200. Jahrgang.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn, und Feiertage. / Fernsprech,«nschluß Nr. 1237 und 1238.
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Nr. 273
Donnerslaa den 20. November
1924
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Enthüllungen -er „Ere Nouvelle" über militärische Geheimorganifationen.
Paris, 19. Nov. Aus Wiesbaden trafen die Berichte über Auflösung der französisch-belgischen Regiebahn-Verwaltung ein; etwas melancholisch klangen die „Nachrufe" der Blätter. Von „verdienstvollem Wirken" der Regie-Eisenbahner wurde des langen und breiten gesprochen, der „Gewinne" des Unternehmens gedachten die Fachleute der Boulevardpresse, wohlweislich verschweigend, daß die Regiebahn den Poincaristen schwere Sorgen bereitete, weil sie — nach Art irgend einer exotischen Eisenbahngesellschaft verwaltet — den Franko-Belgiern Defizite auf den Hals lud. Bekanntlich vertraten die sogenannten Kenner der Verkehrsverhältnisse im besetzten Gebiete und im Ruhrbecken den Standpunkt, daß die Regiebahnen in allererster Linie dazu bestimmt seien, die „Gefahr einer deutscher- Revanche" abzuwenden. Dadurch schufen sie die Entschuldigung für das jämmerliche Geschäft und gleichzeitig rechtfertigen sie die Sabotage der deutschen Organisation. Während des Ruhrjahres wurde auf den linksrheinischen Bahnen von französischen Militärs — auf Grund vorher ausgearbeiteter Pläne — das „Problem" des Offensivkrieges rechts vom Rhein studiert. Es wurden die bekannten ^Lories" in den großen französischen Kraftwagenwerkstätten gebaut, ausschließlich dazu bestimmt, auf den Gleisen der linksrheinischen Bahnen befördert zu werden. Diese „Lories" sind Panzerautomobile mit Schnellfeuergeschützen ausgestattet. Sie gehören zum untrennbaren Bestandteil der ausgearbeiteten „MaßnagmejT, Lie Her fkanâpyu MllsM? stab auf dem Boden des demilitarisierten Rhein- landes getroffen hat, die Bestimmungen des Versailler Vertrages und des Rheinlandabkom- mens über Bord werfend. Bald wird sich zei- gen, ob der von Heriot ins Leben gerufene und von dem Sozialisten Paul Bancour präsentierte oberste Verteidigungsrat diesen vertragwidrigen Zustand dekretieren wird. Es finden momentan im Außenamte feierliche Sitzungen des Verteidigungsrates statt; Herr Paul Bancour war zweimal im besetzten Gebiete. Wird er die vertragswidrigen Maßnahmen, die in der heutigen „Ere Nouvelle" gekennzeichnet werden, abschaffen lassen? Die Frage ist gerade jetzt von großer Bedeutung, da in Kürze das Schlußwort der Alliierten über Deutschlands Entwaff- nung gesprochen werden muß. Wenn Deutschland die ihm auferlegten Verpflichtungen erfüllt hat, ist es dann nicht berechtigt, von der französischen Regierung zu verlangen, daß die Verhältnisse im Rheinland im Geiste des Versailler Vertrages geregelt werden?
„Die Eisenbahnregie ist reorganisiert worden, in Widerspruch mit dem Friedensvertrag; sie ist in einer neuen Form wiederauferstanden, und diese „Wiedergeburt" kostet Frankreich vorläufig 25 Millionen Francs" So schreibt das genannte Blatt. Es wirft die Frage auf, ob denn der Ministerpräsident nicht die Macht besitze, die Militärs im Rheinlande auf den Weg zu bringen, den der Vertrag vorschreibt. Anfang November wurde „unter der Leitung des General Degoutte die „fünfzigste Sektion für den Feldeksenb ahndienst" gebildet. 650 frühere Eisenbahnangestellte sind unter das Kommando des zweiten Direktors der Regie gestellt worden; dieser Persönlichkeit, mit Namen Front, wird in Kürze der Titel eines „Eisenbahngenerals" verliehen werden. Front bezieht in dieser Eigenschaft jährlich 120 000 Franken Gehalt nebst bedeutenden Zulagen. Neben ihm wirken Offiziere, die — als höhere Eisenbahnbeamte maskiert — rein militärische Aufgaben zu erledigen haben. Es ist eine „Elitetruppe", hoch besoldet und mit einer „gehei- men Mission" betraut. „Ere Nouvelle" schreibt: „Diese von dem General Degoutte und dem General Frid geschaffene Sektion hat vorläufig nichts zu tun; sie wartet auf die Rückkehr des Hoc national, auf den „nächsten Krieg". Welchen Zweck hat aber diese Handvoll Männer? Wenn die deutschen Eisenbahner nicht arbeiten, so werden die 650 Franzosen nichts ausrichten können. Dagegen können sie Zwistigkeiten und Unruhen provozieren. Die deutschen Eisenbahner haben bereits zu verstehen gegeben, daß sie in Ausstand treten würden, falls die Regie in einer anderen Form weiterexistieren sollte." Die Frage läßt sich stellen, wie die französischen Sozialisten eine Protestbewegung der deutschen Eisenbahner aufnehmen würden.
Das Blatt erinnert an die Ordonnanz 6 der Rheindlandkommission, Darin ist eine interalliierte Kontrolle vorgesehen, für die eine gemischte Delegation von etwa hundert Beamten hinreichend ist. . Die Ausführungen der „Ere Nouvelle" werfen wieder ein scharfes Schlaglicht auf die Widerstände der militärischen Hierarchie Frankreichs gegen eine loyale Erfüllung der Londoner Vereinbarungen; tatsächlich wartet man in diesen Kreisen auf die Beseitigung der Kârtellregierung und strebt danach, daß — unter einem außenpolitischen Vorwand — Neuwahlen erzwungen würden. Die Durchführung der im Londoner Protokoll festgesetzten Bestimmungen paßt den Leuten um Poincarè nicht. Ministerpräsident Herriot dürfte noch manche Schwierigkeiten zu überwinden haben, bis im Rheinland die Opposition einflußreicher Generäle beseitigt ist. Borläufig vermeidet man es, in der Kammer Dinge zu erörtern, die durch „Ere Nouvelle" publik gemacht werden. Das geschieht deshalb, weil man den deutschen „Nationalisten" keinen sogenannten Propagandastofs verschaffen will. Auf die Dauer läßt sich eine solche Vogelstraußpolitik nicht treiben. Wenn das Kabinett Herriot die Mißstände, wie sie „Ere Nouvelle" mehrmals aufgedeckt hat, nicht zu beseitigen imstande ist, dann wird schließlich doch im Parlamente über die Dinge gesprochen werden müssen.
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Gegen den kommandierenden Generak des 3. Korps, von Lochow, hatten die Franzosen unter Nr. 165 ihrer Auslieferungsliste die schwere Anschuldigung erhoben, am 10. September 1914 das Schloß Verdelot (Seine et Marne) vollkommen ausgeplündert und verwüstet, die Schlösser der Möbel erbrochen, einen Geldschrank erbrochen und beraubt und das Schloß in nicht wiederzugebender Weise verschmutzt zu haben.
Das Reichsgericht hat nun festgestellt, daß General von Lochow mit seinem Stabe nur in der Nacht vom 4. bis 5. September 1914 in dem Schloß gelegen hat, welches er in tadellosem Zustande verlassen hat. Dagegen haben am 10. September 1914 französische Truppen in dem Schloß quartiert.
Die Vermutung liegt nicht fern, daß die Plünderungen von den Franzosen selber vorgenommen sind. Dieser Fall ist besonders bemerkenswert im Zusammenhangs mit der Verhaftung des Generals von Nathusius.
Die französische Presse ist in letzter Zeit stark auf den Ton abgestimmt, daß, selbst wenn eine Untersuchung der Kriegsschuldfrage zu einer Teilung der Schuld führen würde, die von den Deutschen begangenen Kriegsgreuel Grund genug wären, Deutschland nicht als gleichberechtigtes Mitglied in den Rat der Völker aufzunehmen. Die Franzosen sollten in dieser Argumentierung vorsichtig sein, damit sie nicht auf sie selbst zurückschlägt.
Immer noch ausgewiesene Beamte denen die Dienstleistung verweigert wird.
Darmstadt, 19. Novbr. Wie die „Darmstädter Zeitung" meldet, wurden von den während des Ruhrkampfes ausgewiesenen städtischen Beamten bis jetzt sechs von der Rheinlandkommisston noch nicht zum Dienst wieder zugelaffen: Oberbürgermeister Adelung- Mainz, Bürgermeister Neff-Bingen, drei Lehrer und Polizeiinspektor Ahl-Worms. Bei der Reichsbahn- direktion Mainz handelt es sich um vier höhere Beamte, denen bisher die Ausübung ihres Dienstes versagt blieb. Ueber die Zulaffung wird von der hessischen bezw. der Reichsregierung mit der Rheinlandkommisston weiter verhandelt. — Wie sich das gleiche Blatt aus Bingen berichten läßt, sind außer dem oben erwähnten Bürgermeister Neff der Polizeiinspektor Duffener und die Polizeiwachtmeister Mehren, Rupprecht und Rust ebenfalls noch nicht wieder zugelaffen worden. Diese Beamten waren von der Vesetzungsbehörde nicht ausgewiesen, sondern lediglich während der Separatistenzeit von den Separatisten verdrängt worden.
Der neue Generalslabschef der französi chen Rheinarmee.
Paris, 19. Nov., Der Brigadegeneral Pu- I Ms ist zum Generalstabschef der französischen
Rheinarmee ernannt worden. Der bisherige Generalstabschef, Brigadegeneral Sermaire, hält sich weiterhin zur Verfügung des Oberkommandierenden.
„Oeuvre" meldet, daß Herriot beschloß, demnächst im uuai d'Orsay eine Konferenz zusammenzuberufen, um die Frage des zivilen und militärischen Besetzungsregimes im Ryer,l.and zu prüfen.
Nach einer Londoner Meldung deuten die „Times" heute an, daß ein Kompromiß zwischen den englischen und dem französischen Standpunkt über die Räumung des besetzten Gebietes dahin erzielt werden könne, daß England etwas länger als bis zum 10. Januar 1925 in Köln bleibt, während Frankreich vor dem 10. Januar 1925 die nötigen Vorkehrungen trisft, um das gesamte Ruhrgebiet schneller zu räumen, als ursprünglich im Londoner Abkommen vorgesehen war. England und Frankreich würden dann gleichzeitig die Kölner Zone und das Ruhrgebiet völlig räumen.
Die MiliiärKonirvlle „aanz und gar befriedigend".
Paris, 19. Nov. „New Dork Herold" meldet, daß die Untersuchung der Interalliierten Militärkon- trollkommission in Deutschland nahezu beendet sei. Entgegen gewissen sensationellen ausländischen Meldungen hat der Korrespondent deS „New Dork Herold" aus autorisierter Quelle erfahren, daß die Kontrolle mit Ausnahme des durch einen Fanatiker hervorgerukenen Zwischenfalls von Ingolstadt ganz und gar befriediaend verlaufen fei und die demnächstioe Abreise der Kommission rechtfertige, die ihre Vollmachten vorher noch auf den Völkerbund übertragen müsse.
Lockmittel für Deutschland.
London, 18. Nov. Der diplomatische Berichterstatter des „Dailly Telegraph" spricht die Hoffnung
gfiebschast des Völkerbundes". In dieser Hinsicht seien einige der Forderungen Stresemanns in seiner lebten Rede vollkommen berechtigt und annehmbar. An und für sich würde Deutschland nach seiner Aufnahme in den Völkerbund natürlich das Recht genießen, schließlich an einer Verteilung etwa frei werdender oder neu zu schaffender Kolonialmandate teilzunebmen, aber eine solche Frage sei augenblicklich nicht opportrim.
Nachdem die deutschen Koloni-n in Mandate aufgeteilt und längst verteilt sind, kann man ja Deutschland ohne Besorgnis Versprechungen machen, daß es bei der Verteilung »frei werdende: Kolonialmandate" berücksichtigt werden könne. Es ist garnicht abzulehen. wie künftig Kolonialmandllte freiwerden sollten, denn freiwillig wird doch kein Mitglied des Siegerbundes auf seine Beute verzichten. Er ist die billige, zu nichts verpflichtende Geste, mit der man die Deutschen schon so oft eingefangen hat. Nein, etwas bestimmter möchten wir die Zusicbermig auf koloniale Mandater- teilung denn doch gefaßt wissen!
Kerriols Politik gegenüber Rußland.
Paris, 19. Nov. Vor der Kammerkommiffion für auswärtige Angelegenheiten erklärte Ministerpräsident Herriot hinsichtlich der zukünftigen Beziehungen Frankreichs zu Rußland nach dem „Petit Parisien" außer Dem bereits Berichteten noch folgendes:
Die französische Regierung habe nicht die Absicht, in die innere Politik Rußlands einzugreifen. Sie fordere daher die gleiche Haltung auch von der Sowjetregierung. Was die Frage der Schulven betreffe, so seien die Rechte der französischen Schuldner in der klarsten Weise Vorbehalten. Am 10. Januar würden in Paris darüber Verhandlungen beginnen. Diese Konferenz werde sich daher mit folgenden Fragen zu beschäftigen haben:
1. Revision der Verträge, die mit der ehemaligen russischen Regierung abgeschloffen wurden; 2. Bestimmungen über die Immunität und die Vorzugsrechte, Die den Diplomaten und den Konsuln gewäbrt werden sollen; 3. Paßfragen und Fragen der Siedler in den beiden Ländern; 4. Regelung der Verträge bezüglich deS staatlichen Besitzes, sowie der privaten Interessen in Rußland und Frankreich, Schaffung eines neuen Regimes für den Privatbesitz und Arbeitsinteressen und endlich Sicherstellung der nationalen Gesetzgebung dafür, desgleichen Regelung der Entschädigung von Land zu Land und der Anleiben. — Auf eine Anfrage aus der Kommission erklärte Herriot, daß Rumänien und Polen bezüglich der Anerkennung der Sowjet- regierung gefragt worden seien und dagegen keine Einwendungen erhoben hätten. — Auf eine kommunistische Einwendung, daß die russischen Schuldner als interalliierte Schuldner betrachtet werfen müßten, erklärte Herriot, daß diese Ansicht nicht richtig sei. Frankreich gäbe Rußland vor dem Kriege Geld geliehen. Es gä e seinen russischen Staatsmann, der Die Legitimität Dieser Forderungen anzweifle-
Im Lause her Erklärungen, die Hernot über Ge rgten abnab, bemerkte er, daß einer der kommunistischen A geordneten Notizen machte. Daramhin 'agte Herioh daß feine Ausführungen bertrault» seien. Als der kommun stische Abgeordnete aber darauf er« wioerte. es m ihm uiimoalich, sich zu verpflichten, bte
Geheimhaltung zu wahren, brach Herriot sofort ab und bewegte sich von nun an, wie die „Petit Parisien" bemerkt, in vagen Allgemeinheiten.
Angesichts dieses Vorfalles drückte der Abgeordnete! Loutcur fein Bedauern darüber aus, daß ein Abgeordneter durch feine Haltung den Ausschuß der außerordentlich interessanten Mitteilungen deS Ministerpräsidenten beraube.
_ Caillaux und Malvy beguadigl.
Paris, 18. Nov. Der heutige Tag war nölt der Innenpolitik beherrscht gewesen. Die größte Sensation spielt sich im Senat ab, bet sowohl den Vor- als Nachmittag der Amnestie widmete. Caillaux ist mit 176 gegen 104, Malvy mit 195 gegen 62 Stimmen begnadigt worden.
Die beiden Kriegsprozesse gegen Malvy unS Caillaux sind noch in vieler Leute Erinnerung. Die politische Tendenz, die beiden Prozessen zu Grunde lag, ist nicht abzuleugnen. Nach der Dreyfusaffäre wurden der französischen Geschichte zwei neue Blätter hinzugefügt, die wenig ruhmvolles verzeichnen. Malvy wurde wenige Monate, nachdem er Innenminister gewesen war, am 7. August 1918 durch den Staatsgerichtshof zu fünf Jahren Verbannung und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt, was einen innerpolitischen Sieg Clemencaus bedeutete.
Der Prozeß gegen Caillaux begann vor dem Senat in Paris am 18. Februar 1920. Der ehemalige Ministerpräsident war wegen friedensfreundlicher Propaganda und Beziehungen zum Feinde angeklagt und wurde am 23. August 1920 mit 183 gegen 44 Stimmen zu drei Jahren Gefängnis, fünf Jahren Aufenthaltsverbot und zehn Jahren Verlust der politischen Rechte verurteilt. Da er 27 Monate in Untersuchungs-
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in Höhe von 650 000 Fs. zur Bestreitung der Kosten für die Ueberführung der Ueberreste des am 31. Juli ermordeten Jean Saures nach dem Pantheon in namentlicher Abstimmung mit 340 gegen 60 Stimmen angenommen. Die Leiche des Abgeordneten Jaurös war in Albi beigesetzt, das er als Vertreter der dortigen Ar« deiterbevölkerung nahezu zwei Jahrzehnte in der Kammer vertreten hat. Die Regierung Herriot hat nunmehr bestimmt, die Leiche in den nächsten Tagen unter offiziellen Ehren« bezeigungen' nach Paris überführen zu lassen, wo sie am Samstag vor dem Gebäude der Deputiertenkammer aufgebahrt und am Sonntag zur endgültigen Beisetzung nach dem Pantheon gebracht wird, dem nationalen Ehrentempel Frankreichs.
Polirisches Attentat in Aegypten.
Kairo, 19. Nov. Gegen den Sirabar bet ägyptischen Armee, General Sir Lee Stack, sind gestern, als er das Kriegsministerium verließ, zwei Bomben geschleudert worden, von denen eine explodierte und Stack schwer verwundete. Die Attentäter sind entkommen. Eiic zweite Meldung besagt, daß die Attentäter erst eine Bombe warfen, die nicht explodierte, und dann mehrere Revolverfchüsse abgaben, die Stack, seinen Adjutanten, den Chauffeur und einen Polizisten verwundeten. Stack wurde ins Hospital eingelieferk. Die Akkkentäter werden auf zwei bis drei Personen geschäht.
Kairo, 19. Nov. Zu dem Attentat auf Lee Stack wird weiter bekannt, daß sich die Attentäter in einem Torweg verbargen. Als sie sahen, daß die von ihnen geschleuderte Bombe malt explodierte, folgten sie dem Auto Starts in einem Auto und feuerten einige Revolv'.- schüsse ab. Dann bestiegen sie eine in einer Seitenstraße haltende Droschke und führe« schnell davon. Zaghlul Pascha, die Minister und die Deputation der Kammer sprachen bei der Botschaft vor und drückten ihren Abscheu und ihr Bedauern über diese Bluttat aus.
Kairo, 19. Nov. Zu dem Attentat auf den englischen Militärbefehlshaber wird noch gemeldet, daß sein Adjudant, Hauptmann Campell, in die Brust und sein Chauffeur in Arm und Bein getroffen wurden. Der Polizist, der den Attentäter verfolgte, wurde durch drei Ku- qcln schwer verwundet. Die Polizei glaubt^di« Nummer des Autos, in dem die Attentäter entkommen find, zu kennen.
London, 20. Nov. In einem Leitartikel der „Times" heißt es, das in Kairo begangene Attentat sei zweifellos ein politisches. Weder die Regierung, noch die Volksoertretuna Aegzp»