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200. IaHrgang.

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General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. W.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1287 und 1238.

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Herugsv reisfür die 2 Wochen vom 3. bis 15. November 1 Goldmark ohne Lragerlohn. Einzel­nummer 10 Freitags u, Samstags 12 (5olooreinig, ~ 4 n j e t g e n o r e i I e : für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Goldofelaia. für die Zeklamezeile (68 mm) 50 Eoldviennta —Oitertenoebnb r SO Goldvienniq — Eeichäitsstelle Hammerstrane "-

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile Sanau a. Main. Für Platzvorlchriit und Lrscheinungstage der Anzeigen wird keine Gewähr geleistet. — 2m Falle höherer Gewalt Streik ulw. bat der Bezieher keinen Anivruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezug,vreiies

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Ar. 265

Montag den IN November

1924

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Jer WMKmM in Seilemich

Wien, 8. Nov. Der Eisenbahnerstreik kam im Laufe der Morgenstunden mit Eintreffen der letzten Personenzüge zu seiner vollen Aus­wirkung: es verkehren nur noch Le­be n s m i t te l - und Arbeiterzüge, letztere auf Lokalstrecken. Der Streik erstreckt sich nur auf das Personal der Bundesbahnen, nicht der Privatbahnen in Oesterreich. Bezüg­lich neuer Verhandlungen nimmt die General­direktion der Bundesbahnen eine abwartende Haltung ein. Dagegen finden gegenwärtig mit den Vertretern der Gewerkschaften Besprechun­gen über eine Sicherstellung des Lebensmittel­transportes für Wien und andere Städte statt. Diese Verhandlungen sollen sich recht schwierig gestalten.

Am Dienstag nachmittag um 3 Uhr findet eine Sitzung des Nationalrates statt, in der der Präsident dem Hause Mitteilung von dem Rücktritt der Regierung machen wird. Zu diesem Zwecke wurdenZüge sichergestellt, um die Abgeordneten aus der Provinz nach Wien zu bringen. Im allgemeinen nimmt man an, daß der Eisenbahnerstreik längere Zeit dauern wird.

Wien, 10. Nov. Die Bahnhöfe waren gestern noch verödeter als vorgestern, da keine Arbeiter­züge verkehrten. Der Streik nimmt vorläufig einen ruhigen Verlauf. Die Straßenbahn hatte gestern einen Massenverkehr zu bewältigen. Auch Autos wurden stark beansprucht und viel­fach von Fremden zu Fahrten nach Lundenburg und Preßburg benutzt, um dort den Anschluß an erreicht â Streikleitung hat zugestanüen, daß Die Aus­landspost mit Kraftwagen nach und von Wien befördert wird. Vermittlungsverhandlungen im Streik haben bisher noch nicht stattgefunden. Ein Ausweg dürfte sich kaum vor Dienstag nach dem Zusammentritt des Nationalrats zeigen. In der Plenarsitzung des Nationalrats soll nur die Demission des Kabinetts zur Kenntnis ge­nommen werden, während sich die Parteiklubs bereits Dienstag vormittag mit der Erklärung des Bundeskanzlers Dr. Seipel, daß sich das Kabinett durch keinerlei Dertrauenskunidgebung der Mehrheit des Nationalrats dazu bewegen lassen wird, eine Wiederwahl anzunehmen, be­vor nicht der Streik abgebrochen ist und die Re­gierung die Ueberzeugung gewonnen hat, daß das Sanierungswerk in Zukunft nicht durch die Bultdesangestellten fortwährend gestört wird. In der Lebensmittelversorgung Wiens besteht vorerst keinerlei Gefahr und auch die Kohlen­versorgung würde erst bei einer längeren Dauer des Streiks schwierig werden. Der volkswirt­schaftliche Schaden des Streiks für die gesamte Geschäftswelt ist aber schon jetzt äußerst empfindlich.

Die poliiische Krise.

Wien. 8. Nov. In der heute nachmittag ^o gehaltenen Pressekonferenz gab Bundeskanz- er Dr. Seipel die Gründe der Demis- i o n der Regierung bekannt. Zum Schluß einer Erklärungen beantwortete er einige An­ragen Auf die erste Anfrage erklärte er, daß die Verhandlungen zwischen der Generaldirek- ion der Bundesbahnen und den Gewerkschaften bisher noch nicht wieder ausgenommen worden seien. Auf eine weitere Anfrage über den vor­aussichtlichen Verlauf der Nationalratsfitzung am Dienstag sagte Dr. Seipel, gegenüber den un­zutreffenden Meldungen einiger Nachmittags­blätter könne er nur mitteilen, daß die Regie­rung keine Erklärung abgeben werde und daher keine Debatte darüber stattfinden könne. Präsi­dent Niklas werde geschäftsordnungsgemäß die Demission der Regierung mitteilen, worauf sich das Haus vermutlich gleich vertagen werde, da nach dem Geschäftsgebrauch Sitzungen des Par­laments solange nicht stattfinden, bis wieder eine Regierung vorhanden ist. Eine even­tuelle Wiederwabl der zurückgetretenen Regie­rung käme vor der Regelung der Streikange- legenheit nicht in Frage. Die Demission der Regierung sei als durchaus ernst aufzufassen. Der Bundeskanzler betonte nachdrücklich, daß sich die Leitung der Bundesbahnen einzig und allein von wirtschaftlichen Bedürfnissen des Unternehmens habe leiten lassen, und daß eine Einflußnahme der Regierung in der einen ober anderen Richtung keineswegs erfolgte. Die Sanierung der Bundesbahnen fei ein so wich­tiger Bestandteil des Gejamtfanierungsplanes, daß bie Regierung nicht im Amte bleiben konnte, sobald der Präsident Günther die weitere Verantwortung für die Vollendung der

Organisation nicht mehr tragen zu können er­klärte. Es handelt sich, so fuhr Bundeskanzler Seipel fort, im übrigen garnicht um den Streik der Eifenbahner allein. Es bestehe der Eindruck, daß gewisse mächtige Gruppen von öffentlichen Angestellten, trotz der Erfahrungen der letzten Jahre, nicht gelernt haben, die Angelegenheiten der Allgemeinheit und ihrer eigenen auseinan­der zu halten. Die ganze Sanierung beruhe aber auf unzähligen Opfern der Gesamtbevölke- rung.

Darauf führte der Präsident der Bundes­bahnen, Günther, folgendes aus: Der im Bundesbudget 1924/25 zu Tage getretene Grundsatz, daß die Bundesbahnen ihren laufen­den Bedarf selbst zu decken hätten, durfte unter keinen Umständen umgestoßen werden.

Der Finanzminister K i e n b o e ck führte aus, daß das nach langen Verhandlungen mit dem Völkerbund aufgestellte Normalbudget ins Wanken geraten wäre, wenn die Bundesbahnen mit der Forderung erneuter Zuschüsse an die Bundesverwaltung herantreten würde. Das Personal und die gesamte Oeffentlichkeit müssen bedenken, daß die Frage wieder aufsteigen könnte, ob die Bundesbahnen auch weiterhin

staatlicher Besitz bleiben könnten.

Wien, 10. Nov. Aus Rsgierur

en wird

uns folgendes Bild von der politischen Krise ge­geben: In allen politischen Kreisen ist heute in der Beurteilung der Lage eine wesentliche Be­ruhigung eingetreten. Die Erklärung des Bun-

■Itëslmala^-iuib J&r _ Adriaen Minister habe« hinreichend Auffchlüsje über die Beweggründe der Demisfwst gegeben und vor allem dazu bei­getragen, die in der Oeffentlichkeit aufgetauchte Meinung zu zerstreuen, als sei der Streik für die Regierung gewissenmaßen nur ein Vorwand gewesen, um' andern Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen. Anderseits ist aber aus den Mitteilungen des Bundeskanzlers ersichtlich, daß ihm ernstlich daran gelegen ist/die Voraus­setzungen für die Sicherung des Sanierungs­werks zu schaffen und daß er im Rahmen Des Genfer Uebereinkommens die Sanierung Oesterreichs für unbedingt erreichbar und not­wendig hält. Um diefe sicherzustellen, hat Dr. Seipel die Demission des Kabinetts eingereicht

und alle moralischen und politischen Kräfte auf den Plan gerufen. Viel bemerkt wurde, daß Dr. Seipel ausdrücklich bestätigte, er glaube nicht an eine lange Dauer des Streiks. Man glaubt daraus schließen zu können, daß Dr. Seipel im Besitze entsprechender Informationen ist. Die christlichsoziale Partei erklärte, daß sie wie ein Mann hinter dem Bundeskanzler steht und auch die Eroßdeutsche Bolkspartei ist der Ansicht, daß von einem Bruch der Koalition keine Rede sein kann.

Kerr'oi gegen Millerand.

Paris, 9. Nov. Ministerpräsident Her­riot hat heute in Radz in Gemeinschaft mit dem Handelsminister Neynaldi einem republi­kanischen Bankett beigewohnt, in dessen Ver­lauf er eine große politische R-de h glaube mit voller Aufrichtigkeit sagen zu können, so führte er aus, daß noch niemals eine Regierung auf so viel Hindernisse gestoßen ist, wie die jetzige demokratisch französische Re­gierung. Außerhalb und im Innern Frank­reichs hat man nur Gefahren und Verwicke­lungen gesehen. Frankreich war isoliert, denn die Einheit der Völker, die sich um Frankreich während des Krieges gruppiert hatte, war kompromittiert, wenn nicht gebrochen. Dis amerikanische öffentliche Meinung beunruhigte sich wegen unfèrer Haltung; die Freundschaf­ten, die wir noch bewahren Junten, verblaß­ten. Ein immer feindseliger gestimmtes Deutschland gab sich dem Haß hin, von einem mysteriösen und abgeschlossen-m Rußland be­nachbart. Diese Situation habm wir in Be­tracht gezogen, und trotz der Beleidigune-'n der Ueberpatrioten Habm wir du > das Abkom­men von London die Ausführung des D a - wesplanes sichergestellt, den man den Plan der Pazifizierung und der Roolifisrung nennen könnte. Er wird mit dem Beistand der Vereinigten Staaten durchgeführt, und das hat uns erlaubt, selbst in der Periode des Mora­toriums eine Summe von einer Milliarde Franken als Reparationseinnahmen in das Budget einzustellen.

Und trotzdem regen sich diejenigen auf, die nichts erzielt, sondern nur alles in Frage ge-

stellt haben. Wir haben in diesen Tagen das Manifest einer Liga, die sich nationalrepubli- konisch nennt, gelesen, die uns unsere angeb­lichen Konzessionen zum Vorwurf machte. Man behauptet, wir hätten das Pfand für unsere Forderungen aufgegeben. Während sie ihre Hoffnung einzig und allein auf Illusionen aufgebau thaben, sind jetzt unter der Kontrolle Amerikas unsere ^orberungen an Dutschland gewissermaßen garantiert. Die gleichen Männer klagen uns an, daß wir das R u h r - gebiet auf gegeben hätten, obzwar sie sehr gut wissen, daß Frankreich nur zwischen einer Politik der isolierten Aktion, die uns zum Kriege g"( hätte und einer V-'-'tik der in­teralliierten Verständigung zu wählen hatten. Auch unsere Haltung in Genf wird von diesen Leuten kritisiert. In Genf haben wir für den Frieden gearbeitet. Wir haben den Grun^.,atz der Schiedsgerichtsbarkeit zum Siege geführt, der in Zukunft Konflikte vermeiden helfen soll. Wir haben erklärt, daß wir das russische Volk enicht mehr ignorieren wogen. Das soll ein unverzeihlicher Fehler in den Augen der­jenigen sein, die sich vor dem Zarismus ge­beugt haben. Wir haben unsere alten Alliier­ten wiedergefunden; welches auch, die Regie­rungen fein möoen. die sie regieren, wir ver­langen nur, mit ihnen gutgläubig an der Wiederherstellung des Friedens unter den Völkern mitmarbeifen. So schwierig ""ch nreh unsere Beziehungen zu Deutsch ° land sind, wir haben erklärt, daß wir mit dem beuticiien Volke gerechte (ecmNoblH und für beide Länder e^enb"^? Beziehungen wie­der antnüpfen wollen, die es aeftatten, die Werke der Zivilifakion zu fruftifisieren. Wir

Wenn MS MsKb chen sein soll, dann übernehmen wir hierfür die DerontweT-irj-K- feit. Ministerpräsident Herriot aing alsdann auf die Vorm""-?- ein, die das Manifest des ehemalio"n Präsidenten der Republik Mille­rand, also der nationalrepublikanischen Liga, auf innerpolitifchem Gebiet gegen die jebige Regierung enthält. Der Ministerpräsident wies diese Vorwürfe enerr zurück.

Frankre'chs Stärke mutz aufrecht er holen we den.

Paris, 9. Nov. Kriegsminister Rollet, der heute in Lyon weilte, hat bei der Enthüllung eines Kriegerdenkmals eine Rede gehalten, in der er u. a. sagtet Frankreich hat zu sehr die Schrecken des Krieges gekannt, um nichts sebn- si'chtiger zu wünschen, als daß die anderen Böller sich seinem Friedensideal anschließen. Frankreich ist bereit, diese Völker einer Welt entgegenzuführen, in der die Gerechtigkeit und nicht die Gewalt die internationalen Bezieb- unoen regeln wird. Frankreich kann aber nicht zulasten, daß sein Friedenswille eilte Prämie ür einen Angriff wird, der wiederum neue Menschenopfer fordern würde. Die jüngste Ver­gangenheit beweist, daß Frankreich nicht aus Schwäche, sondern aus Pflichtgefühl handelt, das ihm gerade seine Stärke auferlegt. Diese Stärke verdankt es seiner Vergangenheit. Des- alb muß es im Interests der Zukunft sie in­takt halten, um sie in den Dien t des Ideals der nationalen Würde und des Friedens zu stellen.

^ie Landlagswahlen in Anhalt.

Dessau, 9. Nov. (Gesamtergebnis.) So­zialdemokraten 78 449 (64 935) Stimmen, 15 (13) Abgeordnete; Demokraten 13 991 (6181) Stimmen, 3 (1) Abgeordnete; Kommunisten 11 217 (16 709) Stimmen. 2 (4) Abgeor'' ele; Zentrum 2406 (2009) Stimmen, kein Abge­ordneter; -nalsozialisten 7942 (7939) Stim­men, 1 (2) Abgeordneter; Bodenreformer und TNieterparlei 3207 (3005) Stimmen, 1 (1) Ab- geordneter; Bürgerliche Boiksgemeinschaft <4 482 (<4 j15) Stimmen, 14 (15) Abgeordnete.

Einzelresultake.

Dessau, 9. Nov. Vorläufiges Ergebnis. In 2-hUU ^.tiui .erhielten die Sozialdemokraten 18197 Stimmen (Gewinn gegen die Land- tagsw-^ im Juni 400H, Demcteuren £862 Stimmen (Gewinn 2200), Kommunisten 1399 (Verlust 1000), Zentrum 457, Nationalsozia­listen 1174 (Verlust 100), Bodenreformer 642 (Gewinn 200), SoitsgemeinjuKift 16 897 (Ver­lust 900).

In Koethen erhielten die Sozialdemo­kraten 6186 gegen 5057 bü der Landtagswahl im Juni. Demokraten 1364 (673), Kommu­nisten 145 (250), Zentrum 383 (286k Natio-

nalsczialisten 710 (688), Mreterschutzbund 429 (310), Volksgemeinschaft 6257 (5424).

Ballenstedt-Stadt: Sozialdemo­kraten 569 (506), Demokraten 138 (113), Kom­munisten 175 (295), Zentrum 21 (27), Natio­nalsozialisten 313 (395), Mieterschutzbund 217 (118), Volksgemdinschast 2051 (176a).

Keine Landlagsauftö'ung in Sachsen.

Fortbestand der großen Koalition.

Dresden, 8. Rovbr. Die Landtagssitzung * vollzog sich nicht in den stürmischen Formen, wie man es bei der Wichtigkeit der Tagesord­nung angenommen hatte. Anträge auf Auf­lösung des Landtags hatten Deutschnationale und Kommunisten gestellt. Abg. Blüher (D. V.) gab unumwunden zu, daß bie Koalition nicht alle Wünsche erüöt hätte, aber auch ein deutschnationaler Diktator hätte das nicht ge­konnt. Er wies auf die noch größeren Schwierige keiten nach Neuwahlen hin und hob mit be sonderer Schärfe hervor, daß das sichere Er­gebnis von Neuwahlen eine riesige Radikale siernng des Landtags sein müßte. Er zerschnitt jegliches Band zwischen Bolkspartei und radi­kalen Sozialisten.

Selbstverständlich hielten die Kommunisten ihre übliche Wahlrede, während die radikaler Sozialisten eine bemerkenswert scharfe Erklärung gegen den rechten Flügel der sozialdemokratischen Fraktion abgaben, für die Auflösung des Land­tages eintraten und aus ihrem Haß gegen dir Rechtsiozialisien keinen Hehl machten.

Schließlich wurden die Auflöjungsan- träge mit 50 gegen 43 Stimmen der Deutsch­nationalen, Kommunisten und radikalen Sozia- listen in namentlicher Abstimmung abüelegutz

Sodann verhandelte der Landtag noch über einen Mißtrauensantrag der Kommunisten. Es ist bezeichnend, ^baß dieser Mißtrauensantrag nur gegen die Stimmen der Kommunisten bei Stimmenthaltung der Deutschuationalen und radikalen Sozialisten abgelehnt wurde. Schließ­lich beschloß der Landtag seine Vertagung bis 10. Dezember gegen die Stimmen der radi­kalen Sozialisten und Kommunisten.

Weitgehende Steuerermäßigungen.

Berlin, 8. November Der Rnchsfmcmpnm itcr nnd irr Finamnrinister der Länder haben sich ange­sichts der dringenden Notwendigkeit einer sofortigen ^tenerienknna vorbehaltlich der Stellungnahme des Neichsvräsident n auf eine Neuordnung verständigt, durch welche bie seitens der ReichSregierung vorgesehenen Steuersenkungen herbeigeführt werden, durch welche •errer die Wetterführung der ohnedies mit Ablauf des Kalenderjahres etlöfdienben Einkommensteuer in dieser nunmehr ermäßigten Form bis zu der gesetzgeberischen Reaelung gesichert und durch welche endlich seitens deS HeicfjcS bis zum Ablauf des Rechnungsjahres die Gewähr "afniübernommenwird,daßdiedieGrnndlggeder Länder- Haushalte bildenden Ueberweisungen von Anteilen an Reich? euern in den vier Monaten Dezember 1924 uS März 1925 nicht unter dem Monatsdurchschnitt "er beiden Monate Auaust und September 1921 sinken. Die Länderregicrnngcn machten gegenüber liefen Leistungen des Reiches im Interesse 'er Wirtichaftserbolunff darauf aufmerksam, daß vielfach durch die Senkung der Reichssteuern die Gewerbesteuern der Länder und Gemeinden automatisch mitges nkt wurden uns erklärten außerdem, daß sie, soweit dies mit der Ausgleichunt der Haus- ! alle der einzelnen Länder nur irgend vereinbar ist, von sich au? eine Senkung von Landsteuern mit tun­lichster Beschleunigung vornehmen und entsprechend auf die Gemeinden wegen der Gemeindesteuern und der von den Gemeinden erhobenen Gebühren nachdrücklich ein« wirken wurden. Die Länder erklärten, da i sie dieß ihre Zustimmung nur mit Rücksicht auf den sonst enr- fiebenben Notstand aussprechen und daß durch ihre Zustimmung zu der vorstehenden Regelung ihrer grund­sätzlichen Stell una zur Frage des Notverordnungsrecht« des Reichspräsidenten und fnrer dringenden Reform- bedürft gleit nicht rioraegriffen werden ioN.

Anichlir end an das Ergebn 8 der heutigen Finanz» ministe kon'ere z erfahren die Berliner Blätter über bt- R ichsstenerrefo m noch folgendes: Die Lohnsteuer oll in io cm oeenft weiden, als rxr Beirag be3 steuer« "•eien Lo ue nkomm us bo t monatlich 50 auf 60 Mk. heran g setzt wird. Auch für Faiuilieu stuit sich der Steuer atz m rem her H nsicht ab. Ein JahreSciN- emmeu bis 889 Mk. bleibt steuerfrei, form keine M her Vorland n sind. Bei e nein Kmd ist der Sa? auf 906 Mk. bei -wer Sinbern auf 129 Mark g.» regelt Die Sätz staffe n sich w weiter, je nach oer Kuiterzahl, so ca beisp elSwerre eine Faniilie mit acht Kindern ein Einkommen die 20on Mark nicht zu v-rstcu-rn braucht. Die ReichSregierung glaubt, daß diese Sienerrcgelung eine fühlbare Erleichterung in Zukunst bringen werde. Ein zweites Kapitel der Ein- tommenfteuer bildet b e sogenannte veranlagte Einkom­mensteuer. Es handelt sich hier um Versteuerung von höheren Gehältern usw. Die eSieucr wird nicht gesenkt. Um sanften T f ll vom 1. 1. 1925 ab von 2 auf 1‘/» Pro-cut. d e Luxussteuer vom gleichen Termin von 15 auf 10 Nroreut gesenkt werden. In den Gin»