20». Jahrgang.
Hanauer MAnzeiger
General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. M.
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Nr. 282
Montag den 1. Dezember
1924}
Das Neaefle.
— Der deutsche Botschafter von Hoesch hat gestern Lcrriot mitgeteilt, daß die deutsche Regierung mit Ge- ftugtuintg von der Begnadigung des Generals von Nathustus Kenntnis genommen habe.
— Der Oberstkommandierende der belgischen Besatzungsarmee teilte dem Reichsminister Jarres nunmehr amtlich mit, datz er die Amtsgeschäfte als Oberbürgermeister von Duisburg von dem Augenblick an wieder übernehmen könne, in dem er sein Amt als Reichsminister aufgebe.
— Nach einer Meldung aus Paris wird die Konferenz der alliierten Finanzminister am 15. Dezember in Paris stattfinde«.
Um was es gehl . . .
Eine Woche trennt uns noch von dem Wahlsonntag. Eine Woche lang noch wird ein Trommelfeuer von Schlagwörtern auf Hie armen deutschen Staatsbürger nisderprasseln. um die Wählermassen in Bewegung zu setzen. Besonders von Links werden alle Hebel angefetzt, und die linke Parteigruppe arbeitet mit fernerem Geschütz. Munition ist überraschenderweise vorhanden und bei manchen wird schon die Frage aufgetaucht sein: Wo stammt das viele Geld her, das doch zu all den Flugschriften nnd Wahlzeitungen nötig ist? Daß die Kommunisten erhebliche Wahlkampfzuschüsse von Moskau beziehen, weiß man. Wie steht es indessen mit der Sozialdemokratie. Da wird allerhand gemunkelt. Man weiß, daß im vergangenen wie auch zu Anfang dieses Jahres die Partei der Genossen sowie die Freien Gewerkschaften starke Abgänge an Mitgliedern zu verzeichnen hatten. Mit Recht enttäuschte Man- ner und Frauen hatten sich von dieser Partei der unerfüllbaren Versprechungen obgewandt. Di? Parteibürokratie arbeitete zwar fieberhaft Hut hie ^ ^è^)^^-^* ^Yt*wf**£*Ä..;.,^**^4ut*«^ — laufenen Genossen wieder ein. In den Partei- fassen herrschte starke Ebbe. Das ist in diesen Wahlkampftagen mit einem Male anders geworden. Woher der Mammon?
Die Deutsche Sozialdemokratie ist stolz auf ihre Internationale. Sie untermalt die lebhaftesten internationalen Beziehungen. Sie läßt keine Gelegenheit vorübergehen, um ihre inter-
nationale Solidarität mit gleich gerichteten Parteien in England, Frankreich, Amerika usw. kunidzugeben. Nimmt es da wunder, wenn es Leute gibt, die versichern: Das internationale Gewerkschaftskapital hat gwßes Interesse am Deutschen Wahlausgang vom 7. Dezember. Es tut das ihrige, um der Deutschen Sozialdemokratie wirksam unter die Arme zu greifen. In der Tat finden sich politische und wittschaftliche Gründe, die das internationale Gewerkschaftskapital auf seine Weise veranlassen, durch Einflüsse in Deutschland Politik zu machen. I
flüffe in Deutschland Politik zu machen. Da ist in erster Linie die Ratifizierung des sogenannten Washingtoner Abkommens durch Deuschland. Wird die Sozialdemokratie die stärkste Partei, nehmen fer- Tier bei der Wahl am 7. Dezember Demokraten und Zentrum stark an Stimmen zu, dann ist die Möglichkeit einer Kabinettsbildung aus Mitgliedern dieser Parteien sehr wahrscheinlich. Dann wird voraussichtlich das Washingtoner Abkommen, das die Arbeitszeit international auf acht Stunden festsetzt, ohne weiteres ratifiziert, damit das Selbstbestimmungsrecht über unsere Arbeitszeit üahingegeben. Und nicht nur das. Die Erfüllung aus dem Dawes-Plan, der Wille, durch Arbeit zur Freiheit zu kommen, würde gänzlich sabotiert werden. Die Folgen wären: Wirtschaftliche und politische Sanktionen der Ententemächte. Die Gewerkschaften in England und Amerika haben natürlich ein großes Interesse daran, und zwar ganz egoistischer Art, daß Deutschland das Washingtoner Abkommen ratifiziert. Sie können einen entsprechenden Hinweis ihren Regierungen geben. Die Arbeiterschaft der Siegerstaaten kann sich, den Luxus leisten, nur acht Stunden zu arbeiten. Sie belastet ja kein Dawes-Plan und kein Londoner Pakt, vor allem aber kein Versailler Vertrag. Das deutsche Volk, eine ein- zige große Arbeitsgemeinschaft kann und darf keinerlei internationale Bindungen dieser Art übernehmen. Hier liegt die innere Nnwahr- baftigkeit der sozialdemokratischen Politik: Man spricht „Ja" zum Dawes-Plan, man sagt durch Ratifizierung des Washingtoner Abkommens „Rein" zu seiner Erfüllung.
Eine zweite Angelegenheit, die für das deutsche Volk hochbedeutsam wurde und bei der künftigen Regierungsbildung nach dem Votum vom 7. Dezenrber eine große Rolle spielt, ist Deutschlands Eintritt in den Gen
ferVölkerbund. Sozialdemokraten, Zentrum und Demokraten sind gemäß ihrer mchr oder minder starken pazifistischen Einstellung bereit, mit fliegenden Faynen, ohne Vorbehalte, im Genfer Völkerbundsheim einzuziehen. Nationale Gründe hindern Deutschland, ohne weiteres im Genfer Gremium, das sein Entstehen dem Versailler Schanddiktat verdankt, Platz zu nehmen. Aber auch realpolitische Gründe sind geltend. So der sehr wichtige Grund, daß Amerika diesem Bund nicht angehört, ferner auch Rußland. Im übrigen besteht die große Gefahr, daß Deutschland bei allen Auseinandersetzungen im Dölkerbundsrat bei der noch immer herrschenden politischen Konstellation stets den kürzeren ziehen dürfte. Also große Vorsicht ist in dieser Frage vonnöten, zumal uns in diesen Tagen das briti« sche Ultimatum an Aegypten gezeigt hat, welche Autorität dem Völkerbund zukommt, was für ein Monstrum von Schwachheit, Lüge und Der- logenhest dieser Bund ist. *
Um was es geht? Jeder vernünftige, klar- bstckende deutsche Wähler sollte sich sagen: Der nationale Wille derer, die Deutschland bislang vor internationalen Bindungen, fei es auf diesem oder jenem Gebiet, bewahrten, muß besonders gestärkt werden. In Versailles und London wurden unserm Volk gewaltige Bürden auferlegt Das Wenige, das uns an Bewegungsfreiheit geblieben ist, gilt es zu schützen und zu bewahren, auf daß Deutschlands Unabhängigkeit wieder errungen werden kann. Am 7. Dezember wird die große Entscheidungsschlacht geschlagen: Die Losungen heißen: Hier deutsche Freiheit, dort internationale Binduna. Für den deutschen Wähler, dem erst sein Volk kommt, dann all die anderen vielen, gibt es keine andere Losung als
Der Kanzler km Wahlkampf.
Düsseldorf, 80. Nsvbr. Der Reichskanzler sprach vormittags in einer von mehreren tausend Personen besuchten Zentrumsversammlung im Apovotheater. Nach der Begrüßungsansprache der Parteivorsitzenden ergriff Dr. Mar^ daS Wort. Er legte eingehend die günstigen Auswirkungen des Dawesabkommens in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht dar. Rhein und Ruhr, daS alles sind Tatsachen, die auch Graf Westarp und seine Freunde nicht leugnen können, sowie unter den bisherigen Bedingungen der Rnbrwirtsckaft hätte weiter existieren können, darüber hat noch keiner der Neinsager vom 29. August eine befriedigende Antwort geben können. ES wäre töricht, daS Erreichte etwa nur überschätzen zu wollen und anzunebmen, daß alles in bester Ordnung ist. Davon sind wir leider recht weit entfernt. Aber wir stehen doch heute nickt mehr vor dem Chaos, toir haben doch wieder die Möglichkeiten der Besserung und des Aufstiegs, wir haben doch wieder Zukunitsboffnungen.
In dem Maße, wie die nüchterne und fähige Beurteilung unserer gesamten Verhältnisse es erwarten konnte, beginnt sich überall eine langsame Wendung zum Bessern ersichtlich durchzusetzen.
Ueber den Völkerbund sagte der Reichskanzler : Ich bin grundsätzlicher Freund deS Völkerbundes. Wenn irgendwie die Möglichkeit vorhanden ist, dann werden wir versuchen, dem Völkerbund beizutreten. Wir müssen unS den Schritt allerdings sehr wohl überlegen, weil er große Verbindlichkeiten mit sich bringen müßte. Wir werden den Schritt erst tun, wenn er zum Wohle bei Deutschen Reiches und des deutschen Volkes geschehen kann. Man hat uns voraeworsen. daß wir bei den Verhandlungen in London schwächlich gewesen seien. Andere Wege hätten eingeschlagen werden müssen, aber man ist uns die Aufklärung schuldig geblieben. Das LawcSadkommen, darüber müssen wir uns klar sein, ist ein Fundament, auf dem es gilt, Deutschland wieder ankzubauen und den Verpflichtungen, die wir nach dem verlorenen Krieg nun einmal übernommen haben, nach Möglichkeit nachzukommen, und so auch :ur politischen Freiheit unseres Volkes zu gelangen. Dazu brauchen wir aber einen .arbeitsfähigen Reichstag. Meines Erachtens muß nun am 7. Dezember ein Reichstag zustandekommen, der tatsächlich arbeitsfähig und arbeitswillig ist. Der Reichskanzler bedauerte den Zwiespalt über die Rcichsfarben schwarz- weiß-rot und schwarz-rot-gold unb sagte: Wir haben die Farben schwarz-weiß-rot in Ehren gehalten, aber jetzt haben wir nun einmal sckwar,-rot- aold. Wir müssen uns dagegen verwahren, daß ein Deutscher die Reicksfarben schwarz-rot-gold berunter- n'ücht. Es sei jetzt ein dringendes Gebot, an der Veifassung, wie sie in Weimar beschlossen worden ist, ; estznhalten.
Bezüglich der Au sw er tu n g s fr a g e erklärt der ReichS'anzler, daß dieselbe mit der Stabilisierung Zusammenhänge. Es sollte unser Bestreben fein, nicht wieder in eine neue Inflation hinein-ugcraten, aus der es keine Rettung mehr geben würde. ES wurde alles geschehen, um den Gläubigern zu ihrem Recht zu verhelfen, aber man dürfe nichts Unbilliges ve:- langen. Unter allen Umständen müßte an der Stabilisierung unserer Währung festgehalteuwerden. Der Reichskanzler bezeichnete dann die Politik der Mitte als die einzig mögliche, die allem aeetanet fei. die
verschiedenen Forderungen von Rechts und Link» in einem gerechten Ausgleich zu entsprechen. Am 7. Dezember habe jedermann die heilige Pflicht von seinem Wahlrecht Gebrauch zu macken. Wer aus Lässigkeit oder Interesselosigkeit der Wahl fernbleibt, schädige Volk und Vaterland.
Die Deckung der Wahlkosten.
Der Reichsrat beschäftigte sich mit einer Vorlage der ReichSregierung über Festsetzung der den Gemeinden zur Deckung der Kosten der Reichstagswahlen zu überweisenden Beträge. In der Vorlag« der Reichsregierung ist eine Staffelung vorgesehen derart, daß je nach Größe der Städte für jeden Einzel- wäbler 1,8 bi- 4,2 Pfennige aal Reichsmitteln erstattet werden sollen. Diese« Vorschlag haben die Ausschüsse zugestimmt und außerdem beschlossen, daß in solchen Gemeinden, wo eine amtlich« Benachrichtigung der Stimmberechtigten stattfindet, ein Zuschlag von 20 Prozent aus der ReichSkasse gewährt wird. Hiermit erklärte sich die ReichSregierung einverstanden. Als Pauschalquantum war in der Regierungsvorlage dieselbe Summe angenommen worden, wie für die Wahl vom 4. Mai. In den Ausschüssen de» Reichsrates hätte man eS gern gesehen, wenn für die Dezemberwahl dazu noch ein Zuschlag von 20 Prozent bewilligt würde, da den Gemeinden, namentlich für Heizung und Beleuchtung, im Dezember größere Kosten erwachsen würden als seinerzeit im Mai. Angenommen wurde vom Plenum, das im übrigen den AuSsckußbeschlüssen beitrat, ein Vermittlungsantraa der Regierung, wonach in solchen Gemeinden, in denen die Zahl der Stimmberechtigten nachweislich höher war als am 4. Mai, der Mehrkostenbetrag von der Reichskasse nachgezahlt werden soll.
»Das deutsche Volk hat auf der ganzen Linie gesiegt Das alte Morsche ist zusammengebro- chen, der Militarismus erledigt; . . . Jetzt besieht unsere Ausgabe darin, diesen glänzenden Sieg, di^en vollen Sieg des deutschen Volkes
Scheidemonn ist noch Heuke führendes glich dec sozialdemokratischen Partei.
Wer sozialdemokratisch wählt oder fi* von der Wahl fernhält, hält den von Scheidemann als glänzenden Sieg bezeichneten Zustand der Schwäche und Ehrlosigkeit für er- Haltungswerti
Der ägyptische Brandherd.
London, 29. Mvember. Bei dem Angriff der englischen Truppen auf die Kompagnie deS 11. sudanesischen Bataillons, das meuterte, hatten die Sudanesen zahlreiche Tote und Verwundete. Auch bei den anderen Kompagnien deZ 11. Bataillons kamen Fälle von Ungehorsam ^or. Es wird bemerkt, daß daS 11. Bataillon ber i z im Monat August, all .es unter der Führung ägyptischer Offiziere stand, meuterte. Diesmal aber sei der Fall schwerer, weil die ägyptischen Offiziere schon abgezogen waren und Lie sudanesischen Truppen dennoch meuterten. Im Foreign Office erregte deshalb die Nachricht besondere Unruhe und auch in der auswärtigen Kolonie von Kairo herrscht lebhafte Bestürzung. Die ägyptische Polizei nahm gestern die Verhaftung von 40 Führern der ägyptischen Nationalisten vor. Darunter befinden sich fünf Mitglieder deS ägyptischen Parlaments. Im Foreign office wurde erklärt, daß diese Verhaftungen nicht von den englischen Behörden voraenominen wuroen. sondern von dem neuen ägyptischen Kabinett, das volle Handlungsfreiheit babe.jene Verhaftungen vorzunehmen, die ihm notwendig erscheinen. Die Verhafteten werden vor ägyptische Gerichtsböic gestellt.
Das Gerücht wird verbreitet, daß der neue Mmister- präsivent Ziwar Pascha die Absicht habe, demnächst nach London zu kommen, um mit dem englischen Ministerpräsidenten bie Lage zu besprechen. Eine Bestätigung dieser Nachricht ist aber vorläufig nicht clilgetroffen. Die ägyptische nationalistische Organisation „Waid", die deute morgen zusammentrat, erhob einen feierlichen Protest gegen die Haltung Ziwar Paschas. Er wird der Feigheit beschuldigt uno a«- eeklagt, daß er blos Englands Spiel betreibe und alle Forderungen Englands unverzüglich annehme. Eine gestern nachmittag in London eingetroffene Depesche aus Kairo besagt, daß Lord Allenby, der englische Kommissar, krank sei und das Zimmer hüten müsse. Kavallerie- und Jnsanterieabteilungen durchziehen neuerlich die Straßen von Kairo und Alexandrien. Zu verschiedenen Malen wurden die beiden «taste auch von englischen Flugzeuggeschwadern überflogen.
Kritische Lage?
London, 29. Nov. Die Vorgänge tut Sudan iverden in einem beunruhigenden Dunkel gehalten Gewisse Kreise versichern auf Grund von Funk- sprüchen, die zwischen den Militärbehörden ausgetauscht werden, man habe die Situation 'est in der Hano und die Ateuterci sei auf einige 200 Sudaneien beschränkt geblieben. In Aegypten selbst scheint die Lage täglich 'rltischcr zu nierben. Die Anfreaung über die ft* schnell folgenden Verhaftungen führender ägyptischer Politiker ist ungeheuer. Allenbys plötzliche Erkrankung beunruhigt.
London, 1. D^, Aus Kairo wird gentetbet Last das 4 ägyptische Jnfauteriebataillon, bei in Khartum stationiert war, in Kairo eingetroffen ist. Die Eo> baten haben Befehl erhalten, eine Woche lang bie Kaserne nicht zu verlassen. Neue Verhaftungen tourbat nicht vorgenommen. Die 84 am 28. November festgenommenen Personen wurden am Samstag z»m erstenmale dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Nach einer Reutermeldung hat eine Abordnung ägyptisch«» Parlamentarier bei dem Gericht gegen bie Festnahi« der 5 Ägyptischen Abgeordneten Protest erhoben. Dit Abordnung wie» darauf hin, daß die Vertagung bei Parlaments in Kairo in keiner Weise die Aufhebung ver parlamentarischen Immunität rechtfertige. Du liberale Partei hat ebenfalls gegen die Verhaftung be# Abgeordneten protestiert.
Die Vermehrung der amerikanischen Armee.
BerN«, 1. Dez. Dke „Montagspost" meldet end' Paris: Me der „New-Dork 3 er alb" ans Washington berichtet, hat bet Generalstabschef bet Armee der Vereinigten Staaten in seinem Jahresbericht dargelegt, daß die Vermehrung bet LandstretttrLfte eine1 zwingende Notwendigkeit für die Vereinigten Staaten sei. Er verlangt, daß die Stärke der Armee 18000 Offiziere unb 130 000 Mann betragen soll.
Kafeuarbeilersireik in Dünkirchen.
Berlin, 1. Dezbr. Der „Montag" meldet: In Dünkirchen ist infolge der Maßregeluug von sechs Werftarbeitern ein allgemeiner Hafenarbeiterstreik ausgebrochen.
Puccini +♦
Brüssel, 29. Nov. Giacomo Puccmi ist heute in der Klinik, in der er sich einer Kehlkopfoperation unterzogen hatte, um 1154 Uhr vormittags an Herzschwäche gestorben.
Friedrich der Grotze und -ie heutige
, Mit Erlaubnis mann in München, sind wir in der Lage, aus einem demnächst erscheinenden Buche „Friedrich der Gooßg, unser Held mw Führer" van Oskar Fritsch, folgend« Schlußwoot zu Der äff entsichert:
Was hat denn alles Schaffen und Streiten dieses Preußenkönigs mit der heutigen Zeit zu tun? Was hilft es, von einem Führer zu deutscher Größe zu reden, in einem Augenblick, wo deutsche Größe für immer versunken scheint?
Nun: jedes Wort in diesem Buche ist für die heutige Zeit geschrieben, gerade weil sie so elend ist. Unser Deutschland braucht wieder den Glauben an sich selbst, an seine Lebensfähigkeit, seine Zukunft, seine Aufgabe unter den Völkern. Ein Volk, das den Glauben an seine Weltaufgabe verloren hat, ist kein Volk mehr. Wie jedes Volk seinen Tag in der Geschichte hat — sagt Schiller —, so wird auch der Tag des Deutschen kommen und zwar als die Ernte der ganzen Zeit. Diesen Tag hat Deutschland noch nicht erlebt, er steht ihm also noch bevor. Wie zur Zeit Friedrichs Preußen sich als Vormacht zur Einigung und Verteidigung Deutsch- . lands herauszustellen begann, so wird im kommenden Zeitalter das Abendland einer Bor- macht zur Verteidigung seiner vom Untergang bedrohten Kultur bedürfen. Frankreich, v -1 der Welle der Geschichte noch einmal emporgeworfen, hat sich — wie schon zur Zeit Napoleons — durch seine Politik verbrecherischer Vergewaltigung als unwürdig und unfähig zur Stellung solcher Vormacht erwiesen. Wenn überhaupt ein Volk auf diesen Posten berufen ist, so wird es das deutsche sein, schon ehedem das Herz Europas genannt, die einzige Macht, die ihrer Sinnesart nach die Vorherrschaft über die anderen nicht zu Raub und Unterbruaung ausnützen würde, sondern zur Vermittlung unter den Wesensarten der Völker, zur Wacht über den Frieden und zur Verteidigung der alten Kulturgüter, die unter dem Andrang westlicher ^^isisation und östlicher Baroarei bei ihr den letzten Hort gefunden haben, „wae Größte, was dem Menschen begegnen kann, ist es wohl, in der eigenen Sache die allgemeine zu verteidigen; dann erweitert sich das persönliche Dasein zu einem welthistorismcn —o- ment." Diese Worte Rankes sind auf Friedrich
Wenn wir den General Nathusius nicht begnadigen, gibt es im neuen deutschen Reichstag 30 Deutschnationale mehr! So schrieben die Pariser Blätter. So begnadigte man, um schwarz-rot-gold zu unterstützen. Darum die große Geste. Man nennt das i» Frankreich „hohe Politik."