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Hanauer »Anzeiger

G eneral-Anz eiger / Zugleich amtliches Organ für den Landkreis Kanau.

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Nr. 304

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Montag den 28. Dezember

1924

Die NMMMmz Wt Den Settrag.

Einstimmige Billigung der Nichlräumung der Kölner Zone.

In den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr hat die Entente das Kriegsbeil wieder ausgegraben, das nach der Londoner Konfe­renz eigentlich für immer verschwunden sein sollte. Die Botschafterkonferenz hat in ihrer am Mittwoch abgehaltenen Sitzung beschlossen, d i e Kölner Zone am 10. Januar nicht zu räumen.

Das ganze deutsche Volk sah seit fünf Jah­ren mit Sehnsucht dem 10. Januar 1925 ent­gegen, an dem nach dem Artikel 429 des Ver­trages von Versailles der erste Schritt zur Be­freiung deutschen Gebietes von fremden Trup­pen getan werden sollte. Kaum erträglich er­schienen uns allen freilich die zehn Jahre, die noch verstreichen sollten, bis der letzte feindliche Soldat vom deutschen Boden verschwunden wäre. Aber es leuchtete doch die Hoffnung, daß wenigstens am Ende dieser vertragsmäßig rest- zelegten Frist der Sehnsuchtsschrei des nieder­ländischen Gebets endlich in Erfüllung gehen würde.. Der Beschluß der Batschasterkonferenz macht auch dieser Hoffnung ein Ende. Die verbündeten Folterknechte Deutsch­lands sind entschlossen, das feierlich verbriefte Recht des Vertrages zu brechen.

Die deutsche Regierung hat durch den Mund des Reichskanzlers bereits der Welt bekannt­gegeben, daß sie den nunmehr gefaßten Be­schluß der Botschafterkonferenz als einen Ver- tmgsbruch betrachten müßte, weil die Berichte * «r Kontrâlkkommisfiün, wenn sie behaupten,

4*^f^®^®WHBMHIIHjl8l8IM8MB|6RSfl8S der Wahrheit nicht entsprechen. Inzwischen hat auch der Reichswehnnirrister Geßler das Wort ergriffen und klargelegt, wie das Material be= schaffen ist, auf das der General Foch fein Menwrandum stützt, das der Botschafterkonfe- renz als Unterlage für ihren Beschluß vorge­legen hat. Wenn man die fünf Punkte betrach­tet, die zu dem Beschluß geführt haben, so muß man zu der Ueberzeugung kommen, daß zum mindesten Frankreich die Besetzung des linken Rheinufers verewigen will. Die Hoffnung, daß wenigstens im Jahre 1935 Deutschland von Feinden frei sein wird, hat die Votschafterkon- ferens durch ihren Beschluß zu Grabe getragen. Deutschland muß nach diesem Vorgang erwar­ten, daß die Besetzung von Jahr zu Jahr auf Grund ähnlicher Berichte, gegen die wir keine Berufungsinstanz anrufen können, verlängert wird. Weiß man jenseits des Rheins und des Kanals, was es bedeutet, wenn ein Volk die Hoffnung auf seine Befreiung endgültig zu Grabe tragen muß? Zur Belebung dieser jetzt ermordeten Hoffnung kann auch der aus Wa­shington gemeldete Schritt der Vereinigten Staaten wenig beitragen. Dieser Schritt ist nichts anderes als ein in milde Worte geklei­deter Wunsch, aus dessen Nichterfüllung sicher keine Folgerungen gezogen werden. Er kann uns höchstens insofern zum Troste gereichen, als er beweist, daß es auch in Amerika zu däm­mern beginnt, und daß man in den Vereinig­ten Staaten das Manöver der Entente durch­schaut.

Von englischer Seite wird nun darauf hin­gewiesen, daß man in England dahin zu wir­ken gedenke, das vorläufige Besetzthalten der Kölner Zone durch eine Abkürzung der Ruhr­besetzung wettzumachen. Auch mit obigem an­geblichem Entgegenkommen können wir uns nicht einverstanden erklären. Wir müssen da­rauf hinweisen, daß die Ruhebesetzung ein schreiender Vertragsbruch und als solcher von England selbst anerkannt worden ist. Dieser Frevel mußte mit dem Inkrafttreten des Lon­doner Abkommens fein Ende finden. Und wenn Deutschland das Abkommen ohne diese Voraus­setzung ratifiziert hat, so hat es das nur unter feierlichem Protest getan, weil es in feiner Wehrlosigkeit das Recht nicht erzwingen kann. Bringt man die Ruhebesetzung mit der Räu­mung der Kölner Zone überhaupt in Zusam- "lenhang, so konnte die Schlußfolgerung nur die sein: Köln muß unter allen Umständen nach den 'Bestimmungen des Versailler Diktates am k0. Januar geräumt werden. Und wenn Frank­reich sich an der Ruhr nicht ohne den Stütz­punkt Köln halten kann, so muß es die Ruhr äumen, sobald die Räumung der Kölner Zone aach dem Vertrage fällig geworden ist. Das wäre die klare Sprache des Rechtes gewesen. Anstatt dessen hat England sich zum Helfers­helfer des französischen Ruhreinbruchs gemacht,

den unanfechtbare englische Autoritäten als einen flagranten Vertragsbruch gebrandmarkt haben. Wir haben von jeher die Vertragstreue der Gegner angezweifelt und der letzte Ver­tragsbruch beweist uns aufs neue, daß unser Mißtrauen berechtigt und das im Mai ge­machte große Fragezeichen hinter das Ver­sprechen der Ruhrräumung am Platze war. Auch die geschworensten Illusionisten dürften durch das neue Verhalten Frankreichs und Englands nunmehr zu zweifeln beginnen, ob die vertraglichen Abmachungen auf Grund des Londoner Protokolls von unseren Vertrags- gegnern geachtet und respektiert werden, denn der neueste Vertragsbruch ist so ungeheuerlich, so brutal, daß dem gesamten deutschen Volke der Gedanke an den Völkerbund und an all die tausend bis zum Ekel ausposaunten Phrasen von dem neuen Zeitalter vollkommen schwin­den muß.

Der Beschluß -er Bvlschafierkonferenz

Paris, 27. Dez. Ueber den Verlauf der heu­tigen Sitzung der Botschafterkonferenz wurde folgendes (Kommunique ausgegeben:

Die Botschaflerkonfereuz stellt mit Lin- stimmigkeit der alliierten Regierungen fest, daß die KölnerZoneam10. Januar nicht geräumt wird, und hat das Ver­fahren festgesetzt, durch das dieser Beschluß Deutschland zur Kenntnis gebracht werden soll. Sie wird sich nächsten Mittwoch wieder MMMI der Sitzung beigewohnt.

Außer dem Bericht der I. M. K. K. lagen der Botschafterkonferenz ein von Marschall Foch unterzeichneter Bericht des interalliierten Komitees von Versailles sowie Memoranden der französischen und der englischen Regierung über die Frage der Kölner Zone vor. Beide Denkschriften wurden von den Vertretern Bel­giens, Italiens und Japans studiert.

Die Begründung der aufgefchobeneu Räumung.

Paris, 27. Dez. Die Gründe, die die Botschafterkonferenz zu ihrer heutigen Entschei­dung , die Kölner Zone nicht zu räumen, ver­anlaßt haben, sind bis zur Stunde nicht offiziell bekanntgegeben worden. Doch berichten die Abendblätter, daß folgende fünf P u u k t e, die die Botschafterkonferenz im Sep­tember in einer Note an Deutschland erwähnte, nichterfüllt worden seien:

1. Die deutsche Polizei ist eine Mili­tärmacht geblieben und es seien sogar noch Re­serven geschaffen worden.

2. Die Umwandlung von Muni­tionsfabriken in Werke, die fried­licher Arbeit dienen, fei nicht geschehen.

3. Deutschland habe sich geweigert, dec Interalliierten Militär-Kontroll-Kommission ein Inventarverzeichnis des uner­laubt vorhandenen Kriegsmaterials zu über­mitteln.

4. Deutschland habe sich geweigert, einen Bescheid über das Vorhandensein von Fabriken, die Kriegsmaterial her­stellen, zu geben.

5. Deutschland habe seit 1922 nichts dafür getan, um feine Handlungen mit den militäri­schen Klauseln des Versailler Vertra­ge s in Einklang zu bringen.

Paris, 28. Dez. Die Morgenpressc beschäf­tigt, sich mit dem gestern von der Botschafter- konferenz gefaßten Beschluß und sucht denselben so bargu stellen, als ob gestern bereits das sach­liche Urteil über das Ergebnis der Militärkon­trolle gefällt worden sei. Dieses taktische Vor­gehen wird einigermaßen dementiert durch eine her Havasagentur aus London zugegaugene Schilderung der augenblicklichen Lage. In die­ser zweifellos beeinflußten Depesche heißt es:

Die Entscheidung, welâ^ die Botschafter- konferenz getroffen habe, beweise nur, daß die erste Phase beendet sei. Die Note, welche die Botschafterkonferenz ausarbeite, stellte die Ant­wort dar auf ben Protest der deutschen Regie­rung gegen die Aufrechterhaltung der Be­setzung der Kölner Zone. Obwohl diese Rote begründet werde, sei sie doch nur ein provisori­sches Instrument, das in keiner Weise der Be­urteilung der Fraae in ihrer Geiamtbeit var­

greife. Der Rote werde also eine zweite Mittei­lung an die Reichsregierung folgen, worüber erst entschieden werde, nachdem man in dem Besitz des endgültigen Berichtes der Kontroll­kommission sei. In diesem Bericht sei die Frage zu beantworten, ob Deuffchland die militäri­schen Verpflichtungen des Versailler Vertrages erfüllt habe. Der endgültige Bericht, her von der Kontrollkommission erwartet werde, werde diese Frage beantworten. Es sei nicht unwahr­scheinlich, daß hierüber vermutlich zwischen dem 5. und 10. Januar die Notifizierung erfolge. Die Havasdepesche fügt hinzu, es unterliege kei­nem Zweifel, daß in London und Pans die diplomatischen und militärischen Autoritäten schon entschieden hätten und daß man weder die Militärkontrollc noch die Besetzung her Kölner Zone aufheben wolle, solange nicht Deutschland die fünf Punkte erfüllt habe, welche die Botschafterkonferenz in dem Brief vom September 1922 angeführt habe.

Nach demPetit Parisien" ist es wahr­scheinlich, daß die an Deutschland abzusendende Note die Nichträumung der Kölner Zone am 10. Januar begründen werde, sowohl mit der Taffache, daß der Generalliericht der Kontroll­kommission noch nicht eingegangen sei, wie mit den jüngst festgestellten Waffenfunden. Die Note werde jedoch der Reichsregierung nicht jede Hoffnung auf eine neue Prüfung der Frage nehmen für den Fall, daß die noch statt­findenden Kontrollhandlungen befriebigenbere Ergebnisse zeitigen würden.

Reichswehrminister Geßler über die Enkwaffnungs- u. RSumungsfrage.

Berlin, 27. Dez. Reichswehrminister Dr. G e ß- [ e r gewährte einem Mitarbeiter desB. T."

der ersten ZWc aussprach. Dr. Geßler führte aus:

Die Frage der Räumung von Rhein und Ruhr ist eine Frage der hohen Politik. Frank­reich sieht in dieser Besetzung die Grundlage seiner ganzen RheinlandpoUtik. Die Frage der Abrüstung soll jetzt für diese Politik nur den Vorwand hergeben.

Pomcare hatte seinerzeit die durch das Gutachten von Hurst und Fromageot schon in London ad absurdum geführte These ausge­stellt, daß die im Vertrag von Versailles für die Räumung vorgesehenen Fristen überhaupt noch nicht zu laufen begonnen hätten. Die französische Politk hat angesichts des Wider­standes der ganzen Welt gegen eine solche Ar­gumentierung einen anderen Weg eingeschla­gen. Man sucht jetzt Stimmung dafür zu machen, daß Deutschland nicht abgerüstet habe. Dazu werden Tag für Tag Schauermärchen über deutsche Rüstungen in die Welt gesetzt, die stark an die Kriegsgreuelpropaganda, erinnern, und denen gegenüber die jetzt maßgebenden Pariser politischen Kreise leider den nötigen Abstand zu verlieren scheinen. Dabei hofft man, alte Zwietracht in Deutschland zu säen und neue Helfershelfer zu gewinnen, denn man weiß, wie leicht es ist, Deutsche gegen Deutsche zu Hetzen und aus der Frage der auswärtigen Politik eine innere deutsche Frage zu machen.

Die französische Presse gebärdet sich in den letzten Wochen, als ob tat­sächlich eine Reihe ganz schwerer Verfehlungen von der Kommission festgestellt worden seien. Der Versuch, diese Verfehlungen zu präzisieren, kann uns nur angenehm sein, denn dadurch können mir den sogenannten Fällen nachgehen und sie auf ihren Tatsachenkern zurückführen. Die erste ganz allgemeine Behauptung war die von einer Obstruktion Deuti^'lands gegen die Generalinspektion. Da nun fast 1800 Kontroll- befudje meistens ohne Reibung durchgeführt sind und da die interalliierte MilitärkontroU- fommiffion zu geben muß, daß sie in jede Ka­serne, jedes Gebäude, jede Fabrik und jeden Raum Zutritt gefunden hat, läßt sich diese Er­findung wirklich nicht aufrechterhalten. Dann hat man ganz allgemein behauptet, es feien große heimliche Waffenlager aufgefunden wor­den.

Die Wahrheit ist, daß die Kommission keinen Fünd von irgend­welcher Bedeutung gemacht hat. Daran ändern auch nichts die allerneuesten Behauptungen, die ich Fall für Fall mit ihnen durchgehen möchte. Die erste große Sensation war die Nachricht von einem großen Geschützfund auf dem großen Truppenübungsplatz in Königs­brück? Es hat sich hier herausgestellt, daß die angeblich verheimlichten Geschütze vierzehn alte SteJcteifhühe waren. die seit langen Jahren als

Zielscheiben bienten und auch Spuren dieses Gebrauchs zeigten. Die nächste große Nachricht war ein angeblicher Fund von Ausrüstunas» material für drei Divisionen. Den Kern diese» Sage bildete ein Fund von 20 alten Sätteln, 43 verrosteten Karabinern und Gewehren und 15 alten Maschinengewehrgestellen ohne Ge­wehre und einigem Zubehör bei einem Dres­dener Reiterregiment. Merkwürdigerweise wurde ein Fund von 277 Seitengewehren und 31 Läufen in Dessau wenig ausgeschkachtet: da­gegen reizte es die Phantasie der französischen Berichterstatter, daß in einem alten matt denke zugebauten! Gang der Schietzstände in Ruhleben ein Fund gemacht wurde. Es handelte sich allerdings nur um verrostete Wasserkästen für Maschinengewehre, die nicht einmal mehr das Einschmelzen lohnten. Daß sich

an Namen rote Krupp Legenden knüpfen würden, war zu erwarten. Die franMsischk Presse berichtete denn auch in den letzten Tagen, daß dort 25 000 Gußstücke für Gewehrläuse entdeckt wurden. Diese Gewehrläufe sind tat­sächlich bei Krupp. Sie sind eine Bestellung der Firma Simson in Suhl, die uns als Waffen­lieferant selbst vorgeschrieben wurde und die, ebenfalls nach den Bestimmungen der Kontroll­kommission, diese Halbfabrikate bei der Firma Krupp zu besteelln hatte. Im übrigen ist es eine phantastische Vorstellung, daß bei den Krupp zu bestellen hatte. Im übrigen ist es dem es von französischen Truppen wimmelt, überhaupt eine heimliche Fabrikation von Kriegsmaterial möglich sei. Die Pariser Presse beschäftigt sich ferner mit dem Fund einer grö­ßeren Anzahl Stahlflaschen bei Borsig in Te­gel. Ueber diese Angelegenheit schwebt zurzeit aff Schriftwechsel zwischen der Interalliierten

Stellen der Reichsregierung.

Eine Weihnachtsüberraschung

I bildete dann ein angeblicher Riesenfund von 40 000 Stahlstäben für die Sfabrrtation von Gewehren und Maschinengewehren. An diesem Fall ist die Reichswehr überhaupt nicht be­teiligt. Ich kann es Ihnen aber sagen, um was es sich handelt. Am 23. Dezember fand die Kontrollkommission in den Berlin-Karlsruher Jndustriewerken in Wittenau in einem Lager­schuppen 40 bis 50 000 sogenannte Rohlinge. Das sind Stahlstäbe, aus denen man Gewehr­läufe machen kann. Nun fabriziert diese Fabrik aber Jagd- und Sportwaffen. Irgendein In­dizium, das geplant war, aus diesen Rohlingen Militärgcwehre und nicht Jagd- und Sport­waffen zu machen, liegt nicht vor. Die Stäbe waren auch nicht etwa versteckt, sondern lagen feit 1919 oder vielleicht noch länger in Latten- und Holzverschlägen, deren Türen nicht einmal verschließbar waren, und die deshalb mit einem Nagel notdürftig zugeschlagen waren. Rund 10000 von diesen Rohlingen haben ein etwas größeres Format. Um diese Stäbe verwerten zu können, schickte die Firma schon vor längerer Zeit der Interalliierten Militärkontrollkommis­sion einige Musterstücke davon mit Vorschlägen über eine Verarbeitung in doppelläufige Jagd­flinten. Auch das spricht nicht gerade für dir Heimlichkeit dieses Lagers.

Das ist der Tatfachenkern, der den Seu sationsmeldungen der französischen Presse zu grundeliegt.

Nicht orientiert wurde aber die französische Presse darüber, daß eine große Anzahl von Ueberraschungsbesuchen nicht eine einzige Waffe zu Tage gefördert hat, so Besuche in dem Fort Hahneberg und Küstrin, verschiedenen Potsdamer Kasernen. Däberitz, Ingolstadt, Taubenhof bei Allenstein usw.

Geradezu unerfindlich ist es mir. daß die Meldungen über das Fortbestehen einer orga­nisierten geheimen Massenfabrikation in Deutschland nicht verstummen wollen. Die In­teralliierte Militörkontrollkommifsion kennt jede Fabrik Deutschlands. Ich möchte sagen, sie kennt jede Drehbank und jeden Schraubstock. Sie würde sich selbst kein glänzendes Defähi- gungszeugnis ausstellen, wenn sie behaupten nnirde, daß nach ihrer fünfjährigen Tätigkeit, während welcher sie wahrhaftig jede nur denk­bare Möglichkeit untersuchte, solche geheime Massenfabrikation in Deutschland noch möglich wäre.

Ein Dementi -er Firma Krupp.

Von der Firma Krupp wird mitgeteilt: Di» Pariser Meldung, daß 47000 neue Gewehre bei Strupp ermittelt worden seien, ist vollständig aus der Luft ge­griffen. Krupp * Essen hat bekanntlich überhaupt nie Gewehre hergestellt. DaS kleine Kruppsche Stahlwerk , in Annen-Westfalen watet von attersber «eweorlans-