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snrv. ^a^ryany.

Hanauer W Anzeiger

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschluß Nr. 1287 und 1238.

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Rr. 257

Freilag den 31. Oktober

1924

Ser MM oer awa KvnIemMèn.

Größter Wahlsieg seit 1832.

£ ondou. 30. OK. 3t â^ den bis ll^ Uhr vorliegenden Wahlergebnissen haben

die Soaservaliven 400,

die Arbeiterpartei 151,

die Liberalen 40

die Unabhängigen 4 Mandate

erlangt. Die konservativen haben 159 Sitze ge­wonnen und 6 verloren, die Arbeiterpartei hat 24 Sitze gewonnen und 65 verloren, die Libe­ralen haben 9 gewonnen und 120 verloren, die Unabhängigen haben keinen Sitz gewonnen und einen verloren. Die somit von den konser­vativen erreichte Mehrheit ist die größte seit 1832,

Die englischen Konservativen haben die über­wältigende Mehrheit im englischen Unterhaus gewonnen. Der Wahlkampf, der in der Ge­schichte Englands.zum ersten Male unter dem Zeichen: .Hie rechts hie links" stand, ist zu Gunsten der Rechten ausgefallen. Das englische Volk hat über seine erste Arbeiterregierung, die schon am Tage ihrer Geburt sowohl von den Konservativen als von den Liberalen als ein Versuch erklärt wurde, das Urteil gesprochen. Wenn auch die Arbeiterpartei Im künftigen Parlament nach wie vor als zweitftärkste Partei sitzen wird, so ist doch ihr Experiment als Regierung erledigt. Macdonald ist, wenn uiâ-lLlyLN^Wprten glauben, soll, in Wahl-, ^BMph gezogen, um seiner gartet und seinem Kabinett eine sichere Mehrheit zu erringen. Diese Hoffnung ist vollkommen fehlgeschlagen. Die Arbeiterpartei hat keinen Zuwachs zu ver­zeichnen, sondern Verluste. Gerade in den Jn- dustriebezirken sind die konservativen Wahl­erfolge besonders groß und sie sind hier nicht nur auf Kosten der Liberalen, sondern auch auf Kosten der Arbeiterpartei errungen worden. Die englischen Liberalen bezahlen mit ihrem Miß­erfolg die Rechnung für die Unterstützung, die sie der Arbeiterpartei im Parlament haben zu­teil werden lassen. Nachdem die Wahlparole einmal auf den Gegensatz zwischen der Arbeiter­partei auf der einen und den bürgerlichen Par­teien auf der anderen Seite gestellt war, war es eigentlich selbstverständlich, daß die Hochflut der bürgerlichen Mißstimmung über die liberale Partei hinweggehen wüÄe. Die Liberalen haben deshalb auch mir schweren Herzens die Auflösung des Parlamentes auf sich genommen. Diese gemeinsame bürgerliche Kampffront gegen die Arbeiterpartei brachte sie von vornherein ins Hintertreffen. Diese Lage verschärfte sich, als der Brief Sinow'sws an die englischen Kommu­nisten wie eine Bombe in den englischen Wahl­kampf einschlug. In allen Berichten wird über- einstimmend gemeldet, daß gerade dieser Brief die Wähler in ganz unerwartetem Umfange gegen die Arbeiterpartei mobil gemacht habe. Vor allen Dingen scheinen die englischen Frauen sich erst auf ihr Wahlrecht besonnen zu haben, als ihnen verständlich gemacht wurde, welche Gefahr für England der Kommunismus fein könne, mit dem Maodonald angebändelt hatte. Dieser letzte heftige Wellenschlag, der die bürger­lichen Wähler und Wählerinnen an die Urne führte, hat in der Hauptsache die konservativen Stimmen vermehrt.

Die a b s o l u t e Mehrheit der Konservativen im Unterhaus ist gesichert und damit ist wenig­stens e i n Ziel erreicht, das für die Regierung eines jeden nicht-englischen Landes von größtem Wert ist: Es ist mit einer langen Dauer der Herrschaft der jetzt wieder zur Macht gelan­genden Partei zu rechnen. Und es ist für die auswärtige Politik aller Staaten, wie sich auch immer das neue englische Kabinett zu ihnen einstellen möge, ein Vorteil, wenn man weiß, daß irgendein internationaler politischer Schritt nicht durch den Sturz der englischen Re­gierung, auf die er berechnet war, hinfällig werden kann.

Ein konservatives englisches Ministerium wird sich selbstverständlich auf den Boden der durch das Dawesgutachten bestimmten Regelung des Reparationsproblems stellen. Da ferner diese Lösung des Reparationsproblems die ganze auswärtige Politik Deutschlands be­herrschen muß, so wird durch den Sturz der Ar- . beiterregieruna in England das Verhältnis

zwischen Deutschland und Groß­britannien nicht verschlechtert werden. Auch das Ministerium Macdonald hat die Ziele der englischen Politik selbst einem Mi­nisterium Herriot gegenüber nicht durch­setzen können. Die sofortige Räumung des Ruhrgebiets, die man in England als unmittel­bare Folge der Annahme des Dawesgutachtens für feLstverftändlich hielt, ist nicht erfolgt. Nie aber ist aus der Feder Macdonalds, solange er Minister war, ein so vernichtendes Urteil über die französische Politik hervorgegangen, wie die Note, mit der Churchill am 11. August vori­gen Jahres das Ruhr-Unternehmen Poincarës gebrandmarkt hat. Und auch der im Januar vorigen Jahres von Bonar Law der Pariser Konferenz unterbreitete Plan zur Lösung des Reparationsproblems, den Voincars verwarf, war im Grunde günstiger für uns als der Zah­lungsplan des Dawesgutachtens. Die Jahres­zahlungen waren nicht wesentlich höher als die des Dawesschen Normaljahrs, das Moratorium, das es gewährte, war wenigstens für vier Jahre ein vollständiges, und vor allem setzte es eine Endsumme fest, die sehr beträchtlich niedriger war, als die des Londoner Ultimatums, wäh­rend bekanntlich der Dawesscke Zahlungsplan die Möglichkeit der Verewigung der deutschen Schuldknechtschaft offen läßt/

Schließlich werden die großen Schwierig­keiten in den Dominions, in Mesopotamien, Arabien, Aegypten und im Sudan Fragen, denen Macdonald beinahe hilflos gegenüber- stano die Aufmerksamkeit der konservativen Regierung kn ausgesprochenem Maße bean- snruchen, daß in der mitteleuropäischen Politik Englands keine Ueberraschungen zu erwarten sind. Einigermaßen gespannt darf man darauf sein, welche Erledigung die russische Frage fin­den wird, denn die Konservativen haben in ihrer rein negativ eingestellten Wahlpropaganda noch keine Zeit gefunden, ein Lösungsprogramm zu ermitteln. Wie weit England unter einem konservativen Regime die von Macdonald ein­geleitete Völkerbundspolitik fortzusetzen gedenkt, steht ebenfalls noch dahin.

Die Anlerhausmandale fett 1922.

1922

1923

1924 (bisher)

Konservative

346

258

400

Liberale

127

158

40

Arbeiterpartei

134

193

151

Unabhängige

8

6

6

Stimmen

615

615

59 t

Mehrheit

308

308

308

Londoner Beirachlungen.

London, 30. Okt. Ueber die gestrigen Wah­len teilt der amtliche englische Funkspruch noch mit: Macdonald wurde im Wahlkreis Aberavon in Südwales mit einer Mehrheit von 2100 Stimmen gegen den Liberalen Williams gewählt. Bei der lebtennhl schlug er den konservativen Gegenkandidaten mit einer Mebrbe.t non 3512 Stimmen. Andere wiedergewählte Minister sind der Präsioent des Handelsamts Sydney Webb, der sein Mandat in Duroam mit sehr großer Mehrheit behauptete, Schatzkanzler S n o w d e n, der bei der Dreieckswahl in Colne Valley eine Mehr­heit von nahezu 4^0 Stimmen erhielt, der Präsident des Ackerbauamts Buxton und der Minister für das Gesundheitswesen Wheatley, dessen Mehrheit im Glasgower Wahklreise indessen von 4153 auf 630 Stimmen zurückging. Der Attorney General Sir Pa­tri ck H a st i n g s, der die Strafverfolgung gegen den kommunistischen Schriftleiter Camp­bell einaciteilt hat, was zu der bekannten Nie­derlage der Regierung im Unterhause und im Anschluß daran zu den Neuwahlen führte, be­hauptete seinen Sitz in Wallsend, doch ist seine Mehrheit von 3000 Stimmen auf etwa die Hälfte zurückgegangen. Der Solicitor General Sir Henry S l e s s e r, der im letzten Parla­ment keinen Sitz inne hatte, ist in Leeds ge­wählt worden. Der Bergarbeiterfuhrer Smillie behielt sein Mandat für Morpeth, dagegen ist Frank. Hodges, ebenfalls Füh- rer der Bergarbeiter und gegenwärtiger Zwu- lord der Admiralität in Lichfield geschlagen worden. Eine andere bemerkenswerte Nieder­lage ist die des alten Führers der Transport­arbeiter B e n T i l l e t t, der fein Mandat für

Salford verlor. Die beiden Arbeiterführer Lansbury und JackJones sind in ihren Wahlkreisen in dem Londoner Stadtteil Ostend wieder gewählt. Während Asquith in Pais­ley geschlagen wurde, hat Lloyd George in Carnavon gesiegt. Sein Gegenkandidat war der Kandidat der Arbeiterpartei Professor Zimmern, den er mit einer Mehrheit von 16 000 Stimmen gegen 3400 schlug. Sir John Simon Runciman, Sir Alfred Mond und Kenworthy sind weitere prominente Liberale, die gewählt wurden, während andere angesehene Mitglieder der liberalen Partei ge­schlagen wurden, darunter der frühere Minister für Luftfahrwesen General Seely, ferner Mac Namara, Acland, Hogge und Pringle. Mit Ausnahme des früheren Kanzlers des Herzogtums Lancaster, des Se­kretärs Baldwins, Davidson, sind alle namhaften Konservativen gewählt. Besonderes Interesse erregte die Wahl in Glasgow, dessen Arbeiterelement extremen Tendenzen zuneigt. Hier wurden 5 Mitglieder der Arbeiterpartei und 5 Konservative wiedergewählt. Ein Wechsel fand nur in einem Wahlkreise Glas­gows statt, wo der Konservative über die Kooperativen siegte. Lw weiblichen Kandidaten haben bei der Wahl schlecht abge^nitten. Acht Frauen, nämlich drei Mitglieder der Arbeiter­partei, 3 Konservative und 2 Lwerale, die sämtlich bereits dem letzten Parlament ange­hörten und 41 weitere Frauen waren als Kan­didaten ausgestellt. Von den 8 Frauen, die früher dem Parlament angehörtcn, sind 5 im gestrigen Wahlkampf unterlegen, nämlich Frl. Bondfield, Frl. Lawrence und Frl. I e r s o n, sämtlich Mitglieder der Arbeiter­partei, ferner Frau Winteringham und Lady Terrington, beide der liberalen ParâMlgeMMg. Dis- drei .cutteren bisherigen weiblichen Mitglieder des Unterhauses: Lady Astor, die Herzogin Atholl und Frau P h i l i p s o n, alle drei zur konservativen Partei gehörig, wurden wiedergewählt. Außer­dem zieht ein neues weibliches Mitglied in das Unterhaus ein, nämlich Frl. W i l k e n s o n, die der Abreiterpartei angehört.

*

London, 30. Okt. Der Londoner Bei.^.- erstatter derTimes" schreibt, dort herrsche der Eindruck, daß Herriots Stellung durch die Niederlage der Arbeiterregierung in England erschüttert werden würde.

DieDaily New s" schreibt in einem Leitartikel, die französische Regierung habe klug gehandelt, Rußland anzuerkennen. Wenn dies früher geschehen wäre, so wäre die inter­nationale Lage heute vielleicht ganz anders Wenn die Sowjetregierung beabsichtige, die Art der Politik fortzuführen, wie sie im Sinowjewbrief dargelegt sei, so könnte natür­lich auch alle offizielle Anerkennung ihr keinen großen Platz unter den zivilisierten Nationen wieder einräumen.

DieTime s" schreibt, die französische Ne­gierung habe den Tag vor den britischen Wah­len gewählt, um die Union der sozialistischen Sowjetrepubliken de jure anzuerkennen. Es hätte keine deutlichere Darlegung der neuen Richtung der französischen Politik, auf die vor kurzem schon hingewiesen wurde, geben können. Herriot scheine den Augenblick falsch berechnet zu haben. Der vollständige Mißerfolg der m- glücklichen britischen Experimente mit Rußland sei über alle Zweifel bedeutungsvoll geworden Die Bolscyewisten, die die Hoffnung aufge­geben hätten, daß Großbritannien sie von den Folgen ihrer Missetaten erretten würde, kon­zentrieren ihre Ausmerkfamke.. auf neue Mög­lichkeiten in Frankreich und böten der franzö­sischen Geschäftswelt die übliche, glänzende Lockspeise in Gestalt von Versprechungen auf große Konzes ponen und außerordentuche kom­merzielle Vorrechte. Immer wieder hätten nach den Erfahrungen in Polen, Deutschland, Italien und vor allem in Großbw .ien diese Versprechungen als völlig trügerisch erwiesen. Mit Ki^nh könnte kein e fft-r Handel ge­trieben werden und zwar aus dem einfachen Grunde, weil die Politk der Bolschewisten jeden wirklichen Handel unmöglich machte.

Frankreich und das englische Wahlergebnis.

Pacis. 30. Okt. Zu dem Ergebnis der eng­lischen Wahlen schreibt derT e m p s": Was besonders bei dem Ergebnis dieser Wahlen überrascht ist die Niederlage der Liberalen; die liberale Partei ist das Opfer ihrer eigenen Fehler geworden. Nachdem sie allzu entgegen­

kommend die Arbeiterregierung unterstützte und es ihr ermöglichte, sich während 10 Mo­naten zu halten, besonders als sie noch über keine wirkliche Mehrheit im Parlament ver­fügte, sind die Liberalen nun augenscheinlich durch den Wahlfeldzug überrascht worden. Auf jeden Fall wird die liberale Partei tm eng­lischen Parlament nur noch eine Minderheits- partei sein, die keine Hoffnung mehr hat, aus eigener Kraft von nun an zu regieren. Unter sich gespalten, da die einen Asquuh folgen, während die anderen Lloyd George und seiner Entwicklung nach einem verjüngten Unionis­mus nachgehen, andre sich mit Winston Chur­chill, dem Vertreter der gemäßigten Konser­vativen verbündet haben, haben die Libeca!-« sich ihr Glück an dem Tag verscherzt, an bem sie ihre Einheit verloren haben. In den gegen­wärtigen sozialen Kämpfen läuft die »wc-rle Partei Gefahr, sich zu verflüchtigen und zu verschwinden, wenn sie sich nicht entscheid't, offen Stellung zu nehmen zwischen denen, die die bestehende Ordnung verteidigen wollen und denen, die sie durch einen Reformismus zer­stören wollen, der durch seine Methoden und durch feine Wirkung ebenso gefährlich ist mi­die Gewalt selbst.

DerI n t r a n s i g e a n t" schreibt, Re Vernichtung der Liberalen werde es Baldw-n und seinen Freunden erlauben, mit einem weit klareren Programm zu regieren, das durch die egoistischen Interessen der Industriellen und Finanzleute verkündet und inspiriert würde, die dem französisch-englischen Wirtschaftsver­trag wenig günstig gesinnt seien. Diese Leute könnten übrigens die Eile, die Herriot bei der Anerkennung oer Sowjetregierung zur Schau getragen habe, nur so verp- m, daß er denen um Macdonald habe unter die Arme greifen wollen. .Man sehe voraus, daß die erste lungnahme zwischen den beiden Ententemächte nicht besonders herzlich sein werde.' Die Partie stehe für Herriot von nun an nicht leicht. Er werde es erleben, daß die Mitarbeit der Eng­länder bei dem Londoner Pakt sich verflüch­tigen und nach dieser Richtung habe Mac­donald die Form gewahrt, aber Macdonald werde seine Weigerung mit wenig Zeremonie aussprechen. Der radikaleParis Soir" schreibt zu den englischen Wahlen: Die liberale Partei ist vernichtet. Wird England wieder zu drm alten Zwei Paffeien-System zurückkehren und werden die Arbeiter und die Konservativen einander gegen- überstehen wie vor dem Kriege die Liberalen und die Konservativen?

Andre Francois schreibt imAvenkr": Da Proletariat ist in Rußland siegreich gewesen und man ist daran gestorben, das Proletariat ist in Italien besiegt worden und Italien wacht zu neuem Leben wieder auf, das Proletariat wurde in Deutimland besiegt und Deutschland reorganisierte sich. Das Proletariat, in Eng­land wurde gestürzt und die Folgen dieser Nie- bersage werden bald in Erscheinung treten. Aber'vielleicht sind das alles nur Episoden. Be­deutungsvoll ist, daß in Frankreich und Belgien der Liberalismus noch herrscht. Die Krise non 1920 war bei uns rasch überwunden und die frische Erinnerung des Krieges hatte den revo­lutionären Geist aufrecyt erhalten. Möge das Beispiel der englischen Liberalen Herriot und die Radikalen aufrlären.

DasJournal" schreibt, in welchem Maße wird die französische Politik von den Wahlen beeinflußt werden? Die Rückkehr einer rein konservativen Politik wird zur Bildung einer Regierung führen, die an Grundsätzen beseelt wird, die die Entente cordiale geschaffen haben Die Regierung wird sich auf den Imperialismus stützen, aber ein Gegner aller Beunruhigung fein.

Die Eve Novelle" ist davon überzeugt, daß der englische Ministerpräsident, wer es auch immer fein" mag, sich nicht von der Diplomatie Edward VII. entfernen könne.

Baldwin -erNachfolgerMae-onaüs

London, 30. Oktober. Nachdem die letzten Wabl- ergebnisse die absolute Mehrheit der Konservativen sichergcstellt haben, bezeichnet man in gutunterrichteten politischen .Kreisen Londons Baldwin als den Nach­folger des Premierministers Macdonald. . Als Außen­minister erwartet man Austen Chamberlain.

London. 31. Okt. Nach Blättermeldungen ist Macdonald nach der Downingstreet zurück- gekehrt und hat Besprechungen mit Clynes und Henderson gehabt. Heute findet ein Kabinetts­rat statt. Nach demDaily Chronicle" wird Macdonald für den sofortigen Rücktritt em- treten. Der König würde dann Baldwin als d _ ner der größten Partei zu sich bitten,