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EWeth-Nlltt

Religiöses Wochenblatt

$ für die katholischen Gemeinden Kassels.

I Erscheint jeden Sonntag und kostet vierteljährlich Ausgabe A 235 Mk., B 210 Mk. Redaktionsschluß Montag, Anzeigen die einsp. Kolonelzeile oder deren Raum 20 Mk. Reklam--Zeile 60 Mk. Bei Wiederholung Rabatt. Offert- und Auskunft-Anzeigen 51 Mk. xxtra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

» Druck und Verlag der Fuldaer AeUendruckerel. >

Raffel, den 4. Februar 1923.

6 wocheickaiender.

tonntug, 4. gebt. Sonntag Sexagesima. Andreas I Corsini, Bisch. u. Bet. MannerapostoIat. Montag, 6. Febr. Rabanus Maurus, Bisch. u. Bek. Agatha, JHr. u. M.

Dienstag, ß. Febr. Titus, Bisch, u. Bek. sErster Jahres­tag der Erwählung ves hl. Vaters Pius XI.) MNtivoch, 7. Febr. Romuald, Abt.

Donnerstag, 8. Febr. Johann V. Matha, Bek. Freitag, 9. Febr. Cyrillus von Alexandrien, Bisch, u. Kchl. Apolloiua, Jgsr. u. M. Samstaa, 10. Febr. Scholastika, Ja fr.

Swigts Gebel: 4. Febr. Eichenzell, 5. Febr. gloren» A .Febr, .Hattenhof,. 7. Febr. Schwarzbach, 8. Febr.

Bikhenberg, 9. F ebr. Atteun:ittlau, 10.Fehr. Johannesberg.

Sonntag Zexagesima.

(Ev. Luk. 8, 4 16.)

Gleichnis vom Saemann.

Das Grundgesetz der KuZrrlvLhiunz.

n jedem Saatkorn liegt schon das Ge­setz der Entwicklung, Die erste Be- bi.:gu:.g ist ein leb-nskläftiger Keim, ® der Wurzelfasern hruabjonkt m die ^ dunkle Erde und einen Halln hmaus- '^ sendet zum Hellen Tageslicht. Dazu kommen mannigfaltige Umstände. Ein Körnlein, das von Bögan aufgepckt, von einem Lchsen zerstampft, von Brennesseln erstickt, von der Sounenglut versengt wird, ist zum vornherein zur Un­fruchtbarkeit verurteilt. Enthält aber das Körnlein einen kräftigen Keim und wird das Wachstum durch Licht und Wärme, Regen und Sonne.llchem befördert, so wiegt es im Sommer seine volle Lehre zur Freude des Landmanns.

Aehnlich ist es mit der Auserwählung. Den Keim dazu, nämlich die Berufung und die Gnade, hat Gott einer jeden Seele von Natur aus mitgegeben. Es müssen aber dazu noch günstige Umstände kommen, die indessen n.djt vom Wetter abhängen, sondern einzig und allein vom freien Willen, ich meine von der täti- gen Mitwirkung, vom unermüdlichen Tugendstrebm.

Und darin eben besteht das Grundgesetz der Aus­erwählung, welck-es zwei Paragraphen enthält, die jever Christ besser kennen soll als die Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuches oder der Reichsverfassung. Denn von der Kenntnis dieser Paragraphen und vom Handeln darnach hängt nicht augenblicklicher Vorteil ab, sondern das Glück einer Ewigkeit.

Der hl. Paulus, der wie ein Riese durch die Liturgie Ws tätigen Sonntags Sexagesima schreitet, hat dieses Grundgesetz in folgende Worte geprägt:

I . »Askstehl das Grundgesetz Golles und Hak fokgen- Ves Siegel: Es kenn! der Herr die Seinen" undEs stehe ab von der llngerechiigkeit ein jeder, der den -"«men des Herrn anrusl".

Welches ist dieses Grundgesetz? Eben die Auser­wählung. Was der Apostel sagen will, ist dieses: es ist ein unabänderlicher Ratschluß Gottes, daß eine große Anzahl von Menschen die ewige Seligkeit erlangen, daß sie durch keine Macht Satans, keine Verführung der Boson, keim Anfechtung des eic^crsn Fleisches daran gehindert werden, daß sie mit unbedingter Sicherlreit das goldene Ziel der Seligkeit erreichen.

Welches ist mm der erste Paragraph dieses Ge- setzrs?Es kennt der Herr die Seinen. Die Aus- erwählung hat also ihren Grund in der göttlichen All­wissenheit. Wie ein Vater seine Kinder kennt, ein Lehrer seine Schüler, ein Hirt seine Schafe, so kennt der Herr die Semon, die er zu feinen Kindern an- nimmt, als seine Schiller unterwirft und als seine Schäflem weidet. Mit dieser Kenntnis ist die Liebe unzertrennbar verbunden, wie geschrieben steht:Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt und erbarmungsvoll dich angezogsn". Wie Gott die Sternlein, die am Himmel flimmern, zählt, und die Schneeflocken, die vom Himmel meüerwirbeln, und die Tautröpflein, die an den Grashalmen perlen, so kennt er auch seine Auserwählten, und es ist ausgeschlossen, daß an dieser Zahl auch nur eine einzige Seele fehlt. Alle Mächte der Finsl.rnis werden nicht imstande sein, auch nur eine einzige auserwählte Seele der Hand des allmächti­gen Golles zu entreißen. Freue dich, Christ, Du bist Gott bekannt, solltest du auch als Bergmann unter der Erde arbeiten wie ein Maulwurf oder als Wäsche­rin cm Zuber stehn im Keller eines Milliardärs; ja gekannt und geliebt und auserwählt von Gott wenn du nur deinen eigenen geringen Beitrag leisten willst.

Und worin besteht dieser Beitrag? Siehe, unser Grundgesetz" hat noch einen zweiten Paragraph: Es stehe ab von der Ungerechtigkeit ein jeder, der den Namen des Herrn anruft". Sieh, das ist das Zünglein an der Wage, das ist das untrügliche Siegel der Auserwählung: die Sünde meiden und Gutes tun. Der Apostel nimmt hier Bezug auf eine Irrlehre, die damals grassierte. Ihre Vertreter waren Hymsnäus und Alexander. Sie leugneten die Auferstehung und folgerichtig auch die Unsterblichkeit der Seele, die Ver­geltung und die Ewigkeit. Kein Wunder, daß die An­hänger einer solchen Lehre für den Ausfall der Ewig­keit^ sich zu entschädigen suchten durch Lüste in der Zeit­lichkeit, indem sie der Unzucht und allen Lastern einen Frei platz gewährten. Davor warnt also der Apostel. Solches Gebühren, sagt er, zerstört die Auserwählung und führt mit unentrinnbarer Notwendigkeit in den Abgrund der Hölle. Nur diejenigen können darauf rechnen, ins Buch der Auserwählten eingeschrieben zu werden, die sich durch den Besitz des wahren Glaubens und durch das Zeugnis eines reinen Lebens dazu vor- bereiten. Siehst du, christliche Seele, daß du den Schlüssel zum Himmel und $ur Hölle selber in der Tasche trägst?

Abstehenvon der Ungerechtigkeit" heißt also die Losung der Auserwählung. Ungerechtigkeit ist aber der Unglaube; denn der Ungläubige will sich Gott nicht unterwerfen und seinen Verstand nicht beugen unter das Joch der Geheimnisse. Darum ist der Ungläubige

Gott verhaßt. Nur der Glaube erwirbt sich die An­wartschaft zur Anschauung Gottes; aber wohlgemerkt der nmhre Glaube; also Eoin Liebäugeln mit irgend einer Sekte, was immer für einen frommen Mamel sie umw rft. Hier gilt es für dich, durch dick und dünn mit deiner katholischen Kirche zu gehen in Sachen des Glaubens; da ist jede Vsrirruug ausgeschlossen. Solltest du auch nicht gerade Dozent an einer Hochs Hule sein: der katholische Glaube macht dich gebildet. Solltest du auch nicht Grundbesitzer sein: der kach. Glaube macht dich reich. Solltest du mich nicht das große Los ge­wonnen haben, der katholische Glaube macht dich glücklich.

Was ist aber der Glaube ohne Werke? Lin Leiv ohne Seele, sagt der hl. Jakobus. Was nütz.: einem Dathan und Abiron der wahre Glaube, den sie durch Empörung gegen Gottes Stellvertreter verleugneten? Lebendigen Le.bes fuhren sie zur Hölle. Was nützte einem Judas der Glaube an Jesus, den er seinen Feinden auslieferte? Ihn umklammerte Satan als köstliche Beute.

Es stehe ab von der Ungerechtigkeitein jeder, der den Namen des Herrn anruft", der also nach Christas sich nennt, der ins Taufbuch eingetragen ist. Wie paßt zum Christennamen Diebstahl, Betrug, Wucher, Uukeuschheit, Schlemuerei, Unversöhnlichkeit, Hochmut, s Empfindlichkeit und Bequemlichkeit? Fort mit solchem - Unkraut und selbst an seine Wurzeln laßt uns Hand j anlegen. Das Himmelreich ist nicht für die Faulen, sagt Philippus Neri, nicht für die Bequemen, nicht für die Nachlässigen, sondern für die Kraftmenschen, für die Willensstärken, die es, wie der Heiland sagt,mit Gewalt an sich reißen". Dec Burgpsarrer.

UMMNilN Us?EN Wiens SSL EeveimtSmmrrer Ct Heiligten des Papstts, GkMder Des ,Voniia iusboten'.

Ein Lebensbild von Pfarrer P. I. Nau in Steinhaus

Den barmherzigen Brüdern hat Schick sehr zur Seite gestanden bei ihrer Niederlassung in Fulda. Ihre Chronik schreibt darüber:Ein ganz besonderer Freund war uns Herr Pkälat Schick. Er empfing tmb begrüßte am 3. Februar 1890 am Bahnhof den Bruder Rektor und die Brüder Leo, Emmeran und Petrus, bewirtete sie in seiner Woh­nung und las am anderen Morgen für sie die heil. Messe, in der die Brüder kommunizierten. Prälat Schick ließ auf seine Kosten den Altar restaurieren und stand den Brüdern stets mit Rat und Tat zur Seite, war ihr Beichtvater und hat am meisten zur Gründung der hiesigen Filiale beigetragen. Die Brüder konnten ihre Dankespflicht dadurch abtra­gen, daß sie ihn in seiner letzten Krankheit pflegten. Er starb in den Armen des Bruders Viktor." Schick selbst schreibt am 25. Januar 1891 im Bonifatius- boten:Heute können wir die erfreuliche Mit­teilung machen, daß die barmherzigen Brüder aus dem Mutterhaus Montabaur am 3. Februar hier.