Seite 3
Samstag den 27. Dezember
Str. SOS
men, die aber durch die Beschlüsse der Fraktionen selbst ad absurdum geführt wurden: Wäre die Frage der Regierung so einfach zu lösen, dann müßte die große Koalition, deren Kanzler ich war, vor Der leichtesten Aufgabe gestanden haben. Die seit dem Auseinanderfall des Großen Kabinetts umstrittene Frage ist die Heranziehung der Deutsch natio- nalen zur verantwortlichen Mitwirkung im Reich. Weil ich diese verantwortliche Mitwirkung für notwendig erachtete, bin ich den größten Angriffen ausgesetzt gewesen. Der primitiven Anschauungsweise erscheint es als nicht geradlinig, daß der Führer der großen Koalition heute diese Einbeziehung für notwendig erachtet. Welche Gründe sprechen nun für diese non der deutschen Volkspartei programmatisch schon feit dem 12. Januar ds. Js. vertretene Ansicht? Ist es die unaufhaltsame Rechtsentwicklung der Deutschen Volkspartei, die sich von ihren bisherigen Koalitionsgenossen abwenden wollte und in einer Kampffront „Rechts gegen Links" die Lösung der deutschen innervolitischen Fragen erstrebte? Sicherlich nicht! So wenig die Deutsche Volkspartei prinzipiell die Zu- sammenarbest mit der Sozialdemokratie ablehnt, mit der sie in Preußen und in Sachsen in einer Regierung ist, so wenig sollte man auch auf demokratischer Seite und auf der Linken sich in die Idee verrennen, daß es prinzipiell unmöglich sein sollte, mit der Deutschnationalen Partei zusammenzuarbeiten. Weshalb drängt sich aber gegenwärtig die Mitarbeit der Deutsch- nationalen auf? Einmal aus dem Grunde, weil sie die stärkste bürgerliche Partei sind, und weil es töricht ist, an dieser Tatsache vorbeigehen.zu wollen. Die Deutschnationale Partei hat meine Politik meist bekämpft und doch ist sie die ihrige.
Ich bin der Meinung, daß die Deutsch- nationale Partei, bei aller Hochschätzung der großen Vergangenheit des deutschen Volkes, vielfach nicht erkannt hat, daß der Wiederaufbau Deutschlands, wie es in der Entschließung der Deutschen Volkspartei nach dem Rathenau- Mord hieß, nur auf der Grundlage der heutigen republikanischen Staatsform möglich ist. Wir brauchen außen- und innenpolitisch die Erziehung des deutschen Volkes zur Erke nntnisunsererrealen Lage. Ich sehe kein besseres Ziel dieser Erziehung, als wenn man loyal die Deutschnationalen einlüde, ihren Anteil an der Verantwortung zu übernehmen. Sie bergen unzweifelhaft auch Kräfte in sich, die für die Regierung des Staates eine Bereicherung fein würden. Die großen Fragen wirtschaftlicher N a t u r, die jetzt bei den internationalen Han- delsvertrüAen zu lösen sind, und auch die Fragen der Steuerreform, die eine Entlastung überlasteter Wirtschaftskreise bringen muß, sind bei der dogmatischen Einstellung weiter sozialistischer Kreise mit ihr nicht zu 'öfem Man Vereinbarungen bedingungslos zustimmen zu müssen, ohne zu beachten, daß die Waffen nicht gut und nicht gleich sind, daß wir infolge der Belastung durch die Reparationen nicht unter gleichem Licht und Schatten mit anderen Na- ftonen kämpfen. Auch außenpolitisch überwiegt die Ideologie gegenüber den realen Tatsachen. Soweit man an die praktischen Probleme denkt, würde eine Koalition mit den S o z i a l d e m o- k r a t e n binnen kurzem vor den schwersten Erschütterungen in ihrem Innern stehen.
' Schließlich aber die Frage: Sind diese Ge-
fahren bei der Deutschnationalen Partei auf meindlichen Zuschläge. Nach der Rechtslage hat arweren Gebieten nicht in demselben Maße nur der Erlaß der staatlichen Grundvermögensvorhanden? Ich bin der Meinung, daß eine steuer auch den Erlaß der gemeindlichen Zu- Deutschnationale Partei, die in der Regierung schlüge zur Folge, während die Stundung der ist, ihre Schwierigkeiten mit ihrem extremen; staatlichen Grundvermügenssteuer keine Rück- Flügel haben wird. Aber man vergißt doch,; Wirkung auf die gemeindlichen Zuschläge hat. daß die Deutschnationale Partei aus den ver-! Ebensowenig werden diese durch eine bei Aus- schisdensten Gruppen zusammengesetzt ist, in ' Zchtslosigkeit der Einziehung erfolgende Niederschlagung der staatlichen Grundvermögens-
rhr ist heute ein starker Einschlag der Wirt- »chaft, in ihr sind doch führende Köpfe, die staatspolitisch denken und die staatspolitisch das Notwendige anerkennen. Was schließlich die Außenpolitik anbelangt, so hat die Deutschnationale Partei den Satz geprägt: Die Dawes- Gesetze sind bindendes Recht.
Kundgebungen für den Reichs- Präsidenten,
Berlin, 24. Dez. In der gestrigen Sitzung des R e i ch s k a b i n e t t s, an der unter dem
Vorsitz des Vizekanzlers Dr. Jarres sämtliche Mitglieder des Reichskabinetts teilnahmen, wurde einstimmig eine Kundgebung für denReichspräsidenten beschlossen. Um dieser Entschließung besonderen Ausdruck zu Derleifjen, begaben sich heute vormittag sämtliche in Berlin anwesenden Reiss dem Reichspräsidenten, wobei ______ Entschließung des Kabinetts übermittelte. ,
Die Kundgebung lautet:
Sehr verehrter Herr Reichspräsident! Das Zeichskabinett.bat in feiner gestrigen Sitzung Unstimmig beschlossen, Ihnen, Herr Reichspräsident, die Empfindungen zum Ausdruck zu bringen, die uns angesichts des Schweren bewegen, das sie in diesen Tagen zu ertragen haben. Wer an der Spitze des Deutschen Reiches steht, hat des Vaterlandes Wohl zu fördern und M wahrem Wir haben zum Teil in jahrelanger, ^.,^.^..... ...... —..»,.. «^
^.u.ammenarbeü mit Ihnen Ihr Wirken gang, und die wenigen im Saal befindlichen ^^--^^^d^^^ulichkeit politisch und rnensch- Erwachsenem konnten nicht die nötigen Maß- lith schätzen gelernt. Auf Grund dieser Kennt- regeln ergreifen, um eine schleunige Räumung
linister zu Jarres die
fand ein Junge, der eine Ratte versorgte, am Kohlendepot des Quai de Jemmapes ein drittes
, , . . , Paket, das die Arme und Beine des in der
... - - . Auf Grund dieser Kennt- regeln ergreifen, um eine schleunige Räumung Nacht entdeckten Rumpfes enthielt. Die Zer»
ms wünschen wrr Ihnen zu sagen, daß wir ‘ zu bewerkstelligen, da der sich schnell ent- teilung der Leiche ist mit einem scharfen Messer einmütig uno ohne Unterschied der Partei- - wickelnde Rauch und die Schreie der Kinder sehr sauber und offenbar von einer geübten iteuung. Die Ueberzeugung haben, daß Ihre eine allgemeine Panik hervorgerufen hatten. Hand vollzogen worden. Der Mensck, der dieses Latlgkelt stets dem Wohle des deutschen Va-- 42 Leichen wurden unter den Trümmern des finstere Werk vollbracht hat, —,c- rerlanoes aeaoltsn hat. Lasten Si» OamIaJIQötrhoW H
. , x x _.,_,... _ _ ^^.. —..... .......... —-...... w p.H^ ««. -—rächt hat, muß Uebung in
serlandes gegolten hat. Lassen Sie uns Ihnen * Hauses gefunden, davon waren 22 bis zur Un- der Zerteilung von Leichen haben. Die Behörde ‘atnneunfere besten Wünsche für kenntlrchkeit verbrannt. Man mußte eine Zäh- scheint der Annahme zu fein, daß ein Mord 3hre weitere lang reif in Ihrem hohen und. lung der Einwohnerschaft vornehmen, um die geschehen ist. Die Zeitungen, die um die Kör- verantwortungsvollen Amte aussprechen. ’ Namen der Ovfer ieitzustellen. Die Söbreckens- perteife gewickelt waren, sind Blätter eines in
ierlandes geg ch diesem Si
Der von Berlin abwesende Reichskanzler Marx hat, wie Dr. Jarres hinzufügte, ibn beauftragt, dem Reichspräsidenten zmn Ausdruck zu bringen, daß er die Empfindungen und Wünsche des Kabinetts aufrichtig teilt.
Berlin, 24. Dez. Wie der amtliche Preußische Pressedienst erfährt, hat der Preußische Ministerpräsident Braun als Sprecher des Kabinetts am Mittwoch nachmittag dem Reichspräsidenten folgende Kundgebung der preußischen Regierung überbracht:
„Sehr verehrter Herr Reichspräsident! Dis preußische Staatsregierung hat das aufrichtige Bedürfnis, sich der Ihnen heute übermittelten Erklärung der Reichsrsgieruna anzuschließen und Sie ihrer unveränderten Hochschätzung und ihres Vertrauens zu versichern."
Dieser Schritt des Reichskabinetts ist ganz ungewöhnlich. Wären die Minister einzeln, als Privatleute, zum Reichspräsidenten gegangen, um ihm „ihre Empfindungen zum Ausdruck zu bringen", so wäre nichts weiter dagegen zu sagen. Aber das Kabinett hat besonderen Wert darauf gelegt, in corpore aufzutreten. Damit erhebt es selbst seine Kundgebung gegen das Magdeburger Urteil — denn darauf läuft doch der 'Schritt hinaus — zu einem hochpolitischen Akt. Gegen das Urteil ist von beiden Parteien Berufung eingelegt, das Verfahren schwebt also noch. Wie unter diesen Umständen das Reichskabinett — das doch nur mehr die Geschäfte bis zur Bildung der neuen Regierung führt! — einen Schritt unternehmen konnte, der, man mag das Ding drehen und wenden wie man will, auf eine Kritik des Urteils erster Instanz hinausläuft, ist schwer verständlich. Daß der Schritt unternommen wurde unter Teilnahme des Vertreters des Reichsjustrzministsriums, trägt sogar eine recht peinliche Schattierung in das Ganze. Der Verwaller des Reichsjustiz- minifteriums gefährdet die Unbefangenheit der deutschen Rechtspflege, wenn er in einer noch unentschiedenen Sache in so auffälliger Weise Partei ergreift! Und all das vollzieht sich in Abwesenheit, wenn auch nicht ohne Vorwissen, des Reichskanzlers? Wenn der Schritt, den das Kabinett unternahm, den Reichskanzler nicht so dringlich und wichtig dünkte, um ihn zur Rückkehr nach Berlin zu veranlassen, so hätte es damit solche Eile wohl nicht gehabt.
Die Regierung in Vraunschweig.
Braunschweig, 24. Dez. In her Sitzunst der Landesversammlung erfolgte die WM der neuen âraunschweigischen Regierung. Auf Vorschlag der parlamentarischen Arbeitsgemeinschaft der nationalen Parteien und der Wirtschaftsgruppen wurden folgende drei außer halb der Parteien stehende Persönlichkeiten ;u Ministern gewählt: Ritteroutsbesitzer Udo boi Grone, Regierungsrat Hans Liess von der Kreis- irektipn in Braunschweig und Oberregieruu'Srat Marquardt von der Landesökonomiekommission. Grone Stimmzettel waren jedesmal . ungültig. Marquardt wurde mit 25 Stimmzettel gewählt. Die Zahl der Abgeordneten int neuen Landtag beträgt 48.
Stuuöung und ELiatz -sr ®omih r-mlMVgSKSsreusr-
Einer gemeinsamen Verfügung des preußischen Ministers des Innern und des F-nanz- minrfters entnimmt der Amtliche Preußische Pressedienst folgende Mitteilungen:
Es besteht noch vielfach Unklarheit über die Wirkung der Stundung und des Erlasses der staatlichen Grundvermögensstsder auf die ge-
mck-
steuer berührt. Es ist aber Pflicht der Gemeinden, bei Stundung der staatlichen Grundvermögenssteuer trotz weitestgehender Berücksichtigung ihrer eigenen Finanzlage in jedem einzelnen Falle genau zu prüfen, ob nicht im Interesse des Steuerpflichtigen auch ihrerseits ein Anschluß an das staatliche Vorgehen geboten und unter Berücksichtigung der eigenen Finanzlage der Gemeinden möglich ist, und dann dementsprechend zu verfahren.
Der Lufiexpretz VsWöon— Paris abgeflürzt.
London, 24. Dez. Der Lustexpreß London-Paris ist heute kurz nach feinem Aufstieg in Ecoyden abgestürzt und verbrannt. Der Flugzeugführer und acht Passagiere fanden den Tod.
Ein furchtbares Brandrmgrüâ im AMerika.
Hobart (Oklahoma), 26. Dez. Ein furcht- Einige Stunden später, während die Polizei bares Unglück ereignete sich bei einer Weih- mit den Feststellungen über den èrjt™ nachtsfeier in Hobart. Bei einer Schulfeier, der beschäftigt war, wurde am Quai de &
300 Kinder beiwohnten, stieß der Darsteller des Knechtes Ruprecht versehentlich eine Kerze vom
Weihnachtsbaum. In wenigen Augercblicken schnürt. Äas Paket enthielt einen Oberschenkel war der ganze Raum ein Flammenmeer. Die und ein Stück des Beckens. Um sechs Uhr früh
Kinder verfverrten in ihrer Angst den AuS'
f jenen wiederholten sich, als ein Kaufhaus! französischer Sprache gedruckten amerikanischei gegenüber dem Krankenhaus, in das man die Journals „L'Echo de L'Quest de St. Franciske verletzten Kinder gebracht hatte, ebenfalls an- i vom 8. April 1924 und der „Vie Parisisnne^ fing zu brennen. Die Kinder stürzten sich halb vom 11. Mai 1918. Das Opfer scheint 25—2) wahnsinnig vor Angst auf Aerzte und Wärte- ■ Jahre alt gewesen zu sein. Der Tod scheint vo rinnen. Nur mit größter Mühe gelang es, sie; nicht langer Zeit erfolgt zu sein. Der Kopf uni " " * " ' ' . ein Arm des Toten fehlen. Der Fund erinner
Aus aller Welt.
Am Meer versunken.
Rorfo k, 24. Dk^r. Als ein Flugzeug Marine, das einen Kranken transportierte und
der
Don
der Stufte von Nordcaro'ma rurücksthrte, in her Näb? bei FlugbafenS landen wollte, versank es in den Fluten, wobei die drei Insassen, darunter der Kranke, erbauten.
Bu-moS-MreS, 24. Dezbr. Der lett'Sndische Flieger Ballod, der Bier mit sem-m motorlosen Flugzeug Probeflüge unternahm, ist tödlich abgestürzt.
Ein montenesrinikchev Konsul als Scheck- fchwindlcr.
Der Danziger Vmkier und montenegrikche Konsul Siegfried Wrel^inski, der seit Juli dieser Jahres steckbriellnh verfolgt wird, wurde am 1. Feiertaa in -einer Berliner Wobnung Hersi affet Der Verhaftete, der fast alleiniger Besitzer b-r Sitten deS Berliner LunaparkeS ist, hatte diele Aktien mit Sckecks bezahlt, die sich später als wertlos berauSstellten, da für sie frine Deckung vorbanden war. ES Bliebt der Verdacht, daß fi* WreschinSki auch Bet Aktienkänten. von anderen Gesellschaften des Betruges schuldig gemacht hat.
Weitere Berhastungen im Ratte KuttSkerS.
Wie genietet, wird in der Angelegenheit Kut^ker wâbrend der Weihnachtsftürtage drei todtere PcrloNM verhaftet und in baS Unters uchnngSaefânaniS emge- befert war en. Es Banbett sich um den ältesten Sobn KuftSkerS, Alexander Kut'Sk"r, der als Prokurist in dem Bankhaus E. v. Stein an^estevt war, um einen anderen Prokuristen der gleichen Bank nantenS Lei und um einen Angestellten der Blau G. m. b. H., den Major a. D. Karl Rother, der früher im Waffen- und MnnitionSbeichaffungSamt beschäftigt war. Weitere Verhaftungen stehen bevor.
Schweres nnalütf beim Bau einet Rutenneuanlagc.
KönijsSwusterhauscn, 24. Dez. Beim Bau öes Mittelmastes für die neue Antennenanlage bei her Haupt'unkstelle KönigSwusterhausen ist Beute mittag um 12’/, Uhr ein bei der Montage benutztes sogenanntes Fahrgestell, auf dem sich zehn Personen befanden, aus noch unaufgeklärter Ursache aus 20 Meter Höhe herabgestürzt. Von den 10 Arbeitern sind 5 schwerverletzt. Einer starb kurz darauf infolge einer Lungenzerreißung; die anderen 4 Schwerverletzten erlitten Arm- und Beinbrüche, doch besteht keine Lebensgefahr. Die übrigen 5 kamen mit leichteren Verletzungen davon.
Banditr» -ringen einen Eisen-ahnzug zum Entgleisen.
Mexiko, 26. Dez. (Reuter.) 60 Banditen brachten bei El Cobre einen Ersenbahnzug zum Entgleisen, tot ten einen weiblichen Passagier und seäS -«r Bedeckung des Zuges witgegèbène Soldaten und" raubten oen Paketwage» au . . Wätzrens wS Gefechts, in dem die Soldaten tapfer, aber vergeblich Widerstand leisteten, wurden mehrere Passagiere verwundet.
Lins neue Kältewelle in Amerika wird für Mittwoch und Donnerstag angekündigt, während augenblicklich das Wetter etwas milder ist. Die atlantische Schiffahrt ist infolge heftigsten Sturmes jtillgslcgt. In den Neueng- landstaaten beträgt die Temperatur 29 Grad Celsius unter Null.
154 000 Francs Lohngelder geraubt Ein Attentat von unerhörter Frechheit wurde in Paris auf offener Straße auf einen Magistrats- beamten verübt, der fich mit 154 000 Francs Lohngeldern vorn Pariser Rathaus nach dem Vorort Ivry begab. Er hat die Straßenbahn benutzt und wollte sich von der Haltestelle zmn Rathaus begeben, als plötzlich zwei maskierte Individuen über ihn herfielen. Er konnte gerade noch „Zu Hilse" schreien, dann hatte er
schon eine Hand voll Pfeffer im Gesicht, der ihn außer Gefecht setzte. Einer der beiden Angreifer entriß ihm seine Aktentasche mit dem Gelde, und im nächsten Augenblick waren beide mit einem Automobil, in dem sie gekommen waren, verschwunden. Der Beamte erhalle sich bald wieder und konnte gerade noch das Automobil verschwinden sehen. Sofort wurden Maßnahmen zur Ergreifung der Täter getroffen. Bisher konnte nur das Auto wieder gefunden werden. Die beiden Täter waren nach einem anderen Pariser Vorort gefahren und hatten es dort im Stich gelassen.
Grauenhafter Leichenfund in Paris. Ein geheimnisvoller Leichensund wird von den Pariser Blättern als Sensation berichtet. Gegen drei Uhr morgens fand auf dem Voulevarh de la Viletts ein Bäcker den Rumpf eines Mannes, der mitten durchgsschnitten war. Kopf, Arme und Beine fehlten. Der Körperteil vom Nabel bis zum Oberschenkel war kunstgerecht abgelöst. Der grausige Fund war in neue Wachstuchleinwand gehüllt und auf die Straße gelegt, ohne den Versuch, das Paket zu verbergen.
sten Fund
_____, jemmapes dicht am Ufer des Kanals, ein zweites Paket entdeckt, gleichfalls mit Wachsleinwand ver-
Mensck, der dieses muß Uebung in
in manchen Einzelheiten an die Ermordung de< Gymnasiasten Winter in Konitz, die vor meh' als 20 Jahren von allen Kriminalisten Deutsch lands besprochen wurde, ohne daß bisher ohn Aufklärung erfolgt ist.
Komische Sensationen in Dänemark. Aul Kopenhagen schreibt ein Mitarbeiter: Die Sen sationen dieses Landes haben oft einen komi schen Anstrich. Den Gipfel in dieser Hinsich bildete jener Austritt im Königlichen Theater in einer Festvorstellung, von deren Programn die sozialdemokratische Frau Unterrichtsministei Nina Bang die Ouvertüre zu Heibergs Elverhö gestrichen hatte, weil sie in das patriotische Liei „Kong Christian stod ved Höfen Mast" aus klang, ein Lied, das der Frau Minister alt nationalistisches Raufboldlied erschien. Die Un besonnenheit der Frau Minister, ein im netto nalen Bewußtsein des dänischen Volkes festver wurzeltes Lied, das als Nationalgesang aller dings jetzt durch ein auf eine unkriegerisch, Tonart abgestimmtes Lied verdrängt ist, unter drücken zu wollen, führte zu jener drolliger Szene, wo junge Menschen der bekannt gewor denen Beschneidung des Programms Trot boten und gerade das verpönte Lied anstimm ten, wo das ganze Haus sich erhob und begeh stert einstimmte und die auf den ersten Parkett reihen fitzenden Minister in die größte Ver legenheit gerieten. Ein dankbareres Bild für di, Witzbolde war nicht denkbar als der Anblick btC'
ser Führer der Nation, die sich teils mit der anderen von den Sitzen erhoben, teils sitze« blieben, teils, wie Fama behauptet, an der Rockschößen wieder auf ihre Sitze hinabgezog, wurden. Wochenlang war diese Sensation d allgemeine Gesprächsthema.
ins
MW MMMB
Nachtrag zur Ordnung betreffend die Erhebung einer Hunds steuer im' Landkreise Hanau vom 29. September 1920
Artikel I.
Die nn Artikel I Ziffer 1 und 2 des Nachtrags vom 29. Dezember 1923 festgesetzten Steuersätze wer.
den wie folgt geändert:
Ziffer 1 von 3 Goldmavk auf 5
Ziffer 2 non 5 Goldmark auf 7
Golduiark, Goldmark.
in
Artikel II.
Dieser Nachtrag tritt mit beut heutigen Tag' Kraft.
$anau den 12. November 1924.
Der Kreistag des Landkreises Hanau.
Der Vorsitzende. Kaiser.
H. Kreft. Diez. Schmidt TL . Der Protokollführer. Miersch.
Die Genehmigung wird mit der Maßgabe erteil! daß im § 4 der Ordnung vom 29. September 192' folgende Zusätze ausgenommen werden: _
f) die in Eefcmgenenanstolten dienstlich zu Wach zwecken gehaltenen Hunde,
g) die Diensthunde der Forstbecnnlen mrd der. jenigen im Privatfmstd-eust an gestellten Personen die gemäß 23, 24 des Forstdiebstahlgesetzes von 15. April 1878 (G.-S. S. 222) ein für allemal ge rid)tütet) beeidigt sind oder deren Anstellung gemös S 62 des Feld-' und Forstpolizeigesetzes vom 1. April 1880 (G.-S. S. 230) von der zuständigen Stootâ Horde bestätigt ist,
h) die Diensthunde der Zollbecmiten, letztere aud baiut, wenn die im dienMchen Interesse gehaltener Hunde zwar Eigentum der Beamten sind, die Unter Hellungskosten für sie aber im wesentlichen von Reiche getragen werden, 3, B. durch eine dem be treffenden Beamten gewährte Abfindung.
Die Gültrgksitsdauler der Steuerordnung und aller dazu erlassenen Nachträge wird bis zürn 31. Mär 1926 genehmigt und zwar unter dem Vorbehalt, das aus Antrag vor Ablauf der Frist die Geltungsdauci g. F. wieder verlängert werben kann.
Ansprüche irgendwelcher Art gegen den Siam oder das Reich auf Gewährleistung des Steuer, ertrag« oder in ähnlicher Beziehung können Hieraur nicht yergeleitèt werden, falls etwa der Staat ober das Reich diese Steuerart für sich in Anspruch nehmen oder eine anderweite Regelung treffen sollte. •
Cassel den 6. Dezember 1924. .,
Der Regierungsprästdsnt. I. A.: grz. H IV.
(Siegel)
Veröffentlicht.
Hanau den 18. Dezenrber 1924.
Der Vorsitzende des Kreisausschusjes. K a t f e F.
ÄÄt MmMMeii.
Nach dem vom Laudesausschuß in seiner Sitzuvi Dom 12. v. Mts. genehmigten Voranschlag der Ew nahmen und Ausgab en des Wehs suchen fonds st das Jahr 1925 ist für dieses Jahr die Erhebum eines Beitrags (einer Vishseuchenabgabe) und zwar für Pferde usw. in Höhe von 2 Reichsmark, für Rindvieh in Höhe von 0.30 Reichsmark nm für Zi^en in Höhe von 0.10 Reichsmark
für jedes Stück vorgesehen worden. _
Das Verzeichnis über den Viehbestand ist M Einsicht der Beteiligten vom 29. Dezember 1924 W 12. Januar 1925 in Zimmer 45 des Rathauses auS' gelegt. Anträge auf Berichtigung des Berzerchnrsg- früh innerhalb dieser Zeit bei der unterzeichneten Behörde anzubringen.
Hanan den 22. Dezenrber 1924.
Der Magistrat. Dr. Müller. ' .
6iese Sei echt *ieidtMi
„Hautleiden, Frauen eiden" ohne Quecksilber, ohne Berufsstör. speziaU ärztl. Behan. ilsr. Bpezialarzt Dr. m' d. 4». Slöilaenders Amb., riankfurt a, M-,
Bethmanustr 56. 1