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Nr. 288 Donnerslaa den 13. November 1924

Das Neueste.

Die Repko hat eine Reorganisation vorge- AvMmen, deren Grundzüge heute veröffentlicht werden

Der Eisenbahnerstreik in Oesterreich ist beendet

Coolidge beabsichtigt eine neue Abrüstungs­konferenz einzuberufen.

Havas berichtet aus Athen, einer authentischen griechischen Quelle zufolge, soll in Stanimaka zwischen Griechen uns Bulgaren ein Kampf stattgefunden haben, in dessen Verlauf drei Griechen getötet und ein Vierter verwundet wurden.

Kriestsphantasien.

DieTimes" hat als das Hauptsprachrohr der englischen Außenpolitik Deutschland gegen­über in den letzten Jahren eine weniger ge­hässige Sprache geführt als früher. Nicht etwa aus plötzlich erwachter Liebe zu Deutschland, sondern weil die englische Außenpolitik in den Jahren der Herrschaft Poincarès ihre Spitze gegen dieselben Kräfte richtete, mit denen auch wir zu kämpfen hatten. Aber auch diese ver­änderte Stellung hat das Londoner Blatt nicht abgehalten, in einem Punkte der Alte zu blei­ben, nämlich in der Verdächtiauno Deutsch­lands, als rüste es heimlich zum Kriege. Immer wieder sind in derTimes^ Andeutungen und Berichte erschienen, die die Behauptungen auf­stellen, hinter dem Schleier der deutschen Ab­rüstung, breite sich eine neue und noch furcht­barere Rüstung vor, mit der Deutschland der­einst einmal die Welt überfallen werde.

In einer ihrer letzten Nummern hat die -^MMesÄMreu-- cyLâM'upsü.

nal behandelt. Sie knüpft dabei an den schenfall an, der sich bei der Anwesenheit der Militärkontrollkommission in Ingolstadt abge­spielt hat. Nach ihrer Ansicht hat dieser Vorfall ebenso wie die von ihr behauptete Entdeckung großer Vorräte von Waffen und Mnunition in Dresden ein offenkundiges Phantasiegebilde die Aufmerksamkeit der Welt wieder einmal auf das Problem der deutschen Abrüstung ge­lenkt. Tatsächlich ist diese Abrüstuna überhaupt kein Problem. Die Muliürkontrollkommission ist gegenwärtig an der Arbeit, um überall nach- zuspüren, ob sie noch in diesem Jahre damit zu Ende kommen wird, ist die Frage. Jeden­falls geht sie außerordentlich gründlich vor und sie hat, soviel man weiß, bisher nicht das ge­ringste gefunden, was wir sagen leider an der schon vor zwei Jahren festgestellten Tatsache etwas ändern könnte: Die deutsche Entwaffnung ist burthgefvM bis zum letzten Buchstaben des Versailler Diktates.

DieTimes" weiß auch sthr wohl, daß auf dem geraden Wege gegen Deutschland vorgebracht werden kann. Deshalb ist es schon nötig, krumme Hinterwege emmlcblaaen. lind auf solchen Pfaden ist dieTimes" ja bewan­dert. So gibt sie denn zu verstehn, daß TeuO'rh« land die Kontrollkommission seelenruhig nach versteckten Waffen und Munition suchen lasse und währenddessen die Frage der Kriegsvor­bereitung von einem ganz anderen Punkte aus anfasse. Auf Waffen und Munition lege man augenscheinlich in Deutschland rar kein Gewicht mehr. Es sei sogar zweifelhaft, ob man den Reserven von ausgebildeten Mannschaften überhaupt noch Bedeutung beimesse. Denn man müsse ja immer befürcbt"N, durch das wenn auch noch so heimliche Einexerzieren illegaler Formationen Verdacht zu erregen. DieTimes" gibt deshalb offen zu, daß diese illegalen For­mationen für innere Auseinandersetzungen nicht aber für die Kriegführung nach außen be­stimmt seien. Aber sie tut das nur, um dann den Weg für die Hauptanklage frei zu bekom­men. General Rollet, der jebige f--r'öff^o Kriegsminister und frühere Vorsitzende der Kontrollkommission ist dabei ihr Schwurzeuge. Tr hat einmal gesagt, daß Deutschlands furcht­bare Macht in der Möglichkeit liege, die großen Industrieanlagen im Handumdrehen für Kriegszwecke umzustellen. Bekanntsten war es auch Nollet, der vor Jahren bei Besichtigung der Deutschen Werke Wolfgang diese Möglich­keit kundtat. Hier sieht auch dieTimes" den Angelpunkt deutscher Kricgshinterlist. Sie be« bauptét, daß die militärischen Sachverständigen Deutschlands gegenwärtig ihre ganze Aufmerk­samkeit auf die Aufgabe konzentrierten, aus dem Zusammenwirken von Flugzeugen, Tanks and Gas vor allen Dingen aber Gas eine furchtbare Kriegswaffe zu schmieden oder wenigstens alle Vorbereitungen zu treffen, daß man sie nötigenfalls in kurzer Zeit schmieden Anne.

Paris, 12. Nov. Die Reparationskommis­sion hat nunmehr ihre Reorganisation voll­zogen, die das Londoner Abkommen gemäß den Bestimmungen des Dawesplanes vorsieht. Da von nun an alle Kosten für die Durchfüh­rung des Vertrages von Versailles in Jahres­zahlungen beglichen werden müssen, soll im Laufe der nächsten drei Monate, spätestens bis zum 31. Januar 1925, die Repko ihren Beam­

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tenkörper wesentlich einschränken und zwar, wie ein offizielles Kommunique besagt, nach folgen­den Grundsätzen:

1. Die Repko bleibt so, wie es in § 2, An­hang 2, Abschnitt 8, des Vertrages von Ver­sailles und der anderen Friedensverträge ddt«

gesehen ist, bestehen, doch müssen die ersten De­legierten in Zukunft nicht mehr ihren Wohnsitz in Paris nehmen. Um ihnen die Abwesenheit zu erleichtern, werden von nun ab Sessionen von jeweils kurzer Dauer veranstaltet, die auf das ganze Jahr verteilt werden. Dack Gehalt der ersten Delegierten wird ausgehoben und sie sollen in Zukunft außer den Reisekosten nur noch eine monatliche Entschädigung erhalten, die je nach den Anwesenheitstagen, die zu den Veranstaltungen in Paris notwendig sind, be­rechnet wird.

2. Die Kosten der Privatsekretäre der ersten und zweiten Delegierten werden aufgehoben, desgleichen die Komitees für die Restitutionen, Sachliefernngen und Finanzen; desgleichen die beiden Posten des zweiten und dritten General-

Repko vertretene Land. Außerdem werden die außerhalb Frank­reichs bestehenden Dienststellen der Repko auf­gelöst, sowie ferner einige technische Dienste, wie z. B. der Informationsdienst.

3. Das juristische Referat wird von nun an nur vier Mitglieder umfassen. Das Sekreta­riat wird beseitigt. Der Buchhalterdienst wird

DieTimes" hat eine überaus wichtige Ent­deckung gemacht, die sie zur Stützung ihrer Be­hauptung strahlend der Oeffentlichkeit übergibt. Deutschland bereitet nicht nur heimlich den Gas­krieg vor, nein, es hat sogar schon eine Anlei­tung fix und fertig, wie man die Gaswaffe in der sichersten und wirksamsten Weise anwen­det. Diese Anleitung ist in einem bei Mittler und Sohn erschienenen Buche niedergelegt: Der chemische Krieg" von Dr. R. Hanslian und F. Bergendorf. Aus diesem Werk teilt die Times" eine Unmenge von Zitaten mit. Sie macht weiter darauf aufmerksam, daß in einer der letzten Nummern des Militärwochenblattes von einem gasdi^en Tank die Rede ist, der äußerlich harmlos, in der Kriegführung eine ebenso heimtückische Waffe zu werden verspreche wie das deutsche Unterseeboot. Geht man die­sen Zitaten näher auf den Grund, so stellt sich natürlich für jeden vernünftigen Menschen so­fort heraus, daß sie nichts weiter sind, als die Produkte einer wissenschaftlichen Erörterung, die für Männer vom Fach durchaus natürlich ist und durchaus nichts Verdächtiges an sich hat.

Die neue Hetze derTimes" schlägt sich eigentlich selbst ins Gesicht. Glaubt sie wirklich, der Oeffentlichkeit einreden zu können, daß Deutschland insgeheim mit allen .ein für einen mörderischen Gaskrieg rüste und dann gleichzeitig eine Anleitung für diesen Krieg ge­wissermaßen ostentativ auf den Tisch lege. Für so dumm sollte doch auch dieTimes" die eng­lische und die übrige Ocstentückk".. nicht halten. Was hinter der Hetze steckt, ist ja ganz klar. DieTimes" muß selbst zuaab^n, d^ß bte Mili­tärcontrolle keine Geheimnisse deutscher Waffen­rüstungen zutaae aeL ert hat und daß auch mit den illegalen Formationen nirbts ongu- fangen ist. Deshalb muß jetzt die l"' ''e Vor- bereihmg zum Gaskriege herhalten. Denn einen Grund zur Hetze muß man bce'- '" bcn!

Deutschland und der englische ßufiuerhchr«

Berl M, 12. Nov.Daily Telegraph" melbct, ban die teutsche R g critng entschlossen fei, den eng­lischen Lufkvcikehr über Denttckcknd zum Stilluano zu bringen, da es bem englischen Lustsahrtmunsterium wcht gelungen ist, Frankreich zu bewegen, den von Deutschland geforderten Slenberungm der Luftsahrt» beftimmungen reS Veriailler Vertrages zuzummmen. Seutfcblanb werde nach bem 15. November nur nock gestatten, daß solche Flugzeuge deut'chcs Gebiet über« fliesen, die nicht größer und stärker seien als diejenigen Flugzeuge, die Deulschland selbst bauen darf. Zu

wesentlich eingeschränkt, sowie überhaupt das gesamte Personal des Generalsekretariats und das Personal der einzelnen Delegationen. Die ganze Verwaltung wird dem Generalsekretär unterstellt, der künftig die praktischen Arbeiten der Repko zu leiten hat. Diese Arbeit wird überwacht von einem Komitee, das aus zwei

Delegierten und einem ständigen geschäfts- führenden Ausschuß besteht. Zu diesem Zwecke wird die Repko diesen Delegierten gewisse Machtbefugnisse übertragen, wie sie § 7, An­hang 2, Abschnitt 8 des Frisdensvertrages

von

Versailles vorschreibt. An den Sitzungen dieses geschäftsführenden Ausschusses werden die Ge­neralsekretäre der einzelnen in der Repko ver­tretenen Staaten teilnehmen und, wenn nötig, für die in Frage kommende Beratung gemäß dem Dawesplan Ler zum fünften Delegierten ernannte amerikanische Staatsbürger. Die vier Hauptdelegationen England, Frankreich, Bel­gien und Italien erhalten je einen jährlichen Kredit von 200 000 Franken, mit dem sie sämtliche Kosten ihres Personals zu bestreiten haben. Es ist ferner bestimmt worden, daß sie auch die jetzigen Lokalitäten baldmöglichst nach dem 31. Januar 1925 aufzugeben haben.

Im übrigen ist ein Ausschuß eingesetzt wor­den, der der Repko selbst einen vollständigen Plan vorlegen soll, u. a. sollen besonders ge­eignete Beamte bestimmt werden, die die Funk­tion der ausgehobenen technischen Sachverstän- bigenpoiten in Zukunft versehen sollen.

... âssd> «^ Ob. .-Reuter «u-LLet au-Garis- über die Reorganisation der Reparations­kommission, es sei die Frage, ob die jetzigen Hauptdslegierken ihr Amt unter den neuen Bedingungen fortsetzen würden. Soweit Brad­bury in Frage komme, 'werde es nicht über« raschen, wenn er im Laufe des nächsten Jahres zurücktreten werde.

dieser Meldung erfahren die Berliner B âtter, daß sie in dreier Form etwas Verfrüht sein bürste, da das Sonderabkommen mit England über den Flugverkcbi BerlinLondon nock bis Ende 1924 läuft. Außer dem seien die Verbanelunaen, die in Paris über die 'trage des deutschen Flugzeugbaues gepflogen werden, noch nicht mm Abschluß gelangt. Die deutsche Regierung fei jedo v entschlossen, bei einem negativen 'iuëaana der Verh ardlungen von ihrem Neckt Ge­brauch zu machen und nur Flugzeugen vom gleichen Ausmaß das Ueberfliegen deutschen Gebietes zu gehalten.

Coolidge für eine neue Abrüstungs­konferenz.

London, 13. Nov.Daily N?WS" meldet aus Washington cs werse allgemein erwartet, bah Coolidge eine rmv Konferenz zur Einschränkung der Rüstungen ein berufen werde. Nack den dip'omatt-chcn Son­dierungen, die bereits vorgenoiiimen seien, Werde Groß­britannien den'Por'chlag des Präsidenten unterstützen. Bernaiick der Habuua Frankreichs und Rußlands be« ebe einiger Zweifel, besonders hinsichtlich der Rüstuna ii Lande.

Italien V"rzzMe! auf die L q rröaUon deutschen Privatvermvgen^.

Rom, 12. Nov. Die italienische Regierung 'eilte dem Bot'-Ha?ter des Deutschen Reiches, ""reiherrn von Neurath, durch Note vom 10. Nov. mit, daß sie unter Wiederholung der rüderen mündlichen Zuiaae die Zusicherung er­teilt habe, von dem ihr durch § 18 Ab. Vin An- cae II des Veriailler Vertrages zustebcnden Neckt bsüiolich des deutschen Privateigentums, keinen Gebrauch macht.

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Die^e erfreuliche Nachricht, die reiat, da^ Italien willens i\ Treu und Glauben im 'wi'chenstaa'lichen Leben wieder in die alten Rechte einzuiekcn, be'arf noch einiger Klcmtel- 'ungcn. 3alien hatte das so enannte kleine Eigentum als einer der er'*en Staaten frehe« 'eben. Von dem großen Eigentum, das au Segnetet stand, sind große Werte bereits in Staatsbesitz übergegangen, namentlich Gebäude. Es wird zu klären sein, inwieweit dieser Ver­acht Italiens die Eicientumsverhältniffe bereits liquidierter deutscher Werte berührt, ob er eine Wiedergutmachung begangenen oder nur eine Verhütung künftigen Unrechtes bedeutet. Auch im letzteren Falle soll uns bewußt bleiben, daß sich bisher noch keiner der Ententestaaten zu dieser Haltung aufgeschwungen hat.

I Mussolini zur Diklatur entschlossen.

I Paris, 12. Nov. Der römische karre- spondent derChicago Tribune" hatte eine Unterredung mit Mussolini, der ihm erklärte, er würde die Auflösung des Parlamentes und die Proklamierung der Diktatur, wenn es not­wendig wäre, beantragen, um sein wir^chafi liches und politisches Programm durchzuführen welches dazu bestimmt ist, Italien in die erfft Reihe aller Staaten zu stellen. Die Anschau­ungen der Presse, wonach die Ereignisse vom 4. November für die faschistische Regierung eic schwerer Schlag gewesen sei, wird von Musso­lini lebhaft dementiert. Er habe die Regie rung und seine Partei fest in der Hand und auch die Opposition zittere, und deren Mitglie­der wenden sich unaufhörlich telephonisch an ihn um ihn um Schutz zu bitten. Muffolitfi erklärte endlich, daß er bereits Anstalten ge troffen habe, um Verhandlungen wegen Rück Zahlung der italienischen Schuld an die Ver einigten Staaten einzuleiten.

Der Streik in Oesterreich beende?.

Wien, 12. Nov. Der Eisenöahnerßreik ist be­endet. Hierzu teilt die Generaldirektion der öster­reichischen Bundesbahnen mit: Am 12. November hat eine neuerliche Zusammenkunft zwischen Vertretern der drei Personalorganisationen der österreichischen Bundes­bahnen mit den Delegierten der Generaldirektion stattgesunden, in der aufgrund der mit den Orga­nisationen gepflogenen Verhandlungen und der dadurch erzielten Uebereinstimmung die Hinausgabe der Weisung zur Wiederaufnahme des Derkebrs um Mitternacht vom 12t auf den 13, Kyy, beschlossen wurde. Durch die getroffene Verein- arung ist nunmehr der Weg zur Verabschiedung einet definitiven Besolbungsordnung und damit zu einet Stabilisierung der BesoldunnSverhältnisse frei, sodax die Entlohnung der Bundesbahnbidiensteten der fort- gesetzten Fluktuation der Preise entzogen wird.

Wien, 12. Nov. Heute fanden Aussprachen zwischen dem christlich-sozialeen und dem großdeutschen Clubvorstand statt. Der christlich-soziale Clud hell am Vor- und Nachmittag einige Beratungen ab. Am Nachmittag erschienen beim Bundeskanzler Seipel Vertreter des sozialdemokratischen Verbandes, denen der Bundeskanzl.r Mitteilung über das Ergebnis der bisherigen Besprechungen machte. Die Sozialdemo­kraten erklärten, daß sie im Falle einer Wiederwahl der bisherigen Regierung selbstverständlich in der Opposition verharren und sich vollkommen freie Hand vorbehalten.

Die erste Fahrt desZ. R. 3" in Amerika.

New Park, 12. November.Z. R. 3" wird voraussichtlich am Samstag seinen ersten Probe, fluj in Amerika machen und wird hierbei Phi­ladelphia besuchen.

Die Anker suchung gegen Tiileffen.

Zu der Meldung eines Berliner Blattes aus Vraa, wonach von den deutschen Behörden das Auslieferungsersuchen in der Angelegenheit des in der Tschechoslowakei festgenommenen angeb­lichen Tilleffen gestellt worden und der Fest­genommene aus der Haft entlassen worden sei, erfahren wir, daß der Verhaftete wahrscheinlich nicht identisch ist mit Tilleffen. Trotzdem habe sich zur Feststellung der Identität des vermeint­lichen Tillessen ein deutscher Beamter nach Prag begeben. Für den Fall der Identität sei der Antrag auf Auslieferung gestellt worden.

âu'suchung bei der Deuifchnai analen Dolkspartei.

Berlin, 13. Novbr. LautNational-Post" wurde gestern in der Berliner Geschäftsstelle der Deutsch- nationalen Volkspartei und auch bei anderen Berliner Stetten der Partei von der politischen Polizei Haus- nchnngeu Doigcrommen. Dem Blatte zufolge sei nach er B- oschür: ,ür wen?" von A. gesucht worden, die im Fiü fahr von der D> ut-chnahonalen Volks- vartei, bei der Wad arb.it benutzt worden war, und ^tp in neuer Auflage mit einem Bild deS Reichs- Drafibuihn Ed rt zu Pferd erschienen sei. Gegen das Vorgehen der Pol zet fei Beschwerde erhoben worden.

3 Parleien weniger.

Berlin, 12. Nov. Die Republikanische Par» tei, die Deutsche Arbeitnehmerpartei und die Rationale Freiheitspartei, die bei den letzten Reichstazswahlen selbständig aufgetreten waren und 141245 Stimmen erlangt hatten, fordern iare Anhänger auf, diesmal ihre Stimmen anderen oerfasiungstreuen republikauischen Par­teien zuzuwenoeit.