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200. Jahrgang.

General-Anzeiger / AmMches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. W.

Erscheint täglich Ausnahme der Conn- und Feiertage. / Fernfprech-Anschluß Nr. 1287 und 1238.

B e r u s s » r e i s für die 2 Wochen vom 17. bis 29. November 1 Goldmark ohne Trägerlohn. Einzel- Nummer 10 Freitags u. Samstags 12 Goldokemiig. Aazetgenoreisertür die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Goldofernig. kür dis A s k l a m e z s i le (68 mm) 50 EoldyfennigOffertenaebüfir 80 Goldviennia Gefchäftsllelle Sammerärake 9

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Nr. 281

Samstag den 29. November

1924

Das Neueste.

Zn der Räumung des Sudan haben sich Schwierigkeiten eingestellt. Sudantruppen griffen das Militärkrankenhaus in Khartum an.

Wie die ZeitungAl Ahram" erfährt, soll Persien bereit sein, im Namen Aegyptens die Frage der Intervention des Völkerbundes zur Sprache zu bringen.

Zwischen Vertretern der amerikanischen und der französischen Regierung haben iuformative Besprechun­gen über die Grundlage der Fundierung der ftanzöst- schen Kriegsschulden begonnen.

Nach einer Meldung aus Mailand sollen mit dem 1. Januar 1925 51 weitere deutsche Privatschulen in Südtirol geschlossen werden.

-»Demokratische Außenpolitik^.

Die im Wahlkampf erfundene Phrase von derdemokratischen Außenpolitik" ist zu schön, um schnell wieder von der Bildfläche zu ver­schwinden. Sie wurde von den Parteirednern aufgegriffen und im demokratischen Sinne ausgebaut. Wieder einmal zeigt sich, wie viel man unserm deutschen Volke vorreden kann, wenn man an seinen Hang zum Theoretischen, zum Programmatischen, oder gar zu angeb­lichen Weltanschauungen und Aehnlichem appèlliert. Zugegeben zunächst, daß die böiden WorteRepublik" undDemokratie" mit voller Absicht von jedem wackeren Demokraten täglich einige Dutzend mal ausgesprochen oder .ge­schrieben werden müssen, weil die falsche Wahl­parole bezw. der Wahlrummel es so verlangen Weder ist die Republik bedroht, noch besteht M^^^^^^b^fyx^ii)A^xuL hak hna ^^iiâ^ti"^^ bah. WIMM denDemokratien" gehört, d. h. daß wir eine Verfassung haben, die in der Herr­schaft eines einzigen vom Volke direkt und all- gemein gewählten Parlaments unter allen Ländern der Welt geradezu eine Uebèr- spannung des Begriffs der Demokratie auf­gerichtet hat. Ein solcher Staat, wie das heu­tige Deutschland, kann also in diesem Sinne überhaupt gar keine andere Politik machen, als eine demokratische, d. h. eine solche, die von der Mehrheit des eigenen Volkes gebilligt und ge­tragen wird. Diese Tatsache wird dadurch nicht im geringsten berührt, daß die Deutsche V lk-- I Partei und die Deutschnationale Volkspartei programmatisch für eine garnicht abzusehende Zukunft eine andere Staatsform herbeiwün- schen und die Mehrheit unseres Volkes im Laufe der Zeit in dieser Frage auf ihre Seite zu ziehen hoffen. Vekannl«ch ist die große Musterdemokratie der Welt, England, als ; Staatsform eine Monarchie. Es ist also niaus als Theorie oder Geschwätz oder Wahlrummel, wenn man dem deutschen Volke vorerz.i durch den etwaigen Eintritt einiger deutsch- nationaler Minister in die Regierung würde nicht mehr demokratische Politik in dem Sinne gemacht, daß nicht mehr die Mehrheit unseres Volkes sie bestimmte. Deutschland ist heute zum Nachteil der Stabilität und der Befestigung sei­ner Verhältnisse um sehr vieles mehr eine Demokratie als z. B. England, andererseits fällt bisher der demokratischen Partei als solcher nur ein geringer Teil Einfluß auf die Leitung seiner Geschicke zu.

Ein weiterer logischer Unsinn und eine groteske Verdrehung der Tatsachen liegt vor, wenn einmal die demokratische Partei sich gro­ßer Erfolge der bisherigen demokratischen Außenpolitik richmt, andererseits deren Leiter kritisiert und angreift. Entweder hatte die Außenpolitik des letzten Jahres Erfolge, dann hat Stresemann und seine Partei, die ihn in erster Linie darin unterstützte, den Hauptanteil an diesem Erfolg, oder aber die Stresemann- Politik war zu kritisieren, dann heißt es doch geradezu die Dinge auf den Kopf steuen, wenn ausgerechnet die demokratische Partei sich ihrer Erfolge in der Außenpolitik rühmt!

Ist es weiter eigentlich demokratische Au­ßenpolitik, wenn auch unter, in etwas entschuldigender Anrechnung der Stim­mung des Wahlkampfes der Außen­minister des eigenen Landes persönlich in einer Weise öffentlich angerempelt und teil- weise verleumdet wird, wie es die demokratis He Partei jetzt zu tun beliebt? Wissen die demo­kratischen AußenpoNuker bei ständiger ^m» sicht, und ständigem Hinweis auf die Dinge im Auslande eigentlich garnicht, wie dort die Stellung eines Außenministers aufgefaßt und bewertet wird? Ist es ihnen entgangen, daß

im Wechsel der englqchen Regierungen die bei­den Ministerpräsidenten nicht schnell genug so­wohl die grundsätzliche Führung der Außen­politik des anderen billigten, als auch persön­lich dem anderen, z. B. hinsichtlich der Era?b- nisse der Londoner Konferenz, größte Hochach­tung bezeugten? Erinnern sich unsere demo­kratischen Äußenpolitiker ferner nicht der Tat­sache, daß Herr Herriot trotz stärkster innerpoli­tischer Gegnerschaft während des Ruhrkampfes die französische Fahne als engagiert bezeichnete und das Unternehmen solange stützte als Mangel an innerer Geschlossenheit selbst für das siegreiche Frankreich katastrophale Folgen haben mußte? Ist unsere eigene deutsche Lage nicht mindestens immer noch so gefährdet, wie damals die Frankreichs? Ist es schließlich unse­ren demokratischen Außenpolitikern verborgen geblieben, in welchem Maße trotz sehr großer Uebertreibungen und schärfster gegenseitiger Angriffe die Stellung des amerikanischen Staatssekretärs Hughes als Vertreter der gan­zen amerikanischen Nation nach außen im letz­ten Wahlkampf bewertet wurde? All das wird in der Anwendung auf deutsche Verhältnisse mißachtet oder umgedeutet! Deutsche demokra- tische Außenpolitik erlaubt es den Träger der Außenpolitik in schwerster Zeit als charakter­los zu bezeichnen und ihn vor In- und Aus­land zu schmähen und herabzusetzen.

Wenn, wie in der gestrigen Wahlversamm­lung von Links gesagt wird, das Ausland werde eine Rechtsregierung in Deutschland übelnehmen, so ist zu erwidern: In Frankreich regiert Herr Herriot jetzt mit der Linken, weil dem französischen Volk die Politik Poincarès und Millerands auf bte, Bauer zu kostspielig war und in der Frühjahröckahl diese Stim- mung entscheidend zum. Ausdruck kam. Das jeder deutschen Reglerungzü verständigen und verständigen zu müssen, welche die Garantie gibt, daß der seit einem Jahr verfolgte Kurs der deutschen Außenpolitik grundsätzlich beibe­halten wird. Diese grundsätzliche Forts 'hru» g einer Politik, welche von deutscher Seite über Gleichberechtigung und Verständigung auf Freiheit und Frieden weist, wird sich 'n 'iefer Richtung weiterbetätigen, sofern man unser Volk nicht erneut demütigt und wenn man ihm endlich Zeit zu innerer Konsolidierung und Gesundung läßt. Wie und mit welchen Mitteln wir auf diesem Gebiete vorgehen, das ist unsere eigene deutsche Sache und beschämend uud demütigend ist es zu sehen, wie Frankreick ver­sucht, auch hier mit deutscher Unterstützung aus innerdeutsche Verhältnisse einzuwirken. In Wahrheit bedeutet die innere deutsche Gesun­dung auch ein sehr reales französisches Jntcr- esse, denn ohne sie kann Frankreich niemals auch nur einen Teil der Summen erhalten, von denen auch Herriot und seine Anhänger heute noch träumen. So führt die Logik nüchterne Usberlegung und wirklich vaterländische Ein­stellung zu dem Schlüsse, daß das Ziel der wei­teren Entspannung und Verpändigung zwi­schen Deutschland und Frankreich gerade dann am Werften erreicht wird, wenn der ^Wahl­rummel denjenigen, welche jetzt das Schlag­wort von der demokratischen Außenp vttif er­funden haben und mit ihm weiter k-ebsen gehen, die erhofften Erfolge nickt bringt! Käme es anders, dann würden wir in der na täten Zeit uns den Kopf über Außenpolitik über­haupt nicht mehr viel zu verbrechen brauchen. Wir würden erneut in einer Weise in innere Krisen und Kämpfe verwickelt werden, oan für eigene Entschlüsse nach außen rea.t i ge oder gar keine Möglichkeiten übrig bleiben. Soviel zur Phrase von der demakratihen Außenpolitik!

Naiionalismus und Jnlernalionalis- mus.

Dergemente" Mann in der Sozialdemokratie bat bekanntlich nicht mehr zu tun, als das Maul zu halten und seinen Beitrag zu zahlen. Nur an Jubeltagen der Internationale bat er vorschriftsmäßig zu rufen: Hoch die Internationale!" Wie diese Internationale auèsiebt, dafür nur einige Beispiele:

Ick bin ein überzeugter und unbeuaiamer Natio­nalist und glaube, daß der unbeugsame Natwna'ismuS und die geachteten nationalen Traditionen ckarakteri- msche Merkmale sind. Es würde nach meiner Ansicht ein schlimmer Tag für die ganze Welt sein, wenn diese Merkmale verwaschen würden. Nationalismus ist Selbstachtung und nicht An-riffslust." ,

Wer das sagte? Kein anderer, als oer englische Premierminister Macdonald in einer Frauenv rkamm- lung in London. Das ist der englischeSozialismus", wie er leibt und lebt! Dar ist tute schallende Ohr­

Frage beschäftigen. Mehrere Blätter melben, daß das preußische Kabinett nach wi« vor der Auffassung sei, daß der Entscheidnng bei neuen Reichstags nicht durch eine Verordnung vor* gegriffen werden dürfe, und daß sich wirtschaft« liche und finanzpolitische Maßnahmen von einer solchen meiitragenben Bedeutung nicht auf dem Verordnungswege durchführen ließen. Die 3^ führung von Krediten an die Landwirtschaft sei auf anderem von der preußischen Regierung bereits vorgeschlagenen durchaus gangbarem Wege möglich.

Dr. Eckener beim Reichsverband der deutschen Presse.

Berlin, 29. Nov. Im Marmorsaal des Z«k fand gestern abend in Gegenwart des Reichs­präsidenten, der Vertreter der Reichsregierung^ der Länder, zahlreicher Behörden, der Witt- chaft, Kunst und Presse der angekündigte Vor­rag Dr. Eckeners statt. Dem Bortrag gingen künstlerische Darbietungen des Phytharmoni-* chen Orchesters voraus. NachdemMeister- inger"°Vorfpiel begrüßte der Direktor de» Reichsverbandes der Deutschen Presse, Chef­redakteur Richter, Herrn Dr. Eckneer und ließ ihm unter dem Jubel und Beifall der Zu­hörerschaft einen Lorbeerkranz mit den Farben der Stadt Flensburg überreichen. Vizekanzler Dr. Jarres entbot dem Führer des Z. R. 3 im Namen des Reichspräsidenten und er Rcichs- regierung den Gruß des deutschen Volkes. Sbre Tat", sagte er,war ein Lichtblick im düstern deutschen Tal, auch wenn die vertrags­mäßige Albieferung des deutschen Luftschiffes bittere Gedanken in jedem Deutfchen erwecken mußten. Aus dieser Tat schöpfen wir und das vernünftig denkende Ausland die Zuversicht, daß die Fesseln fallen werden, die der Friedens- vertrag und vielmehr noch seine Auslegung uii^er tiujri^ryg^ri aufenegi haben. Hie Mit­arbeit am friedlichen Fortschritt Darf uns nicht versagt werden. Bei unserem Dank an Sie, Herr Dr. Eckener ,und Ihre Mitarbeiter geden­ken mir auch des großen Mannes, der unbeug­sam feinen kühnen Plan durchsetzte, des Grafen Zeppelin." Im Namen des allen Reichstags feierte Vizepräsident Dr. Stießen die Fahrt über den Ozean als einen Sieg des Zusammen­wirken- deutscher Technik, Wirtsachst und Industrie.

Als dann Dr. Eckener selbst das Podium betrat, erhob sich das Publikum und der Be­grüßungssturm nahm erst dann ein Ende, als Dr. Eckener heftig mit beiden Händen abwehrte. Zu Beginn äes' Bortrages nahm Dr. Eckenei den ihm gespendeten Dank für den Erbauer des Schiffes, für den in Friedrichshafen noch immer lebendigen Geist des Grafen Zeppelin in Anspruch.Ich habe', fuhr er fort,bei der ganzen Fahrt von Anfang an die Mentalität des deuffchen Volkes bemunbert. Luftschiffe sind doch schon zu Hundetten gebaut worden, aber mit diesem Luftschiff flogen die deutschen Hofft nungen mitten in die Welt hinaus. Diese Fahrt ist für mich nicht nur ein Sieg der deutschen Technik, sondern auch ein politi­scher Erfolg gewesen. Meine Kameraden und ich sind natürlich nicht darauf eingestellt gewesen, diese Wirkung zu erzielen, aber mir sind stolz darauf, dem deuffchen Volke einen Dienst erwiesen zu haben. Wir haben die Fahrt über den Ozean nie als ein Wagnis betrachtet. Wir wußten genau, daß wir siegen würden. Dr. Eckener gab dann in manchmal mit Humor gewürzten Worten eine Schilderung der Fahrt und des Aufenthaltes in Amerika, ähnlich wie in feiner letzten Rede. Besonders starken Ein­druck machten feine Ausführungen über den politischen Wert der Zeppclinfahrt, die ein neues Band der Verständigung zwischen Deutschland und Amerika geknüpft haben. Dr. Eckener schloß dann mit der Hoffnung, daß bie Fahrt der Anfang zu einer Verständigung und zum Ausbau der Beziehungen beider Völker ge­worden sein möge, bis zu einem freunbfidjen Verhältnis, wie es die beiden Länder früher gepflegt haben. Nicht endenwollender Beifall sagte dem Führer des Luftschiffes Dank» feine Tat.

Sudanesisches MililSr gegen englische Truppen»

London. 28. Nov. Die Ereignisse im Sudan haben eine verhängnisvolle Wendung genommen. Sudantruppen griffen heute vor­mittag das Militärkrankenhaus in ^itVm an. Drei Aerzte, darunter ein englischer, wurde« erschossen. Das 11. Sudanbataillon meuterte. Die britischen Truppen feuerten auf die Auf­ständischen. die schwere Verluste ertK'en. ^fflö

feige für die deuesche Sozialdemokratie, die aber stumm eingesteckt wird, damit die deutsche Arbeiterschaft nichts meekt! Und sie merkt auch nichts; denn so etwa? sucht man in einem deutschen Eozialistenblatt ver­gebens.

Aber hören wir Macdonald weiter. Auf einem Arbeiterkongreß in York sagte ert

Man nennt meine Regierung und «eine Partei eine sozialistische. Wir haben dagegen nichts weiter (!) einzuwenden, als das er eine sozialistische Bücherweis­heit, eine graue Theorie, einen kalten Mechanismus gibt, die wir gefühlsmäßig nicht lieben.

Das sind nun die Leute, von denen die Deser­teure der Revolution felsenfest angeblich glaubten, daß sie die rote Fahne auf den stolzen britischen Schiffen hochziehen würden! Und mit diesem Betrug trieben die Verbrecher an Volk und Vaterland die deutsche Manne kampflos in die schmachvollste Revolution und Uebergabe einer ganzen großen stolzen Flotte, einen Verrat, wie ihn die Weltgeschichte noch niemals gesehen hat und vielleicht auch niemals wieder leben wird.

Endlos aber klingt eS bei uns auf allen Gaffen, in allen Sälen: »Hoch die international« Solidarität! Und das einzige Recht, das die Mitglieder der Soüal- oemokratie haben, besteht darin, auf Kommaudo feste mitzuschreien!"

General von Nalhusius über seine Haftzeit.

Berlin, 29. Nov. DerLokalanzerger" be­richtet aus Cassel: General von Nathusius er­zählte in leidenschaftsloser Weise von feiner Verhaftung und Untersuchungszeit. Als er in Forbach eintraf, wurde er schon an der Bahn- Hofssnerre von einem Beamten angehalten und bald darauf von einem französischen Offizier verhaftet. Man brachte ihn ins Militärgefäng­nis nach Metz. Hier wies man ihm ein sehr schlechtes Zimmer an. Man entschuldigte sich damit, indem man geltend machte, daß infolge der großen UoberschwemMung durch die Mosel e^ utau jtwgua) gemeiert, iu, <â ^^ Unterkunstsraum anzuweisen. The Verpflegung war gut. Indessen konnte er infolge der Auf­regung über die ihm anaefane Kränkung nichts genießen. In Lille wurde er in das Zivilge­fängnis gebracht und hier erhielt er ein großes Zimmer, in dem er sich ergeben konnte. Auch durfte er nach Belieben den Gefängnishof zu einem kleinen Spaziergang aufsuchen. Der neben seinem Zimmer schlafende Soldat be­gleitete ihn dann. Auch hier war die Verpfle­gung reichlick und gut, doch konnte der General selten etwas zu sich nehmen. Durch diese Unter­ernährung und den Mangel an Schlaf kam er körperlich sehr zurück. Von den zahlreichen Leu­mundszeugen, die er aus Forbach-Diedenhofen und anderen Orten namhaft gemocht hatte, war niemand zu der Verhandlung zugezogen wor­den. Sie alle hätten sonst bezeugen können, daß er ein völlig zurückgezogenes Leben in Loth­ringen geführt habe und für irgend welche Requisitionen im Feindeslands gar keine Ver­wendung gehabt habe. Nach feiner Verurtei­lung wegen Raubes an französischem Privat­eigentum während der Kriegszeit ist der Ge­neral seelisch völlig zusammengebrochen. Er konnte kaum etwas essen und auch nicht ^la­sen, denn eine derartige Verurteilung hatte er aar nicht für möglich gehalten. Er hatte feinen Rechtsbeisiand gebeten, gegen dieses Urteil Re­vision einzulegen, denn er w^ genau, daß er feindliches Privateigentum niemals für sich be­halten hat. Einige Tage vergingen, als plötzlich in der Nacht ein Maior, vermutlich der Orts­kommandant, mit einem ältern Sergeanten oder Offiziersstellvertreter zu ihm ins Zimmer trat, um ihm mitxuteilen, daß der französische Kriegsminister Nollet sich für ihn bcinj Präsi­denten der französischen Republik verwandt habe und er infolgedessen durch einen Gnaden- akt des Präsidenten Doumergue aus der Mi- litorhaft zu entlassen sei. General von Na­thusius erhielt zahlreiche Glückivunschtele- gramme und Schreiben aus allen Teilen Deutschlands.

Um ye RenlenbankhredilanstaH.

Zur Frage der Umwandlung der Renten­bank in "ein landwirtschaftliches Kreditinstitut will dieVoss. Zta." erfahren baden, daß die Reichsregierung zwar die alsbaldige Errichtung der RentenbanKreditanstalt für sehr dringend halte, daß aber dafür der Weg der Verordnung nicht im Vordergrunds der Erwägungen stehe. Es werde vielmehr zurzeit die Frage geprüft, ob die RentendanKreditanstalt nicht zunächst in der Form einer privaten Aktiengesellschaft kon­stituiert werden könnte, wobei die endgültige Regelung auf gesetzlichem Wege vorbehalten bliebe. Eine Sitzung des Reichsrats werde sich zu Beginn der nächsten Woche mit der