucht, als wäre die Welt ein Schlaraffenland! Wäre da nicht das ganze Christentum zu Wasser geworden?.
Dazu kommt noch für uns Deutsche die schwere Zeit. Wenn drin Bruder todkrank darniedevläge. würbest du dann auf den Tanzboden oder ins Th.atcr gehen? Nun, Millionen unserer Brüder am Rhrm sümpfen einen Verzw-Aflungskampf für ihre Ehm, für ihre Freiheit, für ihr Leben. Und hinter ihrem Ruten sollten wir Totzeiten und Ausgelassenheiten treiben? Der wäre ein schlechter Christ und ein schlechter Patriot! Ein solcher Deutscher müßte sich schämen vor dem Juden Urias. Ihn wollte der König David bereden, nach Hause zu Nutzen zu Frau und Sintern sich gilt- lief) zu tun an Speise und Trank, sich ein paar ver- gnüU« Tage zu machen. Doch was tat dieser wackere Heid? Es fiel ihm gar nicht ein, nach Hause zu gehen, obwohl er schon Monate lang als Soldat unter Saabs Führung im Felde gelegen war. Auf der Staffel vor dem Äonigspalaft schlief er bei der Leibwache und den Kncchton. Vom König darüber zur Rede gestellt, gab er zur Antwort: „Meine Kameraden und mein Herr liegen drautzen im Feld auf dem bloßen Erdboden und ich sollte mich ins Bett legen und der Bequeml ichkeit pflegen? Bei deinem Heile, o König, und beim Helle meiner Seele, das tue ich n'cht!" (2 Kâ. 11).
Wohlan, Freunde, wenn wir auch nicht gerade auf bloßem Boden zu schlafen brauchen, so wollen mir doch aus L eb: zu Christus und aus Lieb; zum Volk während dieser Fastenzeit auf allen „Pomp Satans" aus freiem Willen, nicht durch den Zwang der Gesetze, verzichten. „Seid tapfer im Streit und kämpfet wider den alten Drachen, damit ihr das ewige Reich besitzet".
Der Surgpfarrer.
ÄtiäMÄs MM Mm SÄ (Wmtämmzrer sr. Hrilizlett d?« Mftts,
AitiMr dm .Büstifa lus'soten'.
Ein Lebensbild von Pfarrer P. I. Nau in Vi nnbauS
5. Der Volksfreund.
Professor Schick stammte aus dem Volke, kannte und liebte das Volk und entfaltete besonders im letzten Jahrzehnt seines Lebens, abgesehen von seiner Tätigkeit als Redakteur des Bonifatiusbote, eines Sonntagsblatts für das kathol. Volk, und in der Seelsorge eine ausgedehnte werktätige und opferfreudige soziale Fürsorge zu Gunsten des Volkes, deren Segen man noch heute nachivirken sehen kann. Wir wollen drei Zweigs dieser Wirksamkeit Schicks näher betrachten: was er gewirkt als Gründer und Leiter der Dienstmädchen- und Jünglings-Kongregation in Fulda, als Stifter von Bauern- und Raiffeisen-Vereinen im Fuldaer Land und als Führer der Zentrumspartei in den Wahlkreisen der Diözese.
Schick als Gründer und Präses der
Dienstmädcheu-Kongregaklon.
Die Kongregation wurde zu Anfang des Jahres 1886 von Prof. Schick ins Leben gerufen und,