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Raffel, den 28. Zammr 1923.

Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonntag und kostet vierteljährlich Ausgabe A 2)5 M., 210 Mk. Redaktionsschluß Montag Anzeigen die einfp. Kolonelzsile oder deren Raum 15 Mk. Rellam -Zeile 45 Mk. Bei Wiederholung Rabat Offert- und Auskunst-Anzeigen 5J Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei.

wschenkalender.

Sonntag, 28. Jan. Sonntag Scptuagesima.

Montag, 23. Jan. Franz v. Sales, Bischof u. Kchl, Dienstag, 30. Jan. Martina, Jgfr. u. M.

Mittwoch, 31. Jan. Petrus Rolaskus, Bek.

Donnerstag, 1. Febr. Ignatius, Bischof u. M.

Freitag, 2. Febr. Mariä Reinigung (Lichtmetzt.

Samsta i, 3. Febr. Von der Mutter Gottes. Blasius, Bischof u Märtyrer.

Ewige; Gebet: 28. Jan. Rückers, 29. Jan. Michels- romba ;, 30. Jan. Steinbaeb, 31. Jan Un edanlcn, <1. Febr. Dleiershausen, 2. Febr. Petersberg u. Scveii. kirche Fulda.

Sonntag Zepiuag sima.

,Ev. Matth. 20, 116.)

In jener Z it sagte Jesus zu seinen Jüngern folgendes Gleichnis: Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der nm jruhesten Mor en ausging, »m Arbeiter in seinen Weinberg zu bin en. Als er nun mit den Arbeitern um einen Zehner für den Ta i über» ein gekommen war, sindte et sie in seinen Weinberg Um um die dritte Stunbe < in i er (wieher ausy und sah andere mußt i auf dem Markte stehen, und spra h zu ihnen: Gehct auch ih> in meinen Weindera, so luerbe ich euch geben, was recht ist! Und sie ptn en hin. Abermals gin , er aus um die zechste und neunte Stunde, und machte es ebenso. Und als er um die elfte Stunde aus in», fand er (wieder> andere dastehen, und lprach zu ihnen: Warna siedet ihr hier den ganzen Tag Nlüszi i? Sie nlitwoltcten ihm: Es hat uns niemand pebun en. Da sprach er zu ihnen: So gehet auch ihr in meinen Weinocri! Als es nun Abend geworden, sprach der Herr des Weinberges zu feinem Verlockten Latz die Arbeitw kommen, und gib ihnen den Lohn, von den letzten angetan, en bis zu den ersten. ®a nun bie kamen, welche um die elfte Stunde etepeteten waren, empfing ein jeder einen Zehner. Als aber auch bie Ersten kamen, meinten sie, mehr zu einpsangen: aber auch von ihnen erhielt Jeder einen Zehner. Und da sie ihn empsui en, murrt® sie wider Den Hausvater Hub sprü hen: Diese, die Letzten, haben nur eine Stunde pearbeuet, und Du hau sie uns gleich gehalten, die nn, bie Last und Hitze des Tages petra e haben. Er aeer antwortete einem aus ihnen, und sprach: Freund ich tue dir nid t unrecht; bist Du richt um einen Zehner mit mir oberem Ri in in, was rein ist und

peb hm: ieb will aber diesen Letzten auch reden wie mlr nicht erlaubt, zu tun, was ich " dein ?lu ie darum tchaltyait, weil ich ant bin ? »1)0 werden Die Letzten die Eruen. und Die Ersten die ~eyten lein, denn View sind berufen, aber wenige sind auserwahlt d 1

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Die^ehm. iele sind berufen, wenige' aber sind auserwählt!" Das ' find Worte des göttlichen Heilantzesch die manchem uwe.ständigen Geisten < ebner im Magen liegen und feiner Seele einen Hemmschuh anlegen. ... ^ennviele", sagte er sich, nur be- m-d.wenige" aber nur auserwählt, wie kann ich

mir dann einbilden, zu dieser kleinen Schar der Luser- f hl. Augustinus, aber er will uns nicht selig machen ohne wählten zu gl hören? Wozu soll ich mich da anstrengln, s uns. Als freie Wesen sollen wir unser G.ück selber wozu die Leidenschaften bezähmen, wenn schließlich bauen; sonst halten wir auch keine Freude daran. Loch alles umsonst ist? Warum nicht lieber ein Keiner darf sich dieser Mitwirkung erstzleh u, lustiges, unaebundenes Lân führen, und wenigstens!auch wum er seineAu ierwähluirg schon in der Tasche in bufer Wilt den Himmel habln? hat. Sich, als der Herr dem Anrmias in Damaskus den

W^i^ Ä ?Ä?M Ä ÄWiSWWäffiftatfä'Ä "V.el« sind berufen und wenige ouserm^t." h^ Siegel der Auserwählung bezeichnet wurde, sich Deese Worte wollen richtig verstanden werden. Wir ;,^ fa;^ Scherheit eingewiegt und sill) auf das müßen sie verg-e-chen mit andern Auchprüchrn der iPolster der Dequanckichkek gesetzt mit dam Bewußt-

hs-llgen Schrift, die mit der größten Bestrmmchert bie Hvn; ^ K jQ auserwählt, wozu brauche ich mich zu

Berufung aller Menschen mufplöchsn uns verkch^en.(-planen? Nem, La kennst du den Feuschpoftell schleich Frage zum voraus den Heilaub selbst um seine wenn du uhm fslche GedalMn .WÄLllschlHöèn würdest.

Meinung.Es ist bei eurem himnllischen Vater nicht, Nein, er hat gearbeitet und gekämpft und für die

Ler Wille," sprüht er,daß auch nur eines aus diesen Seelen geeifert, als müßte er die Auserwählung sich

Kleinen verloren geht." (Math. 18, 14.) Abermals 'erst verdienen und erzwingen. Ja, mein Chr. st, dieser

erklärt der Hel.anL:Das ist der Wille meines Dalers, 'große Apostel, dem die Aueerwählung auf der Stirne

daß jeder, der Len Sohn Golles sicht und an ihn stand, der schon zu Lebzeiten in den dritten Himmel

doch alles umsonst ist?

glaubt, das euv^e Leben habe.

(Joh. 6, 40.) Zu entrückt war, hat für sein Heil gezittert.

Nikodemus sprach der Holland die b.tannten Worte: meinen Leib und bringe ihn '

.So sehr hat Gott die Weü geliebt, daß er seinen ei.

ich mcht, nachdem ich andern

geborenen Sohn dahingab, damit alle, die an ihn noch verloren gehe," schreibt er

Ich züchtig«

in Knechtschaft, damit gepredigt habe, silier in der heutigen Sonn- Judas ger acht. Auch

glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Lsden tagsepistet. Umgekchtt hat es

haben." Wiederum ruft er alle ausnahmslos zu dem! ihn hat der Heiland erwählt. iym wunvniw^ pc» großen Glück feiner Nachfo.ge: Kommet alle zu mir,'geben wie allen andern Aposteln, ihm Lie Kaffe an- die ihr mühselig und b.laden seid; ich will euch er- i vertraut wie keinem andern. Und dennoch ist er ver­quicken." Wer ist da ausgenommen? RiemarD; und'losen gegangen. Er hat eben seine Auserwählung gerade die Armen, dir Verachteten, die Verfloßenen verachtet und in den Wind g schlagen. Er ließ sich beruft ter Hellaud mit Vorliebe, und für die Sünder'vom Teufel betrügen und vom Geiz in den Abgrund hat er die tri st ich« Versicherung:Ich bin nicht kommen, die Gerechten zu berufen, foidern Sünder." Ist es da nicht eine Vermessenheit, Heilswillen Jesu zu bezweifeln? Wärest du

ihm Wundermachlt ge

ge- reißen allen zur Warnung, daß wir nicht leicht- die fertig umgehen mit dem Talent der Berufung und Gnade.

den der erst

Manche andere aber haben ihre Auserwählung gleichsam ertrotzt und gegen alle Wahrscheinlichkeit siegreich durchg setzt. Der gottseligen Katharina vom allerwenigsten Sakrament hatte der Teufel eingegeben, daß sie sicher cerbarmt sei und sie deshalb die Freuden der Welt ungestört genießen möge. Auch war ihr JugeMsben derart, Laß es dunkle Schatten in die Zukunft warf. Hat nun Franz sla Lie Fi nte ins Korn geworfen? Nein, erst recht wollte sie selig Kerlen. Drum ging sie in ein Kloster, legte sich Ler hl. Petrus möge als Apostelfürst den Vortritt ungeheure Abtötungen und Anstrengungen auf und haben:Gott übt G.Luld um euretwillen; denn er .ertrug die härteste Behandlung von feiten der Oberen will mcht, daß jemand verloren gehe, sondern daß alle mit den Wostrn:Alle Strafen fallen von oben herab; sich zur B..ßr wenden." Ihm folgt der hl. Paulus'ich b n die Erèe, auf welche Gott sie regnen läßt." MA ter entschiedenen Erklärung:Gott will, daß alle Und was niemand für möglich gehalten hatte, geschah: Nkenschen s.tig werden und zur KenntM der Wahrheit Franziska gelangte in !«n Ruf der He ligkeit.

größte Sünder der ganzen Welt, vielleicht eben

aus bar. Zuchthaus entlasten wegen Mord, Raub oder fUI. Verfehlungen, wahrhaftig, es steht nichts ent- gegsu, heute noch dein Leben zu ändern und die R.ch- tung einzufchlagen nach bar H mm.l. Nur dann, wenn du auf dem alten ^ü.sdengeleife wei.rfähZt, wird es eben münden auf der Station der Hölle.

Und die Erklärung der Apostel, stimmen sie nicht wunderbar mit Lem Willen Les Heilandes üb crem?

Freunde treten wir in ihre Fußstapfen. Die blaue ' Farbe von Septuagefima predigt uns wieder die Buße i und den L benssrnft. Fort also mit aller V quem- WM «>°°.-,.°n°-n Mi^iKXiÄW er auf die Frare, ob wohl nur wenige selig werden, anlw ostete:Di nget darnach, einzugehen durch die

gelangend

Wenn also der Holland im heutigen Erangllium sagt, daßviele berufen und wenige auserwählt sind".

rufen sind; da gibt es keine Ausnahme und kein Pri- v l giam. Warum aber sind nicht alle auserwählt? Warum werden nicht alle febg? Wo Legt La die EulfisteiSung"? Bei dir und bei dir allein. Auf,

enge Pforte." (Luk. 13, 21.)

Der Burgpfa-rrer.

unsere Mitwirkung kommt es an. Das ist der Kern­punkt. EoU hat uns erschaffen ohne uns, sagt der