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Ausgabe B

Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet vierteljährlich Ausgabe A2O5 Mk., B 210 Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einsp. Kolonelzelle oder deren Raum 15 Mk. Reklame-Zeile 45 Mk. Bei Wiederholung Rabatt. Offert- und Auskunst-Anzeigen 50 Wit extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei.''-

wochenkalènder.

Sonntag, 7. Jan. 1. Sonntag nach Epiphanie. Fest der hl. Familie.

Montag, 8. Jan. Von der Oktav (Gudula, Jungfrau).

Dienstag, 9. Jan. Von der Oktav (Julian u. Basilissa, Eheleute u. M.).

Mittwoch, 10. Jan. Von der Oktav (Agathon, P.).

Donnerstag, 11. Jan. Von der Oktav. Ged. d. hl. Hyginus, P. u. M.

Freitag, 12. Jan. Von der Oktav (Ernst, A.).

Samstag, 13. Jan. Oktav von Epiphanie.

Ewiger Gebet: 7. Jan. Naumburg, 8. Jan. Bremen, 0. Jan. Borsch, 10. Jan. Buttlar, 11. Jan. Wenigentaft, 12. Jan. Motzlar, 13. Jan. Geismar.

Erster Sonntag nach Epiphanie,

(Evangel. Luk. 2, 4152.)

Als Jesus zwölf Jahre alt war, reisten seine Eltern, Ivie gewöhnlich, zum Feste nach Jerusalem. Und da sie am Eude der Festtage wieder zuruckkehrten, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem, ohne daß es seine Eltern wußten. Da sie aber meinten, er sei bet der Reisegesellschaft, so machten sie eine Tagereise, und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zuruck und suchten ihn. Und es geschah, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel, sitzend unter den Lehrern, wie er ihnen zuböite, uno sie fragte. Und es erstaunten Alle, die ihn hörten, über seinen Verstand und seine Antworten. Und a^s sie ihn sahen, .wunderten sie sich, und seine Mutter sprach zu ihm: Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesuchti Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wußtet ihr nicht, daß ich in dem fein muß, was meines Vaters ist? Sie aber verstanden die Rede nicht, die er zu ihnen fa^te. Und er zog mit ihnen hinab, und kam nach Nazareth, und war ihnen untertan. Und seine Mutter bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. z

Bunte Teppiche.

as Fest der hl. drei Könige beleuchtet gleich einem strahlenden Siern die Wahrheit von der göttlichen Bor-' schnng.

Freud und Leid werden, wie der hl. Chry'ostomus treffend bemerkt, _ . .en in einander gewoben wie ver­schiedenfarbige Fäden bei einembunten Teppich". Beirachte diese Wahrheit an den Schicksalen der hl. drei Könige. Sie sahen in ihrer Heimat einen wun­derbaren Stern. Davon wurde ihr Herz freudig be­rührt. Wußten sie doch, daß dieser Stern die An- lunft des WelteverlösKs verkünde. Sie machten sich auf den Weg, und der Stern führte sie auf unbe­kannten Pfaden zum Ziele. Doch als sie nach Jeru­

salem gekommen waren, war das Licht verschwunden. War der himmlische Beistand von ihnen gewichen? Waren sie von Gott verlassen? Solche Gedanken werden ihr Gemüt beunruhigt haben, als sie in den Straßen Jerusalems den Ruf erschallen ließen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern im Morgenlande gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten". Doch bald wurde ihnen tröstlicher Bescheid. Aus den hl. Büchern lasen

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Dieses Wort steht in Venedig als Inschrift an dem Redaktionsgebäude der katholischen ZeitungDifesa", die Papst Pius X. als Kardinal und Patriarch von Venedig gegründet hat. Als die Zeitung in Gefahr war einzu­gehen, erklärte der Kardinal in einer Versammlung: Das Blatt muß um jeden Preis bestehen bleiben; wenn es nötig sein sollte, gebe ich mein Bischofskreuz und mein Kardmalsgewand her, um es zu erhalten." Der Patriarch fuhr in seiner Prachtgondel von Haus zu Haus in Venedig und warb für das Blatt. Als Papst sprach er: Ihr werdet vergebens Kirchen bauen, Schulen grün­den, Missionen abhalten, alle eure guten Werke sind um­sonst, alle eure Anstrengungen sind vergebens, wenn ihr nicht zu gleicher Zeit versteht, die Verteidigungs- und Angriffswaffe einer guten Preffe zu benutzen." Wir bringen diese Worte und Talen eines Papstes unsern Lesern in Erinnerung, daß sie das kleine Opfer für ihr Blatt um so bereitwilliger bringen und daß auch die letzten, die noch fehlen, die Bestellung für das 1. Viertel­jahr 1923 noch heute erneuern.

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ihnen die Schiiftgelehrten die Prophezeiung des Aggäns vor:Du, o Bethlehem, bist keineswegs die geringste unter Judas Fürstenstädten: denn cnis dir wird hervorgehen der Fürst, der mein Volk Israel regieren soll". Nun wußten sie, daß sie ihre Schritte nach Bethlehem lenken müßten. Und kaum hatten sie die Tore hinter sich, da blitzte auch wieder der verlorene Stern auf in frischer Pracht und zeigte ihnen den weiteren Weg. Als sie den Stern sahen, hatten sie eine überaus große Freude. Sie kommen zur K.ippe, sie finden das Himmelskind, sie öffnen ihre Schätze, sie beten an, sie schwimmen in Freude und Trost. Doch gleich wieder eine Trauerbotschaft. Ein Engel erschreckt sie mit ter Kunde:Herodes trägt sich mit Mordgedanken gegen das Kind, darum werdet auch ihr keine Gnade bei ihm finden, die ihr Freunde des Kindes feit; des­halb kehret nicht mehr nach Jerusalem zurück zu dem Fuchse, sondern suchet eure Heimat auf einem andern Weg". Ho war also das Leben der Könige und waren« ihre Schicksale einembunten Teppiche" vergleichbar.

Betrachte die Geschicke des hl. Joseph, des Nähr­vaters un-eres Heilandes, und auch da wirst du auf bunte Teppiche" stoßen.Joseph", hatte der Engel zu ihm gesagt,nimm Maria zu dir, denn ihr Kind ist vom hl. Geiste, und du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird jein Volk erlösen von seinen Sünden". Wie mag Joseph über eine solche Botschaft und solch eine Ehre sich gefreut haben. Bald darauf aber hat sich das Blatt gewendet. Joseph", sprach diesmal der Engel,nimm das Kind und seine Mutter und fliehe nach Aegypten: Herodes wird das Kmd suchen, um es zu töten". Wie ein Donnerschlag dröhnte dieser Auftrag an sein Ohr. Doch Jostpl^chtLsLL-HöUrZstüike Mann, geriet nicht aus der Fassung. Er sagte nicht -zu dem Engel:Das ist mir eine seltsame Geschichte; vor nicht langer Zeit hast du zu mir gesagt, daß dieses Kind der Retter und Erlöser seines Volkes sein werde; und nun kann es sich nicht einmal selber helfen, sondern fliehen sollen wir in ein fremdes Land^ das Gegenteil ist einaetrvfsen von dem, was du versprochen hast". Nichts dergleichen hat Joseph gesagt oder auch nur gedacht. Auch forschte er nicht neugierig nach der Zeit der Nück- lehr, die der Engel nicht angegeben. Ebenso wenig nimmt sein Eiser und sein Glaube ab, sondern mit Freuden duldet er diese Prüfungen. Denn der liebe Gott mischt unter die traurigen Ereignisse auch freudige und mildert sie gegenseitig. So hält er es immer in seiner Vorsehung gegenüber den Heiligen. Er gibt ihnen nicht lauter Bitterkeiten und nicht lauter Süßigkeiten, sondern aus den Freuden und Leiden webt er einen wunderbaren, vielfarbigen, bunten Teppich. Schau, wie er es mit Joseph ge­macht hat. Als er die hl. Jungfrau in gesegnetem Zustande sah, geriet er in die größte Bestürzung und Verlegenheit. Doch bald war der Engel zur Stelle und heilte ihn von allen Aengsten. Bald daraus wird das Kind gebaren, und es erscheinen Hirten und Könige zur Huldigung, und Josephs Herz fließt über von Freude. Doch dieser Freude folgt der Schwerz auf dein Fuße. Die ganze Stadt Jerusalem kommt aus Rand und Band, der König rast vor Wnt und zückt den Mordstahl gegen das Kind. Da legt sich dt» dunkle Wolke des Kummers auf Josephs Gemüt, die aber durch die Sorge des Engels wieder gebannt wird.

Ja, so sind die Schicksale der Menschenkinder. Freude und Schmerz, Lust und Leid, Weinest und Lachen, Hoffen und Bangen, alles rauscht durchein­ander wie die Wogen des Meeres, alles ist in stetem Wechsel wie Tag und Nacht, Sonnenschein und diesen. Jeder macht diese Erfahrung an seiner eigenen Haut. Einige Wochen und Monate geht vielleicht alles gut. Wie der Fisch im Walser schwimmst du im Wohlsein und Glück. Das Feld godeihl, das Geschäft blüht, die Kinder wachsen heran, die Löhne und Gehälter stèioen, das Vieh im Stalle mehrt sich alles steht in slonvus. Doch wisse, daß der Mensch nichts weniger ertragen kann als eine Reihe von glücklichen Tagen. Zur rech­ten Zeit sammt unser Herrgott und nimmt einen kräftigeil Aderlaß vor. Du erleidest Verluste, du machst »i~M sn-Mi-a-i Streich. ha* WürnenoLl hält Cückevv