200. Jahrgang.
Hanauer W Anzeiger
General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. M.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn, und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1237 und 1238.
r ........... —------->
Berussvreisfür die 2 Wochen vom 17. bis 29. November 1 Goldmark ohne Trägerlohn. Einzelnummer 10 Freitags u. Samstags 12 Goloorennig. — Änzetgenoreiie : für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Eoldofernig, für die Reklamezeile (68 mm) 50 Goldpfennig —Ofiertenaebüb r 30 Eoldvtennig — Geschäftsstelle Hammerstraße 9.
Erfüll««,sort und Gerichtsstand für beide Teile bana« a. Main. Für Aladvorkchritt und Grscheinungstage der Anzeigen wird keine GewLtr geleistet. — 3m Falle höherer Gewalt Streik «sw. hat der Bezieher keinen Ansoruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezug,vretse.
Str. 277
Dienstag den 25. November
1924
Der englifcHd!
Zaghlul Pascha »urückgelrelen.
Das englisch-ägyptische Problem steht heute vor Biegen oder Brechen. Ein Konflikt, der sich nicht länger überkleistern läßt. Vor zweiund- einhalb Jahren, im Frühjahr 1922, hat man das noch einmal versucht. Damals erkannte England prinzipiell die Unabhängigkeit Aegyptens an, behielt sich aber die besondere Regelung wichtiger Interessen vor, insbesondere den militärischen Schutz des Suezkanals, die Kontrolle der ägyptischen Außenpolitik, den Schutz der Fremden, die künftige Verwaltung des bisher gemeinsam englisch-ägyptischen Sudan. Jene Deklaration vom Februar 1922 war nur scheinbar ein diplomatisches Meisterstück, tatsächlich aber Ausgangspunkt neuer schwerer Krisen und Zerwürfnisse. Denn die vorbehaltenen sogenannten „vier Punkte" entwerteten im Grunde das ganze Zugeständnis der Souveränität. In Aegypten setzte eine lebhafte nationalistische Agitation ein, die die Regelung jener Streitfragen im rein ägyptischen Sinn, also den völligen Rückzug Englands aus Aegypten, verlangte. „Unabhängigkeit für Aegypten und den Sudan" lautete die Spitzenforderung der „Wafd-Partei", die im neuen äw'utjschen Parlament, eröffnet im Frühjahr 1924, die absolute Mehrheit darstellte. Wortführer war Saed Zaghlul Pascha, der Minifternräsident, ein alter Rebell, der lange als englischer Staatsgefangener in Verbannung gewesen war.
Die englische Regierung Ramsen Macdonald nor, ihrem Programm entfnr^ >end, an sich durchaus geneigt, den Dauerkonflikt mit Aegyp- lei^iird^in^ffen^lerftänbiainTQ^^ don, wo ihn Macdonald freundlich aufnahm. Tagelang verhandelte man. Aber die macktpoli- tischen Gegensätze waren stärker als der Verständigungswille. Zwischen dem britischen Reichsinteresse, das den Suezkanal als die Straße nach Indien und den Sudan als das gewaltige Vilanzungskulturgebiet der Zukunft für das „British Empire" verlangt, und dem ävnptischen Nationalinteresse ließ sich keine Brücke schlagen. Zaghlul reiste ab und wurde in Aegypten mit großen Kundgebungen empfangen. Unruhe und Spannung wuchsen von Tag zu Tag. Da fiel der Schuß auf Sir Lee Stack.
Was nun? Die Rechtslage ist an sich einfach. Die ägyptische Regierung hat die Mörder bereits gefaßt, will sie vor Gericht aburteilen lassen und für die angemessene Sühne des Falles sorgen. Das Kabinett Macdonald würde sich wahrscheinlich damit zufriedengegeben haben, und unter Umständen hätte die durch den Mord erzeugte Ernüchterung auch eine nicht ganz aussichtslose Wiederaufnahme der , Verhandlungen über einen „modus vivendi" herbeigeführt. Dies alles, wenn nicht inzwischen englische Unterhauswahlen gewesen wären. Das Kabinett Baldwin, das heute regiert, denkt jedenfalls anders. Sühne des Mordes genügt nicht mehr. Das ganze Verhältnis au Aegypten soll neu geregelt werden, im Sinne der Festigung der britischen Oberherrschaft. Ob die Forderungen der englischen Note moralisch gerechtfertigt sind, ob die Verteilung des Nilwassers — weniger an Aegvvten, mehr an den englischen Sudan — mit dem Mord an Sir Lee Stack überhaupt nur noch die leiseste Berührung hat, bleibe dahingestellt. Denn in der Politik geht Macht vor Recht. Erinnerungen kommen an den Mord von Serajewo. Das Motiv vom Selbstbestimmungsrecht der Völker klingt leise an. Und mancher fragt: Wo bleibt der Völkerbund? Man wird auch Vergleiche mit dem vorjährigen ägyptiich-italieniicben Konflikt ziehen.
Die Hauptsache aber ist: Was wird jetzt ge- schehen? An der Entschiedenheit des englischen Entschlusses — das Kabinett Baldwin liebt überhaupt den festen Ton, wie eben erst die Ablehnung des englisch-rvU'ichen Vertrages zeigte — ist nicht zu zweifeln. Militärisch ist die Lage für Aegypten durchaus ungünstig. Die kleine Armee des Landes ist nichts anderes als eine englisch geführte und kontrollierte Paradetruppe. Kairo liegt ohne Verteidigungsmöglichkeit im Schußfeld der englischen schweren Batterien auf der Zitadelle, Alexandrien offen vor den englischen Schiffsgeschützen. Ein Ausweichekrieg, wie ihn die Türken kürzlich mit Erfolg gegen die Griechen in Anatolien führten, ist in dem engen, dichtbesiedelten Niltal nicht möglich. Auch aus rein wirtschaftlichen Gründen kann
Msche Konflikt.
- Englische Truppenlransporle.
Aegypten an keine erfolgreiche Erhebung denken, da ihm durch eine Blockade der lebensnotwendige Austausch seines Hauptproduktes, der Baumwolle, gejen Nahrungsmittel, Kohle, Holz, Metalle, Petroleum völlig unterbunden werden kann.
Welches Volk aber fragt in verzweifester Stimmung darnach, ob sein Kampf Aussichten hat! Schwere Ereignisse in Aegypten sind daher nicht unmöglich. Denkt England nicht an das Echo in Indien? Wer die Welt vor neuen Wirren, die auch den ftiedlichen Aufbau unseres deutschen Handels erheblich stören würden, gern bewahrt sehen möchte, hofft immer noch auf englische Mäßigung.
Eine neue englische Nole.
London, 24. Nov. Einige Stunden nach Erhalt der ägyptischen Antwort hat Lord Allenby seinerseits eine neue, äußerst scharfe Note an das ägyptische Kabinett gerichtet. In dieser Note heißt es, daß die Regierung des Sudan angesichts der Weigerung des ägyptischen Kabinetts die englischen Forderungen betreffend Punkt 5 und 6 der englischen Note anzunehmen, Anweisung erhalten hat, den Rückzug der ägyptischen Offiziere und der ägypti- gjen Truppen aus dem Sudan zu veranlassen, ußerdem ist die Regierung des Sudan angewiesen worden, das Gebiet bek Gezira nach Gutdünken zu bewässern. Die englische Note lautet dann weiter:
Ew. Exzellenz werden im gegebenen Augen- ölick erfahren, welche Maßregeln ergriffen wer- rung betreffend den Schutz fremder Interessen stattzugeben. Lord Allenby verlangt in der Note, daß die Zahlung der 500 000 Pfund Sterling vor heute 12 Uhr mittags erfolgt.
Zahlung der Entschädigung. — Protestnote.
Kairo, 24. Nov. Die Zahlung der Entschädigungssumme von einem halben Million Pfund durch die ägyptische Regierung ist heute Vormittag erfolgt. Gleichzeitig wurde eine Protestnote überreicht, die sich gegen die Zurückziehung der ägyptischen Truppen aus dem Sudangebiet und gegen die Forderung des Aufgebens allen Sßiberftanbes, sowie hinsichtlich der Wünsche der englischen Regierung in der Frage des Schutzes der ausländischen Interessen in Aegypten wendet. Diese Forderungen werden als ungerechtfertigt bezeichnet. Da diese Forderungen nicht angenommen wurden, erhielten die britischen Truppen Befehl, das Z o llg ebäude in Alexandria zu besetzen.
Rücktritt des Kabinetts.
London, 24. Nov. Nach einer Keuter- Meldung aus Kairo hat das Kabinett demissioniert. Der König hat die D e m i s s i o^i angenommen und den Senatspräsidenten Ziwar Pascha mit der Bildung des neuen Kabinetts betraut.
Truppentransporte.
London, 24. Nov. Wie die „Times" aus Kairo melden, ist ein britisches Bataillon, sowie Artillerie nach dem Sudan unterwegs. Die Malta-Flotte steht unter Dampf. Die in den ägyptischen Gewässern liegenden Schiffe warten auf weitere Befehle. Auch von Gibraltar geht ein Bataillon nach Alexandrien ab. In Kairo wurde eine weitere Verhaftung vorgenommen.
London, 24. Nov. Die Schlachtschiffe „Jron Duke" und „Malaya" haben Befehl erhalten, sich von Malta nach Alexandria bezw. Port Said zu begeben. Der leichte Kreuzer, „Cara- doc", der sich in den griechischen Gewässern befindet und zwei Zerstörer sind nach Suez gesandt worden.
London, 24. Nov. Das Kabinett hielt in der Downing Street eine anderthalbstllndige Sitzung ab. Blättermeldungen zufolge hat es neue Instruktionen an Lord Allenby gesandt. Reuter zufolge ist Allenby jetzt Herr der Lage. Der Sudan steht unter Kriegsrecht. Allenby ist befugt, alles zu tun, was er für ratsam hält.
Velaaerunaszuttand.
Kairo, 24. Nov. Ueber das ganze Land ist das Standrecht verhängt worden.
Kommeniare der französischen Presse.
Die „feste Hand" Baldwins und der Panislamismus.
Paris, 24. Nov. Die Presse beobachtet die Entwickelung in London mit gespanntester Aufmerksamkeit. Drei große Ereignisse finden gleiches Interesse: 1. Die Note vom 18. an den Völkerbund mit dem Ersuchen um Vertagung der dort anhängigen Verhandlungen, für die sich Frankreich so sehr eingesetzt hat. 2. Das Notenbündel vom 19. mit Absage an die Sowjets, mit denen Frankreich die Verhandlungen eben aufnimmt, 3. und vorläufig letztes das doppelte Ultimatum an Aegypten. An sich ist jeder dieser drei englischen Schritte von größter Bedeutung für die französische Außenpolitik, so. daß man kaum sagen kann, welcher von ihnen Frankreich am nädüten berührt. Man konstatiert heute in Paris, daß das ganze Vorgehen des englischen Kabinetts vermuten läßt, daß die Einheit aller Glieder des Imperiums hergestellt ist, und daß Baldwin in Moskau, Genf und Kairo namens des gesamten Reiches aufgetreten sein dürfte. Die Stimmung ist vor allem unzweifelhaft unbehaglich. Am 6. oder 7. Dezember soll sich Chamberlain einige Stunden in Paris av^alten und bis daffin kann vieles geschehen sein.
Direkt feindlich gegen die englischen Konservativen tritt heute ab:nd „Paris Soir" auf, der behauptet, die Redaktion bringe die Reaktion, bringe stets Krieg und Kriegsgefahren mit sich. Die sonstige Abendpresse begrüßt im allgemeinen das wiedergewonnene Krastgefühl, das die Niederlage des Internationalismus in Großbritannien ausgelöst habe.
Selbstverständlich wird heute am meisten die Rückwirkung des englischen Vorgehens in Aegypten auf die französischen Verhältnisse be- svrochen und das erste Bedenken ist, daß ein Wiederaufleben des Panislamismus auch in den französischen Kolonien ein Echo finden könnte. Andererseits könnte euer eine wirklich feste Hand Englands das stark erschütterte Prelli>e der Europäer gegenüber den Eingeborenen wiederherstellen.
Der in Genf sich befindende ä^"^iische Vertreter auf der Opiumkonferenz Dr. Guindy hatte auch heute noch keine Instruktionen; er vermutet, sein Land werde den Bund anrufen. Kein Ekuschreilen des Völkerbundes.
Genf, 24. Nov. In verschiedenen dem Völkerbund nahestcd'nden Kreisen wurden heute lebhaft die Me düngen über eben etwaigen Schritt Aegyptens beim Völkerbund kommentiert. Dabei wurde darauf hiugewiesen, baß üuigrund eines Appells Aegyptens, dassdem Völkerbund nickt angebört, ein Einschreiten des Völkerbund-rat« nickt möglich fei. daß aber laut
Die Arbeiterpartei gegen das Ultimatum.
London, 24. Nov. Ausgesprochen Stellung gegen das Ultimatum nimmt das offiziöse Organ der Arbeiterpartei, „Daily Herald". Das Blatt sieht in dem Ultimatum die Verwirklichung der imperialistischen Träume und sagt: „Der britische Imperialismus habe seit Jahren nach einem derartigen Streit Ausschau gehalten. Der Sudan sei mit Armeen erobert worden, in welchen die ägyptischen Bestände die englischen üoerwogen. Die Kosten der Kampagne seien von den ägyptischen Steuerzahlern getragen worden. Die durch die Ermordung des Sirdars geschaffene Gelegenheit werde nun- ckehr ausgebeutet, das Konduminium obgeschafft, der Sudan ungeteilt der britischen Kontrolle unterstellt. Die unbegrenzte Erweiterung der Bewässerungszone zum Vorteil der sudanesischen Baumwollgesellschaften würde die Existenz des äarmtischen Bauern untergraben. Die unter dem Deckmantel des Schutzes ausländischer Interessen ausgestellten Forderungen bedeuten nach dem Kommentar des „Daily Herald" weiter nichts als die Kontrolle der ägyptischen Finanzverwaltung und Justiz durch England. Mit einem Wort, das Ultimatum verlange außer Entschädigungen die Bestrafung der Mörder, Zurückziehung der ägyptischen Sudantruppen, Abschaffung des größten Teils der ägyptischen Unabhängigkeit. Das Gespenst einer militärischen Diktatur Lord Allenbys wird bereits an die Wand gemalt, gleichzeitig wird daran erinnert, daß das Ultimatum die Folgerungen vergessen habe, die Serbien aus dem österreichischen Ultimatum abgeleitet habe. Nun sei aber England besser daran als Oesterreich. Hinter Aegypten stehe keine Macht wie Rußland. Vor allen Dingen sei aber festzustellen, “ '----%> 11 Ht nm tum hpr ^fiiinritöf bcs
dem Völkernundspakt jede? Völkerbundsmitglied bett Rat oder die Versammlung auffordern könne, die in dem Pakt Vorgesehenen Schritte zur Beilegung internationaler Konflikte zu ergreifen. Von englisch informierter Seite wird jedoch besonders nachdrücklich betont, daß diese Bestimmungen des Pakte- im vor- liegenden Falle in keiner Weise in Betracht kämen, »a es sich um innere englische Angelegenheiten handele.
Die Laoe von gestern abend.
London, 25. Nov. „Daily Mail" meldes unterm 24. November, 7.15 Uhr abends, in Port Said hätten sich Anzeigen von Unruhen bemerkbar gemacht. Britische Flugzeuge seien an Ort und Stelle erschienen, worauf sich die Menschenmassen zerstreuten.
London, 25. Nov. Reuter meldet aus Kairo unterm 24. November, 8.15 Uhr abends, die Räumung des Sudan durch die ägyptischen Offiziere und Mannschaften sei planmäßig im Gange. Ein englisches Bataillon habe, heute nachmittag in Kairo eine Parade veranstaltet. Das ägyptische Parlament habe einen Ausschuß ernannt, um die von der Opposition und den Anhängern Zaghuls unterbreiteten Anträge zu prüfen und eine Protestkundgebung zu entwerfen, die dem Hause vorgelegt werden solle.
London, 25. Nov. Reuter meldet aus Kairo 11 Uhr abends: Das ganze Land ist jetzt vollständig ruhig. Man ist der Ansicht, daß das Parlament ein Vertrauensvotum für die neue Regierung annehmen wird Die Atmosphäre hat sich bedeutend gebessert und die Lage ist jetzt nicht mehr als beunruhigend zu bezeichnen. — Die ägyptische Kammer b-schloß den Protest gegen das englische Vorgehen an alle Parlamente und an den Völkerbund au richten. Der Genfer Korrespondent des „Daily Telegraf meldet, in den Kreisen des Völkerbundes werde es nicht für wahrscheinlich gehalten, daß irgend ein Mitglied des Bundes im Völkerbundsrat tragen werde, da die ägyptische ^ragc als eine innere Angelegenheit angesehen werde.
Zum Fall Nalhufius.
Stuttgart, 24. Nov. Der Bibliothekvorstand beim württembergischen Landesgewerbeamt, Karl von Seeaer, Oberleutnant der Reserve a. D., der als Quartiermacher beim Oberkommando 4 auch für die Unterbriaounq des Generals von Natbuffus mit seinem Stabe zu sorgen hatte, veröffentlicht eine Erklärung, in der er ausführt, daß ihm bei dem General von Nathufius stets eine Bescheidenheit entgegengetreten sei bte manchmal geradezu komisch gewirkt habe. Während des Rückzuges des Armeeoberkommandos von Roubaix nach Lille sei Nathufius überhaupt nicht in Roubaix anwesend gewesen. Seeger hält es für ganz ausgeschlossen, daß der General irgendetwas entwendet habe. Jedermann, ob Deutscher. Belgier oder Franzose, habe in ihm das Vorbild eines aufrechten, rechtdenkenden, pflichttreuen und auffallend bescheidenen Menschen kennen gelernt. Nathufius habe dre Einwohner in einer Weise geschont, dre oft über die Grenze ging, die ihm die militärischen Jn- tessen geboten. .
Paris, 24 Nov. In den Wandelgangen der Kammer hat man sich gestern eingehend mit dem Fall Nathufius beschäftigt. Man war sich darüber einig, daß die Regierung dem Präsidenten die Begnadigung des Generals vorschlagen werde. In parlamentarischen Kreisen glaubt man, daß dadurch die Nachwirkungen auf die deutschen Wahlen verhindert werden könnten. Der „Quotidien" behauptet, daß die Begnadigungsakte noch heute unterzeichnet wird.
Versteigerung deuMen Eigentums * in Drttisch-Kamerun.
London, 24. Nov. Heute nachmittag hat im Winchesterhouse in der Broadstreet die Versteigerung des früheren deutschen Eigentums im jetzigen Britisch- Kamerun stattgefunden. Der Versteigerer teilte bei Eröffnung der Auktion mit, das zu »erfteigernbe Eigentum werde auf Anordnung deS Verwalters des feihbli^en Eigentums für die britische Regierung verkauft. Die Beteiligung an der Auktion war groß; die Hälfte der Plätze war vorbestellt. Die Frage eines Anwesenden, ob er das von ihm gekaufte Eigentum an einen Deutschen weiter übertragen könne, bejahte der Versteigerer; dagegen protestierte jedoch der Fragesteller, was Heiterkeit unter den übrigen Anwesenden bervornef. Auf eine weitere Frage aus der Ver- iammlung, ob ein Käufer Englands Schutz genießen werde, antwortete der Au'tionator. das verstehe sich von selbst. Es wurde alsdann zuerst ein Besitz von 34 550 Acres, 6 Meilen westlich von Viktoria, für 900.) Pfund verkauft. Als ein Anwesender um Be- mnntgabe des Nainens des Käufers bat, erklärte der Auktionator, wie bei allen, würden auch bei _bte[er