Einzelbild herunterladen
 

^ O. Jahrgang,

SanauerWAnzeiger

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadl- und Landkreis Kanan a. M

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlub Nr. 1237 und 1238.

Bezugspreis für die 2 Wochen vom 17. bis 29. November 1 Goldmark ohne Trägerlohn. Etnzel- nummer 10 Freitags u. Samstags 12 Gotvoienaig. Äazetgenoretie :für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Eoldofernig. für die Rsklamezeile (68 mm) 50 EoldbfsnntgOftertenaebüb r 30 Eoldviennig Geschäftsstelle Hammerstraße 9.

Erfüllungsort und Gerichtsstand für Selbe Teile Hana« a. Main.

5it VlatDOtf 6tift und TrlLeinungstaae bet An,eigen wird keine TewLtr

geleistet

5m Falle höherer Gewalt Streik «iw. hat der Bezieher keinen Anivruch

auf Lieferung oder NaSlieferung oder auf Rückzahlung bet Bezugevreti«,

Nr. 276

Moulay den 24. November

1924

Das Neueste.

Nach einer Drahtung aus Meran ist das Dorf KarthLuS in Cchmalktal ein Opfer der Flammen ge­worben. Neben der Kirche verbrannten 40 Gehöfte. 3 Menschenleben sollen umgekommen sein.

Laut Beschluß des Reichskabinetts soll die Erhöhung der Beamtengehälter schon ab 16. November in Kraft treten.

Der Pariser Berichterstatter'derSunday Times" sagt, er habe Grund anzunehmen, daß Regierungskreise den Liller Prozeß von vorn­herein nicht billigten. Es gelte als ziemlich sicher, daß der General begnadigt werde.

Die britische Regierung hat in Kairo eine Nott mit ultimativen Sühneforderungen überreichen lassen«

Aus Scheidemanns Wahl- agèlalionsmappe.

Nur noch eine kurze Spanne Zeit und Das deutsche Volk schreitet zu den Wahlurnen. Inzwischen wird der Wahlkampf allerorten in Wort und Schrift mit Schärfe geführt und be­sonders die Linke,die Gralshüterin des reinen Marxismus", ist es, die in ihrer Presse und in Flugschriften mit Heftigkeit um die Stimmen der Wählermassen kämpft. Die Sozialdemo­kratie weiß, was von dem Ausfall dieser Wah­len abhängt. Sie weiß, daß es sich um eine Probeabstimmung handelt, daß, wenn es ihr gelingt, eine Mehrheit für eine Linksregierung z. B. WirchBreitscheid zu sichern, dann Grund zu der Hoffnung auf eine siebenjährige Ver­längerung des Mandats Eberts als Rei^^^- sident besteht und die Sozialdemokratie weiter­st mN ihren Einfluß auf die Regierungsgeschäfte I H unter der Päroke: F st r I

r è ia Republik! geführt wird. Deshalb das Hervorholen der altenKriegswahlmappe" mit den deutschen Eroberungsplänen, der Flucht Wilhelms II., der Schuld Deutschlands am Kriege und schließlich den Verheißungen: Frei­heit, Friede, Brot!

Auch Philipp Scheidemann, der am Freitag abend in Hanau sprach, trat mit dieser Wahlmappe auf und statt auf die Tätigkeit der Sozialdemokratie wayrend ihrer Regierungs­zeit einzugehen, und den Wählern Vorschläge über die Wiederemporführung des deutschen Volkes zu einstiger Höhe zu machen, ließ er eine Schimpfkanonade gegen Wilhelm II. los, als ob es sich bei dieser Wahl um die Wieder­kehr des ehemaligen deutschen Kaisers handele. So stellte Scheidemann die frivole Behauptung auf,das Ausland hat Deutschland nicht ge­schätzt, weil Wilhelm II. gelinde gesagt, ein kom­pletter Narr war". Diese Behauptung ist ge­linde gesagt, eine ganz gemeine Verleumdung, denn Deutschland wurde vom Ausland einst geachtet, es gehörte zu den führenden Natio­nen und wurde als solche geehrt. In den letzten sechs Jahren aber, nachdem die Sozialdemo­kratie am Staatsruder gewesen ist und ihre vollkommene Unfähigkeit bewiesen hat, hat Deutschland in Nichtachtung Demütigungen, Ueberfälle, Raub und Schändungen erdulden müssen, wie sie noch nie einem Reich. das man noch vor einem Jahrzehnt als Weltmacht an­sprach und als solche achtete, zugefügt wurden.

Weiter glaubte Scheidemann Hohn und Spott über die politsche Krähwinkelei der ehe­maligen deutschen Fürstentümer verzapfen und die Sozialdemokratie als nationale , Heldin feiern zu müssen, die die nationale Einigung innerhalb des Volkes angestrebt habe und wei­ter anstrebe. Es gehört schon eine große Por­tion Anmaßung dazu, diese Behauptung auf­zustellen. Als nach dem Zusammenbruch die deutsche Sozialdemokratie fast unbeschränkt die Macht Deutschlands erhielt, ging sie nicht etwa an die Vorbereitungen für den deutschen Ein­heitsstaat, sondern die sozialdemokraluche Po­litik, einst reich an Versprechungen, sank zur er­bärmlichen, über alle Maßen schmutzigen Futterkrippenpolitik herab. Es stellte sich her­aus, daß keine Partei partikularistischer war als die deutsche Sozialdemokratie. Die deutsche Kleinstaaterei wurde eine ausgezeichnete sozial­demokratische Domäne für alle Genossen. Der deutsche Einheitsstaat? Was kümmert uns der! Wir wollen unsere Pfründe haben, unsere ein­träglichen Posten. Der Marxist Ernst Niekisch schrieb in diesem Jahre in denSozialdemokra­tischen Monatsheften" wörtlich:

Immer hatte die Partei den deutschen Cinherts- staat verlangt. Daß idiefe Prvgraimnf ordevuna

aber kein politisches Bekenntnis, sondern nur eine papierne Msinungs.äußerun" mar, erwies sich jetzt . . . Die Partei ließ alles beim alten, nur die monarchischen Spitzen waren abgebrochen. Don einem Großdeutschland wagte niemand zu reden.

Mit diesen Worten hält sich ein ehrlicher So­zialdemokrat für verpflichtet, der Partei den Spiegel vorzuhalten. An die Stelle der monar­chischenSpitzen" traten die führenden Herren Genossen selbst. Sie taten es in der Weise, daß sie sich als Minister, als Staatsräte, erküren, daß sie sich zu Landräten, Kreis- und Amts- Hautpleuten uff. ernennen ließen. Und die Futterkrippe bekam allen führenden Genossen prächtig. So sieht die Verwirklichung der Scheidemannschen Einheitsbestrebungen aus. Wir behaupten es gibt keine Partei, die dem deutschen Streben nach Einheit, mit den zwei großen Zielen, Freiheit und Kraft, stärkere Hemmungen entgegensetzt, als die deutsche So­zialdemokratie mit ihrem Bonzentum.

Was im November 1918 vor sich ging, so erklärte Scheidemann weiter, sei keine Revo­lution, sondern ein Zusammenbruch gewesen. Der letzte Reichskanzler Prinz Max von Baden sei an die Führer der Sozialdemokratie heran­getreten und habe diese himmelhoch gebeten, die Regierung zu übernehmen. Darüber ist f wohl niemand mehr im Zweifel, daß jener unheilvolle 9. November unserem Volke einen furchtbaren Zusammenbruch brachte, ja noch mehr, die Wahnsinnstat von politisch verbohr­ten Männern, die das Trümmerwerk eines großen Staatsbaues zum Entsetzen vieler Deut­scher noch in Brand steckten. Die gewaltigen Opfer des deutschen Volkes an Gut und Blut, seine beispiellosen gegen eine Welt non Fein­den vollbrachten Heldentaten wurden für nichts , geachtet. In phantwnschen Reden faselte man Bracht habe^und^doß diese Umwälzung den Sozialismus bringen werde. Keine Verheißung dieser famosen roten Herren ist in Erfüllung gegangen. Lug und Trug, wie er schamloser noch nie von sogenannten Volksführern verübt wurde, liegt jetzt offenkundig vor aller Welt und jetzt, nachdem man eingesehen hat, daß eine Sozialisierung nicht möglich war, erklärt man, daß wir damals keine Revolution gehabt hätten, daß man, wie Scheidemann wörtlich aussprach, einepleiteWirtschaftnicht sozialisieren könne, sonder»» nur eine blühende Wirtschaft. Man hat also noch nicht den Mut seiner Anhängerschaft zu erklären, daß jede Sozialisierung Schiffbruch leiden muß, man vertröstet die Massen auf eine blühende Wirtschaft. Neue sinnlose Verspre­chungen, bereit Verwirklichungsversuch, das wissen diejenigen, die sie machen, gang genau, nur mit einem neuen Chaos enben würde. Was die Bitte des Prinzen Max an die Führer der Sozialdemokratie anlangt, so verhält sich dieser Vorgang doch etwas anders. Durch monate- lange Wühlarbeit der Führerschaft der Sozial­demokratie war man so weit, daß man am 9. November den Prinzen Max vor die Frage stellen konnte: Entweder tritt die Regierung zurück oder die in raffinierter Weise verhetzten Arbeiter gehen noch in dieser Stunde auf die Straße. Daß sie nicht friedlich demonstriert und dann nach Hause gegangen wären, dafür war gesorgt. Das wußte auch Prinz Max und des­halb ging er, und die Sozialdemokratie konnte die Regierung übernehmen und den neuen Staat aufbauen, eine Leistung, auf die nach Scheidemanns Ansicht die Sozialdemokratie stolz ist. Was berechtigt die Sozialdemokratie zum Stolz? Was hat sie erreicht? Nichts, rein gar nichts. Die Frage ist vielmehr so zu stellen: Wohin ist unser Volk dank der beispiellosen Unfähigkeit und unpolitischer Haltung sozial­demokratischer Führer geraten? In Unfreiheit und Ohnmacht! Wer politisch so dumm und hirnverbrannt ist, angesichts waffenllarrender Feinde, dem Volk in Waffen zu erklären: Legt die Rüstung ab, unsere Internationale bringt Frieden, Freiheit und Brot, war nicht fähig ein Volk zu regieren. Der Fluch, der auf den Novembermännern ruht, hat seine Urlaube in der großen Unwahrhaftigkeit, die barin zum Ausdruck kommt, daß man m.. allen .sonnen das Zauberbild von derfreiesten" Verfassung der Welt den Massen vorgaukelte, während das Enti^eidende in der Außenpolitik^ lag, im Kampf gegen Deutschlands Feinde, die im Ver­sailler Diktat den Versklavungsplan schufen. Hier liegt die schwerste Schuld der November­männer, eine Schuld, die ihnen das deutsche Volk nie verzeihen wird. Hat also die Sozial­demokratie Ursache mit Stolz auf ihre geleistete Arbeit au blicken? Neiut

Wie dasnationale" Herz der Sozialdemo­kratie aussieht, geht aus einer weiteren Aeuße­rung Scheidemanns hervor, nach der zwar Deutschland nicht die Alleinschuld am Kriege zu­geschoben werden könne, daß aber, wenn die Archive aller Staaten geöffnet und die Frage untersucht würde, welcher Staat diplomatisch am schlechtesten gearbeitet habe, Deutschland sehr schlecht abschneiden würde. Nachdem selbst in dem ehemaligen feindlichen Ausland zahl­reiche Stimmen laut geworden sind, die die Frage der Alleinkriegsschuld Deutschlands ver­neinen, kann natürlich auch die deutsche Sozial­demokratie nicht mehr ihr früheres Steckenpferd der Kriegsentfesselung durch die deutsche Regie­rung reiten, doch andererseits möchte man auf dieses zugkräftige Propagandamittel nicht ganz verzichten, und beginnt ein Spiel, das alles andere als national gezeichnet werden kann.

Es geht in diesem Wahlkampf um Sein oder Nichtsein der deutschen Republik Schwarz-Rot-Gold bedeutet Wiederaufbau, Schwarz-Weiß-Rot Bürgerkrieg.,, Mit diesen Worten schloß Scheidemann seine Wahlrede und trat dann ab, begleitet von einem Stab Angehöriger der Parteischutztruune des Reichs­bannersSchwarz-Rot-Gold". Als ob die Far­ben Schwarz-Rot-Gold mit dem Fortbestand der Republik etwas zu tun hätten. Im Ausland weiß man auch, daß Deusta-tand heute eine Re­publik ist, und dennoch wurde kürzlich dem Reichspräsidenten ein Geschenk aus Mexiko überreicht, das die Farben schwarz-weiß-rot trug. Weiter überreichten die Vereinigten Staa­ten Dr. Eckener bei einem glänzenden Ab­

Gin «Ms Ultimatum m Mmtm

^otiion 23. Nov. Das yo riffln Office Der- öffenMchtzwei' Mitteilungen, die heute durch Lord Allenby der ägyptischen Re­gierung gemacht wurden.

Die erste besagt: Der Generalgouverneur des Sudan und Sirdar der ägyptischen Armee, der außerdem ein hervorragender Offizler der britischen Armee war, ist in Kairo in brutaler Weise ermordet worden. Die Regierung Sr. Majestät ist der Ansicht, daß diese Mordtat, die den Eindruck erweckt, daß Aegypten gegen- wärtig in einer für zivilisierte Völker schmach­vollen Weise regiert wird, das natürliche Er­gebnis einer feindseligen Kampagne gegen britische Rechte und britische Untertanen in Aegypten und im Sudan ist. Sie hat ihren Grund in einer gedankenlosen Undankbarkeit für die Wohltaten, die Großbritannien erwiesen hat. Diese Kampagne wurde durch die Regie­rung Ew. Exzellenz nicht entmutigt und durch Organisationen, die in enger Berührung mit ihrer Regierung stehen, gefördert. Ew. Exzellenz ist von Sr. M. Regierung vor wenig mehr als einem Monat vor den Folgen gewarnt worden, die entstehen sonnten, wenn Sie es unterlassen würden, dieser Kampagne, die besonders den Sudan betrifft, ein Ende zu setzen. Es ist ihr kein Ende gesetzt worden. Die ägyptische Re­gierung hat nunmehr zugelassen, daß der Gc- neralgouverneur im Sudan ermordet wurde und hat bewiesen, daß sie u n f ä h i g oder ge­willt ist, das Leben der Ausländer zu schützen. Die britische Regierung fordert daher, daß die ägyptische Regierung

1. eine weitgehende Entschuld», g u n g für das Verbrechen anbielek,

2. die U n t e r f u ch u n g nach dem Urheber des Verbrechens mit äußerster Energie und ohne Rücksicht auf Personen durchgeführt und die Verbrecher, wer immer und welchen Alters sie sein mögen, gebührend bestraft.

3. in Zukunft alle politischen De- »nonstrationen untersagt und ener­gisch unterdrückt, . .

4. sofort an die Regierung 5r. 2naj. eine Buße von einer halben Million Pfund zahlt.

5. binnen 24 Stunden die Z u r u a - Ziehung aller ägyptischen Offi­ziere und rein ägyptische», Einheiten der ägyptischen Armee aus dem Suda n anordnet, mit anschließenden Veränderungen, die werter unten näher bezeichnet werden.

6. dem zuständigen Departement milleilk, daß die Regierung des Sudans das zu be. wässernde Gebiet bei Gezira von 300 000 Feddans dem Bedarf entsprechend bis zu einer unbegrenzten Höhe erweitert,

7. auf jede Opposition gegen dm W ü n s ch e Sr. Maj. Regierung betreffend den Schutz der auswärtigen Interessen in Aeanoken

ie Les­en auf

chiedsbankett in Newyork für gewiss« tungen, die derVorwärts" und Genossi

)as Konto des neuen Deutschland buchten, deutsche Flaggen in den Farben schwarz-weiß- rot. Taucht nicht die Frage auf wie es wohl kommen mag, daß man die Flagge schwarz- weiß-rot als die deutsche achtet, soweit Men­schen auf dem weiten Erdenrund wohnen, trotz­dem sie wissen, daß Deutschland eine Republik ist? Ja! Und die Antwort lautet: Weil es in der ganzen Welt keinen Menschen gibt, der es für möglich hält, daß ein großes Äolk feine große Vergangenheit mit seinen ruhmvollen Farben über Bord wirft! Doch den Herren von der Sozialdemokratie geht es ja nicht um die Farben ichwarz-rot-gold, sondern das wahre Ziel ist die Herrschaft des Proletariats und die lchwarz-rot-goldene Flagge nur der Vorläufer der roten Fahne. Geht «cheidemanns Wunsch inErfüllung, daß der 7. Dezember der So« z^aldemokratie den Ausschlag in unseremStaatebringenmöge, dann werden wir es erleben, daß über Nacht aus dem Reichsbanner ein Rotbanner wird. Deut­sches Bürgertum denke daran.

Die Entscheidungsstunde naht. Der Marxis­mus, vertreten in seinen politischen Parteien, drängt, obwohl er bereits einmal ein großes Fiasko gemacht hat, wieder nach der Vormacht stellung. Soweit darf es aber nicht kommer Der Marxismus muß vielmehr niebergerungef werden. Der 7. Dezember entscheidet über be deutschen Volkes Schicksal, legt die politisch Richtung auf lange Jahre Mt R. H

hänge v e r z i ch l e f,

9. wenn diesen Forderungen nicht unver­züglich slattgegeben wird, wird die Regierung Sr. Maj. sofort eine angemessene Aktion zum Schutz ihrer Interessen in Aegypten und im Sudan unternehmen.

Die zweite Mitteilung an die ägyptische Re­gierung enthält nähere Angaben über die Forderungen betreffend die Armee im Sudan und den Schutz der auswär­tigen Interessen in Aegypten. Sie besagt:

1. Sobald die ägyptischen Offiziere und die rein ägyptischen Einheiten der ägyptischen Armee zurückgezogen seien, mürben die sudane­sischen Einheiten der ägyptischen Armee in eine sudanesische Defensivtruppe um­gewandelt werden, die nur der Regierung Su­dans verpflichtet sei und dem Oberbefehl des Generalgouverneurs unterstehe, in dessen Namen alle Ernenungen erfolgen würden,

2. sollen Regelungen betreffend die Außerdienststellung auswärtiger Beamter, die noch von der ägyptischen Re­gierung beschäftigt werden, sowie die Frage der Pensionen außer Dienst gestellter Beamter ent­sprechend den Wünschen der britischen Regie­rung einer Revision unterzogen werden

soll bis zum Abschluß eines Abkommens zwischen den beiden Regierungen betreffend den Schutz auswärtiger Interessen in Aegypten die ägyptische Regierung den Posten eines finanziellen und juristischen Ratgebers aufrecht­erhalten und ihre Machtbefugnisse und Privi­legien schützen, sowie den Status und den aus­wärtigen Charakter des europäischen Departe­ments des Ministers des Innern respektieren und Anempfehlungen des Generaldirektors über Fragen, die seiner Zuständigkeit unter­stehen, in angemessener Weise beachten .

Die Antwort Aegyptens.

Kairo, 23. Nov. Reuter. Die ägyptische Antwort auf die britischen Noten ist in höf­lichen Worten abgefaßt. Sie stimmt den For, derungen betreffend Entschuldigung und Bestra­fung der Verbrecher und einer Entschädigung von einer halben Million zu und verspricht, jede Störung des Friedens durch Kundgebungen zu verhindern.

Eine andere WTV.-Meldung aus London besagt demgegenüber:

Nach einer Meldung aus Kairo erklärte Zaghlul Pascha gestern abend in der Kammer, das Kabinett schlage vor, die Forderung au< Zablung einer halben Million Pfund uni ebemo die Forderung auf Verhaftung und Be. 'trafung der Verbrecher anzunehmen, die am deren Forderungen aber abzulebnen. Die Kam»