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200. Jahrgang.

anauer

General-Anzeiger

meiner

Amtliches Organ für Siad!- und Landkreis Kanan a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme der 6ann» und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1237 und 1238.

H e » u g s v re t s für die 2 Wochen vom 17. bis 29. November i Goldmark ohne Trägerlohn. Einzel­nummer 10 Freitags u. Samstags 12 Gotdoleamg. - Agzetgenorsiie : für die 28 mm breite Seile im Anzeigenteil 15 Goldofernrn. kür die Nsklamezeile (68 mm) 50 EoldvfenniqOfferte noebüb r 30 Goldpfennig Geschäftsstelle Sammerstrake o. ... .............. .............->-..... ......

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Nr. 278

Mittwoch den 26. November

1924

Das Neueste.

Bei den Reichstagswahlen am 7. Dezember bewerben sich nicht weniger als 25 Parteien und Parteichen um die Stimmen der Wähler.

In Berlin wnrde von einem Kommunisten ein vchutzpolizei-Oberwachtmeister hinterrücks erschossen.

Die französische Regierung hat der Begnadigung des Generals v. Nathusins grundsätzlich zugestimmt.

Z. R. III" ist gestern auf den Namen Los Angeles getauft worden.

Der Generalsekretär für Reparationszahlungen, Gilbert, wird am Frertag mit der Reparationskommission verhandeln. Unter den Problemen, über die verhandelt wird, befindet sich die Frage der deutschen Steuern, die, wie die Sachverständigen festgestellt haben, nicht die Höhe wie in den alliierten Ländern haben.

Ein Vieriechun-erk Parteien.

Der Aufmarsch der Parteien für den Wahl­kampf ist so gut wie beendet. Er hat das überraschenoe Ergebnis gezelligt, daß heute, wie bereits der Reichswahlleiter mitteilt, ge­genüber den 23 Parteien vom 4. Mai nicht weniger als 25 Parteien am 7. Dezember an­treten werden. Daß die großen Parteien voll­zählig beisammen find, ist selbstverständlich. Man kann dabei den Rahmen sogar sehr weit ziehen und etwa 12 Parteien sprechen, die in der alten Form wiederkehren. Daneben be­stehen aber noch etwa 13 kleinere Parteien, die meist oder weniger der Ausfluß des deut­schen Zersplitterungstriebes sind. Vier Auf- wertungsparteier^ wollen das Rennen machen: der Reichsverband für Aufwertung, der mit den Deutschsozialen zusammengeht, ferner die AMrertungs- und Wiederaufbaupartei und schließlich die Ausbau- und Sparerpartei. Den ,Gedanken des Mieterschutzes verfechten die Mieterpavtei Deutschlands, sowie die Wohl­fahrtspartei für Mieterschutz und Bodenrecht. Die Christlichsoziale Volksgemeinschaft, die nur in Westfalen auftritt, ist nur ein Konkurrenz­unternehmen gegen das Zentrum. Die Unab­hängige Sozialdemokratie bewahrt nur noch eine Scheinexistenz, obwohl sie so gut wie gar keine Wähler mehr hinter sich hat. Von den Nationalsozialisten hat sich unter Führung Dr. Rouges die Deutschvölkische Reichspartei abge­splittert. Auch Herr Haeußer mit seinem Haeußerbund ist wieder auf der Bildfläche er­schienen. Sein Ruhm hat einen Volksschul­lehrer Stark nicht schlafen lassen, der einen eigenen Starkbund gegründet hat, und in Elberfeld hat sogar ein Ehepaar eine frak­tionslose Partei gegründet, die aller Voraus­sicht nach auch ohne Fraktion bleiben wird. Man könnte über diese Grüppchenbildung lächeln, wenn sie nichit dazu führen würde, daß Hunderttaufende von Stimmen zwecklos ab­gegeben werden und dadurch schließlich die Wahlmüdigkeit steigt, da den Wählern dieser Betrieb nachgerade wie ein Karneval vor­kommen muß.

Unter diesen Umständen ist natürlich eine Konzentration der politischen Kräfte gar nicht denkbar. Dabei operieren die Parteibonzen mit Schlagworten, wie: Zusammenschluß, Verbun­densein, Einheitsfront. Köstlich charakterisiert derKladderadatsch" in seiner Nummer vom 16. November die gewünschte(Einheitsfront im Wahlkampf":Schon gibt's ach, keiner bleibt zurück! An (Einheitsfront dreißig Stück." Das satirische Blatt spricht von einemdeutschen Wahltrauerspiel". In diesem Falle hat es nicht S recht. Es handelt sich um das deutsche lerfpiel schlechthin. 23 Parteien zogen im vergangenen Frühjahr in den Kampf und jetzt hat sich die Zahl der Parteien, die Vorschläge zur Reichswahlliste einreichen, noch weiter ver­größert. Jetzt rächt sich von neuem der große parlamentarische Schlendrian, dem es zuzu­schreiben ist, daß man an keine durchgreifende Parlamentsreform ging. Der deutsche Hang zur Zerrissenheit, der bösartige deutsche Par- teigeist wird durch ein solches Wahlsystem ge­radezu großgezüchtet. Wenn der künftige Reichstag nicht mit aller Energie eine groß­zügige Parlamentsreform durchsetzt, die die wildesten Schößlinge deutschen Parteigeistes be­seitigt, werden wir in Deutsckland schließlich so weit kommen, daß jeder größere Verein einen Reichstagskandidaten präsentiert. Parla- mentsreform! In diesen Wahlkampftagen tritt diese Forderung stürmischer denn je auf. Dazu ist freilich nötig, daß starker politischer Füh­rergeist mit dem Blick ins Weite sich dafür ein«

General v. Aalhusiusbegnadig!"

Paris, 26. Nov. Die Begnadigung des Generals von Nachusius ist gestern im Verlaufe einer Besprechung zwischen Herriot, Rollet und dem Präsidenten der Republik endgültig be- schlossen worden. Das diesbezügliche Dekret wird jeden Augenblick erwartet. Von Ha« thusius wird darauf sofort in Freiheit gesetzt werden.

Paris, 25. Nov. Die französische Regie­rung hat der Begnadigung an Nachusius eldsählich zugesttmmt, da günstige Auskünfte den von dem Kriegsgericht Verurteilten einaegangen sind und da Zweifel hinsichtlich der Anklage, deren Gegenstand er gewesen ist, be- stehen. Die Blätter betonen, daß man den Nationalisten keine Wahlpropa- ganda geben wollte.

Lehnt General von Rakhusius die Begnadigvag ab?

Paris, 26. Nov. Der Verteidiger des Ge- tthusius, Rechtsanwall Nicolai, Paris eingetroffen. In deutschen

nsral von NatI

ist gestern in

Journalistenkreisen verlautet, daß er erklärt haben soll, General von Nathusius lehne eine Begnadigung ab und bestehe auf Revision seines Prozesses. An französischer amtlicher Stelle wartet man eine Bestätigung dieser Mit­

teilung ab, die die Dinge, wie ausdrücklich her­vorgehoben wird, außerordentlich komplizieren kann.

Herr Herriot ist auf den genialen Ausweg verfallen, den ihm sehr unbequemen Fall Nachusius dadurch zu lösen, daß er den alten

allgemeinen Entrüstungssturm über das Liller Urteil mit einstimmte, weil sie fürchtete, daß ihr sonst bei dem Wahlkamvf zu viel Wind aus den Segeln genommen würde, ist nach kurzem Schwanken bereit, sich damit abzufinden. Na­türlich, nichts ist ja einfacher. Herr Herriot ist aus dieser Verlegenheit heraus, der General ist frei und Frankreich steht vor der Well zudem noch in der Rolle' des Großmütigen, der über die deutschen Plünderungen im Kriege jetzt den Mantel der christlichen Vergessenheit decken will. Auf deutscher Seite aber gehört doch eine starke Abgestumpftheit der sittlichen Ehr­begriffe dazu, wenn man sich mit einem solchen Kompromiß abfinden kann. Hat Herr Kerriot lediglich die Absicht, durch diesen Gnadenbeweis den General möglichst umgehend in Freiheit zu setzen und von der Fortsetzung der Unter­suchungshaft zu befreien, so ist das sehr mensch­lich gedacht. Allerdings auch praktisch politisch von seinem Standpunkt aus, denn daß ein so

setzt. Leider vermißt man ihn in dieser hoch­wichtigen Frage.

Das deutsche Vielparteiensystem offenbart die trostlose deutsche Zerrissenheit. Die Reichs­führung, soweit man von ihr sprechen kann, hat leider ihr Augenmerk nicht darauf gerichtet, die katastrophalen Schäden des gegenwärtigen Wahlsystems auszumerzen. Es liegt daher dem deutschen Wähler am 7. Dezember die ernste Pflicht ob, nach bestem Können und Gewissen, sich für eine Konzentration der politischen Kräfte einzusetzen. Er vermeide daher, sich in die Gefolgschaft kleiner Parteien und Gruppen zu begeben, mögen diese auch noch so große Versvrechungen machen. Splitterparteien, sie sind ausfchlieü^ im deutschen Bürgertum zu finden verhindern nicht nur die Konzentration des Politiken Willens, sondern fügen auch den nationalen Parteien schweren S-üaden zu. m^-n dielen Stimmen verloren gehen. Nur die Wahl großer Parteien hat politisch Zweck und Sinn.

»»Arbetter wahrt Eure Heiligsten Rechte."

So mahnt ein Büchlein, das Arno Franke im Ver­lag für VolkSauikläruna, Joief Garibald: Huch G. m. b. H., Berlin NW 21 (Preis 1.- M.) er­scheinen lässt. A's Motto könnte über dem Büchlein der Aus'pruch CrispienS sieben:Ich kenne kein Vater­land, das Deutschland hecht." Die belifpten Reckte des ArbesterS, das sind a"e natürlichen Fäden, die den Menscken an das Vaterland knüpfen. D n Führern der marxistischen Klassenkampfvarteien erst blieb es vor­behalten, dieses Heiligtum in der Auffassung eines Teiles der deutschen Arbeiterschaft in die Hölle um= zuwandeln. In großen Zügen schildert der Verfasser die Entwicklung der marxistischen Partei unter dem

aller Mann den Strapazen des Untersuchungs­gefangenen unter Umständen nicht mehr ge­wachsen ist, wird sich auch der französische Mi­nisterpräsident sagen, und er mag doch wohl fürchten, daß, wenn dem General in der fran­zösischen Gefangenschaft etwas Menschliches zu- stößt, ein oturm der Entrüstung entstehen würde.

Aber das muß doch von vornherein ausge­sprochen werden, daß mit einerBegnadi­gung" der Fall Nachusius als solcher nicht er­ledigt sein kann. In einer Begnadigung sieht man mit Recht nur die B e st ä t i g u n g des Urteils und den Erlaß einer Strafe, die ohne Gnadenerlaß hätte abgesessen werden müssen. Daß wir uns damit nicht zufrieden geben kön­nen, ist selbstverständlich. Das Verfahren muß seinen Fortgang nehmen. Die deutsche Re­gierung kann gar nichts anderes wollen, als entscheidendes Gewicht darauf zu legen, daß der Tatbestand, der diesem Verfahren zu­grunde liegt, aufgeklärt wird, nach der for­malen Seite hin, wie nach der menschlichen Seite hin. Es ist doch etwas Ungeheuerliches, daß Tausende von deutschen Kriegsteilnehmern in aller Heimlichkeit verurteilt worden sind, ohne daß sie vorgeladen wurden, ohne daß ihnen von dem Grund der Anklage oder von dem Urteil irgend eine Mitteilung gemacht wurde, daß dann ein solcher Verurteilter ahnungslos an das Grab seines Sohnes kommt, vom Bahnhof weg verhaftet, in das Gefängnis geschleppt und als überführter Ver­brecher behandelt wird. Ein Glück, daß die Einspruchsfrist'nach fran'^'-'^em Recht noch

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das Zuchthaus überfuhrt werden und seine Strafe abbüßen müssen. Wohlverstanden, alles im Namen des Rechtes der Nation, die ^-b mit stolzer Bescheidenheit dieritterlichste der Welt" nennt. Was dem General v. Nachu­sius passiert ist, kann schließli^ iedem anderen Kriegsteilneh'""'' passieren. Wir halten es schon für möglich, daß die französische Regie­rung eines Tages eine schwarze Liste anlegt und nach Jahr und Tag sich ein beliebiges Opfer herausgreift, das zufällig über die Grenze gekommen ist, um dafür zu sorgen, daß der Haß gegen alles, was deutsch heißt, im französischen Volke nickt versiegt. Daß wir zu einer derartigen Taktik noch unsere Hand bie­ten, kann niemand von uns verlangen. Die deutsche Regierung kann deshalb auch kein In­teresse daran haben, Herrn Herriot das Spie' zu erleichtern. Für uns aibt es nur den einen Standpunkt, daß nicht Gnade, sondern Recht die Entscheidung bringen soll.

Gesichtspunkte ihrer Einstellung zum vater­ländischen Gedanken. Er weist nach, daß lediglich die deutschen Führer des Marxismus den' Begriff der Internationale prakti ch aus­zuwerten versucht haben, und er weist gleichzeitig nack, daß die Verführten selbst den größten Schaden dabei erlitten haben. Während sich in den ausländischen Staaten keine Hand regte, um den Ausbruch des Weltkrieges zu verhindern, während der englische und froivöiiMje Sozialist niemals eine andere als eine nationale Politik gekannt und befürwortet. hat, «chmächten die deutschen Sozialdemokraten die national" Irons bereits vor Ausbruch de? nicht mehr zu ver­meidenden Krieges dadurch, daß sie ihre Vertreter nack den feindlichen Ländern ichickicn, um dort über die Sabotierung der Rüstungen zu verhandeln. Doch mit dick geschwollenen Gesichtern ob der Ohrfeigen, die sie von den internationalen B'üdern erh ellen, kehrten ne nach Deutschland zurück. Der Sturmwind der ersten Augusttaae wehte zunächst alle internationalen Utopien hinweg. Doch nicht lange währte es, bis die marxistische Wühlarbeit von neuem be ann. Diesmal aber weniger utopischen als landesverräterischen Charakters: denn von der Svaltuna der Sozial­demokratie in S. P. D. und U. S. V. D., bis zw Revolution gebt die gerade Linie der DolMoßarbeit. Uno wie der Revolution jeder Elan, jede große Idee fehlte, wie Meuterer, Deserteure und Verbrecher in Abwesenheit des Heeres ein ganzes Reich in Trümmern sa lagen konnten, so f hlte auch der nachrevolutionaren Arbeit der Umstürzler jede Geistigkeit. Au deren Stelle trat das Geschäft. Niemals in der Geschickte Deutschlands bat es vielleicht eine Zeit gegeben, in der die Provitgier io in Blüte standen als in den ersten Zeiten nach dem Umsturz. Wie aber der erste Fehltritt immer die nächsten nach sich Ije.'t, l?1 ? nicht ein starker Charakter reumutig gut heueren Ein­sicht zurückkehrt, io gewann es daS Führcitum d"è Marxismus über sich, auch, vor der riichloseiieu Preisgabe deutschen Gebietes in Norden, Osten uno Westen nicht lurütfiufSreien. Wenn man

schließlich erfährt, daß der proßeRevolutionärMünchenr, Kurt Eisner, auf der Berner Konferenz im Jahn 1919 die Worte sprechen konnte:Nickt die deutfchr Regierung, sondern das ganze deutsche Volk fei schuld am Ausbruch des Krieges und deshalb fei au* das gesamte Volk vom Jüngling bis zum Greis verpflichtet, Steine zusammenzutragen für das zusammengeschosiene Gebiet. Auch die Gefangenen hätten kein Siecht, nach» Hause zu verlangen, bis die zerstörten Gebiete aufge» baut seien." Und wenn man gleichieitig hört, daß der italienische Delegierte Eisner baraufbin einen Stoß Akten an den Kopf geworfen und ihm regelrecht ins Gesicht gespuckt habe, so bat man imgefähr das richtig» Bild dafür, wie diePropheten" aussahen, die dem deutschen Volk goldene Berge versprachen.

Das »»Reichsbanner" im Diensts des Wahtterrors.

Lübeck. 25. Nov. In einer Wahlversmmn« lung der nationalsozialistischen Freiheitsbewe­gung, in der von Graefe sprach, kam es am Montag zu schweren Zusammen^ stößen mit dem Reichsbanner Schwarzrotgold. Wie schon in der letzten Woche in einer Versammlung der Deutfchnationalen Volkspartei, hatten auch am Montag die Reichsbannerleute bereits um 6% Uhr das Versammlungslokal besetzt, wurden aber von der Schutzpolizei wieder hinausge­leitet. Als nach Schluß der Aussprache von Graefe das Schlußwort sprach, wurde er non den Reichsbannerle nten ni eder- geschrien. Das Reichsbanner Schwarz- Rot-Gold stimmte das Bannerlied an und auf der Gegenseite wurde das Deutschlandlied ge­sungen. Die Reichsbannerleute versuchten nun, durch Heilrufe das Deutschlandlied zu über­stimmen, was ihnen aber nicht gelang.

Der Saalschutz der nationalsozialisttschM Freiheitsbewegung hatte inzwischen vor der Bühne Ausstellung genommen, um den Vor- iiann.iinb An­

immer mehr aus der Mitte des Saales gegen den Saalschutz vor. Ein Wortgefecht war die Ursache, daß plötzlich ein alter Arbeiter, An­hänger des Reichsbanners, bekleidet mit Wind­jacke und blauer Mütze, mit hocherhobenem Stuhl auf den Saalschutz eindrang und den Stuhl gegen di: Mitglieder der vaterländischen Verbände schleuderte. Ein Hagel von Stühlen flog durch den Saal, Bier­seidel wurden g e w o r f e n, und es entstand ein ungeheurer Tumult. Endlich ging der Saalschutz zur Abwehr über und drängte das Reichsbanner bis vor die Ausgangstüren. Als das Reichsbanner daraufhin einen weiteren Angriff machen wollte, griff die im Saale an­wesende Schutzpolizei ein und machte von den Gummiknüppeln Gebrauch. Vor dem Ver­sammlungslokale sammelte sich nun das Reichs­banner erneut. Herbeigeeille Verstärkungen der Schutzpolizei bildeten aber eine Postenkette, um ein neues Vordringen gegen den im Saale verbliebenen Saalschutz zu verhindeni. Ge­schlossen zog darauf das Reichsbanner ab, zer­streute sich aber in der Stadt in größere Grup­pen, die nun Versammlungsteilnehmern, von denen sie annahmen, daß sie zum Saalschutz ge­hörten, auflauerten, um sie zu . vervrügeln. Hierbei wurden mehrere Mitglieder des Reichsbanners verhaftet. Cs handelt sich bei diesen Ausschreitungen des Reichsbanners um eine bewußte und systema­tisch vorbereitete Störung. Das Reichsbanner in Lübeck hat sich vdllkommen zu der Sozial­demokratischen Partei geschlagen und läßt sich von dieser zu parteipolitischer Zwecken mißbrauchen.

Slrefemann auf dem Festessen des W. T. B.

Berlin. 25. Nov. Bei dem Festessen, das Dienstag aus Anlaß des bevorstehenden 75jährigen Jubiläums des W. T. B. stattfand, ergriff nach Dr. P. von Schwabach und Direk­tor Dr. Hantler der Reichsminister Dr. Stre­semann bas Wort und erklärte u. a.:Wenn ich mir die Legitimation nehme, im Namen her Gäste zu danken für die Einladung, so darf ich das Recht wohl herleiten aus dem freund­schaftlichen Beziehungen, die zwischen dem W. T. B. und dem Auswärtigen Amt immer be­standen haben.

Wenn sie zurückblicken können auf eine Ent­wicklung, wie sie hier in den Reden geschildert ist, die mir gehört haben, so ist das ein Beweis, daß diese Eigenschaften bei den leitenden Männern des W. T. B. vorhanden sind, tote haben in ihrem Unternehmen seit Jahrzehnten eine Entwicklung nach oben genommen, die M nicht lediglich âuf ihre Stellung in Deutsch­land bezieht, sondern auch auf die Achtung.