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200. Jahrgang.

Hanauer S Anzeiger

General-Anzeiger / Zugleich amtliches Organ für den Landkreis Sana«.

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Nr. 306

Mittwoch den 31. Dezember

1924

politische Jahreswende

Von Richard Hultsch.

Wir stehen wieder an der Schwelle eines neuen Jahres. Ein jeder, der die Zeichen der Zeit zu deuten vermag, fühlt es: dieses neue Jahr wird von einer furchtbar ernsten Bedeu­tung für alles sein, das den deutschen Namen trägt. Das deutsche Volk hat allen Grund, die Jahreswende 1924=1925 in ernster Stimmung und Selbstbesinnung zu begehen. Rückschauend

Ssich uns, daß das Jahr 1924 für Deutsch­gewiß kein Jahr des Heils gewesen ist. Zwar hat das Londoner Abkommen zu­nächst eine gewisse Entspannung der weltpoli­tischen Lage gebracht, die in der Hauptsache dem besetzten Gebiete zugute gekommen ist. Doch diese Entspannung mußte so teuer er­kauft werden, daß Deutschland ihrer kaum froh werden kann. Das Londoner Abkommen hat uns Lasten aufgebürdet, die selbst nach dem Urteil ausländischer Wirtschaftler über unsere Kraft gehen. Dennoch glaubte die deutsche Reichsregierung und mit ihr der größte Teil des deutschen Volkes diesem Londoner Pakt zu- stimmen zu müssen, eben wegen der zu erwar­tenden Entspannung bezw. der für unsere Brü­der im besetzten Gebiet zu schaffenden Erleich­terung. Illusionisten setzten große Hoffnungen auf diesen Pakt, insbesondere auf denneuen Geist", den man seit London in den' Bezieh­ungen der Völker zu spüren glaubte und man sah Deutschland schon wieder an demPPlatz an der Sonne. Da plötzlich just in den Tagen vor dem Fest, das der Christenheit aller Völker das Fest des Friedens ist türmten sich am westlichen nimmN linste MMMMMWWWMWW

deutsche Volk an dieser Jahreswende vor einem brutalen, durch nichts zu beschönigenden Ge­waltakt der Entente, mit dem diese die ihr unbequeme Räumungsbestimmung des Ver­sailler Paktes umgehen und Deutschland den Fuß weiter auf den Nacken setzen will. Bekannt­lich sollte nach dem VersaillerFriedens"- Diktat die Kölner Zone am 10. Januar 1925

geräumt werden. Deutschland hat bisher die 'Bestimmungen des Friedensvertrages einhal- ten müssen die gegnerische Seite glaubt die­sen Vertrag brechen zu müssen, denn ein Ver­tragsbruch voll von .Infamie, Heuchelei und gemeiner Verleumdung bedeutet der Beschluß der Botschasterkonferenz vom 27. Dezember, daß die Kölner Zone zu dem festgesetzten Ter- min nicht geräumt wird. Deutschland hat seine Pflichten aus den Verträgen von Ver­sailles und London erfüllt wenn von der Gegenseite etwas anderes behauptet, wenn gesagt wird, Deutschland habe noch nicht entwaffnet, so ist das nichts als Lüge und Ver­leumdung die Gegenseite aber erfüllt ihre erste Pflicht aus dem Vertrag von Ver­sailles nicht! Und dabei steht in Frankreich die gesamte politische Oefsentlichkeit, auch mit Einschluß der Sozialdemokratie in diesem Fall ebenso wie bei der Frage der deutschen Repa­rationszahlung geschlossen in dem Gewaltvor­gehen gegen das deutsche Recht zusammen. Der Völkerversöhner" und Pazifist Herriot lüftet seine Maske. Was man hinter ihr erblickt, ist die freche Fratze des französischen Imperialis­mus. Nur weltfremde deutsche Phantasten oder gemeingefährliche Schwindler können dem deutschen Volke.noch glauben machen wollen, daß Herriot und sein Anhang um der Mensch­heit willen völkeroersöhnende Politik getrieben haben und treiben. Wer die Geschichte Frank­reichs studiert, kann niemals an der Tatsache norübergehen, daßRu den Trägern des fran­zösischen Imperialismus nicht nur Monarchen wie Ludwig XIV. und Napoleon I., sondern auch sogenannte Menschheitsbeglücker und Frei- heitshelden wie Danton gehören. In unseren Tagen beobachtet man die Tatsache, daß das Band des französischen Imperialismus einen Herriot mit Poincarë verbindet, so sehr sich auch die beiden Männer politisch befehden, lind England? Daß England die Räumung der Kölner Zone zum 10. Januar nicht ausführen würde. wußte die Welt seit Auston Chamber­lains Besuch von Paris. Als Frankreich sich be­reit erklärte, die Vergewaltigung der ägypti-

mächtigungsgesetze zu fristen. Notverordnung auf Notverordnung. Sie brachten manches Förderliche, aber auch wieder dem Rechtsbe­wußtsein kaum mehr Erträgliches. Die Reichs- iagswahlen vom 4. Mai brachten einen Reichs­tag der Arbeitsunfähigkeit und Würdelosigkeit, verschuldet durch das Anwachsen der Kommu­nisten. Und da auch die Regierung eine Min­derheitsregierung war, die heute links, morgen rechts Mehrheiten erbetteln mußte, lag nichts näher als der aus vaterländischen Notwendig­keiten herausgeborene Wunsch eine stetige, par­lamentarisch gesicherte Mehrheitsregierung zu schaffen, d. h, die bestehende Regierung zu er­weitern. Für diese Erweiterung kam nach Lage der Dinge nur die starke Deutschnationals Volkspartei in Frage, doch diese Rechtserwei­terung wollte man auf der bürgerlichen Linken nicht und so kamen die zweiten Reichstags- wahlen innerhalb des verflossenen Jahres und nach der Wahl vom 7. Dezember der Rücktritt der Regierung, die aber heute noch die Ge­schäfte führt, du es bis zur Stunde nicht möglich wâr, eine neue Regierung zusamnienzubringen. i So erlebten wir kurz vor Jahresschluß eiri Komödienspiel deutscher Kabinettsbildung, wie es die Geschichte noch nicht zu vermeid vi bat. Und dabei besteht die Aufsicht, daß dieses Smel in den nächsten Tagen seins Fortsetzung " nm wird zum Gaudium des Auslandes. Unkte Gegner erlauben sich uns gegenüber Gemein­heiten, wie der eingangs erwähnte Vertrags- eiuui«, vie ^^wumyuuy uM uhw^ bruch, weil sie sich sagen, daß die Deutschen ja scheu Unabhängigkeit widerspruchslos geschehen nicht einmal in berSage sind, eine Regierung m= zu lassen, bedang es sich als Gegenleistung aus, stände zu. bringen, hinter d-r die Me^rhei der daß die gleiche Methode gegen Deutschland an- Vertretung des deutschen Volkes steht Mutz gewandt werde, was die'konservative englische nicht eine Note wie die an den Generaftekreiâr Regierung mit Vergnügen zugesagt hat. Paris des Völkerbundes trotz der erschüttern! - n erhielt von London Ellenbogensreiheil am' Wabrbciten der darin durcrac: brten Macht

Rhein. Das deutsche Volk ist also der Prügel- junge der tonangebenden europäischen Mächte.

Dies unsere außenpolitische Lage am Jah­reswechsel 1924/25. Völkerversöhnung, Welt- domokratiel Diese Phrasen hörte man im ver­flossenen Jahre fast täglich. Kann es angesichts des unerhörten Betrugs, des zum Himmel schreienden Vertragsbruches, den die starken Mächte der Erde zu inszenieren sich anschicken, heute noch Menschen geben, die auf Völkerver­söhnung und ewigen Weltfrieden hoffen? Die Existenz des Schandvertrages von Versailles müßte allein schon jedem vernünftigen Mön­chen die Augen geöffnet haben, jenes grau- amen Vertrages, der, wie wir erneut sehen, Jeinen Abschluß haben will, sondern aus jeder

Lage heraus neue Bedingungen voll Härte und Unrecht stellt. Angesichts dieser Erkenntnis ist zu hoffen, daß das deutsche Volk die außen­politische Aufgabe, die feiner in den ersten Tagen des neuen Jahres harrt, erkennt: Den

esten und gemeinsamen Wider­tand gegen jede Vergewaltigung des etzten Restes des uns noch geblie­benen Rechtes. Wir dürfen nicht nach wenig berühmten aber leider sehr berüchtigten Mustern die Gründe der Nichträumung bei den eigenen Volksgenossen suchen, wie es tatsächlich wieder geschieht. Nein, die Welt draußen ist nicht so, daß der deutsche Michel mit einem treuherzigen Verständigungswillen weiter käme, sintemal zur Verständigung zwei ge­hören. Unsere Gegner wollen keine Verstan

den unerhörtesten Rechtsbruch begehen, das von ihnen selbst gezimmerte Verlagsrecht zertrümmern, da darf es für uns nur eine Stellung in Deutschland geben: In leiden­schaftlicher Empörung und unbeirrt durch die verlogenen Sirenenklänge von drüben zusam menzustehen, unsere Not, so riesengroß wie sie der geschloßenen Machtfront der anderen gegen über ist, zu erkennen und so endlich die innere Einheit zum Widerstand zu finden, bereit Feh­len noch immer die beste Hilfe für unsere Gegner gewesen ist.

Damit kommen mir aus die Innen Politik zu sprechen. Ein Rückblick zeigt uns ein schwer belastendes Schuldkonto. Was man innere Politik zu nennen pflegt, hat sich im Laufe des heute scheidenden Jahres wesentlich zu Parteipolitik verschrumpft und verhärtet. Sachlich hat *bie verantwortliche Volksvertre­tung im Reiche sozusagen nichts geleistet. Das Staatsleben war nur mit Aushilfe der Er-

Vergleichung verpuffen, weil man sich schließ­lich der Meinung hcngibt, das habe wohl Stre­semann geschrieben, aber nicht eine vom Willen des deutschen Volkes getragene Regierung?

Mit diesem Komödienspiel muß Schluß ge­

Schluß ge

macht werden, wenn wir ernst genommen wer­den wollen. Durch das gesamte BürgerMm geht der Sammelruf und wir hoffen, daß die bürger­lichen Parteien ihm in den erstenTagen des neuen Jahres Folge leisten. Es ist keine Zeit zu ver­lieren, denn es geht außenpolitisch darum, ob wir im neuen Jahre immer noch mit Diktaten und Sanktionen traktiert werden sollen wie irgendein Negerstamm im dunkelsten Afrika, ober ob wir, wenn nicht auf dem Boden der Macht, so doch aus dem Boden des Rechts, end­lich wieder als gleichberechtigt anerkannt mer= den und es geht innenpolitisch um wichtige Reformen auf dem Gebiete der Gesetzgebung, wie für Steuerwesen, Aufwertung, Sozialpoli- klsches u. a., Aufgaben, deren Lösung nach die­sem Winter des parlamentarischen Mißvergnü­gens unaufschiebbar geworden ist All diese Aufgaben innen- wie außenpolitischer Natur drängen nach Einheit und Geschlosienheit im höchsten Dienste für Volk und Vaterland. Statt dessen aber sehen mir ein wüstes Heerlager . .

Der Stundenzeiger der Jahreswende 1924/25 steht nicht gut, Freude, Licht und Wärme leuchten nicht an der Schwelle des neuen Jahres und es ist sehr leicht mögllch, daß bereits die ersten Tage wieder das empörende Schauspiel kleinlicher Partei-Jntrigien mit sich bringen. Es mag sein, daß in außenpolitischer Beziehung das Schlimmste auch diesmal wie­der eintritt. Dennoch wollen wir nicht ver­zagen und mir hoffen, daß der größte Teil des deutschen Volkes es üns gleichtut- Vielfach sind die Niederlagen gewesen, die das deutsche Volk

memä^-,., ......----,-,-.- ------, die Dauer den Weg zur Freiheit und Größe zu versperren. Schauen wir den uns drohenden Gefahren mutig ins Auge, einen wir uns zu einem einzigen Volk und lernen mh_ wieder jenen kennen, der uns unsichtbar zur Seite geht. Dann werden wir aus der Tiefe auch wieder zur Höhe geführt werden.

So lasset uns eintreten ms Jahr des Heils 1925!

Die Nole der Vslschafterkvufersnz.

London. 30. Dez. Reuter erfährt, daß die von der Botschasterkonferenz entworfene Note an die deutsche Regierung Öen beteiligten alli­ierten Regierungen zur Prüfung vorgelegt wor­den ist; es sei möglich, daß eine oder zwei Ab­änderungen notwendig sein werden und daß die Note daher am Mittwoch noch nicht abge­sandt werden könne. Indessen sei sicher, daß die Note nur in einer Fassung abgesandt werde, sei es, daß die Botschafter! nuferenz die Note namens der -Regierungen in ihrer Gesamtheit abschicke, oder daß mehrere gleichlautende No- ten von den verschiedenen Botschaftern über­reicht werden; auf jeden Fall werde die Note einen vorläufigen Charakter haben. In einer zweiten Note werde dann die allgemeine Hal­tung der Alliierten hinsichtlich der Frage der ehrlichen Ausführung des Friedensvertrags durck DenisM^,^ dal-aeksgt werden

Paris, 31. Dez. Das Journal berichtet, Her- rkt habe gestern außer dem demichsn Botschaf­ter v. Hösch den englischen imd amerikanischen ^ ww ________________ ____

Botschafter empfangen. Das Blatt erklärt bic ^kf ranjäfi^ Militär steife und die besorg Unterhandlungen als befriedigend. Lie $rage fen englischen Industriellen hätten zu dieser der Räumung Der Kölner Zone scheine wohl Maßnahme gedrängt. Selbst die Ankläger der endgültig geregelt. Sie Botschasterkonferenz deutschen Regierung müßten zugeben, daß die werde um zustimnieude Beschlüsse zur französi- Unterlassungen Deutschlands praktisch von kri­schen These zu fassen haben. Sie Note werde ner Bedeutung seien. Aber leider werde bk nicht nur die Herausschiebung der Räumung, Nicherfüllung der wichtigsten Klauseln des sondern auch die Feststellung des Verzuges bei Versailler Friedens durch die Botschafterkorne» der (gntmcfinung enthalten. Um dem deutschen tyre schädlichen Folgen sowohl für bis nationalen Radikalismus entgegenzutreten fei Muhe, wie für bic wirtschaftliche Entwickelung es nötig kerneSchwächezuzeigen, es gItrpOslS haben.

wäre allerdings übertrieben, wenn man be­haupten wolle, daß die Sprache der Note nicht

gemildert worden sei.

Parkst 31. Dez. In ehccr NeldMp,^ Lon' o« w-rd zugegeben, daß der b o n den Franzosen vorge schlagens De^t von der englischen Negierung abgeändert ib arbeit sei.

Die Gründe für die Weigerung der Räumung werden folgendermaßen formuliert:

Die 'Alliierten haben bewiesen, daß Dcntschlavr eine militärischen Verpflichtungen nicht erfüllt hat, es ci deshalb. unmö-lich. >e Mu nung am 10. Januar

u, aHG'er tv notiv Atchn o, tfkmiü oh o

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aufgeklärt zu werde«, »al mau in Zukunft bett Deutschland erwarten könne.

Die Kölner fordern Freche«.

Köln. 30. Dezbr. Oberbürgermeister Adenauer hat im Auftrag des Verbandes der Stadl- und Landkreise des besetzten Gebietes in folgendem an den Reichskanzler gerichteten Telegramm Einspruch gegen die Verzögerung der Räumung der Kölner Zone erhoben:

Aufirekenden Pressenachrichten zufolge foO die vertragsmäßig aus den 10. Januar 1925 festgelegte Räumung der ersten Zone des be- fetzten Geriet es bis auf weiteres verschoben werden. Die vertragswidrige Besetzung der ersten Zone über den 10. Januar hinaus würde nicht nur den Interessen des besetzten Gebietes zuwiderlaufen, sondern müßte auch das Ver­trauen der betroffenen Bevölkerung auf Recht und Gerechtigkeit aufs schwerste erschüttern. Die Stadt- und Landkreise des besetzten Ge­bietes erheben daher nachdrücklich gegen die Besetzung der ersten Zone über den 10. Januar hinaus Einspruch und bitten die Reichsregie- rung dringend, mit allen Mitteln den ihr ver­tragsmäßig zustehenden Anspruch auf rechk- zeUige Räumung der ersten Zone zur Geltung zu bringen.

Köln, 30. Dez. Die sozialdemokratische Stadtverorduelenftaktion richtete an den Ober Bürgermeister von Köln, Dr. Adenauer, die Aufforderung, den Stadtverordneten so bald wie möglich Gelegenheit zu geben, in einer öffentlichen Sitzung der Stadtverordnetenver­sammlung ihren Einspruch gegen eine Verlân gerung der Besetzung und die Forderung auf baldige Räumung in die Welt zu rufen. lieber den Zeitpunkt dieser Sitzung ist noch m-m-t konnt.

« Nifumrmgszsr

Berlin, So. Dez. Bei der MumungLi- ;g ^ \ * 10. Januar wird immer von Köln gei Zechen Dem­gegenüber ist reftzustelleu, daß dieWörtliche Zone" die vertragsmäßig ant 10- Januar zu räumen ist, da » ganze Gebiet von Eleve bis emsÄließlich Bonn mm fast das nach amtlichem Material 6450 Quadratkilo­meter groß ist und eine Bevölkerung von 2 310 00! i Einwohnern Bat Dieser GeluetSumfang entspricht annähernd dem deS ehemaligen Großherzogtums Hessen, während die BevölkerunqSzahl sogar mehr als dopvelt so groß ist. Wirtschastl'ch ist das Gebiet mit seinen 56Orient nicht nur durch die Stadt ^ÜSln, 1 ortbern namentlich auch durch seine bekannte Textil-, und Stahlwarenmdnstric bedeutend.

Eine StiiVme m der Wüste.

Rom, 30. Dez.Giornale d'Jtalra' schreibt, daß zwar bis heute die Resultate der militärischen Kontrollkommission nicht bekannt seien, daß man aber heute schon mit Sicherheit behaupten könne, daß sie von keiner großen Bedeutung seien und in keiner Weise bic schwere Verletzung des Friedensvertrages von Versailles durch die glichttäumung der Kölner Zone rechtfertigen könnte. Selbst wenn die französischen Blätter mit ihrer Darstellung im Rechte wären, würde bkfe französische Fest­stellung die große Wahrheit nicht verdunkeln können, daß, während Frankreich bis an bic Zähne bewaffnet sei. Deutschland unbewaffnet dastehe und noch auf Jahre hinaus keine Ge­fahr für feine Nachbarn bilden werde Durch eine solche Maßnahme hätte bk Botschofter- korrftrenz Deutschland sicherlich feine Aufgabe nicht erleichtert, den Dawesplan auszuführeN. Diè französischen Militärkreise und hic besorg-

Die Frage der KabmeLsâULrmg nach wie vor ungeklärt.

Trotz den Rückkehr des Reichskanzler ' noch Berlin ' werden bic Verhandlungen über bk Bildung der Reichsregierung erst Anfang In imar wiedèr in Angriff genommen werden. Die Lage ist nach wie vor außerordentlich schmieria. Es scheinf, daß man auf Seiten der Regierung nur noch eine Lösung für möglich hält. Sie hk eigentliche Regierungskoalition auf eine ganz schmale Basis beschränkt - etwa Zentrum, Bayerische Volkspartei und Deutsche Volkspar­tei und es den Demokraten und den Deutsch- nationalen überläßt, dieses Kabinett durch