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200. I^Dqang.

SanauerS Anzeiger

General-Anzeiger / Zugleich amlliches Organ für den Landkreis Sana«

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Nr. 303

Samslag den 27. Dezember

1924

Herriot gebilligten Planes dahingehend, daß die deutsche Reichswehr und der General st ab einer Reform an Haupt und Gliedern unterzogen werden. Die Aeußerungen Herriots gegen, über ibem Vertreter der belgischen Telegraphen- Agentur enthalten diesbezügliche Andeutungen. Der französische Ministerpräsident sagt u. a., daß Rollet alle Möglichkeiten eines deutschen Revanchekrieges gegen Frankreich geprüft und entsprechende Maßnahmen ausgearbeitet habe, die rechtzeitig den Ausbruch eines Konfliktes verhindern könnten. Der in Versailles tagende Oberste Militärrat soll durch Vermittlung des Marschalls Foll über den Plan des Generals Rollet genaue Mitteilungen erhalten haben. Einmütig und geschloffen steht die Preffe hinter der französischen Reigerung. Die Organe der Linksrepublikaner rechnen auf eine Offensive der deutschen Sozialisten gegen die Berliner Regierung, während in den nationalistischen Blättern darauf hingearbeitet wird, dem Pub­likum begreiflich zu machen, daß alle Parteien in Deutschland ohne Unterschied revanchesüchtig feien, weshalb das schärfste Mißtrauen ange­bracht wäre. In der heutigen Kammersitzung, in der über die industrielle Mobilmachung Frankreichs im Kriegsfälle gesprochen wurde, konnte der Kriegsminister dem Deputierten Loucheur die beruhigende Antwort erteilen, daß nach alen pessimistischen Mut­maßungen Frankreich schlagfer­tig und technisch gerüstet sei.

Die Dvlfchafterkonferenz.

Paris, 26. Dez. Die Botschafterkonferenz tritt nach einer Havas-Meldung erst moraen vor­mittag um 11 Uhr zu einer Sitzung zusammen, um von dem Bericht des interalliierten Militär­komitees von Versailles Kenntnis zu nehmen, in

Botschafterkonferenz sich auf eine Demarche der alliierten Botschafter in Berlin einigen werde, die im Namen ihrer Regierungen eine Note überreichen würden, über deren Inhall man sich verständigen werde. Diese Note werde aber jedenfalls nicht vor den ersten Tagen des Monats Januar überreicht werdeir.

Paris, 27. Dez. Fast die gesamte Presse sucht die Botschafterkonferenz, die heute vor­mittag zu einer Sitzung wegen der in Deutsch­land durchgeführten Generallnspektion zusam­mentritt, zu beeinflussen. Es wird berichtet, daß Herriot gestern den Vorsitzenden der inter­alliierten Kontrollkommission General Walch empfangen habe und daß dieser vielleicht vor der Botschafterkonferenz aussagen werde. Des weiteren läßt das Quai dDrfey mitteilen, daß es unter irgendeiner Form die französische Re­gierung demnächst das Ergebnis der vorläu­figen Berichte als Beantwortung einer offi­ziellen Note der deutschen Reichsregierung ver­öffentlichen lassen werde.

Hetze -er französischen Presse.

Paris, 26. Dez. ScrQiiotib'en", der sich bis 'etzt in der JEaae der Räiim'mq der Kölner Zone reserviert betitelten hatte, veröffentlicht heute einen Artikel, in dem er erklärt, die Entdeckung von ver­deckten Waffen habe die Räumung der Kölner Zone unmöglich gemacht. Alle Welt werde franstet*. England und Belgien zustimmen und verstehen, daß "e augenblicklich nicht geneigt feien, die militärischen BiShder an^uaeben, die sie in Händen halten. Es lei sehr natürlich, daß Deutschland seine vollkommene Freiheit wieder erlangen wolle und bitter enttäuscht lei über die Verlängerung der Besetzung von Köln. ES wäre für etn Land nicht würdig »u leben, wenn es nicht seine Integrität wieder Zurückgaben: wolle Das Blatt schreibt weiter: Wir Franzosen er­warten Ungeduld g die Stunde, in der wir mit einer Nation wieder normale Beziehungen Herstellen können, die zu lange unterbrochen waren und deren b/ieberfitrffenung für den Frieden unerläßlich ist. Aber normale Beziehungen können nicht wieder hergestell» werden dadurch, daß man ben nationalistischen Geist entfacht, daß man sich bewaffnet und die Revanche vor­bereitet. Wenn das demo latâebe Deutschland e? nt t verliebt, dem reaktionären Deutschland leinen Willen aiifzuzwiiigen, dann darf man nicht damit rechnen, daß die interallierten Regierungen die Angen vor einer solchen Lage verschließen. Wir brauchn Sicherheit, um wieder arbeiten zu können. Das Deutsche Reich muß erklären, ob es eine ehrl'che Erfüllung brr Ent- waffnunaSklauseln erstreben will oder nicht. Wenn eS das nicht will, dann hat es sich alle Leiden selbst zu- zuickreiben und die volle Verantwortung für die europäische Verwirrung wird ihm aulgebürdet werden.

Auch die »Ere llouvelle* vertritt heilte den Stand­punkt Herr-ots und sagt, hab er nicht leichtfertig den eschluß gefaßt habe, die Kölner Zone nicht vor dem 10. Januar zu räumen. Die sehr entgegenkommende Absicht HerriolS scheine rect tS des Rbem» nicht ver­standen worden zu sein. Kein französischer Minister­

Das Neueste.

. In Paris und London wurden die Weihnachtr- seiatage dazu benutzt, um die diplomatische Lage in der Râumungrfrage zu klären.

Die Botschafterkonferenz tritt heute zu der bereits angekündigten Sitzung zusammen, um den Be­richt der interalliierten Kontrollkommission über die Entwaffnung Deutschlands zu prüfen.

In amtliche» amerikanischen Kreisen verurteilt ifttttn die Politik Frankreich» indezug auf die Räumung der Kölner Zone.

Dr. Stresemann tritt in einem Artikel energisch für die Heranziehung der Deutschnationale» zur Regierungsbildung ein.

Englands Luflslollen-Rüftungen

England, die Beherrscherin der Meere, will auch Beherrscherin der Lüfte werden! Das geht aus interessanten Mitteilungen hervor, welche der Flug-Mitarbeiter des LondonerDaily Expreß" seinem Blatt über die Pläne des eng­lischen Flug-Ministeriums zu machen weiß. Diesem Gewährsmanne zufolge werden jetzt Probeflüge mit Maschinen ausgeführt, die zum Dienst für die englische Flotte bestimmt sind und deren Konstruktion einen großen Fort­schritt gegen alle bisher benutzten Marine- Flugzeuge der anderen Nationen bedeutet.

Die neuen Typen sind an Größe den bis­herigen soweit überlegen, wie es der Vogel Rock inTausend und eine Nacht" den andern Vögeln war. Eine dieserRock"-Maschinen, die demnächst Probeflüge machen soll, wird das größte Flugzeug der Welt sein. Eine Besatzung vop zwölf Mann hat darin Platz und wird ihre Schlaf- und Wohnräume darauf haben. Wenn diLLLeiLmnalckine mit der Flotte operiert, soll

uatsüy^r Sie stellt ein gesondertes Flug- kontingent für sich allein dar und bedarf keines Mutterfahrzeuges". Zwei darauf befindliche Marinemaschinen ermöglichen chr, auf der Oberfläche des Wassers unter eigener Kraft zu ähren. Alle verwundbaren Teile sind stark ge­panzert und Nester von Maschinengewehren lefinden sich auf den Flügeln sowohl, wie hin­ten und vorn auf dem Flugkörper. Die Mann- chaft soll aus drei Führern mit einemNavi­gator-Kapitän", weiteren Navigatoren, Ge­schütz-Mechanikern und einem Funktelegra- p^r^n bestehen.

Einer der neuen sechssitzigen Luftkreuzer hat sich so gut bewährt, daß das Flugministe­rium sechs davon in Bau gegeben hat. Dieser Typ besitzt vier Maschinen vom Napier-Lion- Typ von je 450 Pferdekräften. Der metallene Rumpf gestattet Landung selbst auf wild be­wegter See. Die Luftkreuzer sollen zu Kund­schaftsflügen auf offenem Meer dienen. Es sind auch noch andere Maschinen von ähnlichem Typ gebaut worden. Hochfee-Kundschaftsfochrzeuge, Ausguck-Hydroplane zur Operation mit der Flotte und Kampfmaschinen mit weiter Aktions­fähigkeit sind in der Entwickelung begriffen. Sie starren von Geschützen, so daß keinblinder Fleck" mehr existiert, wie es mit den Flotten­flugzeugen im Kriege der Fall man Die Ab­wehr in der Luft wird damit ebenso leicht gegen Angriffe von hinten und von unten wie gegen solche von vorn werden.

Das Flugministerium sei entschlosten, erklärt der Gewährsmann, daß Englands Luftflotte nicht ihresgleichen in der Welt haben solle?

Auch über den wunden Punkt, Londons Bedrohung durch Luftangriffe, gibt der fach­männische Mitarbeiter beruhigende Versiche­rungen.

Es werde, erfährt er, ein großer Plan für die Luftverteidigung Londons ausgearbeitet. Dieser nehme unter der Führung des Flug­marschalls Sir John Salmond schnell greifbare Gestalt an. Im Bircham Newton Aerodrom würden setzt Flüge mit dreisitzigen, für Tages­licht bestimmten Bombenflugzeugen, die von je einer 600pferdigen Rolls-Royce-Maschine ge­trieben werden, ausgeführt. Sie gehörten zum Londoner Verteidigungsplan und seien die größten Einmotor-Flugzeuge mit Ausrüstung für weite Flüge, die es gebe. Sie würden zehn Stunden lang ohne Unterbrechung mit über 160 Kilometerstunden Geschwindigkeit fliegen und 800 Kilometer entfernte Plätze bombar- dieren können, ohne beim Hin- und Herflug zu landen!

Das sind die heiteren Zukunftsaussichten ^ach demKriege zur Beendigung aller Kriege!" Gegen wen rüstet London zur Luft- Meidigung? Gegen ein Deutschland ohne Flugzeuge? Oder gegen die Marsbewohner?

Wer allein kann England von der Luft aus siedrohen?

Die ganze Welt bewaffnet sich bis an die Zähne. Nur Deutschland darf sein eigenes Land nicht vertragsmäßig wieder erhalten, weil eine Kommission der beiden Länder. die wild gegen­einander rüsten, ein paar verrostete Maschinen­gewehre auf seinem Gebiet gefunden hat. Man sollte meinen, England habe von der Erfahrung mit seinen Kriegsfreunden genug gehabt. Wo ist dieErbweisheit" der Engländer geblieben?

Englisch - französische Besprechungen.

England für gleichzeitige Räumung des Ruhr­gebiets und der Kölner Zone? Frankreich für unbedingten Vertragsbruch.

Paris, 27 Dez. Die beiden Weihnachtstage wurden dazu benutzt, die diplomatische Lage aufzuklären. Herriot erhielt bereits gestern nachmittag von dem französischen Botschafter in London ausführliche Nachricht über die Auf­fassung Chamberlains. Der Leiter des briti­schen Außenamts scheint sich in einer Unter­redung mit dem Vertreter Frankreichs dahin geäußert zu haben, daß die Verständigung zwischen Frankreich, Belgien und England in der Räumungsfrage nötig sei, um mit Deutsch­land zu einer befriedigenden Einigung $u kommen. Es wird hier behauptet, daß die englische Regierung einen Kompromiß­vorschlag bereit hätt, der sich auf die gleichzeitige Räumung des Ruhr­gebiets und der KolnerZone bezieht. Voraussetzung für die befriedigende Erledigung der Entwaffnungsfrage fei zwar, daß Deutsch­land bis zu einem gewissen Zeitpunkt, even­tuell bis Ende Mai, den Entwaffnungsbestim­mungen Folge leistet. Wie gesagt, handelt es sich hier um eine unkontrollierbare Meldung. Es soll aber nicht unerwähnt daß die regungen einzugehen. Die Forde­rungen des französischen Kabinetts sind sehr weitgehend und übertreffen ohne Zweifel um ein bedeutendes den englischen Standpunkt.

Nach hiesiger Auffassung hält man eine Lösung der Entwaffnungsfrage bis auf weite­res für ausgeschlossen. Es wird erklärt, daß die geheimen Waffenmagazine im Grunde ge­nommen nicht so wichtig waren, wie es den Anschein hat. Ein Mitglied des Kammeraus- schustes, der sich mit der Kontrolle der Frie- densverträge befaßt, erklärte folgendes: Die Waffenfunde in Deutschland sind gut genug um in der Presse besprochen zu werden, dann die öffentliche Meinung auf die Vorgänge ge­lenkt und daran selbst interessiert wird. Haupt­sache bleibe aber die geheimen Organisationen der Reichswehr und der Grünen Polizei und die damit zusammenhängende Ausbildung der deutschen Jugend, kurz und gut die Vorberei­tungen Deutschlands zu einem Revanchekrieg. In diesen Worten spricht sich der Standpunkt der Kammerkommission allseitig aus.

Loucheur, der momentan wieder seinen starken Einfluß geltend macht, äußert sich über den Stand der Situation dahin, daß die Be­seitigung der geheimen Reichswehrorganisa­tionen das einheitliche Ziel der französischen Politik gegenüber Deutschland sei. Es ist be­kannt, daß Herriot in seinen Verhandlungen mit Loucheur und dem Vorsitzenden des ge= nannten Kammerausschusses, des Deputierten Lautier, die feste Zusage gemacht hat, in den Verhandlungen mit England die sogenannte Reichswehrfrage in den Vordergrund zu rücken. Auf ein Nachgeben läßt sich Herriot diesmal um so weniger ein, als er mit einem starken Druck des Senats rechnen muß, wo die Vertre­ter des früheren Bloc national eigentlich das Heft in Händen haben. Was die Sozialisten in der Deputiertenkammer betrifft, so verlautet, daß Blum dem Ministerpräsidenten die Zu­sicherung machte, den Regierungsstandpunkt zu unterstützen. Das Herriot nahestehende Blatt Information" kennzeichnet die Auffassung der französischen Regierung folgendermaßen: Reichswehr und Generalstab sind die Verant­wortlichen. Dieses deutsche Karthago muß zerstört werden." Daraus ergibt sich, wie zwecklos eigentlich der Artikel des Ber­linerVorwärts" ist, in dem über eine unangenehme Entdeckung durch die Kon­rollkommission gesprochen wird. Wenn das Hauptorgan der deutschen Sozialdemokratie Den Standpunkt vertritt, daß diese Waffen- unbe ausschlaggebend wären für den Beschluß der französischen Regierung, so irrt es sich gründlich. Ohne weiteres handelt es sich um )ie Durchführung eines vom französischen Kriegsminister Rollet entworfenen und von

präsident könne unter diesen Umständen eine anben Entscheidung treffen al» die, die Herrist unter Billi­gung von Chamberlain und Tveuni» getroffen hab«, Man habe m Frankreich den Eindruck, daß Deutsch« lan> Hintergedanken habe und nichtfair blaq" spiele.

» Erich wollt weder auf den Frieden noch aus ben Fi t chritt verzichten. Da» müsse Deutschland bedenken, beim man wolle es weder demütigen noch beherrschen.

Eine besonders drohende Sprache führt der Mati n". Er kann zwar nur die angege­benen Verfehlungen anführen, von denen man seit Tagen spricht, z. B. von den auch im Quai d'Orsay erwähnten Funden von Stahlrohren, aus denen man 40 000 Maschinengewehrläufe Herstellen könne, und die seit Monaten immer wieder ins Treffen geführt werden, und die bei Krupp gefundenen 27 000 Gewehre. Nach feiner Ansicht habe Deutschland trotz des Frie- densvertrages unter dem Einfluß zweier her­vorragender Männer, dem Reichswehrminister Geßler und dem General v. Seecki, nicht aufge- hört, alle Anstrengungen, die mit seiner Lage unoreinbar seien, zu machen, um eine grptze Militärmacht zu bilden. Die Effektivbeständc seien Dank der Zeiffreiwilligen zahlreich und ausgebildet, bedeutende Bewaffnungsarbett sei vorhanden und die Ausrüstung der Indu­strie sei eine solche, daß man diese Bewaffnung in zwei oder drei Monaten nicht ergänzen könne. Di« Stadtpolizei sei eine Militärmacht und die Fabriken seien nicht umgestellt. Auch die Gesetzgebung de» deutschen Reiches sei mit den Klauseln des Friodensvertrages von Ver­sailles nicht in Einklang gebracht worden. Mau könne damit rechhen, daß die englische Regie­rung sich weniger fest als die französische Re­gierung zeigen werde. Die Kölner Zone werde nicht geräumt werden. Die Inspektion würde fortgesetzt und es wird selbst opportun sein, die Rechte und die Machtbefug- uiffe der Kontrollkommission zu erweitern, utn täten zu beenden, wie einige annehmen, mau müsse im Gegenteil Deutschland durch entsprechende Maßnahmen ent­waffnen. Diese Maßnahmen würden erst dann wirkungsvoll sein, wenn sie v o n S a n k- tionen begleitet seien. Die öffentliche Meinung, die jetzt aufgeklärt sei, werde keine schwache Haltung der Regierung angesichts solcher gefährlichen Derhättniffe, wie sie fest­gestellt worden feien, dulden.

Amerika für Räumung der Kölner Zone.

Reivyork, 26. Dez. Staatssekretär Hughes hat sein Befremden über die Weigerung bei Ententemächte ausgesprochen, die am 10. Ja­nuar fällige Räumung Kölns vorzunehmen. In Washingtoner Regierungskreisen befürchtet man, daß durch die Fortdauer der Besetzung Kölns der Erfolg der im Dawes-Plan vorge- ^'henen Reparationen in Frage gestellt werden rannte.

Als Antwort auf die kürzliche Aeußerung, daß sich das amtliche Amerika an der Dawes- Lösung nicht beteiligt habe, erinnert die ameri­kanische Presse an die von Hughes, Dawes, Poung, Logan, dem Botschafter in London, Kellog, sowie Morgan und Lamont in euro­päische Fragen entfaltete Tätigkeit.

Rewyork, 26. Dez. In amtlichen Kreisen verurteilt man die Politik Frankreichs in bezug auf die Räumung der Kölner Zone. Man ist der Ansicht, daß Frankreich auch ohne Gegen­leistungen Deutschlands in die Räumung der Kölner Zone hätte einmütigen können. Die Politik Frankreichs bringe eine Gefährdung des Dawes-Planes mit sich, und bedeute die größ­ten Gefahren für die friedliche Entwicklung der ganzen Welt. Durch die französische Polittk sei eine neue Beunruhigung der politischen At­mosphäre herbeigeführt. Auch lehne Amerika ab, in die Reparattonskommission einzutreten, denn durch die französische Politik haben sich die Berhättnisse in Europa in letzter Zeit wie­der verschlechtert.

Skresemann über -ie Regierungs­bildung.

Hamburg, 26. Dez. Der Reichsminister des Heißeren, Dr. Stresemann, stellt demHanc- burger Fremdenblatt" einen längeren Arttkel ur Verfügung, dem wir folgendes entnehmen:

Die Frage der deutschen 'R egierungs- r i s e ist in den vergangenen Wochen meist unter dem Gesichtspunkt der Fraktionsartth- metik behandelt worden. Man hat die Frage aufgeworfen, welche Regierungsbildung in Deutschland möglich wäre, und ist zu den ver­schiedensten Mèhrheitskombinattonen getont